Januar: Ein abwechslungsreicher Jahresbeginn

Februar 04, 2018


Der erste Monat des neuen Jahres ist vorbei und gleichzeitig steht wieder die Prüfungsphase an. Wie das in den  meisten Fällen so ist, verspürt man gerade dann die größte Ambition Bücher zu lesen, wenn  man genau weiß, dass man lernen muss. 
Und obwohl ich dann tagsüber versuche konzentriert zu lernen, belohne ich mich abends vor dem Schlafengehen noch mit einigen Kapiteln. Neun Bücher haben es somit geschafft gelesen zu werden, alle relativ unterschiedlich, sodass es mir an Abwechslung sicherlich nicht gefehlt hat.

Generell verlief der Januar aber relativ ruhig, was auch hier auf die Klausurenphase zurückzuführen ist.
Gestern ging es dann aber noch spontan zur "Maze Runner - The Death Cure" (dt. "Die Auserwählten in der Todeszone") Verfilmung. Natürlich verspüre ich jetzt irgendwie das Gefühl auch die Bücher lesen zu wollen. Ehrlich gesagt fand ich den letzten Teil inhaltlich etwas schwächer, als die Vorgänger, aber irgendwie war es dennoch ein guter Abschluss für die Reihe.
Von vielen habe ich bisher gehört, dass die Bücher in eine etwas andere Richtung gehen, sodass ich mir vielleicht nach den Klausuren zumindest schon einmal den ersten Band bestellen werde. Ich bin gespannt, welche Umsetzung mir dann letztlich besser gefallen wird.

Folgende Bücher haben mich im Januar begleitet:
Wie immer gelangt ihr durch Anklicken des Buchtitels, falls vorhanden, auf die jeweilige Rezensionsseite. 

„Drei Mann in einem Boot. Ganz zu schweigen vom Hund“
von Jerome K. Jerome: Wahnsinnig unterhaltsam und auch angenehm kurz. Sicherlich ein wunderbares Buch für Zwischendurch.

„Lincoln in the Bardo“ von George Saunders: Ein sehr außergewöhnliches Buch, nicht nur thematisch, sondern auch stilistisch. Man muss sich zwar erst einmal etwas an den Schreibstil gewöhnen, aber es gibt viele emotionale Passagen, die dem Buch neben einigen unterhaltsamen Dialogen die nötige Ernsthaftigkeit geben. 
„Sleep No More“ von P.D. James: Dies war meine erste Erfahrung mit der Schriftstellerin, aber ich bin mir sicher, dass es nicht meine letzte bleiben wird. Die Erzählungen sind immer etwas düster und mysteriös, auch wenn man vieles schon zu Beginn weiß und dennoch bleibt man an den Geschichten und Schicksalen hängen. Bestens geeignet für verregnete Tage.

„The Hundred and One Dalmatians“ von Dodie Smith: Ein sehr schöner Kinderklassiker, der einfach so herzlich und liebevoll ist. Die Illustrationen in dieser Ausgabe waren ebenfalls sehr schön umgesetzt.

„The Beauty and The Beast” von Gabrielle-Suzanne Barbot De Villeneuve: Wohl eines der größten Überraschungen diesen Monat, brachte mir die Originalvorlage von 'Die Schöne und das Biest', denn die Geschichte ist wirklich ganz anders, als man sie eigentlich kennt. Meine Vorstellung des Buches war immer sehr von Disney geprägt, aber wie man weiß, ist Disney dafür bekannt einiges zugunsten des märchenhaften Zaubers abzuändern. Auch hier sucht man vergeblich nach den liebgewonnen Figuren wie Chip und seiner Mutter oder der im Film so prägnant in Szene gesetzten Rose, die ihre Blütenblätter verliert.
Das Buch setzt den Fokus deutlich auf das schlechte Verhalten der Schwestern von 'Beauty' und legt den Fokus ebenfalls auf die gesamte Vorgeschichte des Prinzen und der Feen, die den Zauber ausgesprochen haben. Dennoch ist die Geschichte auch deshalb lesenswert, weil sie eben nicht wie eine Disneyproduktion wirkt (obwohl ich den Film über alles liebe). Zudem sind natürlich die interaktiven Elemente von Mina Lima ein wirklicher Hingucker, auch wenn ich mir einige Elemente deutlich prägnanter vorgestellt habe. Die Bücherei im Schloss wird zum Beispiel nur auf einer Seite als Illustration gezeigt, da finde ich, hätte es sich wunderbar angeboten, ein ausklappbares Element einzubauen, das eine riesige Bücherei hervorzaubert.

