Kategorie: Lesemonat
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Vacation Reads: Literatur in Lübeck & Umgebung

Oktober 16, 2025

 


Let The Vacation Begin

Mein erster etwas längerer Urlaub startete im September. Wir hatten uns dafür entschieden, erneut einen kleinen Abstecher in den Norden zu machen. Hauptanlaufstelle sollte sein: das Buddenbrookshaus!
Leider wird dieses bis 2023 saniert, sodass wir das Haus nur von außen betrachten konnten (ich weiß, Vorabcheck und Planung war hier nicht unsere Stärke...). Zusätzlich gab es jedoch eine interessante Ausstellung, die den Titel "Thomas Mann und die Demokratie" getragen hat. Diese haben wir uns natürlich als kleinen Trostpreis angesehen. 

Da unsere Reise also in Lübeck gestartet ist, haben wir uns dort ganz im Feeling der Buddenbrooks und Literatur bewegt. Heißt natürlich auch, dass ich mich vorab mit ordentlich Lektüren eingedeckt und wir alle Buchhandlungen abgeklappert haben, die man so finden konnte. Nach den ersten drei Tagen ging es dann weiter nach Heiligenhafen, inklusive Fehmarn und Grömitz. Das Wetter war herrlich, perfekt zum Spazierengehen, Entspannen und Lesen. 


Hier also ein kleiner Überblick über alle gelesenen Bücher im Urlaub und anschließend ein paar Einblicke, was als Andenken mitdurfte: 

 

Rezensionen zu den Büchern  

Insgesamt fünf Bücher habe ich mir für den Urlaub eingepackt. Innerhalb von vierzehn Tagen eigentlich machbar, ich hatte jedoch auch immer im Hinterkopf, dass wir viel Zeit draußen verbringen wollten und überwiegend nur abends Zeit zum Lesen da sein würde. Da es zudem in die herbstliche Zeit ging, durften bereits Bücher mit, die etwas düsterer und geheimnisvoller sind. 



"Not Quite Dead Yet" von Holly Jackson & "Strange Heart Beating" von Eli Goldstone

Angefangen habe ich mit "Not Quite Dead Yet" von Holly Jackson. Dies ist Jacksons erster Erwachsenenthriller/-roman und wurde durchaus viel besprochen. Hier muss die Protagonistin ihren eigenen Mordfall lösen. Denn in der Halloweennacht wird sie angegriffen und erleidet eine schwerwiegende Verletzung. Nun liegt es an ihr, herauszufinden, wer ihr das angetan hat.

Ich persönlich habe "A Good Girl´s Guide To Murder" sehr gemocht. Die Bücher, wie auch die Serie. Daher war ich natürlich sehr neugierig darauf, wie Jackson nun eine etwas erwachsenere Geschichte präsentiert. In dem Hinblick muss ich ganz ehrlich sagen, dass es mir doch noch ein wenig "jugendlich" daherkam. Zwar sind die Tat und viele enthaltene Aspekte erwachsen, aber die Art der Figuren, insbesondere der Protagonistin, wirkte mir zwischendurch doch eher jung. 
Die Story selbst ist spannend geschrieben und lockt die Leser*innen von Kapitel zu Kapitel. Man rätselt mit, stellt neue Theorien auf, lässt sie wieder fallen und ist hier und da auch mal überrascht. Wenn man jedoch genau auf die Details achtet, kann man sich ab der Hälfte schon denken, wie die Geschichte aber ausgeht. Das hat mich nicht wirklich gestört, aber da hätte ich mir vielleicht eine etwas "raffiniertere" Auflösung gewünscht. 

Insgesamt aber ein ganz guter Thriller, den man empfehlen kann, wenn man ein Buch für ein paar nette Lesestunden sucht. 

 

"Strange Heart Beating" von Eli Goldstone ging hingegen in eine deutlich andere Richtung, was mich nach den ersten Kapiteln auch überrascht hat. Es ist ein Roman, der ziemlich tief ins Psychologische geht und aufzeigt, wie tief alte Wunden sitzen können. 
Hier ist das "Zwischen den Zeilen" lesen relativ wichtig, was aber dafür sorgt, dass die Geschichte eine ganz besondere und schöne Stimmung sowie mystisch angehauchte Note erhält.

