"Bibliophile": Wie würde Dein Bücherstapel aussehen?

Mai 31, 2019







 "The goal of this book is to triple the size of your To Be Read pile."
("Bibliophile" von Jane Mount, S.9)

Jane Mount kennen viele vielleicht bereits durch das Buch „My ideal Bookshelf“, in welchem 100 bekannte Menschen der Öffentlichkeit zu ihrem ganz persönlichen Bücherstapel befragt werden. Welche Bücher dürften nicht fehlen, wenn man jemanden nur anhand dieser Auswahl abbilden wollen würde? Welche Bücher haben sie am meisten beeinflusst? Neben kleinen Texten und Erläuterungen lassen sich dort eben auch Bilder dieser Bücher finden.

Und auch mit ihrem neuen Buch „Bibliophile“ feiert Jane Mount mit ihren Illustrationen und Literaturtipps die vielfältige, bunte, aufregende Welt der Literatur. Viele Seiten werden dabei nur durch ein Abbild der Bücher mit Buchrücken geschmückt. Wäre es nicht zu schade um das Buch würde man sich die Bilder am liebsten ausschneiden und aufhängen. Aber es gibt auch zahlreiche Seiten, die sich mit der Entwicklung von Covern beschäftigen, über die Tiere der Buchhändler informieren, ein kleines Quiz bereithalten oder andere thematische Tipps aufgreifen. Schon bevor das erste Buch überhaupt erschienen ist, hat die Illustratorin erkannt, dass Menschen mit Liebe zur Literatur von ihrer Arbeit angetan sind. Wer möchte, kann sich sein eigenes Bild personalisieren, also sein eigenes Bücherregal bestücken und illustrieren lassen.
Unweigerlich stellte sich mir demnach die Frage: Wie würde mein Bücherstapel aussehen? Welche Bücher haben mich geprägt, welche haben mir am besten gefallen, welche stehen für eine bestimmte Situation in meinem Leben und damit meine Erfahrung mit Literatur?

