A Black Fox Running von Brian Carter

April 18, 2018




(Original: "A Black Fox Running"/ 1981) Bloomsbury Publishing, Übersetzer/in: - ,Englische Ausgabe, ★★★★(☆) 4 bis 5 Sterne
Dies ist die Geschichte von Wulfgar, einem Fuchs aus Dartmoor, mit dunklem Fell und seinem Erzfeind Scoble, einem Fallensteller, welche sich in einem harten Winter 1947 zugetragen hat. Nicht nur durch die atemberaubenden Beschreibungen der Natur, sondern auch durch die Schilderung der 'beschädigten' Menschlichkeit ist der Naturroman gleichzeitig ein Portrait einer Gegend und eine packende Geschichte eines Überlebenskampfs.

MEINE MEINUNG / FAZIT
  
"'It´s not worth taking so many risks', Wulfgar said.
         'But it´s fun', Teg replied. 'Men are like rabbits.'.
'They´re not', said Wulfgar firmly. 'Start believing that and you´re dead. Your mother taught you to fear Man above all creatures. She didn´t tell you to watch out for rabbits.'" S.54

Es ist immer wieder spannend, wenn man sich an Bücher wagt, die einen in eine neue Richtung lenken, dem Leser eine neue Facette der Literatur aufzeigen.
Genau dies ist mir auch mit "A Black Fox Running" passiert. Man kennt zwar schon die Technik von Fabeln, in denen sprechende Tiere vorkommen und einem eine Moral vermitteln wollen. Hier allerdings sprechen viele von einem 'Naturroman'. Nun, ich hatte mir zunächst vorgestellt, dass die Beschreibungen der Natur einen deutlich größeren Teil einnehmen würden, dass die Handlung dadurch etwas untergestellt wird. Dies ist aber ganz und gar nicht der Fall. Man liest die wunderbaren Beschreibungen der Gegend, der verschiedenen Orte zu denen die Tiere wandern oder an denen sie sich niederlassen, aber dies unterstreicht nur die Atmosphäre der Handlung. 
Viele Ereignisse werden in Verbindung mit der Natur und ihrer Entwicklung gesehen, zum Beispiel die Jahreszeiten als sicheres Überleben oder als Gefahr für die Füchse, je nachdem ob der Winter naht oder ein Ende nimmt.
Für mich waren die Beschreibungen einerseits sehr träumerisch und poetisch, was auch oftmals durch Einschübe einiger Gedichte verstärkt wird, aber sie waren auch Ausdruck einer doch rabiaten und ehrlichen Rangordnung in den Wäldern und unter den Tieren.

"The countryside was crying out for rain, but with the wind blowing gently from the continent the drought continued." S.173

So verschönt Brian Carter die Geschichte rund um Wulfgar und seine Freunde, wie auch seine Feinde nicht. Die Tiere besitzen die Fähigkeit, sich in ihrer eigenen Sprache zu verständigen, welche natürlich netterweise für uns Leser als (hier) englische Sprache transkribiert wurde, aber sie sind auch durch ihre inneren Triebe geprägt. Es gibt sehr viele Passagen, in denen davon erzählt wird wie Wulfgar und auch andere Füchse, Hasen und Ratten jagen, diese töten und auch essen um zu überleben. Für mich war dies eben dieser Ausdruck des 'natürlichen Kreislaufs' in der Tierwelt; das Töten eines Tieres als Sicherung des eigenen Fortbestandes. Im Gegensatz dazu tauchen auch die Menschen in diesem Roman auf. Sie positionieren sich auf der, meiner Meinung, anderen Seite und greifen so das Thema der Tötung eines Tieres aus Rache oder als eher unsinnige Aufgabe auf. 
Geschickt verwebt Carter hier diese Erzählstränge so, dass sie sich immer gegenseitig ergänzen. Um diese Seiten aber auch zielgerichteter zu verbinden, werden weitere Instanzen eingebaut, wie zum Beispiel den Hund von Scoble, der einerseits die Lebensweisen der Menschen kennt, als Tier aber auch die Möglichkeit besitzt mit den Füchsen zu interagieren und sogar mit ihnen zu kommunizieren.
Es entspinnt sich ein wirklich interessanter, rasanter, aber auch nachdenklicher Roman, der zwar das Leben eines Fuches in der Natur aufzeigt, aber eben auch den großen Einfluss des Menschen auf dieses Gebiet. Zudem werden auch die Nachwirkungen des Kriegs thematisiert, die sich auch zum Schluss sehr gut entwickeln und dem Leser eine gewisse Melancholie abverlangen. 

“'The stars don´t care if we die', she said. When a fox dies they don´t cry. The hills never sob.'” S.357

Auch wenn diese Geschichte als Naturroman im Vordergrund stehen soll, beschreibt er nicht nur wunderbar die wichtigen Schauplätze der Ereignisse, sondern thematisiert zahlreiche nachdenkliche Überlegungen des Menschen, paradoxerweise auch aus Sicht des Fuches. Die Handlung ist auch trotz intensiver Naturbeschreibungen spannend und überzeugt durch viele interessante Verknüpfungen, die das Zusammenleben von Mensch und Tier (im Wald) anbelangen. Der Fuchs Wulfgar ist trotz seiner realen Darstellung und der damit verbundenen Tötung anderer Tiere recht sympathisch und man kann sich dem Interesse an seinem Leben als Leser nicht entziehen. Besonders schön fand ich auch die eingebauten Gedichte und die sehr philosophischen Ansätze, die das Leben an sich hinterfragen.



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