Es geht um einen Protagonisten, der seine Frau aufgrund eines tragischen Unfalls verloren hat (Unfall mit einem vorbeikommenden Schwan...) und nun versucht mehr über sie und ihre Vergangenheit herauszufinden. 
Obwohl ich die meisten Figuren absolut nicht ausstehen konnte, weil jede*r für sich irgendwie egoistisch und verletzend agiert, mochte ich die Geschichte dennoch. Sie zeigt auf, dass das Leben auch aus Trauer, nicht leichten Entscheidungen, Enttäuschung und Unglück geprägt ist. Und trotzdem liegt es in unserer Hand, wie wir dies mit den eigenen Handlungen anschließend steuern beziehungsweise beeinflussen. 

Ein eher ruhiger, wenn auch sehr spezieller Roman über das Leben, die Liebe und Familie. Würde ich nur empfehlen, wenn man keine leichte Kost sucht und Kapazitäten für emotionalen Ballast übrighat.  

 

"Rouge" von Mona Awad

Die Queen of weird fiction hat mich danach begleitet. Ich liebe ja "Bunny" (hier nochmal die Rezension zum nachlesen) und kaufe mir automatisch alle neuen Bücher von Awad. Dieses hier lag jedoch ein ganzes Jahr ungelesen bei mir herum. Das wollte ich natürlich endlich ändern. 

Ich sag mal so: Mona Awad enttäuscht nicht, wenn es darum geht, sehr außergewöhnliche Ideen zu erfinden und in ihre Geschichten einzubauen. "Rouge" ist teilweise ein absoluter Fiebertraum. Zwischendurch fragt man sich, ob man alles richtig versteht und ob man den Roman überhaupt richtig verstehe kann, wenn man sich jedoch einfach mal auf das Geschriebene einlässt, akzeptiert man, dass es für einige Aspekte keine richtige Antwort gibt. 
Rouge ist geprägt von der Essenz einer Mutter-Tochter-Beziehung und einem großen Verlust. Nach und nach entspinnt sich eine Welt aus Traum und Wirklichkeit, aus alten Erinnerungen und neuen Verknüpfungen. 

Wer sich auf Neues und etwas nicht immer Greifbares einstellen kann, der wird mit diesem Roman sicherlich seine Freude haben, auch wenn es einem zum Ende hin wirklich die Tränen in die Augen treibt.  

 


 "When We Were Monsters" von Jennifer Niven 

Dieses Jugendbuch hat mich dann bereits in den letzten freien Tagen daheim unterhalten. "When We Were Monsters" ist, welch Überraschung, eine Mischung aus "The Secret History" von Donna Tartt und "If We Were Villains" von M.L. Rio und reiht sich in den Trend des düsteren Dark Academia Settings ein. 

Ich mochte die Geschichte sehr, weil wir uns mit einer Gruppe junger Schüler*innen an einen Ort begeben, der Geheimnisse beherbergt und eine spannende Dynamik von Rivalität offenbart, gleichzeitig ist dies kein bahnbrechend innovativer Roman. Er spielt mit den gängigen Mechanismen und hält in dem Sinne keine neuen Dinge bereit. 

Es ist jedoch eine interessante Geschichte, die sicherlich perfekt ist für einen Leseabend an Halloween oder einfach im Herbst geeignet ist. 

 

"Cat´s Cradle" von Kurt Vonnegut

Bei meiner letzten Lektüre beschlich mich das Gefühl, dass ich Satire nicht immer ganz als solche in der Lage bin zu verstehen. "Cat´s Cradle" ist nämlich eine bitterböse Satire auf den Kalten Krieg und das Ende der Welt. 

Natürlich wird ziemlich schnell offensichtlich wie absurd viele Weltansichten, menschliche Egos und potentielle Gefahren für die Menschheit (Religion, Fanatismus, Gefahren durch verschiedenste Waffen) dargestellt werden, jedoch hatte ich das Gefühl, dass der Roman das auf eine sehr chaotische Art und Weise macht, sodass ich manchmal nicht ganz hinterherkam. Es gibt viele Orte, ausgedachte Begriffe und vor allem Personen, sodass es mir schwerfiel immer alles auseinanderzuhalten und allem zu folgen. 
Was mich aber eher gestört hat, waren die vielen negativ besetzten Begriffe für Menschen/-gruppen.

Die Kapitel sind jeweils sehr, sehr kurz und sorgen manchmal dafür, dass man eher aus der Situation herausgerissen wird, obwohl sie weitergeht. Irgendwann wirkt viel Geschriebenes fast belanglos und langweilig, zumindest erging es mir so. 

