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"Growing up, I took so many cues from books. [...]
They were my teachers and my advisers."

Neil Gaiman / "The Ocean at the End of the Lane"

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REZENSIONEN




NEUE   BEITRÄGE

Fair & Square - Reading Journal

 
Für mich wurde es langsam an der Zeit für ein neues Leseprojekt. Nach einem kurzen Blick ins Regal und auf einige bestellte Bücher, die noch auf dem Weg sind, stand das Thema schnell fest: Bücher mit viereckigen Fotos oder Bildern auf dem Cover: Fair & Square. 
Seit einiger Zeit scheinen diese Gestaltungen immer beliebter zu werden. Ob es an dem etwas "erwachseneren" Look liegt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber mir gefallen die Cover ehrlich gesagt auch immer besser. 

Obwohl dieser Stil bisher eher beliebter bei Memoiren war, setzt er sich zunehmend auch bei zeitgenössischen Romanen durch. Die Romane und Essays von Rachel Cusk scheinen den Trend zusätzlich zu befeuern.
Auch auf diesem Blog habe ich bereits Bücher vorstellt, die diesem Stil folgen, darunter:

 


Reading Journal

 
Ich habe mir gedacht, dass ich euch dieses Mal an dem Leseprozess teilhaben lasse und diesen Beitrag als kleines Reading Journal führen werde. Das bedeutet, dass ich hier die Fortschritte, Bewertungen und Gedanken zu den Büchern in regelmäßigen Abständen festhalten und aktualisieren werde.
 
Kommt also gerne immer mal wieder vorbei, wenn euch eines der Bücher interessiert.



 

Fair & Square: bereits gelesene Bücher

Vor einiger Zeit habe ich bereits zwei Bücher gelesen, die hier zu sehen sind.


"The Assembly" von Natasha Brown: Das schmale Büchlein kommt inhaltlich ziemlich wuchtig daher und thematisiert die Zwänge, in denen sich Menschen befinden können. Rassismus, Zweifel und auch das soziale Machtgefälle treffen hier aufeinander und münden in einem inneren Monolog der Protagonistin, die nicht genau weiß, wohin es gehen soll.
Ich habe mich mehrmals gefragt, warum die Figur nicht einfach ausbricht und, zu Teilen, anfängt ehrlich zu sich und ihren Mitmenschen zu sein. Man stellt während des Lesens und auch nach Reflexion fest, dass auch dieses Thema gut getroffen wurde. Denn: wer von uns macht dies tatsächlich selbst? Wir können anderen ziemlich schnell, ziemlich viel raten, doch die Wahrheit sieht meist verzwickter aus.

Für mich ein kurzer Roman, der lange nachhallt und sicherlich dazu einlädt, das Buch weitere Male aufzuschlagen und einzutauchen. Einiges scheint beim ersten Mal nämlich recht beiläufig, enthält bei näherer Betrachtung aber starke Aussagen.

★★★★ 4 Sterne

 

Everything now is profit. I am what we´ve always been to the empire: pure, fucking profit. A natural resource to exploit and exploit, denigrate, and exploit. 
- S.47, "The Assembly" von Natasha Brown

 

"Untold Night and Day" von Bae Suah: Suahs Roman war für mich ein kleiner Glücksgriff. Ich hätte niemals gedacht, dass die Geschichte genau das vereint, was ich so liebe. Einen irgendwie schwer zu durchschaubaren Plot und eine ganz eigene Erzählweise, die sich in Metaebenen verstrickt.
Ich war begeistert von der gesamten Beschreibung der Figuren und Situationen. Doch wie gesagt, man muss damit zurechtkommen, wenn es manchmal drunter und drüber geht. Wir folgen einer jungen Protagonistin, die jahrelang bei einem Hörtheater für Blinde in Seoul gearbeitet hat, welches nun jedoch geschlossen wird. Gleichzeitig sucht sie mit ihrem Boss nach einem verschwundenen Freund und gerät irgendwie in Kontakt zu einem Schriftsteller, der Detektivromane schreibt und der ihre Hilfe braucht.
Klingt ungewöhnlich? Ist es auch! Aber absolut lesenswert.