„Zeit muss enden“ von Aldous Huxley: Ein Buch, welches mich zwar nicht enttäuscht hat, von dem ich mir aber anfangs etwas mehr erhofft hatte. Mir gefielen durchaus sehr viele Aspekte und Umsetzungen in dem Buch, allerdings schien sich mir vieles manchmal zu ziehen oder in eine etwas 'nervige' Richtung zu gehen. dazu gehören die Passagen, in denen der Protagonist Sebastian seine Gedichte vorträgt und ausbaut.

„Hier treffen sich fünf Flüsse“ von Barney Norris: Eine positive Überraschung brachte mir dieser Roman von Barney Norris. Ganz spontan griff ich zu dem Buch, als ich eine Bahnlektüre suchte. Der Anfang hat mich nicht direkt gepackt, da mir das zweite Kapitel, in dem die erste Protagonistin vorgestellt wird, gar nicht zu gesagt hat. Die Sprache war mir etwas zu derb und gänzlich hat mich die Stimmung nicht überzeigen können. Umso schöner war es dann zu sehen, wie sich der Roman mit den Kapiteln immer weiter entwickelt und aufeinander aufbaut.
Die Figuren verbinden sich zu einem Ganzen und bilden zum Schluss eine Geschichte, die sicherlich hängen bleibt und einen auch berührt.

„Faery Tales“ von Carol Ann Duffy: Carol Ann Duffys Märchenzusammenstellung und ihre Neuinterpretationen waren wirklich unterhaltsam und greifen auch die größten Klassiker auf, die man so kennt. Ab und an kamen Märchen vor, die sich sehr geähnelt haben, aber das sei einfach mal der Tatsache geschuldet, dass das Buch eine komplette Sammlung ihrer Märchenwerke sein soll. 
Dennoch bin ich mir sicher, dass man, wenn man Märchen liebt, mit dem Buch nichts falsch macht. Zudem sind auch hier einige Illustrationen zu finden, die das Buch einfach zu einem Sammelstück machen.

„Men Without Women“ von Haruki Murakami: Erst vor einigen Tagen rezensiert, daher werde ich nur wenige Worte darüber verlieren. Auch wenn mich nicht alle Erzählungen in ihrer Gänze überzeugt haben, vor allem, weil ab einem gewissen Zeitpunkt vieles auf die Sexualität geschoben wurde und ich der Meinung bin, dass das wirklich nicht alles ist im Leben und in der Liebe, mochte ich die Geschichten dennoch. Sie tragen alle eine bestimmte Verletzlichkeit und Ehrlichkeit in sich, die man beim Lesen zu bewundern scheint. Daher werde ich mich mit der Zeit auch noch an andere Bücher von Murakami wagen.


War euer erster Monat im neuen Jahr 'erfolgreich'? Gab es überraschende Neuentdeckungen?


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Wenn (fast) vergessene Bücher eine neue Chance bekommen

Februar 01, 2018






Man hat vermehrt das Gefühl, dass sich alle nur nach dem Neuesten vom Neuen umsehen. Auch in literarischer Hinsicht werden Neuerscheinungen gerne im Auge behalten. Was ist zurzeit aktuell? Auf welche Bücher soll man sich in den folgenden Monaten konzentrieren? Irgendwie will man immer mit dabei sein, wenn etwas Neues zu einem Erfolg wird.