Obwohl ich die Idee eigentlich mochte, konnte mich das Buch nicht überzeugen (vielleicht müsste ich es noch einmal lesen mit ein wenig Hintergrundwissen). Ich habe mir aber vorgenommen Vonneguts "Slaughterhouse Five" zu lesen, um zu schauen, ob ich damit eher warm werde.  

 


New In

Insgesamt bin ich also ganz zufrieden mit meinen ausgewählten Lektüren für den Urlaub. Natürlich sind aber auch neue Bücher eingezogen, nämlich Thomas Manns "Buddenbrooks" und "Der Tod in Venedig" in der neuen Leinenausgabe des S.Fischer Verlags, inklusive der passenden Thomas Mann Playmobil-Figur!

Auf Fehmarn haben wir zudem auch noch die wirklich schöne Buchhandlung "Sonnenseiten" entdeckt. Dort habe ich mir die goldenen Lesezeichen mitgenommen. 

 



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Dezember: Last orders

Dezember 30, 2022


Der Dezember nimmt, wie jedes Jahr, die letzten Bestellungen für das Jahr entgegen.
Was will man noch vor dem Jahreswechsel erledigen, welche (Alt-)Lasten will man nicht ins neue Jahr mitnehmen? Ja, ja, der zwölfte Monat vereint besinnliche Zusammenkünfte und den hektischen Blick auf neue Möglichkeiten. Ich selbst nehme mir zwar nie irgendwelche Vorsätze vor, da ich weiß, dass ich sie nicht einhalten könnte, aber ich versuche jedes Jahr ein klein wenig besser, sorgsamer, klüger und umsichtiger zu werden. Zumindest das, so scheint es mir, liegt im Maße des Möglichen. 

Bevor es bald also wieder mit dem guten alten Januar losgeht, möchte ich noch einige Worte zu den letzten gelesenen Büchern und einigen Weihnachtsneuzugängen loswerden. Durch den Umzug, die Arbeit und das irgendwie immer vollgepackte (oder sich kürzer anfühlende?) Leben, habe ich die letzten Monatsrückblicke etwas schleifen lassen. Das liegt gar nicht einmal daran, dass ich nichts gelesen hätte, sondern einfach daran, dass ich entweder keine Zeit oder keine Kraft mehr für die Bilder und die Texte erübrigen konnte. Hoffentlich kann ich das im neuen Jahr ein wenig nachholen. Hier also zumindest ein kleiner, aber hoffentlich feiner, Überblick des letzten Monats.

Gelesenen Bücher im Dezember

  • "The Secret History" von Donna Tartt (★★★(★)☆, derzeit 3.5 Sterne):  Mein erstes und längstes Buch im November und Dezember war der Roman von Donna Tartt. Ich bin recht unbefangen rangegangen und wusste nur, dass es um eine Gruppe junger Student*innen geht, die den beliebten "Dark Academia"-Vibe tragen. Nun, irgendwie kann ich das auch verstehen. Mir hat der Roman auch über weite Strecken ganz gut gefallen, da ich die Art von Geschichten mag. Jedoch kam ich am Ende nicht umher, das Gefühl zu haben, dass es vieles an dem Roman gab, das mir absolut nicht gefallen hat.
    Zum einen wäre da die Beziehung zum Professor, Julian, der hier und da mal auftritt, die Stunden in dem Griechisch-Kurs aber sonst kaum thematisiert werden. Mich hat verwundert, dass am Ende davon die Rede ist, dass die Figur so besonders war, wenn man keine Dialoge zwischen den Figuren und ihm erhält und auch sonst die Beschreibungen der Treffen kurzgehalten werden. Eventuell liegt genau darin die Raffinesse, für mich jedoch war es zum Ende hin einfach etwas zu unschlüssig und dürftig.
    Ebenso schwer tat ich mich damit, dass die Beziehung zweier Geschwister in eine, beim Lesen, unfassbar unangenehme Richtung geschwenkt ist. Sorgt natürlich für Diskussionen, aber für mich war es ein unnötiger Einschub. Man hat auch so perfekt herausgelesen, dass sich die Gruppe untereinander kaum leiden kann, es viele egoistische Handlungen gibt und jeder dennoch irgendwie irgendwo dazugehören will.
    Ich mochte den Grundton, die etwas düstere Atmosphäre und die teilweise vorhandenen Geheimnisse, jedoch war die Umsetzung für mich teilweise zu langgezogen (da vieles direkt offenbart war). Eigentlich würde ich den Roman zwar gerne noch einmal lesen, um eventuell noch andere Eindrücke zu sammeln, derzeit jedoch verspüre ich dazu, vielleicht auch eben aufgrund der Länge, keine große Lust.


