Dr Jekyll and Mr Hyde von Robert Louis Stevenson

April 13, 2018



(Original: "Dr Jekyll and Mr Hyde"/ 1886) Penguin Classics, 106 Seiten, Übersetzer/in: - , gebunden, Englische Ausgabe, ★★★★☆ 4 Sterne
Diese Ausgabe enthält zusätzlich die Erzählung "The Bottle Imp".
Der Klassiker, um den angesehenen Dr Jekyll und seine kuriose Verbindung zu einem Mr Hyde, um den sich zunehmend schlimme Befürchtungen zu bewahrheiten scheinen. Eine Suche und Erkenntnis nach dem Bösen im Menschen.

MEINE MEINUNG / FAZIT
  
"'If he be Mr Hyde, ' he had thought, 'I shall be Mr Seek." S.11

Meiner Meinung nach bringen viele Klassiker ganz essentielle Fragen und Gedanken genau auf den Punkt. Auch in dieser Erzählung von Robert Louis Stevenson geht es ohne eine große Vorgeschichte direkt zur Sache. Der Leser wird mit dem Wichtigsten vertraut gemacht und erfährt nach und nach wie sich die Begebenheiten zugetragen haben.
Und obwohl die Geschichte des Dr Jekyll und Mr Hyde schon so oft verfilmt und adaptiert wurde, ist es schön, den Ursprung dieses 'Mythos' zu ergründen.
Als Leser schreitet man zwar sehr schnell durch das Geschehen voran, denn man lernt die Figuren tatsächlich eher nur oberflächlich kennen, man kann sich aber gleichzeitig durch gezielte Aussagen sehr gut erschließen, worum es in der kurzen Geschichte geht und welche Charakteristiken die Figuren ausmachen. Auch wenn man dadurch, dass man eigentlich schon weiß, wie die Geschichte endet, kein wirkliches Überraschungsmoment hat, entsteht doch eine ganz eigene Spannung. Für mich persönlich kam das vor allem durch den Wechsel der Erzählperspektiven zustande. 
Es gibt zwei Freunde, welche Dr Jekyll zu seinen engsten zählt und genau diese sind es dann auch, die ihre Sicht der Dinge und ihre Erlebnisse mit dem Leser teilen, gefolgt von einem letzten Kapitel, in dem sich der beschriebene Protagonist selbst vor den Leser stellt und sein 'Innerstes entblößt'.

"What he told me in the next hour, I cannot bring my mind to set on paper. I saw what I saw, I heard what I heard, and my soul sickened at it." S.56

Da sich die Beschreibung selbst, wie Dr Jekyll seine Experimente durchführt und wie andere die merkwürdigen Geschehnissen in der Stadt verfolgen, recht zügig lesen lassen, man aber eben nicht sehr weit in die Einzelheiten der chemischen Prozesse eingeführt wird, erinnerte mich die Erzählung an Frankenstein. Es geht um etwas, das der Mensch erschaffen hat, was aber seine Abgründe, seine Tiefen, sein Leid, aber auch seine egoistische Macht darstellt. 
Die Geschichte verdeutlicht, dass sich der Mensch nie von dem Guten oder dem Bösen seines selbst lösen kann, man könne schlichtweg nicht als solches Wesen existieren. Für mich werden diese wichtigen Aspekte zwar in kurzer Form offengelegt, aber sie sind dennoch immer wieder aufs Neue lesenswert und auch in dieser speziellen Geschichte passt sich diese Mischung aus dem Bösen und dem Guten hervorragend aneinander an. 
Die Figuren sind so konzipiert, dass man all ihre Überlegungen teilweise nachvollziehen kann. Die Hilflosigkeit und Angst der Freunde, wie auch des Dr Jekyll selbst, stehen präsent im Vordergrund, ohne dass man sich von allen als Leser abwenden möchte. Man will erfahren (auch wenn man es weiß), wie sich die innerlichen Konflikte der Protagonisten lösen oder zu einer Katastrophe führen werden.



1 Kommentar:

  1. Der Buchumschlag ist sooo gelungen!

    Neri, Leselaunen
    www.leselaunen.net

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