Diese Frage habe ich tatsächlich unterschätzt. Zunächst streifte ich durch mein Bücherregal und war mir sicher, nach den richtigen gegriffen zu haben. Schnell stellte ich fest, dass es nicht so leicht ist sich für die „richtigen“ Bücher zu entscheiden. Ich hatte das Gefühl, dass ich entweder alle Bücher auswählen müsste, weil mich schließlich jedes auf seine Art und Weise geprägt hat oder nur sehr wenige, die einfach zu meinen absoluten Lieblingen gehören. Nach mehreren Konstellationen bin ich nun zu diesem Stapel gelangt, den ihr hier abgebildet seht. Aber wieso sind es ausgerechnet diese Bücher geworden?
  •  "The Great Gatsby" von F. Scott Fitzgerald: Der Klassiker wird nicht nur aufgrund seiner Geschichte immer einen Platz in meiner "Buchlaufbahn" haben, sondern auch, weil es eines der ersten Bücher war, die ich zu Beginn meines Studiums gelesen und sofort geliebt habe. Tatsächlich habe ich es dann auch in einem Seminar als (eine) Lieblingslektüre ausgewählt und vorgestellt.
  • "Boston" von Upton Sinclair & "Main Street" von Sinclair Lewis: Hier habe ich gemerkt, dass ich bei dem Bücherstapel angefangen habe etwas zu tricksen. Denn beide Bücher stehen für eine ganze Reihe anderer Bücher, die ich lieben gelernt habe. Es geht um die Klassiker des Manesse Verlags, aber auch Klassiker, die etwas umfangreicher sind. Mit diesen Büchern habe ich die Begeisterung dafür entdeckt, sich wirklich auch mal genügend Zeit für ein umfangreiches Buch zu lassen. 
  • "Die Nachtigall und die Rose" von Oscar Wilde: Mich hat zwar nicht nur diese Erzählung von Wilde geprägt, aber sie ist die, die mir immer am stärksten in Erinnerung geblieben ist. Auch hier griff ich zu Beginn ganz unwissend zu einem kleinen Buch, das diese Geschichte beinhaltete und es war direkt um mich geschehen. Diese Traurigkeit, diese Aufopferung und Hilfe der Nachtigall, aber auch die Ignoranz und Arroganz der Menschen haben mich beim Lesen schwer getroffen. Aber ich liebe die Erzählung auch gerade deswegen, weil sie etwas im Leser auslöst und nicht einfach in Vergessenheit gerät. Genau das ist es ja, was wir uns von einem Buch erhoffen.
  • "Franklin´s Flying Bookshop" von Jen Campbell: So gerne ich Bücher mit Tiefgang mag, so unfassbar gerne greife ich aber auch zu Büchern, die ein wohliges Gefühl hinterlassen. Und wie ginge es besser, als mit einem wunderbaren illustrierten Kinderbuch? Genau.... Deshalb musste wenigstens eins mit auf die Liste und die Geschichte rund um Luna und Franklin ist eine meiner liebsten. Nicht nur, weil sie die Literatur, sondern auch den Irrsinn von Vorurteilen aufzeigt. 
  • "Jane Eyre" von Charlotte Bronte: Dieses Buch landete auf der Liste, weil es einfach eines meiner absoluten Lieblinge ist! 
  • "Alice´s Adventures in Wonderland" von Lewis Caroll: Vielleicht nicht überraschend, dass das Buch hier auch gelandet ist, weil die Geschichte eigentlich jeder irgendwie mag. Ich verbinde mit der Geschichte und der Figur "Alice" aber etwas ganz bestimmtes, denn meine Schwester heißt ebenfalls wie die beliebte Heldin. Unsere Kindheit bestand also auch aus zahlreichen Filmnachmittagen, an denen wir uns die Abenteuer von Alice angesehen haben. Vielleicht gerade dadurch bin ich auch an allen literarischen Verknüpfungen dazu interessiert, sodass ich auch an der Uni wahnsinnig gerne an einem Seminar zur "Kindfrau" teilgenommen habe, in welcher auch Alice besprochen wurde. Ich weiß nicht, ob ich dies getan hätte, wenn ich nicht diese Verbindung zu meiner Schwester hätte. 
  • "The storied life of A.K. Fikry" von Gabrielle Zevin: Auch hier steht das Buch eher für eine ganze Abteilung von Büchern, nämlich Bücher, die sich mit dem Thema Literatur auseinandersetzen. Obwohl es davon sehr viele gibt, bleibt mir dieses Buch in ganz besonderer Erinnerung. Vielleicht, weil es irgendwie das erste war, das ich in diese Richtung gelesen habe, aber auch, weil ich damit den Kauf selbst in Erinnerung behalten habe. Als ich den Roman in der Buchhandlung entdeckt hatte, war ich mit meiner Mutter unterwegs. Auf dem Rückweg zum Auto hat es dann angefangen so stark zu regnen, dass es beinahe unmöglich war voran zu kommen (natürlich ohne Regenschirm). Dass das Buch irgendwie unversehrt nach Hause gekommen ist, war irgendwie ein Kunststück. 
  • "Der Report der Magd" von Margaret Atwood: Atwood darf auf meiner Lister auf keinen Fall fehlen. Als ich zum ersten Buch gegriffen hatte, war ich noch skeptisch, weil natürlich alle von ihr geschwärmt haben und sie etliche Preise gewonnen hat. Natürlich war die Skepsis völlig umsonst. Mit ihren einzigartigen Ideen und dem steten Fokus auf gesellschaftliche "Regeln", schafft sie es einen immer in ihren Bann zu ziehen. Sie ist daher eine meiner Lieblingsautorinnen geworden.
  • "Nortons philosophische Memoiren" von Hakan Nesser: Ein Buch, welches ebenfalls keinen markanten Lebensabschnitt oder eine literarische Entwicklung markiert ist dieses, aber ich bin auch hier zu der Erkenntnis gelangt, dass es ein Buch ist, das unbedingt auf meine Lister muss. Zum einen, weil es einen wunderbaren Humor aufweist und weil es einen Hund als Erzähler hat. Ich bin einfach ein Hundemensch und bin von solchen Geschichten immer sofort angetan. 
  • "Loney" von Andrew Michael Hurley: Ein Roman, den ich immer im Hinterkopf habe, wenn ich an meine Lieblingsbücher denke. Ich habe festgestellt, dass die Geschichte wohl nicht jeden so überzeugt oder sie zumindest nicht jeden so mitreißt wie mich, doch ich bin immer noch der Überzeugung, dass es eines der besten Bücher ist. Hier steht der christliche Fanatismus im Vordergrund und die irrationalen Verhaltensweisen, die Menschen annehmen, wenn sie wohl sonst keinen Ausweg mehr sehen / sehen wollen. Darüber hinaus ist die Atmosphäre des Buches großartig schaurig und spielt mit doch beinahe magischen Elementen. Zum Schluss hat es mich tatsächlich an Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray erinnert". 
  • "Little Women" (Little Women #1) von Louisa May Alcott: Sehr lange habe ich den Klassiker vor mir hergeschoben, um letztlich festzustellen, dass ich es ebenfalls zu meinen Lieblingen zählen werde. Ein Buch über vier Geschwister und ihre Mutter, die ihr Leben versuchen zu meistern - ohne männliche Dominanz. Was dabei wirklich überzeugt ist, dass jedes der vier Schwestern ihre eigenen Stärken hat,  sich aber nicht in Schubladen einordnen lässt. Umso schöner, dass sich mir beim Anblick des Buchtitels ebenfalls der Blogname in den Sinn kommt.
  • "The Gloaming" von Kirsty Logan: Letztens gab es schon einen separaten Beitrag zu Kirsty Logans Büchern, daher halte ich mich hier eher kurz. "The Gloaming" war mein erster Roman, den ich von ihr gelesen habe und er hat mich ebenso wie "The Loney" von Anfang an gepackt. Demnach ein absolutes Lieblingsbuch.
  • "Harry Potter" & "The Tales of Beedle the Bard" von J.K. Rowling: Auch wenn immer mehr Kritik an den Büchern und an Rowling selbst aufkommt, bleibt die Reihe einfach etwas, das mich in der Jugend sehr geprägt hat. Ich verstehe einige Punkte durchaus, bin aber auch der Meinung, dass in den Büchern auch viel Gutes zu finden ist. Besonders die Geschichte der Heiligtümer des Todes hat es mir dabei angetan, daher stehen die Bücher auch auf meiner Liste.
  • "The Ocean at the End of the Lane" von Neil Gaiman: Okay, mittlerweile könnt ihr es nicht mehr sehen und hören, aber ohne Neil Gaiman geht so eine Liste einfach nicht. Obwohl ich nicht nur den Roman von ihm liebe, ist es der Roman, den ich als erstes in die Hände bekommen habe. Bis dahin wusste ich gar nicht, was Literatur alles vermag und wie sehr man sich zu einer Geschichte verbunden fühlen kann. Mein wohl absolutes Lieblingsbuch der Lieblingsbücher ist geht hiermit an "The Ocean at the End of the Lane". 
  • "The Little Snake" von A.J. Kennedy: Das kleine Büchlein ist ein relativ neuer Schatz in meinem Bücherregal und gleichzeitig ein Geschenk von meiner Schwester. Ich hätte eigentlich auch "The Little Prince" draufsetzen können, da Kennedys Geschichte doch stark daran erinnert, aber es ist irgendwie noch etwas "erwachsener". Dennoch ist es genauso charmant und zeigt auf, dass man uns Menschen, aus einem anderen (tierischen) Augenwinkel betrachtet, manchmal nicht versteht, weil es eigentlich keinen Sinn ergibt. Und manchmal entdecken wir doch, dass die "Menschlichkeit" (wenn man es so nennen kann) auch ihre guten Seiten hat.


