Kategorie: Lifestyle
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Bibliophile Vasen von Jane Mount

Februar 04, 2022

Die Autorin und Illustratorin Jane Mount ist seit vielen Jahren bei Buchliebhaber*innen bekannt. Zu ihren bereits veröffentlichten Büchern zählen zum Beispiel "My Ideal Bookshelf", "Bibliophile"(Einen Beitrag zu beiden Büchern gab es bereits hier) und das relativ frisch erschienene "Bibliophile: Diverse Spines".
Ihre Zeichnungen personalisierter Bücherstapel sind mehr als beliebt und schmücken die ein oder andere Wohnung. Doch auch darüber hinaus lässt Jane Mount sich immer wieder etwas Neues einfallen, wenn es darum geht, Leser*innen mit bibliophilem Zubehör glücklich zu machen.
Neben Kalendern, Postkarten, Notizbüchern, Schlüsselanhängern und Buchstützen (die wie die Illustrationen selbst aussehen), gibt es also auch diese hübschen bibliophilen Vasen.

Aktuell gibt es drei Varianten:

  • Klein - rot (95mm x 127mm x 54mm): "The Writer´s Companion" mit dem Zitat "A thing of beauty is a joy for ever." von John Keats (Rückseite).
  • Mittel - blau (127 x 165 x 25mm): "Collected Curiosities" mit dem Zitat ""The power of finding beauty in the humblest things makes home happy and life lovely." von Louisa May Alcott (Rückseite).
  • Groß - türkis/ grün (137mm x 203mm x 64mm) "A Compendium of Flowers" mit dem Zitat "With freedom, books, flowers and the moon, who would not be happy?" von Oscar Wilde (Rückseite).

Ich habe mich vorerst für die kleine und große Ausführung entschieden und bin bisher wirklich zufrieden damit. Die Verarbeitung wirkt edel und die Goldfolien-Details sind ein wirklicher Hingucker. Was mir jedoch besonders gut gefällt, ist, dass auch die weiße Seite, welche den Buchschnitt zeigt, mit Rillen ausgearbeitet wurde und das Gefühl eines Buchs verstärkt wird.

Natürlich kann man die Vasen auch für andere Gegenstände verwenden. Vorgeschlagen werden hier zum Beispiel Büro-Utensilien oder auch Küchenzubehör. Wer also nicht wirklich der Blumen- aber absolut der Büchertyp ist, kann hier vielleicht selbst noch kreativ werden.


Bestellen kann man die Vasen tatsächlich auch über den stationären Buchhandel (!), soweit diese auf Lager sind. Sollten sie mal nicht erhältlich sein, mein Tipp: warten lohnt sich. Wenn sie wieder lieferbar sind, werden sie meist auch nach einiger Zeit wieder im Onlineshop der Buchhandlung zu finden sein.


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Februar: Interessen abseits der Literatur verfolgen

März 01, 2019


Wie die Überschrift des Beitrags bereits verrät, habe ich mich diesen Monat neben den Büchern auch wieder einmal anderen Interessen zugewandt.
Zum Beispiel habe ich die Gutscheine genutzt und mir bereits für nächstes Jahr ein Set an weihnachtlichen Tassen und Tellern zugelegt. Manchmal überrascht einen das eigene, konsumorientierte Verhalten dann doch, aber an der "Royal Christmas"-Serie von Pip Studio konnte ich nicht vorbeigehen.
Ebenso festgefahren bin ich derzeit mit meiner Vernarrtheit in die H&M William Morris & Co Kollektion (und generell in die Vielfalt der Mode). Das hat einfach damit zu tun, dass ich die Muster und Farben von William Morris sehr gelungen und ansprechend finde und sie sich einfach beinahe überall gut machen. Auch das englische Verlagshaus "Penguin" hat das bereits vor einiger Zeit erkannt und eine William Morris Collector´s Edition bekannter Kinderklassiker in Zusammenarbeit des "V&A Mueseums" herausgebracht. 
Zu guter Letzt hat mich wieder meine Musik-Phase gepackt, in der ich am liebsten den ganzen Tag nichts anderes mache als Aufräumen, Ausmisten und dabei Musik hören. In Dauerschleife laufen abwechselnd alle möglichen Lieder von Bastille, Lewis Capaldi, Dean Lewis, James Arthur, einigen anderen und das Lied "Monster" von Walking on Cars.