  • "A Merry Little Meet Cute" von Julie Murphy & Sierre Simone (☆, 1 Stern): Eine absolute Enttäuschung war für mich der Weihnachts"roman" von Murphy und Simone. Als Roman würde ich es fast kaum bezeichnen, es war eine Aneinanderreihung verschiedener Sexanspielungen und Sexszenen. Zwar hätte man vermuten können, dass es um die Thematik geht, da die Protagonistin eine Darstellerin für Erwachsenenfilme ist und durch Zufall für einen romantischen Weihnachtsfilm gecastet wurde, allerdings war die Handlung und die Entwicklung einer vernünftigen Geschichte wirklich nicht vorhanden.
    Ihr Partner, das damalige Boyband-Mitglied Nolan Shaw, hätte super als Gegenpart fungieren können, stattdessen war er ihr größter Fan, wovon natürlich niemand wissen darf und damit nahm das Unheil seinen Lauf.
    Für die gute Absicht und die positive Darstellung der Erwachsenenfilm-Industrie (zumindest keine Verteufelung, trotz ehrlicher Kritik), der Schauspielerin und auch der Tatsache, dass sie als Plus-size Schauspielerin einen Platz im Roman gefunden hat, gab es von mir einen Stern. Der Rest war für mich einfach nicht lesenswert, weder zu Weihnachten, noch an einem anderen Tag. Leider.

  • "Whiteout" von Dhonielle Clayton & anderen (★★★★☆, 4 Sterne): Einen schönen Weihnachtsroman habe ich glücklicherweise dennoch geschafft zu lesen. Die Zusammensetzung kleinerer Geschichten verschiedener Autor*innen in "Whiteout" folgt dem gleichen Prinzip wie schon in "Blackout". Wir lernen eine Gruppe von jungen Menschen kennen, die irgendwie miteinander befreundet oder verwandt sind und zu einem bestimmten Zeitpunkt von ihren Erlebnissen erzählen. Hier soll während eines Schneesturms eine Beziehung gerettet werden.
    Ich mochte die Idee, die Protagonist*innen und größtenteils auch die Umsetzung. Hier und da scheint natürlich einiges unwahrscheinlich, aber irgendwie hält das auch den Weihnachtsgeist aufrecht. Wer etwas Leichtes für die Weihnachtstage sucht (vielleicht für nächstes Jahr, sollte sich das Jugendbuch im Hinterkopf behalten).


 


What (Books) I Got For Christmas & Fokus auf Interieur

In diesem Jahr gab es viele Büchergeschenke zu Weihnachten! Das ist ein Satz, den ich immer wieder gerne schreibe. Meine Familie weiß, dass sie mich damit glücklich machen können und versuchen auch immer Bücher zu finden, die mir gefallen könnten (und ich letztlich hoffentlich auch noch nicht besitze). Die Tatsache, dass sie sich die Mühe machen, macht mich wiederum immer unfassbar glücklich. Es ist eine kleine, aber für mich doch große Geste, die ich sehr zu schätzen weiß.

Insgesamt sind folgende Bücher eingezogen: 

  • "Neverwhere" von Neil Gaiman - in der Folio Society Edition! (Davon werden sicherlich noch mehr Bilder folgen)
  • "Die Jahre" von Annie Earnaux
  • "When I was me" von Hilary Freeman
  • "Happy all the time" von Laurie Colwin
  • "The Honjin Murders" von Seishi Yokomizo

 von dem zusätzlich geschenkten Gutschein habe ich mir noch geholt: 

  • "The Perfect Golden Circle" von Benjamin Myers
  • "We All Want Impossible Things" von Catherine Newman
  • "What Moves The Dead" von Ursula Vernon

 

Zudem bin ich seit dem Umzug auch wieder auf der Suche nach neuen Stücken, die die Wohnung verschönern. Dabei bin ich auf die Marke &klevering Amsterdam gestoßen und habe mich sofort in beinahe die komplette Kollektion verliebt.
Einziehen durften bereits: das 3er Set an kleinen Vasen im schicken Schachbrett-Stil und ein Keramik-Obstkorb in pastellgrün. Ich freue mich jetzt schon die Sachen mit Leben zu füllen und sie zu platzieren.

