The Girl Who Fell Beneath Fairyland and Led The Revels There (Fairyland #2) von Catherynne M. Valente

(Original: "The Girl Who Fell Beneath Fairyland and Led The Revels There"/ 2012) Feiwel and Friends, Übersetzer/in: -, mit Illustrationen von Ana Juan, ★★★★☆ 4 Sterne
Dies ist der zweite Teil der Fairyland-Reihe
September sehnt sich danach, nach ihrem ersten Aufenthalt, nach „Fairyland“ zurückzukehren. Als es ihr schließlich gelingt, erfährt sie, dass die Bewohner scheinbar ihre Schatten – und gleichsam auch die Magie – an „Fairyland Below“ zu verlieren scheinen. Diese Welt hat eine neue Herrscherin: Halloween, die sich als Septembers Schatten herausstellt. Und Halloween hat nicht die Absicht die Schatten an Fairyland zurückzugeben...
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"But some Rules are immutable. That is an old word, and it means this cannot be changed."  S.62

Ich habe mich mit September wieder auf Reisen begeben. Und obwohl diese Abenteuer auch im Februar wunderbar erlebt werden können, habe ich doch das Gefühl, dass diese Bücher und vor allem dieser Teil perfekt in die Halloweenzeit passen!
Es gibt viele, sehr viele kreative Einfälle, die sich auf Lebewesen beziehen oder aber auch auf die uns bekannten Wissenschaften beziehungsweise "Regeln" der Welt. Valente schafft es wieder einmal, die Leserin / den Leser mit ganz neuen Sichtweisen zu überraschen und allen, uns erdenklich langweiligen, Dingen  neues Leben einzuhauchen. Was machen Namen mit uns, wenn wir uns doch eigentlich so nennen und das sein können, was wir selbst sein wollen? Wie kann man Märchenhandlungen umschreiben, ohne (erneut9 die Regeln des Märchens zu brechen? Und sind Schatten wirklich nur der düstere Teil von uns?

Fragen über Fragen und Antworten über Antworten. Wir kehren zu bekannten Figuren aus dem ersten Teil zurück, lernen sie aber neu kennen. Gemeinsam mit September erkunden wir aber dennoch neue Orte von Fairyland und sehen uns oftmals mit Fragen konfrontiert, die auch in unserer nicht märchenhaften Welt eine zentrale Rolle spielen. Was, seien wir mal ehrlich, ja gar nicht so verwunderlich ist. So bildet vor allem die Frage nach dem "Anderen", von denen böse Geschichten erzählt werden, eine zentrale Rolle. Und genau gerade ist es ja aktueller denn je. Gepaart mit den Einschüben von Septembers Erinnerungen an ihren Vater, der im Krieg schreckliches erlebt, ist die Geschichte zwar durch die Märchenelemente geeignet für Kinder / Jugendliche, spricht aber auch wichtige und erwachsene Themen an. 
Grundsätzlich steht aber auch in diesem Teil das fortwährende Erwachsenwerden der Figuren eine Rolle.

"You know, in Fairyland-Above they said that the underworld was full of devils and dragons. But it isn´t so at all! Folk are just folk, wherever you go, and it´s only a nasty sort of people who thinks a body´s a devil just because they come from another country and have different notions.” S. 177

Der zweite Teil der Fairyland-Reihe konnte mich daher wieder gut unterhalten, überzeugt aber eben auch mit der Vermischung der "angenehmen", spielerischen und unterhaltsamen Inhalte und der ernsten Themen. Ich liebe einfach die gesamte Umgebung und Amtosphäre, die von der Autorin geschaffen wird.
Obwohl die Seitenzahl recht überschaubar ist, passiert sehr viel und in einem angenehmen Tempo. Ab und an hatte ich ein wenig das Gefühl, als würde die Geschichte zu viele Abzweigungen aufschlagen, jedoch legt sich der Eindruck, je mehr man vorankommt.
Gelungen finde ich zudem, dass dieser Teil in sich geschlossen ist, aber bereits andeutet, dass die Figuren eigentlich noch einige Abenteuer erleben könnten. Es gibt also ein passendes Ende, das gleichzeitig Raum für neue Überlegungen bietet.. Daher werde ich sicherlich noch zu den nächsten Bänden greifen!


Eine Rückkehr zu alten Bekannten und liebgewonnenen Freunden, wenn auch in einer etwas anderen Form, denn diesmal lernt man die Figuren  noch von einer anderen Seite kennen. Nichtsdestotrotz gibt es wieder zahlreiche kreative und unterhaltsame Einfälle, die uns die Welt als spielerisch und bunt präsentieren. Zusätzlich beinhaltet die Geschichte rund um September und ihre Freunde aber auch wichtige Themen, die sich mit der Frage nach unserer eigenen Identität, der Vorstellung anderer und gebrochener Klischees / Gewohnheiten auseinandersetzen. Wichtig hierbei ist immer der Verweis darauf, dass besonders Vorurteile ein großes Unheil anrichten können. Gelungen finde ich, dass es ein, in sich geschlossenes Abenteuer ist, welches aber Lust auf die nächsten Bände macht.