Ich finde allerdings, dass auch die älteren Geschichten einen besonderen Reiz ausmachen. Vielen sind diese Geschichten gar kein Begriff mehr, dabei enthalten sie meist so viel Potential. Nach einem eventuell sogar etwas größeren Erfolg, hat man diese Bücher immer mehr vergessen, sie wurden verdrängt von der Flut an neuen Geschichten und Büchern, die die Menschen neugierig gemacht haben. Keine Frage, Neues zu entdecken und neue Dinge zu fördern ist durchaus gut, aber hier würde ich gerne einen Blick zurück in die Vergangenheit werfen, denn neulich sind mir einige Bücher in die Hände gefallen, die mich dazu gebracht haben, mich nicht nur an die bereits bekannten Klassiker zu hängen, sondern auch 'neue' alte Bücher zu entdecken.

"The Book of Forgotten Authors" von Christopher Fowler macht da einen ganz guten Anfang. Denn dieses Buch greift Schriftsteller auf, die eigentlich mit bestimmten Büchern recht erfolgreich waren, die man aber aus irgendeinem Grund in eine hintere Ecke gestellt hat - unverdienter Weise, wie Fowler nun aufzuzeigen versucht. Ich habe mich ein wenig durch das Inhaltsverzeichnis gearbeitet und bin sehr gespannt, ob sich darunter tatsächlich solche Schätze verstecken, die es sich zu lesen lohnt. Sicherlich sorgt das Buch aber dafür, dass man nie ohne Idee bleibt, was man sich als nächstes kaufen könnte.

Das nächste Buch wird nicht in Fowlers Sammelalbum der vergessenen Autoren erwähnt, dennoch klingt es aber sehr lesenswert. E. Nesbit war mir bisher nur durch "Five Children and It" ein Begriff, denn das Buch zählt bereits zu den Klassikern. Nun ist mir aber "The Lark" von der Autorin ins Auge gesprungen. Grund dafür ist die neue Serie des Verlagshauses Penguin. Die Serie erschien gerade erst ganz frisch und nennt sich "The Penguin Women Writers Series". Derzeit fallen darunter vier Bücher, die eben (fast vergessene) Geschichten weiblicher Schriftstellerinnen aufgreifen. Da sich "The Lark" mit zwei Freundinnen befasst, welche einen Blumenladen eröffnen wollen, erschien es mir als ein ganz gutes Buch, um den Start für die neu entdeckten Geschichten zu legen.
HIER findet ihr noch einmal ein Interview mit den Damen, die diese erste Auswahl getroffen haben.

Als nächstes habe ich mir für den Anfang noch "A Black Fox Running" von Brian Carter ausgesucht. Natürlich hat es mich direkt wegen des Covers angesprochen, aber auch aufgrund der darin enthaltenden Liebeserklärung zur Natur (wie es auf dem Klappentext heißt). Ebenso sei dies ein Buch gewesen, welches eine Autorin erst zur Autorin gemacht habe. Da überrascht es vielleicht nicht, dass es mich sofort angesprochen hat. Ich bin sehr gespannt, ob ich auch hier sagen werde, dass sich die Neuauflage des Buches gelohnt hat.

Zugegeben, so wahnsinnig neu ist die Idee nun nicht, alte Bücher neu herauszugeben, denn auch im deutschsprachigen Raum gab es vor einigen Jahren einen solchen Versuch. "Die Zeit" hat sich der Umsetzung angenommen und insgesamt zwölf vergriffene, verlorene oder verschwundene Bücher in neuem Glanz erstrahlen lassen. Das ganze lief dann unter der Reihe "Die Bibliothek der verschwundenen Bücher".
Mich spricht diese Reihe immer noch sehr an und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich mir eines Tages einige Bände davon anschaffen werde (und werde gleichzeitig hoffen, dass es nicht zu spät sein wird und sie erneut vergriffen sein werden).

Auch zwischendurch fallen mir immer mal wieder schöne Neuauflagen älterer Bücher auf. Der Carlsen Verlag veröffentlichte in seinem letzten Königskinder-Programm den Jugendklassiker "Lieber Daddy Long-Legs" und ich war überrascht zu sehen, dass ältere Generationen das Buch damals geliebt haben, es aber irgendwie immer mehr in Vergessenheit geraten ist. 
Umso mehr freut es mich immer, dass diese Geschichten eben nicht vollständig verschwinden, dass sich immer jemand finden lässt, der sich dafür einsetzt, dass man diesen geliebten Büchern und Figuren eine weitere Chance gibt und sie für jüngere Generationen wieder attraktiv macht, in dem man sie neu präsentiert. Denn auch wenn es eine Fülle an Neuerscheinungen gibt, vergisst man manchmal, dass sich die wahren Schätze bereits in unserem Besitz befinden können.