★★★★(☆) 4,5 Sterne


"Total" von Rebecca Miller:  30.1.23 -

Der Einstieg in die Kurzgeschichten war schon einmal ziemlich packend. "Mrs Covet" thematisiert die Zeit einer Familie, die Nachwuchs erwartet und mündet in einer thrillerhaften Stimmung. Dabei geht es um Fragen hinsichtlich der familiären Geborgenheit, der Verbindung zwischen Mutter und Kindern und dem Gefühl, das entstehen kann, wenn man sich als Mutter nicht mehr gebraucht fühlt. Als ich die ersten Seiten gelesen habe, hätte ich nicht gedacht, dass mich die Erzählung zum Ende hin so im Bann halten würde.
Bin jetzt daher umso gespannter auf die weiteren Geschichten.

"I Want You To Know" & "Vapors" waren beides spannende Leseerlebnisse. Hier entdeckt man quasi eine Geschichte in einer Geschichte und folgt dem gerade Erzählten, aber auch einer Zwischenstufe, die in die Vergangenheit blickt.
Bei ersterem kommt noch der Rückblick in eine gefundenen Brief hinzu. Ich muss sagen, dass mich diese Geschichte bis jetzt noch nicht ganz losgelassen hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich etwas verpasst habe, das zwischen den Zeilen stand, aber allein schon die für mich offene Interpretation war unfassbar lesenswert. Es wird damit gespielt, wie unser Denken gelenkt wird, wenn wir nur eine Quelle des Gesagten haben, diese dann revidiert wird und wie schnell sich unser Gemüt dadurch verändern kann. Definitiv eine meiner Lieblingsgeschichten.
Bei letztem fehlt vielleicht der Mystery-Aspekt, das sich die Geschichte auf eine junge Frau bezieht, die ihre Beziehungen Revue passieren lässt, bis zu dem Punkt, an dem sie nun ist und einer Begegnung aus alten Zeiten gegenübersteht. Auf der ersten Blick daher ruhiger, aber für mich genauso spannend. Hier geht es um das Selbstwertgefühl, den Selbstschutz und das Glück, das man finden kann, wenn man sich selbst toxischen Einflüssen (Menschen) entzieht.
Hier und da gab es so kleinere (!) Einschübe, die für mich nicht ganz nötig waren (Szenen für den "Schockeffekt", die immer ein wenig ins sexuell obszöne driften), aber das Grundgerüst selbst hat beide Erzählungen immer aufgewertet.



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Fair & Square: get ready for the following books

  • "Homesick for another World" von Ottessa Moshfegh
  • "Cardiff, by the Sea" von Joyce Carol Oates
  • "Total" von Rebecca Miller // Currently reading
  • "The Great Fortune" von Olivia Manning
  • "Blue in Chicago" von Bette Howland
  • "I Want to Be Where the Normal People Are" von Rachel Bloom
  • "Burning Questions" von Margaret Atwood
  • "Daddy" von Emma Cline
  • "All the Lovers in the Night" von Mieko Kawakami


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"Nothing Can Hurt You" von Nicola Maye Goldberg

Januar 08, 2023


(Original: "Nothing Can Hurt You"/ 2020), Übersetzer*in: - , ★★★★ 4 Sterne
An einem kalten Wintertag in 1997 wird die Studentin Sara Morgan, in den umliegenden Wäldern ihres Kunst-Colleges in New York, ermordet. Ihr Freund, Blake Campbell, gesteht, doch seine Aussage, dass er an einer vorrübergehenden Verwirrung litt, führt zu mehr Fragen als Antworten. 

Das Geschehen und der Fall verfolgen seitdem ein ungewöhnliches und überraschendes Netz an Menschen, von der jungen Frau, die Saras Körper entdeckte, bis hin zu der Nachwuchsreporterin, die eine Verbindung zum Serienkiller John Logan vermutet.

Die Jahre vergehen und weitere Menschen beginnen nach Erklärungen zu suchen, darunter auch Saras Halbschwester, die sich durch das Vermeiden des Themas "Blake" seitens ihrer Familie, als Babysittern ausgibt und eine eigene Form der Gerechtigkeit sucht, sowie eine Jugendliche, die Sara damals selbst babysittete und nun
, als Teil eines Klassenprojekts, beginnt mit Logan Kontakt aufzunehmen.
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And what about forgiveness? Certain things had to be unforgivable, otherwise the whole concept was meaningless. 
- S.28

 
In Geschichten, in denen ein Mord begangen wird und die, wie hier, auf wahren Begebenheiten beruhen (echte Namen und Orte wurden von der Autorin bewusst nie genannt), rechnet man sicherlich zunächst mit einer Wendung, einem doppelten Boden oder einer anderen spannenden Auflösung, die uns ins Stocken geraten lässt.
Wer das von diesem Buch erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, doch im Kern bietet "Nothing Can Hurt You" den Leser*innen dadurch so viel mehr. 
 