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Bunny von Mona Awad

Februar 12, 2020

Bunny-Mona-Awad

(Original: "Bunny"/ 2019) Viking (Imprint Penguin Randomhouse), Übersetzer/in: -, ★★★★(☆) 4,5 Sterne
Die Stipendiatin Samantha Heather Mackey könnte keine größere Außenseiterin in dem kleinen, sorgfältig ausgewählten Programm ihrer Elite Uni sein. Sie bevorzugt lieber die Gesellschaft ihrer dunklen Fantasien, als die von anderen Menschen und wird vom Rest ihres Kurses zurückgewiesen - einer Clique, bestehend aus vier reichen Mädchen, die sich gegenseitig "Bunny" nennen und sich so bewegen und reden, als seien sie eine Person.
Alles ändert sich, als Samantha eine Einladung der "Bunnies" erhält, somit ihre einzige Freundin Ava zurückweist und gleichzeitig immer tiefer in die Welt der Mädchen gerät, die eine Art Kult betriebenen Workshop leiten...
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"Get ready.
  For what?

But the knowledge is already burning in my chest like a pilot light. Just need a spark to set it ablaze."  S.295

Was zum...? Die Geschichte ist wirklich sehr, sehr, sehr bizarr, aber ich liebe es! Nach dem ersten Kapitel dachte ich sofort an den Film "Mean Girls". Eine Mädchenclique, die zugegebenermaßen sehr klischeebehaften alles mag, was süß, rosa oder flauschig ist und eine Einzelgängerin, die nicht genau weiß, ob sie gerne dazugehören will oder nicht. 
Nach und nach wird alles aber viel dunkler, blutiger, brutaler. Leider, für meine Verhältnisse, manchmal auch viel zu gewollt erotisch, was für mich gar keinen wirklichen Nutzen hatte. Wie dem auch sei, es entsteht eine sehr eigene Dynamik, die schon wahnhaft wirkt. Plötzlich sah ich eher Gollum vor mir, wie er immer und immer wieder seine Phrase "mein Schatz" wiederholt, denn die Gespräche zwischen den Mädchen werden zunehmend "verstörender". In dem Sinne, dass man sich von den vielen, meist gleichen, Fragen und Aussagen, bedrängt fühlt. Genau das fand ich besonders geglückt, denn gleichsam stellt sich nämlich automatisch die Frage, inwieweit wir der Ich-Erzählerin trauen können. Was ist die Realität, was ist Einbildung? Gibt es einen Unterschied?

"A hybrid. That most obscure of acadmic beasts. What you call something when you just don´t lnow what you´re doing anymore.
     'A hybrid. So, combining genres?

They smile that tsk-tsk smile again. Shake their heads.
'Samantha, we´re at Warren. The most experimental, groundbreaking writing school in the country. This goes way beyond genre. It subverts the whole concept of genre.'” S. 106

Während ich "Bunny" gelesen habe, vielen mir einige Dinge auf, die ich schnell hinterfragt habe. Zum einen, die schon angedeutete Verlagerung auf das Sexuelle und die doch oftmals vulgären Ausdrücke. Muss das wirklich sein? Für meine Verhältnisse nicht, auch wenn ich die Absichten der Autorin verstehen kann. Solche Kult-ähnlichen Kreise werden ja gerne mal mit diesen Begierden gleichgesetzt. Dennoch, für mich hätte der Roman wahrscheinlich noch besser funktioniert, wenn man dies ein wenig zurückgeschraubt hätte.
Ebenfalls fand ich anfangs das Bild, des "typischen-gemeinen-Girly-Mädchens" ein wenig fraglich. Irgendwie ist man ja mittlerweile eigentlich darüber hinaus zu denken, dass Mädchen, die rosa mögen und gerne Cupcakes essen etc. direkt Biester sind. Man muss aber einfach ehrlicherweise sagen, dass hier eben extrem und auch absichtlich mit solchen verankerten Bildern gespielt wird. Was verbirgt sich hinter welcher Fassade, welche dunklen Geheimnisse liegen verborgen?
Das trägt alles dazu bei, dass sich die Figuren zunächst in einem bekannten Umfeld bewegen, wie wir es erwarten, sich dann aber so lösen, dass man mit allem rechnen muss.
Ein weiterer Punkt war (und darauf hat mich Miss Bookiverse bereits hingewiesen), dass hier gewisse Passagen beschrieben werden, die blutig sind und sich auf Tiere beziehen. Grausam bleibt es, wie man es dreht und wendet, allerdings hatte dies stets für mich immer einen eher Märchenhaften-Unterton, als würde man eine Gebrüder Grimm Geschichte lesen. Es ist schwer zu beschreiben, aber beim Lesen merkt man, dass diese Taten als absolut grausam und wahnhaft dargestellt werden, sich andererseits aber wieder an das Medium des Märchentextes hängen, sodass diese den Stil des Magic Realism ermöglichen.