Machen euch solche neu herausgebrachten, beinahe vergessenen Bücher ebenfalls neugierig?





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Men Without Women von Haruki Murakami

Januar 31, 2018







(Original: "Omna no inai Otokotachi"/ 2014) Harvill Secker, Übersetzer/in: Philip Gabriel und Ted Goosen (aus dem Japanischen), Englische Ausgabe, ★★★(☆)☆ 3 bis 4 Sterne

Durch alle sieben Erzählungen zieht sich eine Kraft der Beobachtungsgabe, die sich auf das Leben verschiedener Männer bezieht und die alle auf ihr eigene Art und Weise, alleine dastehen. Katzen verschwinden, verrauchte Bars werden besucht, es geht um einsame Herzen und mysteriöse Frauen und alles zusammen ist zu etwas verwoben, um Geschichten zu erzählen, die zu uns allen sprechen.

MEINE MEINUNG / FAZIT

"'Words, they felt, could only cheapen the emotions they were feeling.” S.19
Mit diesen sieben Erzählungen wagte ich mich in die Welt des Herrn Murakami. Zugegeben, er wird eher für seine Romane gelobt, als für seine Erzählungen - zumindest fühlt es sich so an -, aber ich wollte mich mit kleinen Schritten an seine Bücher, Ideen und Geschichten annähern.
'Men Without Women' versammelt hier Erzählungen, die tatsächlich auch in eine ähnliche Richtung gelenkt werden, nämlich, dass man sich vor Protagonisten wiederfindet, welche die An- oder Abwesenheit von einer bestimmten Frau oder Frauen im Allgemeinen thematisieren. Die Beziehung zwischen Männern und Frauen steht immer im Fokus. Körperliche Begierden, aber auch die seelische Verbundenheit spielen eine entschiedene Rolle. Zudem regt der Konflikt mit dem anderen Geschlecht auch stets den eigenen seelischen Haushalt der Protagonisten an. Man findet viele psychologische Ansätze wieder, die so bitter sie sich manchmal anhören oder lesen, eine gewisse Ironie in sich tragen. Manchmal viel mir beim Lesen das Wort 'tragisch-schön' zu den Erzählungen ein, weil sie immer etwas Sensibles in sich tragen, was man auf den ersten Blick als offensichtlich und schmerzlich einstuft, was sich aber darunter auch als etwas sehr Zartes enthüllt.
Ich persönlich bin nicht mit allen Geschichten warm geworden. Oder anders gesagt, mit bestimmten Bausteinen der Geschichten.

"I left the coffee shop, and as I walked to the station I wondered what the hell I was doing. Brooding over how things had turned out - after everything had already been decided - was another of my chronic problems.” S.58