Der Mord an der jungen Sara bildet für alle Progatonist*innen den Mittelpunkt ihrer Gefühle, Gedanken und Aktionen. Was hier besonders auffällig ist: Wir kehren höchstens aus anderen Perspektiven zu uns bereits bekannten Figuren zurück. Jedes Kapitel wird nämlich aus Sicht einer anderen Person erzählt und zeigt, wie unterschiedlich das Schicksal der jungen Frau, das Leben der Umstehenden beeinflusst.
Mir gefiel diese Art der Erzählung sehr. Man muss sich zeitweise zwar viele Namen merken und ist gezwungen sich immer wieder die Verknüpfungen und Verbindungen zurückzurufen, aber man erhält dafür eine sehr packende und wirklich gefühlvolle Geschichte präsentiert. 


Whenever anyone talks about the women who die young, they say how sad and terrible it is that these women never got a chance to have a real life, with a job and kids and marriage. But lots of women don´t get to do those things, or don´t want to. And Lizzie has a job, and she´s about to get married, and she´ll probably have kids at some point - but so what? Who fucking cares? she thinks, on the verge of tears. What exactly is Sara missing out? 
- S. 150f.


Die Blickwinkel lassen Gedanken zu, die in vielen Situationen sogar eher als Tabu angesehen werden zum Beispiel auch die Frage danach, was man mit Aussagen wie "Sie hatte noch so viel vor sich und wird jetzt nie die Möglichkeit haben, diese zu nutzen" eigentlich meint. Sind es mittlerweile leere Floskeln, die standardmäßig abgespult werden? Trauert man seinem eigenen, nicht genutzten Potential hinterher? Oder ist es ein Mitgefühl, das man einfach nicht anders benennen kann?
Ebenso werden brisante Themen angesprochen wie das Sympathisieren mit den Mördern, der Bewunderungskult um die Grausamkeit der Taten (Anspielungen an Hypes wie bei Netflix mit der Jeffrey Dahmer Serie) und auch die Frage danach, ob ein Verzeihen möglich ist. 
 
Besonders gelungen fand ich zudem, dass man sich zwar in der Geschichte vorarbeitet und Neues erfährt, die Ausgangssituation aber immer die gleiche bleibt. Spekulationen werden zwar gewollt beibehalten, die Tatsachen werden aber nicht verändert.
So wird die Figur von Blake Campbell so eingeführt, dass man als Leser*in auch mit Überlegungen hinsichtlich des "Mordes durch den Freund" konfrontiert wird. Wie kann es sein, dass ein Bekannter oder Geliebter zu so einer Tat in der Lage ist? 
 
Das Tempo ist einerseits schnell, da die Kapitel wirklich nicht lang sind, andererseits jedoch auch gedrosselt, da die vielen Einblicke stets auf Rückblicke Bezug nehmen.



Ein Buch, das sich schwer in eine Schublade stecken lässt. Die Aufarbeitung des Mordes durch die vielen verschiedenen Blickwinkel sorgen für Spannung, aber auch für eine Betrachtungsweise, die sich sehr auf die Gefühlswelt und den psychologischen Aspekt der Figuren und Schicksale konzentriert. Im Vordergrund steht demnach nicht zwingend die Tat selbst, sondern die daraus resultierenden Handlungen und Überlegungen der Protagonist*innen. Ein sehr kluger, wenn auch durchaus düsterer Roman. 

 


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Dezember: Last orders

Dezember 30, 2022


Der Dezember nimmt, wie jedes Jahr, die letzten Bestellungen für das Jahr entgegen.
Was will man noch vor dem Jahreswechsel erledigen, welche (Alt-)Lasten will man nicht ins neue Jahr mitnehmen? Ja, ja, der zwölfte Monat vereint besinnliche Zusammenkünfte und den hektischen Blick auf neue Möglichkeiten. Ich selbst nehme mir zwar nie irgendwelche Vorsätze vor, da ich weiß, dass ich sie nicht einhalten könnte, aber ich versuche jedes Jahr ein klein wenig besser, sorgsamer, klüger und umsichtiger zu werden. Zumindest das, so scheint es mir, liegt im Maße des Möglichen. 