Daher fand ich die vielen intertextuellen Verweise sehr geglückt. In Kombination mit der Tatsache, dass sich alle auf einer Elite-Universität befinden und dabei sind ihre eigenen Texte zu verbessern, von den Dozenten sogar darauf getrimmt werden, einen Art Perfektion zu erreichen, machte die Verknüpfung zu den anderen Begierden der Figuren noch packender. Was vermag ein Text zu bewirken? Wie wahr ist er im Gegensatz zum Gesprochenen? Und auch hier ist wieder die schon beinahe psychologische Analyse der Ich-Erzählerin notwendig, um sich den Roman erklären zu können. Offenbart uns der Text ihr Innerstes in Form von (veränderten) Wahrheiten oder sind wir Teil eines Schreibprojekts?
Man kann aber natürlich auch einfach die Geschichte lesen und sich von der Absurdität der Geschehnisse führen lassen...

"Why do you lie so much? And about the weirdest little things? my mother always asked me.
       I don´t know, I always said. But I did know. It was very simple. Because it was a better story."
S.48


Eine wirklich sehr skurrile, eigene und bizarre Geschichte rund um eine junge Ich-Erzählerin, die versucht ihren Platz in der Welt zu finden und dabei scheinbar in einen Strudel gefährlicher Machenschaften der beliebten Mädchenclique gerät. Das Buch ist vielleicht nicht für das große Publikum gemacht, aber für alle, die gerne Texte lesen, die sich sehr vom Mainstream abheben. Was rosa und flauschig beginnt, wird zunehmend gefährlich und blutig. Dennoch bleibt stets die Frage nach Wahrheit und Imagination bestehen, ebenso danach, was wir aus Texten machen und wie wir sie deuten.


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Januar: Ben Howard vs. Dracula (Untold)

Februar 04, 2020

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Was für ein Monat, was für ein Januar. Gefühlt war die Zeit wieder knapper denn je und dennoch bin ich irgendwie verwundert darüber, dass mir der Januar doch lang vorkam. 

Mich hat eine Begeisterung nach der nächsten eingeholt und ich habe so viel gehört, gelesen, Filme entdeckt und Gesichtsmasken aufgelegt wie schon lange nicht mehr. 
Diesen Monat bin ich wieder zur Musik von Ben Howard (besonders zu "Small Things") zurückgekehrt, vorwiegend wohl deshalb, weil seine Lieder perfekt zu der derzeitigen, regnerischen Wetterlage passen und man die ruhigen Lieder auch wunderbar nebenbei laufen lassen kann.

Ein wenig abgelöst oder ergänzt wurde die Musikphase dann durch den plötzlich auftretenden Hype rund um "Dracula". Angefangen hat dies Mitte des Monats, als ich durch Zufall "Dracula Untold" (aus dem Jahr 2014) im Free-TV (!) entdeckt habe. Bisher ist fast alles, was mit Vampiren zu tun hatte an mir abgeprallt. Mir war der Typ Vampir in beinahe allen Verfilmungen entweder zu "old school" oder schon beinahe lächerlich. Ich hatte stets das Bild eines älteren, Slapstick ähnlichen Mannes im Kopf, der eben einen Vampirumhang trägt und durch seine Fangzähne Zischgeräusche macht. Daher habe ich bisher auch nie zu Bram Stokers "Dracula" gegriffen. Ich wusste einfach nicht, wie ich dieses lustige Bild des vermeintlich gefährlichen Vampirs loswerden sollte. Und dann kam eben diese Verfilmung daher. Erzählt wird nicht die Geschichte, die wir aus dem Buch kennen, sondern die Vorgeschichte, also Entstehungsgeschichte von Dracula, basierend auf dem, auch von Bram Stoker angelehnten, realen Vorbild des Fürsten Vlad Tepes. Und irgendwie hat es mich dann gepackt. Die Stimmung passte und das Bild des Mannes, der sich für seine Familie aufopfert und so zu einem der bekanntesten Monster wird, hat mein Bild von Dracula in die richtige Richtung gelenkt. Leider (!) endet der Film mit einem riesigen Cliffhanger und nach einiger Recherche, sollte der Film wohl den Start eines neuen "Cinematic-Dark-Universe" einläuten, ähnlich zu Marvel´s Avengers. Daraus wurde wohl irgendwie nichts, weil die Neuverfilmung der "Mumie" mit Tom Cruise so floppte, dass man sich gegen einen solchen Zusammenschluss entschied. Nun ja, wie dem auch sei, der Hype war und ist noch da... Und ich denke mal, nach nun sechs vergangenen Jahren wird man eher keine Fortsetzung mehr sehen...
Der Film hat natürlich auch einige nicht so gelunge Umsetzungen und flapsige Szenen, aber die Erschaffung der Figur "Dracula" fand ich wirklich geglückt. Ebenso muss man definitiv bedenken, dass hier zwar auf den historischen Vlad Tepes verwiesen wird, die Fakten aber natürlich so zurechtgebogen wurden, wie man sie für den Film gebraucht hat. Die gesamte Darstellung des Kriegs gegen die Osmanen und die Sichtweise zwischen "Gut" und "Böse" ist daher manchmal durchaus problematisch anzusehen, wobei der Film gleichzeitig auch aussagen will, dass jede Gruppe von Mensch dazu in der Lage ist, im Streben nach Macht, zum Monster zu werden.  Es ist demnach diese Mischung aus teilweise historischer Geschichte und der Imagination von Bram Stoker, welche letztlich die neue Version des bekanntesten Vampirs prägt.

