Mai: Wenn ein ruhiger Monat gar nicht so ruhig ist

Juni 04, 2019




Manchmal gibt es so Monate, bei denen man das Gefühl hat, dass eigentlich nichts passiert ist. Wenn man sie dann Revue passieren lässt, stellt man jedoch fest, dass doch so einiges stattgefunden hat und man einiges zu erledigen hatte.

Zum Beispiel stand wieder einmal die Litblog Convention vor der Tür. Gemeinsam mit Marie von "Wortmalerei" und Verena von "Flying Thoughts" haben wir einige interessante Veranstaltungen besucht und das Buffet unsicher gemacht. Es war mir wieder einmal eine Freude, die Zeit mit den zweien zu verbringen! Leider kam ich auch dieses Jahr wieder nicht wirklich dazu, vernünftige Bilder zu machen. Zudem hatte ich generell das Gefühl, dass sich die Blogger vor Ort eher auf das aktuelle Erlebnis konzentriert haben, sprich auch vor Ort schon fleißig getwittert und bei Instagram Stories hochgeladen haben und es weniger "Nachberichte" gab, als die Jahre zuvor. Das finde ich persönlich gar nicht mal so schlecht, einen Beitrag habe ich allerdings gefunden, den ich aber ganz gelungen fand. Und zwar auf dem Blog "Chochi in Wonderland". HIER geht es zum Artikel: "Lit Blog Con 2019".
(Falls ihr vielleicht selbst einen Beitrag dazu verfasst habt, lasst mir gerne einen Kommentar da, dann trage ich eure Links gerne nach.)

Nach der Litblog Convention wurde es etwas ruhiger, dennoch beschäftigten mich parallel zu meinen Büchern, die ich in der Freizeit lese, auch noch meine Bücher, die ich für meine Abschlussarbeit lese. Sicherlich wird mich die Arbeit auch in den nächsten drei Monaten noch mehr auf Trab halten, sodass es hier in den Lesemonaten etwas knapper wird.

Vielleicht erinnert ihr euch zudem noch an das Interview, welches ich dank des Buchblog-Awards mit dem Börsenblatt halten durfte. Dort hatte ich den Wunsch geäußert mehr Beiträge über Buchhandlungen umsetzen zu können. Ende des Monats hat es dann endlich geklappt und ich habe mich mit der Besitzerin einer sehr süßen Buchhandlung in meiner Heimatstadt getroffen. Da morgen noch eine Veranstaltung (und eventuell noch ein weiteres) ansteht, verrate ich noch nicht zu viel. Aber ein Beitrag darüber wird in nächster Zeit auch noch folgen.
Nun aber zu den gelesenen Büchern im Mai.

Wie immer gelangt ihr durch Anklicken des Buchtitels, falls vorhanden, auf die jeweilige Rezensionsseite.