Da ich nicht gut darin bin gleichzeitig Musik zu hören und zu lesen, fiel die gesamte Menge an gelesenen Büchern etwas knapper aus, dennoch waren einige schöne Geschichten dabei. Hier einmal der nähere Überblick:

Wie immer gelangt ihr durch Anklicken des Buchtitels, falls vorhanden, auf die jeweilige Rezensionsseite.  

  • "The Bookshop Book" von Jen Campbell: Ein Buch, welches man immer wieder hervorholen kann. Darin erzählen Buchhändler von ihrer Liebe zu deren Geschäft und dem Ansporn in dem Betrieb tätig sein zu wollen. Ebenso findet man hier einige interessante und einfallsreiche Internetseiten, die sich auf Buchhandlungen und deren Projekte beziehen.
  • "The Corset" von Laura Purcell war das zweite Buch, welches ich im Februar beendet und gemeinsam mit meiner Schwester gelesen habe. Ehrlich gesagt waren wir beide (nach "The Silent Companions") etwas enttäuscht von der Geschichte. Zwar darf man auch hier wieder mit einem Ende á la Purcell rechnen, aber die gesamte Handlung im Allgemeinen war etwas zu langatmig und hätte durchaus viele Anhaltspunkte für mehr Spannung und Nervenkitzel haben können.
  • Anschließend habe ich mich wieder in die Hände von Hanya Yanagihara begeben. Mit "Das Volk der Bäume" , ihrem eigentlichen Debüt, ist ihr, meiner Meinung nach, wieder ein sehr spezieller Roman gelungen, der sehr viel Gesprächspotential hat. Hier greift sie  die Gier und Zerstörungsmacht der Menschen auf und kombiniert sie mit einem emotionalen und erschreckenden persönlichen Schicksal.
  • Das kleine Büchlein "The Tale of Peter Rabbit" von Beatrix Potter habe ich beinahe direkt verschlungen, als meine Familie sie mir aus London mitgebracht hat. Diese Ausgabe wurde aufgrund des Jubiläums der Apollo 11 Landung herausgebracht. Wahnsinnig schöne und liebevolle Gestaltung und ein wahrer Kinderklassiker, den man gerne im Regal stehen hat und immer wieder durchliest.
  • "The Wizard of Oz" (Oz #1, #6, #14) von L. Frank Baum: Endlich kam ich dazu ein weiteres der Geburtstagsgeschenke aus dem August zu lesen. Diese drei (der insgesamt vierzehn) Geschichten rund um die Zauberwelt "Oz" haben mir wirklich sehr gefallen. Anfangs wirken sie sehr spielerisch, leicht und nur für zwischendurch, aber es lassen sich durchaus viele schöne Parallelen zu unserer Welt und ihren Problemen ziehen, die hoffentlich einige Leser in manche Hinsicht umdenken lassen.
  • "The Road to Oz" (Oz #5) von L. Frank Baum: Direkt nach der Zusammenstellung der drei Geschichten in der Penguin Classics Ausgabe habe ich zu einem weiteren Buch der Oz-Reihe gegriffen. Auch diese Geschichte ist recht unterhaltsam und hält eine Botschaft bereit, jedoch fand ich sie etwas schwächer als die anderen. Hier haben mich manche Aussagen etwas "abgeschreckt" und insgesamt wirkte es wie eine sogenannte "Filler-Folge" in einer Serie. Auch die Illustrationen haben hier irgendwie gefehlt und so den Eindruck etwas geschmälert. 
  • Zum Ende des Monats habe ich mich dann noch an das umfangreiche "The View from the Cheap Seats" von Neil Gaiman ran gewagt. Aber bereits die ersten Vorträge und Essays haben mich vollkommen überzeugen können und ich freue mich schon darauf, mehr von ihm zu lesen, das nicht Fiktion ist. 

Was hat euch im kürzesten Monat des Jahres begeistert - sei es literarisch, musikalisch oder anderweitig?