Ansonsten ist im Januar noch der vierte Band von Harry Potter in der House Edition erschienen und in meinem Bücherschrank gelandet, ebenso wie die illustrierte Ausgabe von Neil Gaimans "The Ocean at the End of the Lane", die ich bereits auf Instagram kurz gezeigt und im Februar als erste Lektüre beendet habe.

 Natürlich habe ich aber auch im Januar noch einige interessante Bücher gelesen:

Wie immer gelangt ihr durch Anklicken des Buchtitels, falls vorhanden, auf die jeweilige Rezensionsseite. 

  • "Quichotte" von Salman Rushdie: Das erste Buch des Monats war für mich eine spannende, wilde, chaotische und etwas andere Reise durch die USA. Rushdie hat durchaus eine interessante Neuinterpretation des Klassikers erschaffen und hat bei mir mit den magical realism Elemtenen durchaus gepunktet. Zwar ist wirklich viel los und manchmal weiß man gar nicht, woran man sich festhalten soll, aber die Achterbahnfahrt mit den beiden Protagonisten zeigt ganz gut das aktuelle, gesellschaftliche Gefühl der kompletten Reizüberflutung auf. Themen, die im Vordergrund stehen sind: Das Streben nach Ruhm und Erfolg, Angst vor dem Gedanken irgendwann nicht mehr zu existieren, vermeintliche Gefahren, Rassismus, und die Suche nach dem, was man als persönliches Glück bezeichnen könnte. Für mich ein definitiv lesenswertes Buch!
  • "Vom Wind verweht" von Margaret Mitchell: Das Buch, das mich diesen Monat mit seinen knapp 1.400 Seiten am längsten begleitet hat. Ich war sofort angetan von der Idee einer Neuübersetzung der Geschichte und habe voller Neugier damit begonnen. Leider wurde meine Begeisterung dafür immer mehr getrübt, als ich das Gefühl hatte, dass ich, was die Eliminierung rassistischer Begriffe anging, wohl etwas zu naiv war. Man hat hier durchaus einen neuen Ansatz gefunden, aber dennoch habe ich einige Entscheidungen nicht verstehen können. Zum Beispiel sollte das N-Wort eigentlich nicht mehr zu finden sein, aber man findet es, mehrmals. Überwiegend in der Slang-Sprache, aber einmal fast zum Schluss, eben auch in der "normalen", direkten Art. Das war für mich leider etwas missglückt. Rein auf die Handlung bezogen, verstehe ich durchaus, dass man die Geschichte mag. Schließlich verbringt man sozusagen viel Zeit mit den Figuren und sie wachsen einem ans Herz. Ich persönlich stand Scarlett aber immer sehr ambivalent gegenüber. Sodass ich den Roman irgendwie auf der einen Seite durchaus wertschätze und mag, auf der anderen Seite aber sagen muss, dass mich die Protagonistin mit ihrem Verhalten manchmal einfach nur zur Weißglut getrieben hat.
  • Ah, und dann kam endlich "Dracula" von Bram Stoker. Nach Margaret Mitchells Koloss flogen die Seiten bei Stoker nur so dahin. Natürlich hatte ich zu dem Zeitpunkt bereits Dracula Untold gesehen und hatte gewisse Vorstellungen des Romans. Überraschung: Diese wurden alle ein wenig über Bord geworfen. Dennoch finde ich den Klassiker wunderbar! Und das besonders in Hinblick darauf, dass man so wenig über die Beweggründe Draculas weiß. Wer ist er? Wo kommt er her? Warum will er / kommt er nach England? Alles Fragen, die wohl in der älteren Verfilmung des gleichnamigen "Bram Stoker´s Dracula" versucht wurden beantwortet zu werden, worauf man aber im Buch selbst eigentlich nur wenige Hinweise findet. Es bleibt alles ein gewisses Mysterium, was ich persönlich sehr mochte. Vielleicht aber auch eben dadurch, weil mir die Verfilmung der Vorgeschichte einiges "abgenommen" hat?  Zudem gefiel mir, dass Mina eine durchaus starke Rolle einnimmt und die Geschehnisse von allen Anwesenden Stück für Stück durch Tagebucheinträge offenbart werden. Dennoch musste ich tatsächlich ein wenig schmunzeln, als das Ende plötzlich recht unspektakulär eintritt. Da fühlte ich mich doch etwas von dem Slapstick-Film in meinem Kopf eingeholt. Nichtsdestotrotz hat mich die Neugier rund um Dracula gepackt und vielleicht werde ich mir demnächst die "Annotated Dracula" Ausgabe etwas näher ansehen.
  • "The Hobbit" von J.R.R. Tolkien: Spontan habe ich dann noch zur kleinen Pocket-Ausgabe des Hobbits gegriffen. Lange schon wollte ich den Fantasy-Klassiker mal lesen, nun habe ich das einfach endlich mal gemacht. Und auch hier hatte ich sehr viel Vergnügen. Im Gegensatz zu den drei Filmen, die ja sehr für das erwachsene Publikum aufgearbeitet wurden, kommt das Buch sehr munter, tapfer und irgendwie perfekt für Kinder daher, genau wie Tolkien es eigentlich beabsichtigt hatte. Ich bin Bilbo sehr gerne gefolgt und habe nur zu gerne gesehen, wie er an Mut und Abenteuerlust dazugewinnt, sich aber trotzdem auf sein gemütliches Zuhause freut.  
  • Das letzte Buch des Monats war dann der sehr hoch gelobte Roman "Long Bright River" von Liz Moore. Hach, ich weiß ja nicht, ob es einfach an mir liegt. Irgendwie mochte ich den Roman schon und viele Themen, die angesprochen werden finde ich wichtig, aber mich hat das die Geschichte nicht so gepackt, wie die meisten und wie ich es mir gewünscht hätte. Ich habe zwar stets weiterlesen wollen, aber ich dachte immer: Ja, ist ganz okay... Einige weitere Eindrücke findet ihr, in der gestern erschienen Rezension. Daher belasse ich es mal dabei.