Mich würde nun natürlich sehr interessieren, wie euer persönlicher Bücherstapel oder euer Ideal Bookshelf aussehen würde! Solltet ihr einen eigenen Blog haben und einen Beitrag dazu machen, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir euren Link in den Kommentaren dalsssen würdet oder falls ihr euren Bücherstapel bei Instagram zeigen möchtet, das Bild mit dem Hashtag #littlebookpile verseht. 


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Beiträge anderer Blogger / innen:




Kommentare:

  1. Eine tolle Idee das Thema für einen Blogbeitrag aufzugreifen, mal schauen vielleicht beteilige ich mich an der Aktion weil ich die Idee super finde und mit Pfingsten auch etwas Zeit hätte um Bilder zu schießen.

    Harry Potter wäre aber auch auf meinem Bücherstapel. Ich bekomme die Kritik natürlich auch mit und vieles ist nachvollziehbar, aber trotzdem darf man nicht vergessen wie viele Menschen die Buchreihe überhaupt erst zum Lesen gebracht hat. Dazu hat sie meine Kindheit und Jugend geprägt und hat schon deshalb immer einen besonderen Platz in meinem Herzen. Ganz so schlimm kann die Reihe für einen übrigens nicht gewesen sein, denn Studien belegen, dass Menschen die Harry Potter gelesen haben aufgeschlossener sind. Fand ich ganz interessant, als ich darauf gestoßen bin.

    Von Atwood und Gaiman möchte ich auch unbedingt mal etwas lesen. Letzterer ist halt oft in einem Genre unterwegs, welches ich liebe, da ich ja ein totaler Mysteryfan bin und er das auch mit viel Witz verbindet. Bei Atwood möchte ich mir auch als erstes Report der Magd vornehmen, weil mich "The Handmaid's Tale" begeistert, schockiert und aufrüttelt. Ich hoffe, dass das Buch dem in nichts nach steht.


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    1. Danke Dir für deinen lieben Kommmentar! Ich antworte dir mal in deinem aktuellen Post darauf. :D


      Liebe Grüße
      Karin

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    2. Wie sagt man so schön was lange währt wird endlich gut: Ich bin nämlich dazu gekommen meinen Beitrag zum Thema online zu stellen: https://www.smalltownadventure.net/2019/07/buecher-blogparade-persoenlicher-buecherstapel.html

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    3. Oh, ich freu mich sehr! Da werde ich gleich direkt mal vorbeischauen und deinen Link noch in meinen Beitrag einfügen. :)


      Liebe Grüße
      Karin

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  2. Die Idee find eich super und werde ich bestimmt auch mal selbst aufgreifen. Zu meinem Bücherstapel würde wohl ebenfalls ein Buch aus der Harry Potter Reihe, Der große Gatsby, Ophelia Scale, Der Distelfink und Der Wolkenatlas gehören.
    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Würde mich freuen, wenn du mir (falls du den Beitrag umsetzt) den Link da lässt. Dann verlinke ich gerne darauf. :)

      Hört sich auch interessant an! die letzten drei genannten von dir habe ich noch nicht gelesen, habe es bei "Der Distelfink" aber schon seit längerem vor. Werde mal gleich schauen, worum es bei "Ophelia Scale" geht, da sagt mir nur der Titel etwas, aber könnte dem jetzt keinen Inhalt zuordnen. :) Danke für den kleinen Überblick.

      Liebe Grüße
      Karin

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