Bevor es bald also wieder mit dem guten alten Januar losgeht, möchte ich noch einige Worte zu den letzten gelesenen Büchern und einigen Weihnachtsneuzugängen loswerden. Durch den Umzug, die Arbeit und das irgendwie immer vollgepackte (oder sich kürzer anfühlende?) Leben, habe ich die letzten Monatsrückblicke etwas schleifen lassen. Das liegt gar nicht einmal daran, dass ich nichts gelesen hätte, sondern einfach daran, dass ich entweder keine Zeit oder keine Kraft mehr für die Bilder und die Texte erübrigen konnte. Hoffentlich kann ich das im neuen Jahr ein wenig nachholen. Hier also zumindest ein kleiner, aber hoffentlich feiner, Überblick des letzten Monats.

Gelesenen Bücher im Dezember

  • "The Secret History" von Donna Tartt (★★★(★)☆, derzeit 3.5 Sterne):  Mein erstes und längstes Buch im November und Dezember war der Roman von Donna Tartt. Ich bin recht unbefangen rangegangen und wusste nur, dass es um eine Gruppe junger Student*innen geht, die den beliebten "Dark Academia"-Vibe tragen. Nun, irgendwie kann ich das auch verstehen. Mir hat der Roman auch über weite Strecken ganz gut gefallen, da ich die Art von Geschichten mag. Jedoch kam ich am Ende nicht umher, das Gefühl zu haben, dass es vieles an dem Roman gab, das mir absolut nicht gefallen hat.
    Zum einen wäre da die Beziehung zum Professor, Julian, der hier und da mal auftritt, die Stunden in dem Griechisch-Kurs aber sonst kaum thematisiert werden. Mich hat verwundert, dass am Ende davon die Rede ist, dass die Figur so besonders war, wenn man keine Dialoge zwischen den Figuren und ihm erhält und auch sonst die Beschreibungen der Treffen kurzgehalten werden. Eventuell liegt genau darin die Raffinesse, für mich jedoch war es zum Ende hin einfach etwas zu unschlüssig und dürftig.
    Ebenso schwer tat ich mich damit, dass die Beziehung zweier Geschwister in eine, beim Lesen, unfassbar unangenehme Richtung geschwenkt ist. Sorgt natürlich für Diskussionen, aber für mich war es ein unnötiger Einschub. Man hat auch so perfekt herausgelesen, dass sich die Gruppe untereinander kaum leiden kann, es viele egoistische Handlungen gibt und jeder dennoch irgendwie irgendwo dazugehören will.
    Ich mochte den Grundton, die etwas düstere Atmosphäre und die teilweise vorhandenen Geheimnisse, jedoch war die Umsetzung für mich teilweise zu langgezogen (da vieles direkt offenbart war). Eigentlich würde ich den Roman zwar gerne noch einmal lesen, um eventuell noch andere Eindrücke zu sammeln, derzeit jedoch verspüre ich dazu, vielleicht auch eben aufgrund der Länge, keine große Lust.


  • "A Merry Little Meet Cute" von Julie Murphy & Sierre Simone (☆, 1 Stern): Eine absolute Enttäuschung war für mich der Weihnachts"roman" von Murphy und Simone. Als Roman würde ich es fast kaum bezeichnen, es war eine Aneinanderreihung verschiedener Sexanspielungen und Sexszenen. Zwar hätte man vermuten können, dass es um die Thematik geht, da die Protagonistin eine Darstellerin für Erwachsenenfilme ist und durch Zufall für einen romantischen Weihnachtsfilm gecastet wurde, allerdings war die Handlung und die Entwicklung einer vernünftigen Geschichte wirklich nicht vorhanden.
    Ihr Partner, das damalige Boyband-Mitglied Nolan Shaw, hätte super als Gegenpart fungieren können, stattdessen war er ihr größter Fan, wovon natürlich niemand wissen darf und damit nahm das Unheil seinen Lauf.
    Für die gute Absicht und die positive Darstellung der Erwachsenenfilm-Industrie (zumindest keine Verteufelung, trotz ehrlicher Kritik), der Schauspielerin und auch der Tatsache, dass sie als Plus-size Schauspielerin einen Platz im Roman gefunden hat, gab es von mir einen Stern. Der Rest war für mich einfach nicht lesenswert, weder zu Weihnachten, noch an einem anderen Tag. Leider.