  • "Das vergessene Fest" von Lisa Kreißler: DAS Buch meiner nächsten Monate, denn darüber schreibe ich meine Abschlussarbeit. Beim ersten Lesedurchgang mochte ich es schon ganz gerne. Nun, wenn ich mit einem schärferen Auge darauf blicke, entdecke ich noch mehr Details und Spielereien, die ich schon beinahe faszinierend finde. Ich hoffe, dieses Gefühl bleibt mir erhalten und der Spaß am Schreiben darüber verfliegt nicht.
  • "Vor dem Fest" von Sasa Stanisic: Vielleicht lässt es sich anhand des Titels bereits erahnen: auch dieses Buch habe ich für die Uni gelesen, obwohl ich es schon lange auch privat lesen wollte. Tatsächlich lassen sich viele Elemente, die man bei Kreißlers Roman findet, auch hier herausfiltern. Spannend fand ich bei Stanisic, dass er mit sehr vielen verschiedenen Aspekten spielt und sie nicht so strikt einführt, wie man es von anderen "typischen" Romanen gewöhnt ist. Er löst sich geschickt von einer, zumindest von uns Lesern angenommenen, Norm der Literatur. Er springt in den Kapiteln zwischen den Erzählern, zwischen den Zeiten, in denen die Geschehnisse geschehen, zwischen der Art der "Rede". Ein sehr vielschichtiger Roman, den man bei einmaligem Lesen vielleicht nicht gänzlich greifen kann, welcher aber dafür sorgt, dass man wieder richtig Lust auf Literatur bekommt und sich auch nach Beenden des Romans gerne in ein Gedankenkarussell setzt.
  • "The Little Paris Bookshop" von Nina Geoge: Wenn man das Gefühl hat, dass man viele Bücher liest, die man aufgrund der Uni liest oder wenn sie viel von einem abverlangen, dann sucht man gerne auch mal nach Büchern, die man zwischendurch einfach weglesen kann. Ich hatte mich in einem solchen Moment zu Georges Roman hinreißen lassen. Nach bereits einigen Kapiteln stellte ich aber fest, dass ich damit gar nicht wirklich warm werde. Die Figuren, die Handlung, die plötzlich eingeschobenen Entwicklungen, die mir nicht immer passend oder sinnvoll erschienen haben mich schlichtweg nicht angesprochen. Das ging dann soweit, dass ich einige Seiten nur noch überflogen habe. Vielleicht war es der falsche Zeitpunkt, aber auch die Schreibweise hat mich nicht packen können. Schade, denn es klang vielversprechend und gewisse Aussagen des Romans sind auch ganz schön. Für mich allerdings nicht ganz das richtige gewesen.
  • "Der Riss" von Hye-Young Pyun: Eines meiner Highlights diesen Monat und sicherlich auch generell eines meiner Favoriten. Es ist einer dieser Romane, die sich langsam an den Leser anschleichen, die eine dunkle Seite offenbaren und ihn dann verschlingen. Natürlich auf eine gute Art und Weise!
  • "Liebe in der Nacht" von F. Scott Fitzgerald: In meiner Rezension habe ich schon erwähnt, dass ich die meisten Erzählungen des Buchs wirklich schön, gefühlvoll und träumerisch fand, mich aber sehr gestört hat, dass sich der Verlag dazu entschlossen hat, die rassistischen Begriffe, wohl aus Originalgründen, beizubehalten. Sehr schade, denn darunter litt dann leider meine endgültige Bewertung.
  • "Der Zopf meiner Großmutter" von Alina Bronsky: Bei dem Roman (Mitbringsel von der LitblogCon), den ich noch schnell zwischen der etwas längeren Lektüre, zu der ich gleich noch kommen werde, eingeschoben habe, bin ich wahnsinnig zwiegespalten. Ich verstehe, worauf die Geschichte hinauslaufen soll, was sie vielleicht aussagen könnte, zumindest für mich persönlich, aber irgendwie...wurde ich hier nicht ganz abgeholt. Auch hier wurde mindestens ein rassistischer Begriff aufgegriffen oder reproduziert, was ich einfach, ich muss es immer wieder betonen, in der heutigen Zeit als mehr als unpassend finde. Es sollen damit die Ansichten der Figuren und ihre Meinung über den Klassenstatus oder den sozialen Standard offenbart werden, bei mir sorgt es aber immer dafür, dass ich mich wahnsinnig unwohl fühle und nicht nachvollziehen kann, was der Reiz daran sein soll, diese Begriffe weiterhin einzubauen. Zudem wird auch hier das sehr merkwürdige und unpassende Verhalten der Großmutter an vielen Stellen, dadurch relativiert, dass sie im Herzen ja eine gute Frau ist, die durch das frühere Leben abgehärtet sei. Nun, das mag sein, aber ich finde man darf schlechtes Verhalten nicht immer nur mit der Vergangenheit rechtfertigen. Und die Leser dann immer an die Figur zu binden, weil man sie bemitleidet erachte ich auch als etwas problematisch. Gleichzeitig wird dadurch natürlich die Aussage gestärkt, dass Menschen durch ihre vergangenen Handlungen und Erfahrungen geprägt werden und deswegen neue Verhaltensweisen entstehen, die sie an ihre, wie hier, Enkel weitergeben. Wie gesagt, ich stehe dem Roman letztlich einfach zwiegespalten gegenüber.
  • "Vanity Fair" von William Makepeace Thackeray: Diesen über achthundert Seiten schweren Wälzer habe ich bereits Mitte des Monats begonnen und lese überwiegend abends immer mal wieder einige Kapitel weiter. Daher bin ich noch nicht wirklich weit, finde aber die Dynamik der Figuren bisher ganz unterhaltsam. Mal sehen, wohin das noch führen wird. Eventuell wird es dazu noch eine separate Rezension geben.

Ansonsten blüht gerade in Deutschland endlich der Sommer auf. Zumindest teilweise. Und man merkt auch, dass die Leute daher deutlich weniger am Computer sitzen, sondern die Zeit draußen genießen, was natürlich wunderbar ist! 
Ich würde auch gerne öfter draußen sitzen, mich hat der erste schwüle Tag aber schon kränkeln lassen, daher versuche ich mich mit Halsschmerzen von einem Ort zum nächsten in möglichst kurzer Zeit fortzubewegen.


Gab es bei euch ein Buchhighlight im Mai? Hat euch ein Buch enttäuscht oder mit einer gemischten Meinung zurückgelassen?