Das 'Problem', welches ich mit einigen Stellen hatte, war, dass ich mich mit vielem noch gar nicht identifizieren konnte. Ich hatte das Gefühl, dass auch wenn Jugendlieben thematisiert werden, es immer diesen Anschein von bereits gelebten Wegen gab, Erfahrungen, die mich in meiner jetzigen Lebenssituation auch noch gar nicht beeinflusst haben.
Besonders stark trat das bei den Erzählungen rund um gescheiterte Ehen oder Ähnlichem auf. Grundsätzlich fand ich auch diese Lebenswege sehr interessant beschrieben und auch viele allgemein gültige Aussagen über das Leben wurden in diesen Kapiteln sehr schön ausgelegt, aber ich konnte irgendwann auch nichts mit den vielen sexuellen Anspielungen anfangen. 
Es hatte manchmal den Eindruck von einem männlichen Erzähler, der diese Sache so in den Vordergrund stellt, dass ich manchmal mit den Augen rollen musste. Selbst die letzte Erzählung "Samsa in love", die ich eigentlich grandios fand, hat sich irgendwann in diese Richtung gelenkt und mit Formulierungen gespielt, die mir einfach zu viel waren. Das ist eine sehr persönliche Sichtweise, aber ich muss sowas einfach nicht ständig und in jeder Geschichte haben, wenn es Billionen von anderen interessanten und erzählenswerten Dingen gibt, die mit der Liebe und dem Leben zusammenhängen.
Dennoch muss ich sagen, dass ich von den Ideen Murakamis sehr angetan bin. Darunter fällt auch die eben erwähnte Geschichte rund um Gregor Samsa, der sich über seine menschliche Gestalt wundert. Ebenso gefielen mir auch generell die vielen Auslegungen der Gefühle, die Menschen haben, wenn ihnen etwas / jemand fehlt oder 'genommen wird'. Wie reagieren Menschen auf so etwas und wie zerstörerisch kann ein seelischer Betrug sein?

„Why hadn´t he been turned into a fish? Or a sunflower? A fish or a sunflower made sense. More sense, anyway, than this creature, Gregor Samsa. There was no other way to look at it.” S.189


Sieben sehr interessante und kreative Erzählungen, die sich alle mit den menschlichen Beziehungen beschäftigen. Mal etwas skurriler, mal etwas leiser, aber immer irgendwie mitreißend. Auch wenn mir die vielen, auf die sexuelle Ebene gelenkten Passagen nicht gefallen haben, weil es mir 'zu viel' und sogar manchmal zu unnötig und dadurch zu banal erschien, enthält jede Geschichte wunderbare Zitate, die sich auf das Leben und die Liebe beziehen und die man sich gerne mal zu Herzen nehmen kann.

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Neu eingezogen: Sammlerstücke, etwas fürs Herz und Erzählungen

Januar 27, 2018









Nach einigen Jahren der Bücherleidenschaft entwickelt man ebenfalls eine Liebe zu bestimmten Ausgaben, bestimmten Verlagen oder generell Autoren. Bei mir war es anfangs so, dass ich eigentlich wahllos alles lesen wollte, was ich kriegen konnte. Ausgaben waren mir erst mal völlig egal. 
Mittlerweile muss ich mich aber manchmal etwas zurückhalten, wenn es darum geht, bestimmte Sammlungen vervollständigen zu wollen, denn es gibt tatsächlich viel zu viele. Viele kennen sicherlich auch die zahlreichen Reihen des Penguin Verlag, da kann man sich meist kaum für eine Umsetzung der Klassiker entscheiden. Daher sind auch dieses Mal zwei Bücher aus den Penguin Classics Reihen hinzugekommen, sowie eines aus dem Folio Society Verlag. Letzterer hatte nämlich einen Wintersale, den ich mir nicht entgehen lassen konnte. Welche Bücher generell eingezogen sind und warum, erfahrt ihr im Folgenden:

  • "The Woman in White" von Wilkie Collins (Penguin Clothbound Classics): Den Grund des Kaufs habe ich euch quasi bereits in der Einleitung genannt. Die Bücher sind einfach ein Hingucker und gleichzeitig Klassiker, die es sich (fast) immer lohnt zu lesen. Da es ein eher 'düsteres' Buch sein soll, werde ich es mir vielleicht für den Herbst aufheben.
  • "The Life & Opinion of Tristam Shandy" von Laurence Sterne (Penguin English Library Classics): Auch hier gehört das Buch einer speziellen Reihe an. Gehört habe ich davon bisher recht wenig, daher bin ich sehr gespannt, wie es mir letztlich gefallen wird.
  • "The Darling Buds of May" (The Pop Larkin Chronicles #1) von H.E. Bates (The Folio Society): Da die Bücher normal eher nicht immer für Studenten erschwinglich sind, freue ich mich immer, wenn der Verlag seinen Sale beginnt. Da kann man dann durchaus das ein oder andere Buch erstehen, ohne ein allzu schlechtes Gewissen zu bekommen. Dieses Buch sprüht so voller Sommerlaune, dass ich es wahrscheinlich auch dann lesen werde. Mich hat überrascht, dass das Buch als Serie verfilmt wurde. Das ging vollkommen an mir vorbei, vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Erstveröffentlichung im Fernsehen 1991 ausgestrahlt wurde und dies gleichzeitig mein Geburtsjahr ist. Irgendwie kann ich mir das dann doch verzeihen...
  • "The Early Stories of Truman Capote" von Truman Capote (Penguin Classics): Geplant war es eigentlich nicht, dass dieses Buch bei mir einzieht, allerdings ist es derzeit beinahe auf allen Portalen sehr günstig zu erstehen. Und obwohl ich eigentlich gezielter und bewusste Bücher kaufen wollte, konnte ich hier nicht widerstehen, denn Truman Capotes Bücher haben mir bisher gut gefallen und vielleicht packt mich dann auch endlich die Motivation, sein Buch "In Cold Blood / Kaltblütig" zu lesen, das schon sehr lange auf meiner Wunschliste steht, zu lesen.
  • "Men Without Women" von Haruki Murakami (Harvell Secker / Imprint von Penguin Randomhouse): Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich die letzte Person bin, die noch nie etwas von Murakami gelesen hat. Es wurde tatsächlich mal Zeit dies zu ändern, daher durfte zu Beginn ein Erzählband von ihm bei mir einziehen. Das Buch ist mir letztens auf dem Instagramprofil des Verlags aufgefallen und was soll ich sagen, auch hier habe ich mich direkt in das Cover verliebt. Ich bin gespannt, ob der Inhalt ebenso schön zu lesen sein wird.
  • "The Secrets of Happiness" von Lucy Diamond (Macmillan): Nach etwas längerer Zeit habe ich wieder richtig Lust auf Geschichten fürs Herz. Passend erschien mir hier dieses Buch, da Lucy Diamond scheinbar bekannt dafür ist herzerwärmende Geschichten zu schreiben. Ich hoffe allerdings natürlich wie immer, dass der Kitsch nicht übergreifend vorkommen wird.
  • "The Little Paris Bookshop" von Nina George (Abacus): Gleicher Grund für den Kauf, wie bei "The Secrets of Happiness". Zudem taucht das Wort 'Bookshop' schon im Titel auf. Hört sich also vielversprechend an.

Gibt es Reihen bestimmter Verlage, die ihr gerne vervollständigen wollt? Habt ihr schon etwas von Murakami gelesen und könnt weitere Bücher empfehlen, die man unbedingt lesen sollte?




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"Faery Tales" von Carol Ann Duffy

Januar 26, 2018

(Original: "Faery Tales"/ 2014 - Enthaltene Märchen allerdings auch aus früheren veröffentlichten Büchern entnommen) Faber & Faber, mit Illustrationen von Tomislav Tomic, Übersetzer/in: -,  Englische Ausgabe, ★★★(★)☆ 3 bis 4 Sterne
Entdecke weit entfernte Länder von Hexen, teuflischen Monstern und tapferen Helden in dieser Ausgabe von Carol Ann Duffy. Die Autorin stellt hier eine Sammlung an bereits bekannten Märchen zusammen, ergänzt diese aber auch durch Neuinterpretation zum Beispiel von "Hänsel und Gretel" und "Schneewittchen". Außerdem lassen sich hier einige ihrer eigenen Geschichten finden, die bereits in anderen Erzähl-/Märchenbänden veröffentlicht wurden.