  • "Whiteout" von Dhonielle Clayton & anderen (★★★★☆, 4 Sterne): Einen schönen Weihnachtsroman habe ich glücklicherweise dennoch geschafft zu lesen. Die Zusammensetzung kleinerer Geschichten verschiedener Autor*innen in "Whiteout" folgt dem gleichen Prinzip wie schon in "Blackout". Wir lernen eine Gruppe von jungen Menschen kennen, die irgendwie miteinander befreundet oder verwandt sind und zu einem bestimmten Zeitpunkt von ihren Erlebnissen erzählen. Hier soll während eines Schneesturms eine Beziehung gerettet werden.
    Ich mochte die Idee, die Protagonist*innen und größtenteils auch die Umsetzung. Hier und da scheint natürlich einiges unwahrscheinlich, aber irgendwie hält das auch den Weihnachtsgeist aufrecht. Wer etwas Leichtes für die Weihnachtstage sucht (vielleicht für nächstes Jahr, sollte sich das Jugendbuch im Hinterkopf behalten).


 


What (Books) I Got For Christmas & Fokus auf Interieur

In diesem Jahr gab es viele Büchergeschenke zu Weihnachten! Das ist ein Satz, den ich immer wieder gerne schreibe. Meine Familie weiß, dass sie mich damit glücklich machen können und versuchen auch immer Bücher zu finden, die mir gefallen könnten (und ich letztlich hoffentlich auch noch nicht besitze). Die Tatsache, dass sie sich die Mühe machen, macht mich wiederum immer unfassbar glücklich. Es ist eine kleine, aber für mich doch große Geste, die ich sehr zu schätzen weiß.

Insgesamt sind folgende Bücher eingezogen: 

  • "Neverwhere" von Neil Gaiman - in der Folio Society Edition! (Davon werden sicherlich noch mehr Bilder folgen)
  • "Die Jahre" von Annie Earnaux
  • "When I was me" von Hilary Freeman
  • "Happy all the time" von Laurie Colwin
  • "The Honjin Murders" von Seishi Yokomizo

 von dem zusätzlich geschenkten Gutschein habe ich mir noch geholt: 

  • "The Perfect Golden Circle" von Benjamin Myers
  • "We All Want Impossible Things" von Catherine Newman
  • "What Moves The Dead" von Ursula Vernon

 

Zudem bin ich seit dem Umzug auch wieder auf der Suche nach neuen Stücken, die die Wohnung verschönern. Dabei bin ich auf die Marke &klevering Amsterdam gestoßen und habe mich sofort in beinahe die komplette Kollektion verliebt.
Einziehen durften bereits: das 3er Set an kleinen Vasen im schicken Schachbrett-Stil und ein Keramik-Obstkorb in pastellgrün. Ich freue mich jetzt schon die Sachen mit Leben zu füllen und sie zu platzieren.

Kein Weihnachtsgeschenk, aber vielleicht ebenfalls für einige interessant: der schicke Zeitschriftenhalter im Bienenwaben-Look. Den gibt es derzeit bei WestingGo. Perfekt, nicht nur für Magazine, sondern auch für die aktuelle Buchlektüre. 



Wie sieht es denn bei euch aus? Habt ihr Bücher unter dem Weihnachtsbaum gehabt oder verschenkt? Schließt ihr 2022 mit einem guten Gefühl ab? Ist euer Blick schon auf das neue Jahr gerichtet?



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4 Bücher für die Weihnachtszeit

Dezember 13, 2022

Die Weihnachtszeit soll bekanntlich besinnlich sein und einen nicht primär in Stress versetzen, weil man nicht weiß, was man schenken soll. Obwohl Filme super dafür geeignet sind, in passende Weihnachtsstimmung zu kommen, habe ich es in den letzten Jahren lieben gelernt, mich mit einigen Büchern einzudecken, die das bestenfalls genauso gut schaffen können. 