Vielleicht ist meine Stimmung zurzeit nicht für solche "neuen" Bücher bereit. Mich packen momentan eher die Klassiker oder sehr eigenen Geschichten, die durch eine träumerische, magische, Sprache und durch solche Elemente herausstechen. Vielleicht habe ich gerade selbst genug von "unserer Realität" und verweile daher lieber in den alten Geschichten. Wer weiß, vielleicht ändert sich das ja auch wieder im Februar. So oder so, mein Lesestapel wartet darauf von mir geplündert zu werden!


Wie habt ihr den Januar 2020 empfunden? Welche Bücher haben euch geprägt, begeistert, enttäuscht? Seid ihr momentan von etwas Bestimmten in den Bann gezogen worden?

Dracula-Untold

The-Hobbit-Pocket-Edition



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Long Bright River von Liz Moore

Februar 03, 2020

Long-Bright-River-von-Liz-Moore-Buch
Werbung ~ Rezensionsexemplar (Original: "Long Bright River"/ 1936), C.H. Beck Verlag (2020), Übersetzer/in: Ulrike Wasel & Klaus Timmermann (aus dem Englischen), ★★★(★)☆ 3,5 Sterne
"Einst waren sie unzertrennlich, seit fünf Jahren sprechen sie nicht mehr miteinander, doch die eine wacht insgeheim über die andere. Jetzt aber ist die Lage bedrohlich geworden: Mickey, Streifenpolizistin in Philadelphia, findet ihre drogenabhängige Schwester Kacey nicht mehr auf den Straßen der Blocks, die sie kontrolliert und auf denen Kacey für ihren Konsum anschaffen geht.
Gleichzeitig erschüttert eine Reihe von Morden an jungen Prostituierten die von Perspektivlosigkeit und Drogenmissbrauch geplagte Stadt. In ihrem enorm spannenden Roman erzählt Liz Moore die Familiengeschichte von Mickey und Kacey und deren Entfremdung parallel zur Geschichte der Jagd nach einem Frauenmörder, die auch Mickey in große Gefahr bringt. Zugleich entwirft Liz Moore in diesem großen Roman das umwerfend authentische Porträt einer Stadt und einer Gesellschaft in der Krise. "
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"Neue Bars und Geschäfte entstehen an der Peripherie, in Richtung Fishtown, wo ich aufgewachsen bin. Neue junge Gesichter bevölkern diese Geschäfte: ernst, reich, naiv, reif zur Ernte. Daher sorgt sich der Bürgermeister zunehmend um den äußeren Anschein 'Mehr Polizei.' sagt der Bürgermeister. 'Mehr Polizei, mehr Polizei, mehr Polizei.'"  S.15