Kein Weihnachtsgeschenk, aber vielleicht ebenfalls für einige interessant: der schicke Zeitschriftenhalter im Bienenwaben-Look. Den gibt es derzeit bei WestingGo. Perfekt, nicht nur für Magazine, sondern auch für die aktuelle Buchlektüre. 



Wie sieht es denn bei euch aus? Habt ihr Bücher unter dem Weihnachtsbaum gehabt oder verschenkt? Schließt ihr 2022 mit einem guten Gefühl ab? Ist euer Blick schon auf das neue Jahr gerichtet?



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Juni, Juli & August: The Big Three

September 02, 2022

Drei volle Monate sind mal wieder vergangen. Drei Monate, die mir vorgekommen sind, als hätte ich seit einem Jahr keinen Rückblick mehr geschrieben aber auch, als seien nur höchstens zwei Wochen vergangen, weil die Zeit so rast. 

In den letzten Monaten ist aber einiges passiert. Zum Beispiel hatte ich endlich wieder einen einigermaßen "normalen" Urlaub, in dem ich weggefahren bin (hier geht´s zum Urlaubsbeitrag aus Frankreich) und nicht nur über die Arbeit nachgedacht habe und mein Geburtstag stand im August an, der gemütlich in der neuen Wohnung gefeiert wurde. Büchergeschenke natürlich inklusive, darunter unter anderem "Dark Earth" von Rebecca Stott (absolutes Wunschbuch!). Die Bücher, die darüber hinaus eingezogen sind, werde ich demnächst noch einmal in einem separaten Beitrag vorstellen.
Sehr gefreut habe ich mich über das vierblättrige Kleeblatt, dass ich von meiner Mutter bekommen habe, welches sie beim Besuch meiner Großeltern in Polen gefunden hat. Ein kleines Zeichen gegen das ständige Gefühl meinerseits, dass ich ein absoluter Pechvogel bin. So kleine, aber sehr süße und aufmerksame Geschenke sind wirklich immer die besten.

Doch das wohl Aufregendste: Ich darf als eine von zwanzig Blogger*innen ein Patenbuch beim Deutschen Buchpreis 2022 betreuen! Unter dem #Buchpreisbloggen wird es demnächst also einiges zu entdecken geben. Auch hier ist natürlich in den nächsten Tagen noch ein Beitrag zum Ablauf geplant. Auf der offiziellen Seite zum Buchpreis könnt ihr zumindest schon einmal die Vorstellungsrunden der Blogger*innen sowie auch die kürzlich bekanntgegebene Longlist einsehen.

Gelesen habe ich im Hintergrund ebenfalls einiges, wenn auch deutlich unter dem üblichen Durchschnitt. Die einzelnen Rezensionen blieben in den letzten Monaten eher aus. Das ist einfach dem Joballtag geschuldet. Man unterschätzt, wie einen so eine Bildschirm-Arbeit schlaucht. Danach liest man zwar noch gerne, aber die Motivation noch privat Bilder zu machen oder gar weiterhin am PC zu sitzen, um Rezensionen abzutippen, schwindet (leider!) sehr stark. 

Hier also nun die gelesenen Bücher im Überblick:  

  • Die kurzen Bücher: Davon gab es durchaus einige. "We Had to Remove This Post" von Hanna Bervoets war mit gut 130 Seiten ganz vorne mit dabei. Letztlich fand ich das Thema sehr spannend und teilweise auch gut umgesetzt, weil es nicht zu sehr auf diesen Schockerfokus aus war, jedoch fehlte mir auch etwas, damit mir der Roman wirklich nachhaltig im Gedächtnis geblieben wäre. Daher vielleicht als Einstieg in die Thematik gut geeignet.