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"New York" von Megan Hess

September 06, 2017

(Original: "New York Through a Fashion Eye"/ 2016) Prestel Verlag, Übersetzer/in: Christine Schnappinger (aus dem Englischen), 208 Seiten mit zahlreichen Illustrationen, gebunden★★ 3 Sterne
"Spätestens seit der Kultserie »Sex and the City« ist klar, dass für It-Girls (und solche, die es werden wollen) an New York kein Weg vorbeiführt. Ob auf der Fashion Week, in den neuesten Hotspots oder direkt auf der Straße: Im Big Apple werden Trends gesetzt, die sich auch jenseits des großen Teichs in Windeseile durchsetzen. Kein Wunder also, dass die Stadt, die niemals schläft, zu den absoluten Traumzielen von Fashionistas aus aller Welt zählt. Für den perfekten Überblick in der Style-Metropole hat Megan Hess einen ganz besonde-ren Guide zusammengestellt: Mit launigen Illustrationen verrät die gefragte Modezeichnerin ihre persönlichen Lieblings-Locations in den Shopping-Areas uptown und downtown. Darunter finden sich nicht nur die großen Namen der internationalen Mode- und Designszene, sondern auch so mancher Insidertipp, der in keinem anderen Reiseführer verzeichnet ist. Und weil selbst die hartgesottenste Shopping-Queen irgendwann mal eine kleine Pause braucht, gibt es neben den besten Einkaufsadressen auch jede Menge Tipps für hippe Bars, Cafés und Restaurants, Hotels mit traumhaften Spas oder entspannende Spaziergänge durch den Park."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Der Blick auf die Brooklyn Bridge von Manhattan aus entzündet in mir stets einen Funken Romantik, denn er erinnert mich an Filme wie Ihre beiden Verehrer mit Frank Sinatra oder Manhattan von Woody Allen.“  S.57
  
Megan Hess illustriert in ihrem neuen Buch "New York", eine ihrer Lieblingsstädte und versucht darüber hinaus, dem Leser einige "Tipps" mit an die Hand zu geben, welche Hotspots man nicht ignorieren sollte.
Dabei fällt aber sehr schnell auf, dass das Buch auf eine ganz bestimmte Zielgruppe zugeschnitten ist. Es finden sich sehr viele Bezüge zu "Sex and The City" und Carrie Bradshaw, wie auch zahlreichen Luxusmarken und berühmten Designern. Die Welt von Megan Hess besteht daher, aus nicht gerade preiswerten Shoppingmöglichkeiten. So finden sich unter den "Insider-Adressen zum Shoppen" eher die hochpreisigen und die eigentlich jedem schon bekannten Luxusgeschäfte, wie Dior, Chanel, Micheal Kors und andere. Auch bei der Kategorie "Essen & Trinken" fallen die Vorschläge nicht in das Budget von Studenten.
Daher bietet das Buch für mich eher Einblicke in das Leben der Schönen und Reichen, mit den angesagtesten Orten und Läden, die man aus bekannten Filmen kennt und in die man sich vielleicht das eine oder andere Mal hineingeträumt hat. Mag man also Lifestyle-Bücher, die dieses "Sex and The City"-Gefühl vermitteln, dann ist man hier definitiv richtig. Man blättert die Seiten um und lässt sich von der Art und Weise der Darstellung inspirieren, allerdings denkt man sich als "Normalverdiener" eben auch sofort, dass man sich wohl nicht einem Shoppingexzess durch die genannten Läden hingeben kann. 
Da Megan Hess aber selbst sehr erfolgreich ist und in diesen "Kreisen" keine Unbekannte ist, konnte man von vorne herein vermuten, dass man hier keine super geheimen Insiderspots kennenlernen wird. Zudem wird auch in der Originalfassung hervorgehoben, dass dies "New York Through a Fashion Eye" sei und diesen Fashion-Aspekt bekommt man hier definitiv gut präsentiert.

"Kunst- und Mode-Liebhabern dürfte es schwerfallen, an Rizzoli vorbeizukommen. Herausgeber einiger der luxuriösesten Bücher, die je gemacht wurden.“  S.112

Wie aber auch bereits in ihrem ersten Buch "Coco Chanel", konnte mich die Autorin mit ihren wunderschönen Illustrationen verzaubern. Alles ist natürlich sehr mädchenhaft angehaucht. Die abgebildeten Frauen sind (wie sollte es in der Wahrnehmung der Modewelt anders sein), alle sehr schlank und zierlich und tragen nur die zauberhaftesten Kleider und Accessoires. Natürlich ist es rein objektiv betrachtet nicht sehr realitätsgetreu, aber man lässt sich als Leserin gerne von den Ideen und den Umsetzungen von Megan Hess inspirieren. Seien es nur die kleinen Küchlein, die dazu gemalt werden oder einfach die gewisse Leichtigkeit, die in all ihren Abbildungen auftreten.
Man merkt deutlich, dass sie der Stadt verfallen ist und selbst Fan der genannten Modemarken ist, wie auch bestimmter Fernsehserien, aber dadurch schwappt das eine oder andere Mal auch eine gewisse Begeisterung zum Leser über. Es ist einfach ein wirklich nettes Buch, das man gerne durchblättert und was man eben als typisches "Lifestyle"-Buch ansehen würde.
Mir hat aber zum Ende hin deutlich das "persönliche" an dem Buch gefehlt. Megan Hess beschreibt die Locations sehr sachlich und fügt meist nur hinzu, mit welchen Stoffen oder Mustern die Geschäfte dekoriert wurden. Da hätte ich mir vielleicht die eine oder andere nette Anekdote gewünscht, um das ganze etwas interessanter zu gestalten. So wirkte es manchmal einfach, wie eine neutrale "Internetquelle".