Vorletztes Jahr habe ich mir 10 Bücher vorgenommen, letztes Jahr dann erst einmal 8: 

Dieses Jahr jedoch scheint die Zeit knapper denn je zu sein. Und obwohl bald ein kleiner Weihnachtsurlaub ansteht, habe ich meine Liste dieses Jahr auf 4 weihnachtliche Bücher begrenzt. Einerseits, da wie gesagt, die Zeit nur so rast und ich wusste, dass ich wahrscheinlich nicht mehr schaffen würde, andererseits, da ich so viele ungelesene Bücher hier habe, die ich im Januar lesen möchte, dass es schlichtweg unvernünftig gewesen wäre etwas Neues zu kaufen.

Im Folgenden also ein kleiner Überblick über meine Leseliste bis Weihnachten.



Christmas is never over,unless you want it to be... Christmas is a state of mind. 
- "Let it snow: Three Holiday Romances" // Lauren Myracle

 

 

YA Christmas

"Whiteout" von Dhonielle Clayton, Tiffany D. Jackson, Nic Stone: Nachdem mir die kleine Anthologie "Blackout", die während eines - man ahnt es - Blackouts in New York spielt, gefallen hat, habe ich mich gefreut zu sehen, dass es ein ähnliches Buch geben wird, das in der Weihnachtszeit spielt. Die Idee erinnert mich ein wenig an John Greens "Let it snow", daher bin ich schon ganz gespannt, ob es auch so charmant wird. 


Der Geist der Weihnacht

"The Haunting Season" - Ghostly Tales for Long Winter Nights" von Natasha Pulley, Bridgtet Collins, Laura Purcell, Kiran Millwood Hargrave & mehr: Geister gehören seit Dickens definitiv zu Weihnachten dazu. Diese Sammlung an Kurzgeschichten vereint die beliebtesten und die momentan bekanntesten gothic & ghostly-Autor*innen überhaupt. Ich kann es kaum erwarten in die Erzählungen einzutauchen. 


What a classic

"Round About the Christmas Tree" von Becky Brown (Hrsg.): Die dritte Kurzgeschichtensammlung im Bunde ist dieses kleine Büchlein aus der Macmillan Collector´s Library. Ich muss zugeben, dass mich die wirklich kleine Schrift weiterhin etwas abschreckt, das Cover jedoch umso eher in festliche Stimmung versetzt.
Laut Inhaltsangabe sollen hier "herzerwärmende" Geschichten von Charles Dickens, E. Nesbit, G. K Chesterton, Hans Christian Anderson und detektivische Rätsel von Arthur Conan Doyle zu finden sein. Klingt wunderbar!


Out with the old, in with the new

"A Merry Little Meet Cute" von July Murphy & Sierra Simone: Dieses Buch war irgendwie eine Überraschungstüte. Mich hat das Cover so sehr angesprochen, dass ich gar nicht auf die Inhaltsangabe geschaut habe. Das mache ich tatsächlich öfters, bei Weihnachtsgeschichten jedoch eigentlich eher weniger. Nun... hier stellte sich dann raus, dass die Ausgangssituation eigentlich nicht so meins ist. Es geht um eine Protagonistin, die aus der Branche der Erwachsenenfilme kommt und nun durch einen Zufall für einen familienfreundlichen Weihnachtsfilm gecastet wurde. 

Eigentlich dachte ich direkt: Nah, vielleicht lese ich es dann doch nicht, da ich befürchtete, es könne zu sehr in die kitschig-erotische Schiene abdriften. Nachdem ich dann gezwungenermaßen doch einmal die Inhaltsangabe überflogen habe, fand ich die Idee dann doch ganz cool. Vor allem, da die Protagonistin aus dem Plus-Size-Bereich kommt. Mal was Neues.
Natürlich entspinnt sich daraus eine rom-com-artige Geschichte. Ich hoffe sehr, dass die Idee gut umgesetzt ist und nicht zu platt daherkommt oder dann im Nachhinein die Frauen der Erotikindustrie verpönt.


Kurz nach dem dritten Advent läute ich nun also die Weihnachts-Lesesaison für mich ein. Mal sehen, ob mich die Bücher so überzeugen werden, wie gehofft.




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The Pop Shakespeare Series

November 24, 2022


William Shakespeare, wer kennt ihn nicht? Naja, genau genommen kursieren mehr Mythen um den wohl bekanntesten Dichter als man meinen mag. Sein Werk hingegen ist legendär. Romeo & Juliet ist da nur ein Beispiel. 