Den neuen Roman von Liz Moore hat man in letzter Zeit ja wirklich fast überall gesehen, vor allem auf englischsprachigen Accounts. Und obwohl ich solchen Hypes gerne aus dem Weg gehe, haben mich der Inhalt und auch die vielen, sehr (!) positiven Meinungen dazu doch neugierig gemacht. 
Auch wenn ich vieles, was als gelungen hervorgehoben wird, nachvollziehen kann, blieb bei mir das Gefühl der grenzenlosen Begeisterung leider etwas aus. Keine Frage, ich habe das Buch gerne gelesen. Heißt, dass ich nie das Gefühl hatte, dass sich etwas zu lange hinauszögert, weil man Stück für Stück die Wahrheit der Protagonistin und Erzählerin Michaela Fitzpatrick präsentiert bekommt, aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich die Geschichte wirklich nah an mich ranlassen kann. Mir blieb Michaela bis zum Schluss und trotz aller (teilweise gelungener) Versuche, Nähe aufzubauen, etwas schemenhaft, ja, obwohl eigentlich alles darauf ausgelegt ist, den Leser durch Emotionen zu binden. Das lag vielleicht daran, dass die Verletzlichkeit von "Mickey", aufgrund ihres Charakters, einfach analytisch und durchdacht wirkt. Paradoxerweise mochte ich aber grundsätzlich die gesamte Erzählweise aus ihrer Perspektive.
Zudem sollte man durchaus erwähnen, dass dies eine Geschichte ist, die sich sehr auf den familiären Teil bezieht und der "Krimi-Teil" eigentlich zur Nebensache wird.

"Ich kann Mitgefühl für so gut wie jede Sorte Krimineller aufbringen, nur nicht für Freier. Wenn es um Freier geht, bin ich nicht unparteiisch oder objektiv. [...] Ihre Körperlichkeit widert mich an, ihre Gier, ihre Bereitschaft, jemanden auszunutzen. [...] Vielleicht ist das meine Schwäche als Polizistin. Aber ich glaube, dass es einen Unterschied gibt zwischen einer von zwei Erwachsenen einvernehmlichen und wohlüberlegten durchgeführten Transaktion und der Art von Geschäft, das auf der Ave stattfindet, wo manche Frauen alles für jeden machen würden, wo manche Frauen so dringend einen Schuss brauchen, dass sie nicht Nein oder Ja sagen können." S.65

Der Roman thematisiert Drogensucht. Drogensucht in all seien Facetten, allerdings ohne dabei ins Detail zu gehen, was die Verabreichung betrifft. Es geht eher darum, was der Drogenkonsum mit dem Menschen selbst anstellt, wie sich die Sucht und die Rückfälle auf die Mitmenschen, auf die Familie, auf die Zukunft auswirken und wie gefährlich es sein / werden kann, wenn kein familiärer Halt gegeben ist. 
Im Zentrum dabei steht gleichzeitig immer die Beziehung der beiden Schwestern "Mick" und Kacey. Auch hier geht es wieder eher darum, die psychologischen Seiten der schwesterlichen Bindung zu beleuchten und die Frage zu stellen, wie weit man für die Familie gehen würde und wann es am besten ist, sich von ihr loszusagen.
Dieser Aspekt wurde meiner Meinung nach gut umgesetzt. Geheimnisse werden gelüftet und der Leser ist stets dazu angehalten, sich nach jedem Kapitel, nach jeder Rückschau auf die Vergangenheit, die Frage zu stellen, wie man die neue Situation "bewertet". Es ist interessant zu sehen, dass man mit voranschreitenden Entwicklungen seine Meinung zu gewissen Verhaltensweisen der Figuren ändert und anfängt misstrauischer zu werden.

Für mich hat diese Spielerei mit den Wahrheiten und den persönlichen Aspekten der Figuren die Spannung des Buches ausgemacht. Die eigentliche Aufdeckung der Morde geriet für mich teilweise eher in Vergessenheit. Zum Schluss war ich sogar ein wenig enttäuscht von der sogenannten Ermittlung. Es schien etwas unlieblich aufgelöst.

Was mir an dem Buch wiederum positiv in Erinnerung geblieben ist, ist die Darstellung der Stadt und der Machtstruktur. Diese Kluft zwischen "guten" und "schlechten" Bezirken und damit der Rangordnung der Menschenschichten wurde gut transportiert, bedrückt einen beim Lesen aber auch tatsächlich. Das wirklich traurige daran ist, dass die persönlichen Schicksale und der Kampf des Einzelnen (wie bei Kacey) in einen großen Topf geworfen und mit einem "ist halt so" quittiert werden. 
Daran schließt sich zudem die daraus folgende Ausnutzung dieser Schichten durch höhere Gewalten an. Diese Thematik fand ich im Buch daher durchaus sinnvoll und auch wichtig. Für mich, neben dem nicht wirklich vorhandenen Höhepunkt einer Falllösung, daher ein deutlicher Pluspunkt.

