April: Vergessene Autoren, viele Tiere und einige Kurzgeschichten

Mai 03, 2018








Der April wird mit einem "April, April" eingeleitet und endet mit dem "Tanz in den Mai", langweilig kann man den Monat also eigentlich nicht nennen. Auch meine Buchauswahl war keineswegs uninteressant, im Gegenteil. Einige Geschichten haben mich aufgewühlt, andere haben mich gut unterhalten und andere wiederum waren einfach nur schön zum Anschauen, weil sie durch Illustrationen zu einem Hingucker wurden.
Zwei Bücher sind genau genommen noch aus dem Lesemonat März, allerdings war ich da so mit der Lernphase beschäftigt, dass sich ein Monatsrückblick nicht gelohnt hatte. Ich bin mehr als erleichtert, dass ich die letzte Klausur nun auch geschafft habe und mir nur noch Hausarbeiten bevorstehen. Sicherlich wird sich die Lesezeit dann aber wieder etwas verkürzen.

Wie immer gelangt ihr durch Anklicken des Buchtitels, falls vorhanden, auf die jeweilige Rezensionsseite.

“The Nest” von Cynthia D´Aprix Sweeney: Um dieses Buch bin ich schon sehr lange herumgeschlichen. Viele haben es gelobt und weiterempfohlen, daher wollte ich mich nun auch selbst davon überzeugen. Grundsätzlich habe ich auch jetzt noch eine sehr positive Erinnerung daran. Die Idee war relativ gut umgesetzt und die Handlung an sich war auch nie 'langweilig', allerdings ist es auch kein Buch, welches mich komplett atemlos zurückgelassen hat. Dennoch ist es eine schöne Geschichte über die Funktion der Familie und der Frage, ob man sich von der Familie lösen kann und sollte.

"The Book of Forgotten Authors" von Christopher Fowler: Ein schönes Buch für zwischendurch, wenn man sich neue Inspirationen zu Lesevorräten holen möchte. Schön fand ich, dass alle Kapitel zu den einzelnen Autoren von Kapiteln eines Themas aufgelockert wurden. Schwierig fand ich hingegen, dass oftmals doch einiges an Vorwissen gefragt ist, wenn der Autor versucht einen Schreibstil mit einem anderen zu vergleichen und man diesen nicht kennt. Dann müsste man sich einfach nach Bauchgefühl entscheiden, ob man das Buch und den Autor wohl gut finden würde oder man muss zusätzlich etwas recherchieren. Grundsätzlich sind aber alle Autoren und deren Werk ganz schön zusammengefasst und es wurde darauf geachtet, bestimmte Charakteristika hervorzuheben, wenn dies möglich war.

“The Lark” von E. Nesbit: Eine wirklich schöne Erzählung, perfekt für die folgenden Sommertage. Man kann sich die blumige Landschaft und die Protagonisten sehr gut vorstellen und ich bekam sofort eine gewisse Leichtigkeit, die sich schön an die Handlungen angepasst hat. Es freut mich, dass das Buch nun in der Penguin Women Writers Serie wieder neu verlegt wird.

“The little Mermaid & Other Fairy Tales” von Hans Christian Andersen: Die Märchen von Andersen kennen wohl die meisten. Sei es "Des Kaisers neue Kleider", "Däumeline" oder eben "Die kleine Meerjungfrau". Ich persönlich liebe seine Märchen und war hin und weg, als bekannt gegeben wurde, dass MinaLima diese als illustrierte Ausgabe herausbringen wird. Die meisten interaktiven Elemente fand ich auch sehr geglückt, andere wiederum hätte ich mir vielleicht doch etwas ausgefallener gewünscht.

“Big Pig, Little Pig” von Jacqueline Yallop: Ein Buch, welches mich diesen Monat eher etwas verärgert zurückgelassen hat. Anfangs schildert die Autorin noch alles schön und unbefangen, schwärmt sogar von ihrer Liebe zu den Tieren, die sie gekauft hat. Das Ende war für mich dann einfach nur noch unverständlich und zeigte das Problem in unserer Gesellschaft auf. Nämlich, dass Menschen Tiere immer noch nicht so wertschätzen wie sie es sollten, obwohl sie sagen, dass sie sie lieben.

“Dr. Jekyll and Mr. Hyde” von Robert Louis Stevenson: Auch im April hatte ich wieder Lust einen Klassiker zu lesen. Diesmal fiel die Wahl auf "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" und auch diese kurze Erzählung hat mir sehr gut gefallen. Hier steht der Mensch im Fokus, der sich damit auseinandersetzt, ob man seine "guten" und "bösen" Seiten wirklich voneinander lösen und nur eine existieren kann.


“The Early Stories of Truman Capote” von Truman Capote: Von diesem kleinen Buch war ich wirklich sehr überrascht. Capotes frühe Kurzgeschichten haben mir wirklich ganz gut gefallen. Hilfreich war aber auch definitiv das Vorwort, welches noch einmal auf die Konflikte und Problemstellen hinsichtlich der Darstellung und Beziehung von Weißen und Schwarzen eingeht. Grundsätzlich enden die Geschichten aber immer mit einem kleinen Funken, der sich danach im Inneren des Lesers zu einem Feuer entfachen könnte; in dem Sinne, dass man sich mit dem letzten Satz noch in der Erzählung 'gefangen' sieht und man verstärkt darüber nachdenkt.


“A Black Fox Running” von Brian Carter: Mein erster 'Naturroman' war eine schöne Leseerfahrung. Auch wenn es doch recht rabiat zugeht und man den Fuchs-Protagonisten Wulfgar eben als Tier kennenlernt, das seiner Natur folgt und auch Mäuse und Kaninchen jagt und isst. Hinzu kommt aber die Verbindung zum Menschen, der wiederum Wulfgar versucht einzufangen. Dadurch entspinnen sich wirklich viele spannende Anhaltspunkte. Auch die Nachfolgen des Kriegs werden hier aufgegriffen und in den Kontext gesetzt. So ist das Buch keineswegs 'nur' eine nette Geschichte über einen Fuchs und ein Buch, welches sich mit detaillierten Naturbeschreibungen befasst, sondern auch tiefergehende Themen anspricht. Durch einen weiteren tierischen Freund wird der Leser auch mit philosophischen Ansichten vertraut gemacht.

“Das vergessene Fest” von Lisa Kreißler: Recht kurz und doch mit allem möglichen vollgepackt. Neulich ging erst die Rezension zu dem Buch online, daher werde ich mich hier kurz fassen. Die Geschichte war für mich anfangs etwas konfus und nicht leicht zu erschließen. Nach und nach aber fand ich die Konstruktion wirklich geglückt. Man muss sich aber etwas länger mit dem Text beschäftigen und gegebenenfalls nochmal einige Kapitel nachlesen.

“Goobye Christopher Robin” von Ann Thwaite: Hier erschien vor wenigen Tagen erst die Rezension, daher verweise ich gerne direkt darauf.

“The Skeleton´s Holiday” von Leonora Carrington: Zum Schluss habe ich es noch geschafft im Zug dieses kleine Büchlein zu lesen, das zu den Penguin Modern Classics gehört. Die Erzählungen sind wirklich sehr kurios und heben sich von der 'normalen' Welt die wir kennen, ab. Leonora Carrington ist ja auch zusätzlich als surrealistische Malerin bekannt. Dadurch sind sie aber wirklich spannend und ihre Kürze erlaubt es auch, sich anschließend etwas länger mit den Figuren zu beschäftigen, die dort auftauchen.



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