    Kurz waren zudem auch: "The Women in the Purple Skirt" von Natsuko Imamura, "I´m fine but you appear to be sinking" von Leyna Krow und "Blackout", eine Anthologie von verschiedenen bekannten Autor*innen der Jugendbuch-Szene. Ersteres hat mich ein ganz klein wenig enttäuscht, da ich mir eine noch packendere Entwicklung der Handlung und Figuren vorgestellt hätte. Nichtsdestotrotz absolut lesenswert, wenn man sich für den Wechsel von Gruppendynamiken und einer "Beobachtung wird zur Obsession"- Handlung interessiert. Die Erzählungen von Krow gefielen mir ebenfalls, wenn sie auch teilweise einen sehr ungewöhnlichen Weg einschlagen. Gerade hier aber für alle interessant, die wirklich mal etwas anderes lesen wollen. "Blackout" war die perfekte Lektüre während der sehr heißen Abende und unfassbar süß geschrieben. Ja, teilweise oberflächlich und zu schön, um wahr zu sein, allerdings brauche ich solche Geschichten auch manchmal.

  • Am schnellsten gelesen: Ganz klar, "Sandman Omnibus Vol. 2" von Neil Gaiman. Ich will es immer genießen, bin aber viel zu neugierig auf die nächsten Kapitel. Da nun auch die Serie auf Netflix gestartet ist, war ich umso gespannter auf den Inhalt. Keine große Überraschung: Ich liebe die Graphic Novel und kann es kaum erwarten den letzten Teil in Angriff zu nehmen, sobald ich ein wenig gespart und mir den dritten Sammelband zugelegt habe.
    Ebenfalls schnell gelesen habe ich "Gallant" von V. E. Schwab. Das Buch wirkt relativ dick, besteht aber aus vielen Zeichnungen und großem Text, sodass man hier auch eher eine Art Kurzgeschichte vor sich hat, zumindest meinem Gefühl nach. Mich hat die Geschichte unfassbar stark an Stranger Things erinnert. Ob das daran lag, dass ich die Serie parallel dazu gesehen habe, oder es wirklich gewisse Ähnlichkeiten gibt, lasse ich mal dahingestellt. Der Stil, die Zeichnungen und auch der Inhalt, haben wir gut gefallen, mich aber nicht vom Hocker gerissen, da mir auch hier etwas Tiefe gefehlt hat. Ist aber definitiv ein schönes (reread) Buch für Halloween!

  • Am längsten gebraucht habe ich für: "Booth" Karen Joy Fowler. Was war das für eine lange Reise mit den Booths. Ich glaube, es lag nicht daran, dass ich das Buch schlecht fand, sondern dass der Klappentext etwas anderes verspricht und ich mich schwerer auf den Schwenker einlassen konnte. Der Roman sollte der Familie des Attentäters auf Abraham Lincoln folgen und aufzeigen, wie so eine Tat alle beeinflussen kann. Tatsächlich wird diese Entwicklung aber nur auf den letzten paar Seiten runtergerattert. Davor dreht sich alles um die Familiendynamik bevor es zu der Tat kommt. An sich also ganz interessant, wenn man Familienromane mag, mir war es etwas zu sehr in die Länge gezogen.
    Leider kam es mir auch im Nachhinein etwas vor, als wollte man sich hier in eine Reihe mit dem Roman "Hamnet" von Maggie O´Farrell einordnen, was für mich allerdings nicht ran kam.

  • Was fürs Herz: In den letzten Monaten habe ich ziemlich spät auch endlich mal die Liebesromane von Emily Henry kennengelernt. Viel muss man glaube ich nicht sagen, außer, dass sie wirklich gut unterhalten und sich von den 0815 Dialogen in dieser Kategorie abheben (siehe meinen eher kritischen Blick im Beitrag "Eine Woche, fünf Liebesromane"). Ich mochte "Beach Read" und "Book Lovers" sehr und werde sicherlich auch weiterhin immer mal wieder schauen, was Henry so veröffentlichen wird.

  • Im Mittelfeld gelandet sind: "What a Shame" von Abigail Bergstrom, "Metronome" von Tom Watson und "The Heritance Games" von Jennifer Lynn Barnes.
    Bergstrom war eine interessante Leseerfahrung, die ich anfangs sehr mochte. Zum Ende hin hat es sich in eine doch eher merkwürdige Richtung entwickelt, die mich dann unterwegs einfach verloren hat. Dieser Fokus auf bewusstseinserweiternde Trips oder Ähnliches war nicht meins.
    "Metronome" war eigentlich genau meins und hat mich wirklich gepackt. Die Insel, von der man eigentlich nichts weiß, hat ihren Reiz und die Figuren haben für mich durchaus diese Geheimnisse weitergetragen. Ich bin mir aber zuletzt noch unsicher, wie ich das stark offene Ende in diesem Fall finde. Letztlich wurden nämlich gar keine Fragen gelüftet, es blieb ein Schnappschuss der beschriebenen Situation.
    Das Jugendbuch "The Inheritance Games", das ein wenig an "Knives Out" erinnern soll, war ebenfalls unterhaltsam, folgt aber einem bekannten Muster. Die beiden anderen Teile der Trilogie werde ich mir sicherlich auch noch holen, da sie perfekt für Zwischendurch sind und man ein wenig mitraten kann, welche Rätsel was zu bedeuten haben. 