"An dem Tag erfuhr ich folgendes Geheimnis: Keiner von ihnen will gerettet werden. Sie wollen alle wieder zurücksinken in Richtung Erde, um vom Boden verschluckt zu werden, um weiterzuschlafen. In ihren Gesichtern liegt Hass, wenn sie wiederbelebt werden." S.31


Die erwähnte Ermittlung rund um die Morde ist für mich in dem Roman beinahe zur Nebensache geworden. Spannung erzeugten für mich eher die Beziehung zwischen den beiden Schwestern und der Versuch, den Leser auf die Reise in die Vergangenheit zu nehmen, um Geheimnisse rund um die Familiengeschichte zu lüften. Daher bleibt der Roman für mich eher als ein psychologischer "Aufarbeitungsroman" in Erinnerung und nicht zwangsläufig als Roman mit Fokus auf eine Krimigeschichte. Besonders gut gefallen hat mir die Kritik der Stadt und der sogenannten Problemviertel. Eine Betrachtung der Ungerechtigkeit der Menschheit durch hierarchische Strukturen, aber gleichzeitig auch die Betrachtung jedes einzelnen Menschen, der versucht in einem wohl eher kaputten System zu überleben.



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Vom Wind verweht von Margaret Mitchell

Januar 27, 2020

Neuübersetzung-von-Vom-Wind-Verweht-Margaret-Mitchell
Werbung ~ Rezensionsexemplar (Original: "Gone With the Wind"/ 1936), Kunstmann Verlag (2020), Übersetzer/in: Andreas Nohl & Liat Himmelheber (aus dem amerikanischen Englisch), ★★★(★)☆ 3,5 Sterne
"Vom Wind verweht ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, eine abenteuerliche Liebesgeschichte, vor allem aber das große Epos des amerikanischen Bürgerkriegs, ein Pendant zu Krieg und Frieden, das Andreas Nohl und Liat Himmelheber zum ersten Mal vollständig ins Deutsche übertragen haben.

Jeder kennt die tragische Liebesgeschichte von Scarlett O’Hara und Rhett Butler, wenn auch oft nur aus dem Film, in der Gestalt von Vivien Leigh und Clark Gable. Der Film gilt als einer der erfolgreichsten der Filmgeschichte, aber auch das Buch, das 1936 erschien, war umgehend ein Bestseller und wurde schon 1937 ins Deutsche übersetzt: Keine Geschichte hat unser Bild von den Südsaaten, dem amerikanischen Bürgerkrieg und der Zeit der
Reconstruction so sehr geprägt wie Margaret Mitchells Gone With the Wind.
Vom Wind verweht, die erste Neuübersetzung seit 1937 – zugleich die erste ungekürzte Übersetzung in deutscher Sprache –, folgt dem schnörkellosen, journalistischen Stil von Margaret Mitchell und lässt uns so fast einen anderen Roman lesen. Natürlich ist es immer noch das große Epos des amerikanischen Bürgerkriegs, die tragische Liebesgeschichte und die Geschichte einer jungen Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt."
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"Sie lag im silbrigen Mondschatten und schmiedete Pläne, wie Sechzehnjährige es tun, wenn ihr Leben immer so angenehm dahingeflossen ist, dass eine Niederlage nicht infrage kommt, und wenn das Schicksal durch ein schönes Kleid und einen schönen Teint besiegt werden kann."  S.98

Da ich die alte Übersetzung und damit den Roman noch nicht kannte, fließt in die Bewertung nicht nur die Überarbeitung, sondern natürlich auch der Inhalt der Geschichte mit ein.

Daher erst einmal zur Übersetzung: Ich weiß nicht so ganz, ob ich zu naiv war, als ich die Ankündigung gelesen habe, dass die Bearbeitung sich der rassistischen Begriffe annehmen will, ob ich das alles zu "eng" sehe oder ob es letztlich nicht so gut gelungen ist, wie man dachte. 
Ich habe mir im Vorfeld die Interviews der beiden Übersetzer durchgelesen und auch alle Pressemitteilungen angeschaut, die es gab und war sehr positiv gestimmt. Ich dachte: wow, endlich traut sich jemand! Alles klang vernünftig und gut durchdacht. In einem Artikel auf deutschlandfunkkultur findet man zudem das Zitat des Übersetzers:
„Weshalb es absolut notwendig war, das N-Wort rauszunehmen“, ergänzt Himmelheber, „dabei zuckt man heute einfach zusammen.“.
Umso größer war dann meine Verwunderung, dass das Wort doch auftaucht. Einmal in "normal" ausgeschrieben und sonst unzählige Male, wenn die Sklaven selbst über sich reden oder die Figuren über sie herziehen, in seiner Slang-Variante. Und nun stand ich da und wusste eben nicht, ob ich etwas missverstanden hatte. Sollte es nicht darum gehen, diesen Begriff zu umschreiben? Und da trat dann schon die andere Überlegung auf. In dem Instagrampost zum Buch, wies mich @dubliner86 darauf hin, dass der Begriff "Darky" fällt, um den anderen Begriff zu umgehen. Das Wort war damals schon sehr verachtend, heute aber nicht minder. Auch hier frage ich mich, ist das dann überhaupt eine Verbesserung, wenn man den alten Begriff irgendwie nur halb herausnimmt und ihn durch einen anderen rassistischen Begriff ergänzt? Ich habe versucht mich in alle möglichen Argumente reinzulesen und zu denken. Für mich persönlich macht es die Sache selbst aber einfach nicht besser. Auch hier, muss ich leider sagen, zuckte ich innerlich einfach zusammen. 