Enthält keine wirklich "neuen" Tipps rund um die Stadt New York, überzeugt aber durch die wirklich schönen und verspielten Illustrationen der Autorin. Der Inhalt bezieht sich sehr stark auf die luxuriösen Gegenden und Geschäfte, sodass man hier eher in den Vorstellungen schwelgt, als sich tatsächlich vorzunehmen, diese Orte anzusteuern. Auch wenn hier die typische Darstellung der stereotypen Modefrau in New York aufgegriffen wird (schlank, schön und reich), blättern man gerne durch das Buch und lässt sich inspirieren. Sicherlich ein Buch, das Fans von "Sex and The City" oder Ähnlichem gefallen würde, da es dieses bestimmte New Yorker-Gefühl vermittelt und auch viele Bezüge dazu aufweist. 
Blieb für mich an der einen oder anderen Stelle aber leider auch etwas zu unpersönlich. Als Geschenkidee für wirkliche Fans der Stadt oder des Lifestyle-Gefühls ist es aber sicherlich eine Überlegung wert.


Vielen Dank an den Prestel Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!



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Coco Chanel von Megan Hess

März 12, 2017








(Original: "Coco Chanel. The Illustrated World of a Fashion Icon" / 2015) Prestel Verlag, Übersetzer/in: Christine Schnappinger, 208 Seiten mit zahlreichen Illustrationen, gebunden,  ★★★★ 4 Sterne 

"Coco Chanel hatte einen immensen Einfluss auf die Damenmode des 20. Jahrhunderts. Die Designerin revolutionierte mit ihren genialen Entwürfen das damalige Verständnis von Weiblichkeit, ihre Ideen prägten die Modewelt viele Jahrzehnte lang und wirken bis heute nach. Dieser Band erzählt die Geschichte des Hauses Chanel und seiner mondänen Erschafferin in zauberhaften Illustrationen: In ihrem leichten, schwungvollen Zeichenstil hält die renommierte Illustratorin Megan Hess die wichtigsten Momente aus Coco Chanels bewegtem Leben fest und zeigt jene ikonischen Entwürfe, die Chanel zum weltweit bekannten Modehaus machten: das Kleine Schwarze, das klassische Tweedjackett, die luxuriösen Handtaschen und natürlich das berühmte Parfum Chanel No. 5. Auch der rasante Wiederaufstieg des Modehauses unter Karl Lagerfeld wird in ausdrucksvollen Szenen geschildert. Gespickt mit eingestreuten Anekdoten und berühmten Zitaten wird dieses Bilder-Buch zu einem eleganten Juwel und einer wunderbar originellen Dokumentation der unvergesslichen Ära Coco Chanel."
Das Copyright für die Abbildungen im Buch, liegt bei dem Prestel Verlag


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Als Schlüsselmotiv des Hauses Chanel prägten Perlen den persönlichen Stil der Designerin. Chanel war der Überzeugung, dass Schmuck nicht dazu dienen sollte, um Reichtum zur Schau zu stellen, sondern um sich damit zu schmücken." S.118