In voller Länge rezensiert: 



Habt ihr schon etwas davon gelesen? Oder habt ihr vielleicht schon die Netflix-Verfilmung von Sandman gesehen? Hat es euch gefallen?



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Mai: Klein und fein

Juni 03, 2022

Dieses Jahr war bisher recht turbulent und ab März ging es dann mit den gelesenen Bücher erst einmal nicht so recht voran. Naheliegend also, dass ich die Rückblicke bisher eher ausgelassen habe. Im Mai jedoch konnte ich nun allerdings fünf gute Bücher beenden, die zumindest eine kleine Vorstellung verdient haben.

Fünf gehen, fünf kommen, lautet gleichzeitig die Devise, denn einige Titel haben sich diesen Monat erneut in meine Bücherregale geschlichen ("The Lord of the Rings", Emily Henry etc. siehe unten). Und das obwohl ich die aus dem aktuellsten Neuzugänge-Beitrag noch nicht in Angriff genommen habe.
Ein guter Grund, um den Buchkauf für die nächsten Monate (bis auf die schon getätigten Vorbestellungen) ruhen zu lassen. Ich möchte mich nun endlich auf die Bücher konzentrieren, die noch hier schlummern und mich dann erst wieder um meinen Geburtstag herum mit einigen Neuheiten eindecken (ein kleiner Urlaub ist nämlich auch schon geplant, da darf ein Besuch in der Buchhandlung nicht fehlen).

Nun aber zu den gelesenen Büchern im Mai: 

  • Kurz und knackig... waren definitiv "Time is a Mother" von Ocean Vuong und "Galatea" von Madeline Miller. Ersteres hat mich positiv überrascht, auch wenn ich nicht zu allen Gedichten einen direkten Zugang hatte. Es ist jedoch ein Gedichtband, zu dem ich gerne noch einmal zurückkehren werde.
    Das kleine Bücherlein von Madeline Miller mochte ich wirklich gerne. Leider (!) war es wirklich sehr kurz. Obwohl die Figuren super ausgearbeitet waren, hätte man gerne noch etwas länger darüber gelesen.
  • Noch mehr Mythologie: gab es mit "Elektra" von Jennifer Saint. Ihr erstes Buch "Ariadne" gefiel mir ganz gut, hatte aber einige Längen. Auch "Elektra" hat sich für mich teilweise wiederholt und hätte etwas knackiger sein können, aber es gefiel mir dennoch gut, weil es einige Stellen gab, die es wieder "rausgerissen" haben. Das Buch konzentriert sich hier stark auf die Dynamik zwischen Mutter und Tochter und wie sich die Blickwinkle je nach persönlichem Erlebnis ändern können. 
  • Back to the liars: Mit E. Lockharts "Family of Liars" bin ich wieder auf Spurensuche gegangen und habe versucht Geheimnisse zu lüften. Die Vorgeschichte zu "We Were Liars" war letztlich ganz in Ordnung. Ich mag das Setting unfassbar gerne und auch die vielen Bezüge zum Vorgänger, aber mir hat die Notwendigkeit dieser Erzählung ein wenig gefehlt. Ich hatte das Gefühl, dass damit nichts wirklich Wichtiges zur eigentlichen Geschichte dazugekommen ist und es auch zwischenzeitlich Entwicklungen gab, die man hätte weglassen können. Nichtsdestotrotz sicherlich interessant für alle Fans von "We Were Liars" und die eine Lektüre für einige Sommerabende suchen. 

Außerdem ausüfhrlich rezensiert: 


Nun, da es hoffentlich wieder etwas ruhiger zugehen wird, bin ich gespannt, was die folgenden Monate an Lektüren bereithalten werden...