Kommentare:

  1. Solche Monate kenne ich auch, gerade deshalb schätze ich meinen Monatsrückblick so, weil er mir noch mal in Erinnerung ruft, dass dann doch mehr passiert ist, als ich dachte. Eine Litblog Convention würde ich ja auch gerne mal besuchen, aber die sind immer so weit weg und aktuell ist das finanziell nicht drinnen. Bräuchte da dann doch ein Hotelzimmer und das summiert sich kostentechnisch. Fände das aber auch mal ganz interessant und das Progrmam klingt immer cool, auch wenn ich doch sehr nervös wäre, da ich halt noch nicht so die Kontakte in der Buchszene habe, auch weil ich ja kein reiner Buchblog bin. Habe dann immer die Angst, dass man mir dann doch eher ablehnend begegnet, was aber sicherlich eher nur mein Gedankenkarussell ist, das immer an den Worst Case denkt. So oder so würde ich gerne dieses Jahr auf die Frankfurter Buchmesse und da auch einige Buchblogger treffen und kennenlernen.

    Bei der Abschlussarbeit wünsche ich dir viel Erfolg, ich bin als ich meine Bachelorarbeit geschrieben habe, auch überhaupt nicht zum Lesen gekommen, zumindest privat. Fachlektüre wälzt man da ja einige.

    Dankeschön für dein liebes Kompliment Karin,
    Wobei ich aktuell auch sehr hinterherhänge und viele Serien, die neu auf Netflix sind noch gar nicht gesehen habe, wie The Umbrella Academy, The Society, The Bodyguard, Sex Education und bei Prime beispielsweise Good Omens. Ich hänge da auch hilflos hinterher :D. Aber ich halte es so, dass ich den Serien, die ich schon länger verfolge Vorrange einräume und erst wenn ich damit fertig bin und etwas Luft habe, in was Neues reinschaue. So bin ich halt oft etwas später dran, aber ist ja auch kein Wettbewerb.

    YOU habe ich aber in der Tat angeschaut, weil das ja in der Weihnachtspause gestartet ist und ich da tatsächlich etwas Luft hatte und das schön durchbingen konnte. Das Buch habe ich nicht gelesen, habe aber jetzt schon mehrmals vernommen, dass man sich das sparen kann, wenn man die Serie geschaut hat. Ich hatte das in der Buchhandlung mal in der Hand und bin mal kurz zu den letzten Seiten gegangen, da bleibt man schon konform. Das ist also in der Tat auch das Buchende. Aber es hat mich echt geschockt, ich hatte mit einem anderen Ausgang gerechnet und gedacht, dass sich Beck noch retten kann und wir in der zweiten Staffel dann sehen, wie Joe von der Polizei gejagt oder auch schon vor Gericht gestellt wird.

    Darüber würde ich mich sehr freuen :). Ich werde mich jetzt an Pfingsten mal dransetzen und da einen Post zu basteln. Kann dann unter deinem Beitrag ja mal meinen Link posten, wenn er online ist. Bin gespannt, ob noch mehr Blogger sich dann der Aktion anschließen und werde darauf natürlich auch nochmal aufmerksam machen.

    Ja das finde ich aktuell auch schwierig, möchte das Thema auch mal in einer Kolumne aufgreifen, dass wir nur noch diese zwei extreme haben entweder unbändiger Hype oder man hasst und verabscheut etwas und kritisert dann alle, die das Buch trotzdem gut finden. Das lässt sich ja auch auf so viele andere Bereich übertragen und mir fällt das extrem auf, gerade weil ich jemand bin, der immer in der mitte unterwegs ist. Ich kann mich mit diesen Extremen einfach nicht identifizieren und bei aller Kritik: Mir hat Harry Potter nicht geschadet, sondern das Buch hat mich offener gemacht, trotz der natürlich stellenweise berechtigten Kritik. Das mit der Geldmacherei: Auch das kann man kritiseren, aber wäre man selbst in der Lage, würde man es wohl genauso wie Rowling handhaben. Es ist sicherlich verlockend, damit immer noch Geld zu machen und das Universum weiter auszubauen, sowohl weil es halt auch ein großer Teil ihres Lebens war und ist. Sie hat Harry Potter ja alles zu verdanken, auch das sollte man da vielleicht bedenken und parallel dazu veröffentlicht sie ja auch einige Krimibücher, der Vorwurf sie würde sich nur noch an Harry Potter bereichern, stimmt hier also auch nicht.

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  2. Hallo,

    da war bei dir im Mai ja echt viel los! Irgendwann schaff ich es auch mal zur LitBlog. :-)

    "Der Riss" möchte ich auch noch lesen. Mein Mai-Highlight war "Einer von uns schläft" von Josefine Klougart, das hat einen einen ganz besonderen Schreibstil.

    LG,
    Mikka
    [ Mikka liest von A bis Z ]

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    1. Wohnst du denn etwas weiter weg oder hat es bei dir bisher zeitlich nicht geklappt? :)

      Von "Einer von uns schläft" habe ich tatsächlich bisher noch nichts gehört, hab es aber eben kurz über Google gesucht. Klingt tatsächlich ganz interessant, wenn auch etwas "trauriger". Werde es mir mal merken und gegebenenfalls mal in die Leseprobe schauen, wenn die Zeit es zulässt. Danke für den Tipp. :)


      Liebe Grüße
      Karin

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