Über Coco Chanel gibt es unzählige Bücher, die ihre Lebensgeschichte, meist sogar bis ins kleinste Detail, nacherzählen. Auch ich habe bereits ein etwas umfangreicheres Buch zu diesem Thema gelesen, das wirklich viele Aufschlüsse über die Person hinter der Weltmarke "Chanel" gibt. Und dennoch hat mich dieses kleine Buch magisch angezogen. Es funkelt und glitzert, besitzt sogar einen silbernen Farbschnitt. Und doch zeichnet es sich durch eine ganz besondere Eleganz aus. Ein erster Blick auf den englischen Originaltitel gibt zudem mehr Aufschluss über den Inhalt des wunderschön gestalteten Buches: "Coco Chanel. The Illustrated World of a Fashion Icon". Genau da liegt der Unterschied zu vielen anderen Büchern, denn hier wird Coco Chanels Leben in zahlreichen Illustrationen erzählt, die unheimlich ansprechend sind. Zugegeben, vielleicht eher überwiegend ansprechend für weibliche Leser, aber dennoch ist es einen weiteren Blick wert. Jede Seite ist wirklich liebevoll gestaltet, greift aber trotz der eigenen Interpretation und des eigenen Stils der Illustratorin, die klassische Eleganz der Marke auf. Ich persönlich finde den Lebenslauf der Designerin durchaus inspirierend und lesenswert, bin aber immer wieder etwas "traurig" darüber, dass sich diese Marke, die eigentlich dazu gedacht war, von jeder Frau getragen zu werden, zu einer Marke entwickelt hat, die eben nur noch exklusive Kunden aufnimmt. Natürlich spiegelt sich dieser "Chic" der Oberklasse auch in den Darstellungen wider. Schlanke Frauen, die in der noblen Einkaufsstraße mit Chanel-Taschen rumlaufen. Klar, das kann nicht ganz ausbleiben. Aber für mich war das auch kein notwendiges, negatives Kriterium, da die Illustrationen dennoch träumerisch wirken und man in Zusammenhang mit der Geschichte von Chanel, dem ganzen mit einer gesunden Portion Realismus entgegentritt.

"Der Anekdote nach hatte sie ihr üppiges Haar für einen Opernbesuch zu Zöpfen geflochten, als ihr Gasofen explodierte und sie mit Ruß überzog. Unerschrocken nahm Chanel eine Schere zur Hand und schnitt sich die Zöpfe ab. In ihren Worten: ´Eine Frau, die sich das Haar abschneidet, ihr dabei, ihr Leben zu ändern.´“  S.57

Das Hauptmerkmal liegt bei diesem Buch also ziemlich deutlich auf dem gestalterischen Zweig. Dennoch würde ich sagen, dass Leser, die nur kurz in den Lebenslauf der Designern reinschnuppern möchten, auch hier richtig sind. Es gibt durchaus viele Details, die mit eingebracht wurden, verzichtet wurde aber natürlich auch auf den ein oder anderen Fokus eines speziellen Lebensalters. Es ist eine gelungene Übersicht über die wichtigsten Punkte und ist zudem durchaus praktisch, wenn man das Wissen nur kurz auffrischen oder gegebenenfalls einer modeinteressierten Person ein schönes Geschenk machen möchte. Mir gefiel zudem auch der Aspekt, dass die Marke noch über Chanels Tod hinaus betrachtet wurde. So gibt es auch noch zusätzliche Informationen hinsichtlich der jetzigen Führung des Hauses durch Karl Lagerfeld und deren immer noch starke Wirkung auf die Modewelt. Denn seien wir mal ehrlich, jeder hat mindestens ein kleines Schwarzes zu Hause und weiß ganz genau, wem wir dies zu verdanken haben: Coco Chanel. Und ich bin immer wieder von ihr fasziniert, wenn ich von ihrer frechen und starken Art lese. Schnell entsteht nämlich der Eindruck, dass solche Marken, (starke) Frauen unterjochen und man als weibliche Modeinteressierte in ein Muster fällt, das als oberflächlich oder gar nicht "feministisch" genug gilt. Ich finde das ist ein großer Fehler (auch wenn es natürlich Gegenbeispiele gibt), denn wenn man das Buch liest, sieht man, dass Chanel für eine tragbare Mode für starke Frauen eingestanden ist und man sich entgegengesetzt der heutigen Ansicht, auch in schicken Anziehsachen gegen die Konkurrenz durchsetzen kann. Mode ist nun einmal ein Lebensgefühl, das jeden anders anspricht, aber dennoch finde ich hat Coco Chanel gezielt durch ihre modischen Fortschritte, den Frauen einen besonderen Weg geebnet.

"Alle aber wollten gern die Königstochter und das halbe Reich gewinnen, und sie ritten und sie glitten, aber alles umsonst." S.129


Kurz und knapp aber mit allen wichtigen Informationen und dazu zauberhaften Illustrationen, wird hier der Lebensweg und der Einfluss der Coco Chanel auf die Modewelt skizziert. Durchaus ein schönes Buch zum Verschenken oder zum immer mal wieder darin blättern, falls man sich inspirieren lassen oder sein Wissen über das Haus Chanel auffrischen möchte. 

Wer sich etwas gezielter mit dem Leben der Coco Chanel auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich auch den Bildband "Chanel: Ein Name - Ein Stil"


























Vielen Dank an den Prestel Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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