Was das "Weichgespülte" betrifft, so muss ich sagen, dass ich den Roman glücklicherweise in den Formulierungen der Dialoge nicht zu modern fand. Meine Sorge war eher, dass der Charme der Zeit verschwinden würde. Es gibt durchaus noch die träumerischen (Originalpassagen), die etwas rührseliger daherkommen, aber sie sind doch irgendwie präzise und vermitteln ein Gefühl von Entschlossenheit.

"Aber [...] gleichgültig welch edlen Zwecke sie den Kriegen zuschrieben, es gibt immer nur einen Grund für Krieg, und das ist Geld. Alle Kriege sind in Wirklichkeit Geldstreitereien. Nur begreifen das sehr wenige Leute." S.288

Und nun zu Scarlett O´Hara. Scarlett O´Hara... Selbst nach den ganzen über tausend Seiten, weiß ich immer noch nicht so genau, wie ich zu ihr stehe. Sie ist jung, unerfahren, privilegiert und träumt so vor sich hin. Natürlich gibt es da reichlich Potential, um die Figur dann im Laufe der gesamten Geschichte wachsen zu lassen. 
An vielen Stellen gibt es tatsächlich diese Entwicklungen, aber größtenteils hat sie mich, vor allem bis zum letzten Drittel des Buches, einfach nur zur Weißglut getrieben. Ja, auch hier gehört das irgendwie dazu, das ist der Sinn des Ganzen, macht das Lesen aber dennoch etwas schwerfällig. 
Dennoch konnte ich tatsächlich nach einiger Zeit nicht aufhören zu lesen. Man will schließlich wissen, ob sie sich irgendwie verändert, ob sich in ihr ein gewisser Tatendrang bemerkbar macht und ob sie ihr Glück / Unglück finden oder beibehalten wird. Im Hintergrund nicht zu vergessen der Krieg, der die Figuren zusätzlich belastet und einen Preis verlangt. 

Die Geschichte ist wirklich voll mit allem. Mit Handlungen, mit Figuren, mit Schicksalsschlägen, mit Hochzeiten, mit Handlungsstrategien und natürlich mit der Frage nach der Liebe des Lebens. Vieles wiederholte sich aber für mich zu oft. Manchmal fühlte ich mich, wie vor einer Serie, die nach jeder zweiten Folge zurückgespult und wieder abgespielt wird. Als würde man einfach nicht wollen, dass das Buch endet. Das klingt irgendwie böser, als es eigentlich war, aber das ist mir so als Bild im Kopf geblieben. 
Ich mochte an dem Roman aber die Denkweise und Botschaft, wenn man so sagen möchte, an vielen Stellen. Was heißt es erwachsen zu werden und seinem Herzen zu folgen? Was bedeutet es, sich aufzuopfern und immer für alle anderen da zu sein, nicht nur an sich selbst zu denken? Ist die Liebe zu den eigenen Kindern immer so einfach? Und vor allem: Wieso um Himmels willen führen die Menschen immerzu Kriege? Darauf findet man durchaus Antworten. Antworten, die manchmal unbequem sind, die aber voller Wahrheiten stecken.

"Sie sah gequält zu ihm auf und fand irgendwie Trost in der reglosen Undurchdringlichkeit seines Gesichts. Den Grund dafür konnte sie sich nicht erklären, denn er war doch eigentlich so ein unberechenbarer und gefühlloser Mensch. Vielleicht lag es daran, dass sie beide, wie er immer sagte, sich so ähnlich waren. Manchmal kam es ihr vor, als wären alle Menschen, die sie je gekannt hatte, Fremde - alle, außer Rhett." S.1022


Ein wuchtiger Roman, der sehr viele Themen aufgreift, die das junges Leben (einer Scarlett O´Hara) beschäftigen. Auch wenn die Umstände der Zeit damals im Fokus stehen, findet man doch vieles darin wieder, dass auch heute von großer Bedeutung ist und sein kann. Tatsächlich ist Scarlett O´Hara eine Figur, die ich im Buch und während des Lesens nicht ausstehen konnte und doch irgendwie sehr zu schätzen gelernt habe. Leider bin ich mit der Neuübersetzung, trotz aller guten Bemühungen, nicht wirklich zurechtgekommen. Insgesamt habe ich in dem Roman wohl genauso viele gute, wie auch negative Dinge gefunden, die dafür sorgen, dass es eine Geschichte bleibt, die mich erst zum Ende hin richtig gepackt hat. Dennoch bleibt sie irgendwie fest in meinem Herzen verankert (im positiven Sinne). Ich würde es jedem empfehlen, der vielleicht auch so ein Gefühl von "Neverending"-Story mag.


Buchrücken-von-Vom-Wind-Verweht-Margaret-Mitchell

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