Kategorie: Fantasy
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"The Book That Wouldn´t Burn" (The Library Trilogy #1) von Mark Lawrence

Januar 25, 2024


(Original: "The Book That Wouldn´t Burn"/ 2023), Übersetzer*in: - , , ★★★★☆ 4 Sterne

Eine deutsche Übersetzung ist bisher nicht angekündigt. 

Evar hat sein ganzes Leben gefangen in einer riesigen Bibliothek verbracht. Einer Bibliothek älter als viele Imperien und größer als viele Städte.

Livira hat ihres in einer winzigen Siedlung, draußen im Staub, verbracht. Dort, wo sich niemand hinauswagt und Albträume ihre Unwesen treiben.

Die Welt hat sie beide bisher nicht beachtet. Doch das wird sich ändern...

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„There are moments in life when you know with a great and unshakeable certainty that everything will change.“ 
- S.47

 
Fantasy-Trilogien oder ganze Reihen sind manchmal eine schwierige Angelegenheit. Auf der einen Seite liebe ich es, wenn ich eine Geschichte mag und länger darin verweilen kann. Auf der anderen Seite jedoch ist das Risiko da, dass man nicht ganz warm wird, weil vieles erst in den nächsten Büchern aufgebaut wird.
Mit "The Book That Wouldn´t Burn" sind beide Sachen eingetreten. 
 
Die Welt war für mich zunächst eine Mischung aus "Dune" und "Piranesi", was eigentlich sehr für das Buch spricht. Ich mochte die Atmosphäre, das Rätselhafte und den Wechsel zwischen Liviras und Evars Perspektive. Dadurch wissen und kennen wir nicht alles, können aber in beide Welten eintauchen - die Wüstenstadt und die Bibliothek. Nach und nach wird die Verbindung zwischen beiden Figuren erkenntlich gemacht und auch aufgebaut.
Rückblickend war das Tempo in Ordnung. Die Welt ist etwas komplexer, bedarf also hier und da mehr Informationen. Andererseits jedoch hatte ich an einigen Stellen beim Lesen das Gefühl, dass die Geschichte hätte kompakter sein können. Vielleicht nicht in Bezug auf den Informationsfluss, aber eben auf das Gefühl, dass sich manches zieht.



„'Nostalgia is a drug, a knife. Against young skin it carries a dull edge, but time will teach you that nostalgia cuts - and that it´s a blade we cannot keep from applying to our own flesh.'“ 
- S.322
 
 
Was wir im ersten Buch erfahren ist geprägt vom System, das in der dortigen Welt herrscht. Wie funktioniert die Gesellschaft, was für Werte sind wichtig und vor allem: Welche Gefahren begleiten die Personen dort tagtäglich?
Obwohl ich den Cliffhanger zum Schluss mochte, muss ich zugeben, dass ich mir bereits beim ersten Teil ein wenig mehr Offenbarungen gewünscht hätte. Es gibt hier und da überraschende Wendungen, aber gewisse Dinge versteht man weiterhin nicht genau. Das ist natürlich den Erfahrungen und (fehlenden) Erinnerungen der Erzählerstimmen geschuldet, jedoch sorgte das bei mir manchmal für ein unbefriedigendes Gefühl. Zumal vieles am Ende sehr chaotisch erzählt wird und einige Bezüge zu Figuren bruchstückhaft scheinen.
 
Die Thematik im Buch wird natürlich durch das Fantasy Genre gestützt, bezieht sich aber auch sehr stark auf unsere Gesellschaft und wie wir miteinander umgehen. Das ist ein Punkt, den ich am Buch durchaus mochte. Neben allen Aspekten, die auf Dinge abzielen, die in unserer Welt nicht möglich sind, findet man in der Geschichte viele wichtige Ansätze, die aufzeigen, wie sich Menschen wahrnehmen ohne sich wirklich zu kennen und wie sich der Blick verändern kann, wenn man sich eben die Möglichkeit gibt einander kennenzulernen - und zwar ohne Vorurteile. 
 