MEINE MEINUNG / FAZIT

"'Take these scissors and cut the shadow from the first young person you find asleep. Then you must snip off your own shadow and throw it over the young person without waking them. Their youth will be yours at once and they will be as old as you are now.” S.97

Ich liebe Märchen, Märchenadaptionen oder alles, was damit zusammenhängt. Ja, sie sind eine Flucht in eine andere Welt und sind meist kitschig oder im Gegenteil brutal, wenn man Grimms Originalfassungen hinzuzieht. Aber in Märchen ist alles möglich, nichts scheint vor der Unmöglichkeit zurückzuschrecken. Man kann gegessen werden und trotzdem noch leben, wenn man nur den Bauch desjenigen aufschneidet, der einen verspeist hat, es gibt zauberhafte Gegenstände, die einem unendlich viel Essen auf den Tisch zaubern und es gibt Gestalten, die trotz fieser Bösewichte immer noch gutherzig sind und einem aus der Notsituation heraushelfen.
Auf diese und viele andere ähnliche Situationen und Figuren trifft man auch in Carol Ann Duffy 'Sammelalbum der Märchen'. Einige kennt man bereits, andere sind etwas umgeschrieben worden und wiederum andere sind neu, solange man sie nicht aus anderen Büchern der Autorin kennt. Das Buch vereint nämlich alle bisherigen Veröffentlichungen, die Duffy in Zusammenhang mit Märchen herausgebracht hat.
Perfekt also für Leser, die bisher noch nicht in Berührung damit gekommen sind.

"Then they were all unbelievably happy for ever, because until you´ve tasted bitterness, you do not know what sweetness is.”S.132

Was den Inhalt des Buches angeht, so bin ich letztlich etwas zwiegespalten. Die Illustrationen sind wunderbar atmosphärisch und passen sich den Geschichten sehr gut an.
Diejenigen Märchen, die man bereits kennt, sind hier in einer Kurfassung wiedergegeben. Das viel mir besonders stark bei "The Beauty and the Beast" auf. Die Originalgeschichte ist natürlich deutlich länger und würde den Rahmen sprengen, würde man sie in allen Einzelheiten wiedergeben, allerdings war mir diese Fassung hier deutlich zu kurz. Als Überblick über das Märchen ist es ganz nett, auch wenn man die Geschichte vielleicht schon in ihrer Ursprungsform kennt. Möchte man allerdings tatsächlich viel von den Originalmärchen mitnehmen, ist diese Ausgabe dafür nicht ganz geeignet.
Andere Märchen wiederum, wie zum Beispiel die Erzählung von Hans Christian Andersen, "Des Kaisers neue Kleider" (hier: "The Emperor´s New Clothes) sind perfekt für die Art, wie Duffy die Geschichten auslegt. Diese sind nämlich auch im Original nicht zu lang und so geht auch nicht allzu viel von der 'Magie' und dem Witz verloren. 
Die Auswahl der enthaltenen Märchen fand ich relativ geglückt. Sie sind unterhaltsam, sorgen oftmals trotzdem noch für Spannung und sind perfekt für eine Prise Verträumtheit vor dem Schlafengehen.
Dennoch gab es da einige Geschichten, die sich wirklich sehr stark geähnelt haben, in einigen Fällen wurden auch nur kleine Änderungen vorgenommen, sodass man manchmal das Gefühl hat, dass man dieselbe Geschichte einfach noch einmal liest. 
Trotzdem verspürt man beim Lesen ein motivierendes Gefühl, weil natürlich darauf abgezielt wird, dass schlechtes Benehmen beziehungsweise zu starker Egoismus keinen voranbringt. So sorgen die Geschichten auch dafür, dass man mit dem Gedanken hinausgeht, dass gute Taten belohnt werden und man immer an den eigenen Träumen festhalten soll, auch wenn dein Gegenüber mit schlechten Absichten versucht, dich davon abzubringen.

„Suddenly the rat knew exactly what to do. He would write his own Happy Endings on the night! He wrote in the air and every word shone out in perfect golden handwriting.” S.171


Ein Buch mit märchenhaften Ausflügen zu den verschiedensten Orten, Menschen und Tieren, die alle mit den typischen magischen Handlungen spielen. Bereits bekannte Märchen werden hier kurz 'neu' aufgegriffen, manchmal gelungen, manchmal meiner Meinung nach zu oberflächlich, wenn man die Geschichte noch nicht in ihrer Originalform kennt. Die neuen und neuinterpretierten Märchen fand ich hingegen wirklich geglückt. Alles in allem ein angenehmes Sammelbuch rund um die verschiedenen Wesen der Märchenwelt und die Möglichkeiten, welche diese bereithält.


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