 

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Dezember: Der Sandmann & die Weihnachtsszeit

Dezember 31, 2021

Der Rückblick aller Rückblicke ist da. Zumindest ist der Dezember immer ein Monat, an dem viele ein "Best of" veröffentlichen und noch einmal das gesamte Lesejahr Revue passieren lassen.
Tatsächlich gehöre ich aber eher zu denjenigen, die damit nicht so viel anfangen können. Ich fühle mich dadurch immer eher gestresst und weniger motiviert neue Dinge anzugehen, sodass ich die Beiträge meist ausfallen lasse und mich auf das neue Jahr fokussiere. 

Nichtsdestotrotz gibt es aber natürlich dennoch einen regulären Monatsrückblick mit allen gelesenen Titeln.
Obwohl er lesetechnisch ganz gut lief, war der Dezember dieses Jahr sonst eher ruhig. Selten habe ich mich in den vergangenen Jahren so ausgelaugt gefühlt. Die Weihnachtsmärkte haben irgendwie schon gefehlt und die allgemeine Stimmung bleibt weiterhin eher durchwachsen. Dennoch habe ich versucht, mich wenigstens mit guten Büchern etwas abzulenken und meinen endlich heiß ersehnten Urlaub zu genießen.
Wenig überraschend, aber dank meiner eingeplanten Leseliste habe ich tatsächlich viele Bücher gelesen, die weihnachtlich angehaucht waren (yey!).

Folgendes habe ich im letzten Monat 2021 gelesen: 

  • Das längste Buch, das ich am schnellsten verschlungen habe: "Sandman" (Omnibus Volume #1) von Neil Gaiman. Voller Respekt habe ich diese Bände der Graphic Novel immer angeschmachtet. Als ich dann einmal damit angefangen habe, bin ich nur so durchgerast. Die Geschichte, die Figuren, die Zeichnungen... das alles hat mich sofort in den Bann gezogen. Einige Episoden, die wie kleine Fillerfolgen gewirkt haben, haben es für mich manchmal langgezogen, aber im Großen und Ganzen habe ich jeden Teil geliebt. Bin also gespannt, wann der zweite Teil wieder lieferbar sein wird. Dann werde ich definitiv direkt weiterlesen. 
  • Das E-Book des Monats: Im Dezember habe ich nur ein E-Book beendet, dafür aber ein richtig gutes! Ivy Pochodas "Diese Frauen" ist ein spannender Thriller, der auf wichtige Themen eingeht und das Verschwinden von Sexarbeiterinnen thematisiert. Ich war wirklich positiv überrascht und bin sehr froh, das Buch nun auf meinem digitalen Bücherregal zu besitzen. 
  • Weihnachtliche Lektüren: 7 der 8 geplanten Bücher habe ich diesen Monat geschafft. Das lag sicherlich daran, dass einige Kinderbücher waren und dank zauberhafter Illustrationen ein wahrer Lesegenuss waren.  Die Anthologien bestehend aus weihnachtlichen Krimigeschichten fand ich grundsätzlich super, jedoch fehlten mir in einigen deutlich die typischen Weihnachts-/Festtagsaspekte. Dennoch absolut lesenswert und super für die Feiertage (vor allem, wenn man nicht zwingend auf Schnee etc. in den Geschichten besteht)
  • Das letzte Buch des Jahres war: "The Last House on Needless Street" von Catriona Award. Und wow! Damit hatte ich nicht gerechnet. Ein wirklich intensives und doch heftiges Buch. Sehr psychologisch, aber leider ohne Triggerwarnung. Das Buch thematisiert seelische und körperliche Verletzungen und ist an vielen Stellen nichts für zarte Gemüter. Durch die ernste Thematik war ich manchmal hin- und hergerissen, ob mir diese Art der Geschichte angemessen erscheint. Im Nachwort wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Autorin gut recherchiert hat und auch mit Betroffenen gesprochen hat, die ihre Erfahrungen gerne an sie weitergeben wollten. Dadurch hatte ich zumindest das Gefühl, dass die Wichtigkeit der akkuraten Darstellung gegeben ist. Würde ich daher nur bedingt empfehlen, weil es nicht ohne ist, aber ich kann nicht leugnen, dass es einen zum Ende hin packt.


Weitere Rezensionen: 



Ich wünsche euch mit diesem Beitrag auch einen guten Rutsch ins neue Jahr! <3


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