Was wäre, wenn nach all den Jahren, der Stil von Shakespeare nun auf beliebte Filme unserer Zeit trifft? Das dachte sich auch Ian Doescher und kreierte eine Reihe, die sich "The Pop Shakespeare Series" nennt.
Diese Reihe verbindet die dichterischen Verse mit der Popkultur und ist Unterhaltung pur. 

Aktuell gibt es die folgenden drei Bücher: 

  • "Much Ado About Mean Girls"
  • "Get Thee... Back To The Future"
  • "The Taming of The Clueless"


Die Titel implizieren natürlich bereits, um welche Filme es sich handelt. Nämlich um "Mean Girls", "Clueless" und "Zurück in die Zukunft".


DOC           Naught is disintegrated, Marty, nay!                   
                    
Take heart and be thou calm - I can explain.
                    Each molecule and bit of Einstein and
                    The Car itself are utterly intact.

 

MARTY        Intact, yet disappear´d? Hell´s fire, good Doc!
                     Where are they, if not here before our eyes?
 
- S.45f. Get Thee...Back To The Future von Ian Doescher



Jeder Band beinhaltet eine Auflistung der auftretenden Figuren, folgt dem Schema eines Theaterstücks, wird ergänzt durch einige schwarzweiß Illustrationen von Kent Barton und greift am Ende noch einmal alles Wissenswerte zum jeweiligen Film auf sowie auch die Besonderheiten und Umsetzungen zu Shakespeares Versdichtung


Als ich die Bücher entdeckt habe, war ich mir etwas unsicher, ob mir diese Umsetzung gefallen würde. Aus der Schulzeit hatte ich nur noch im Gedächtnis, dass ich mich zwar für Shakespeare interessiert habe, mich die Herangehensweise und die Lernart des Ganzen aber überhaupt nicht packen konnte.
Jedoch wurde ich hier bereits beim ersten Blick in die Seiten in den Bann gezogen. Die Mischung aus dem "Alten" und Modernen macht die Geschichten noch einmal zu etwas Besonderem. Wer zudem mit den Filmen vertraut ist, wird die Nacherzählung im Shakespeare-Stil besonders mögen.
Zugegeben, rein inhaltlich betrachtet sind einige Handlungsstränge schon etwas eigenartig (in den 90ern noch "lustig", wirkt es hier wie ein schlecht gealtertes Klischee), aber da sind auch einfach die Filmvorlagen ein wenig Schuld. Doescher fängt hier aber den Geist dieser Filme gut ein, behält die wirklich unterhaltsamen Stellen bei und bewegt sich stets sehr nahe am Original (auch bei den Dialogen).

Einen klaren Favoriten habe ich nicht, obwohl ich "Mean Girls", glaube ich, als einzigen Film wirklich von Anfang bis Ende gesehen habe (Die beiden anderen kenne ich nur zur Hälfte, wobei von Anfang, Mitte und Ende ein wenig). Mir hat das Lesen aller drei gleich viel Vergnügen bereitet und mich wirklich gut unterhalten.
Ich würde mich daher durchaus freuen, wenn in den nächsten Jahren noch weitere Bände dieser Reihe folgen würden.


CADY         The Plastics? Who and what are they, I pray?                 

 

DAMIAN      The teenage royalty who rule the school,
                    E´er reigning underneath malicious crowns.
                    If North Shore High were a magazine,
                    They´d grace the cover with their regal bearing.
 
- S.28. Much Ado About Mean Girls von Ian Doescher


Weitere Bücher aus dem Shakespeare / Doescher Universum

Übrigens: Wer mit den Popkultur-Referenzen weniger anfangen kann und Fan der Science-Fiction oder Fantasy ist: Von Ian Doescher gibt es auch die Star Wars Reihe "William Shakespeare´s Star Wars", die sich ebenfalls an der Versdichtung von Shakespeare orientiert sowie auch den etwas längeren Band "William Shakespeare's Avengers: The Complete Works". Hier heißt es stilecht: "Assemble, Ye Avengers!"

 

Shakespeare reimagined

Die Versdichtung sagt euch nicht ganz zu, aber die Stücke von Shakespeare würdet ihr dennoch gerne lesen? Dann könnte die Hogarth Shakespeare Reihe das Richtige sein. Hier wurden bekannte Stücke etwas abgewandelt und in Romanform verfasst. Mit dabei sind großartige Autor*innen wie zum Beispiel Maragaret Atwood.

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