Auch wenn die negative Kritik hier stärker durchscheinen mag, muss ich noch einmal betonen, dass ich mich dennoch auf den zweiten Teil freue und natürlich unbedingt herausfinden möchte, wie es weitergeht. Die Figuren selbst fand ich nämlich durchaus interessant und ich bin auch beiden gerne auf ihrer Reise gefolgt. Beide sind eher ruhiger, wenig dramatisch und lassen die Leser*innen mit genau der richtigen Portion Kühnheit in das Abenteuer reingehen.



Der erste Band der Reihe ist eine etwas komplexere Einführung in die Welt, da uns viele Informationen noch vorenthalten werden und wir den Protagonist*innen teilweise mit Erinnerungslücken folgen.
Es gab Stellen, die hätte ich mir gerne packender und kompakter gewünscht, letztlich jedoch konnte mich der Roman immer wieder soweit zurückholen, dass ich zumindest den zweiten Teil noch unbedingt lesen möchte.

 

 
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"Fourth Wing" (The Empyrean #1) von Rebecca Yarros

Juni 07, 2023


(Original: "
Fourth Wing"/ 2023), Übersetzer*in: - , , ★★★★(★) 4,5 Sterne

Die deutsche Übersetzung des ersten Bandes ist unter dem Titel "Fourth Wing - Flammengeküsst" im dtv Verlag erschienen.

Ein Drache ohne seinen Reiter ist eine Tragödie.
Ein Reiter ohne seinen Drachen ist tot.

Tritt ein in die brutale und elitäre Welt eines kriegerischen Colleges für Drachenreiter*innen.
Die zwanzigjährige Violet Sorrengail sollte eigentlich eine Schriftgelehrte werden und ein ruhiges Leben zwischen Büchern führen. Nun jedoch hat die Generalin - auch bekannt als ihre toughe und strikte Mutter - befohlen, dass sie den hunderten von Kandidat*innen der elitären Navarre folgt, um eine Drachenreiterin zu werden.

Doch wenn du kleiner bist als alle anderen und dein Körper empfindlicher, ist der Tod nur einen Herzschlag entfernt. Denn Drachen suchen sich keine fragilen Menschen als Partner aus, sie verbrennen sie.
Violet muss also all ihre Fähigkeiten schärfen, um den nächsten Sonnenaufgang mitzuerleben. Und zu allem Übel hegt sie die Vermutung, dass ein grauenhaftes Geheimnis gehütet wird.
Freunde, Feinde, Liebende. Alle am Basgiath College haben eine Mission - denn, wenn du erst einmal drinnen bist, führt nur ein Weg wieder hinaus: absolviere es oder stirb.

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„'You´re freakishly calm for someone who just heard she´s about to be hunted.'

'It´s a typical Wednesday for me.'
“
 
- S.189

 
Drachen, ein gefährliches College und jede Menge Geheimnisse? That´s my cup of tea. 
Mit "Fourth Wing" erfährt derzeit mal wieder ein Fantasybuch einen großen Hype. Da ich grundsätzlich immer für gute Fantasygeschichten zu haben bin, wollte ich also auch mal sehen, was der erste Teil der neuen Reihe zu bieten hat. Und ich kann eines vorab sagen: ich warte gespannt auf den nächsten Teil!
 
Die Erzählung startet direkt mitten in der eigentlichen Handlung und offenbart, welcher Herausforderung sich die Protagonistin Violet stellen muss. Sie soll eine Drachenreiterin werden, was so viel bedeutet, dass sie versuchen soll zu überleben.
Für mich war der Einstieg gelungen. Alle wichtigen Details zur Welt, zur Hierarchie und zu den Figuren erfahren wir immer wieder zwischendurch und fortwährend mit der Handlung selbst, sodass ich keine detaillierte und seitenlange Einführung gebraucht habe.
Das Tempo empfand ich als recht zügig und auch die fortwährenden Entwicklungen haben mich immer wieder gepackt.

 
Was natürlich überwiegend den Handlungsstrang ausmacht ist, dass sich Violet, die sich von allen anderen, doch recht gut trainierten und eher brutalen Mitstreitern, unterscheidet und herausfinden muss, wie sie die Aufgaben meistern kann. Zusätzlich bleiben aber dennoch weitere Hinweise zurück, welche die Leser*innen dazu auffordern zu hinterfragen, wer Freund und Feind ist.
Auch hier hat mich die Geschichte gut mitreißen können, obwohl man, wenn man schon einige Fantasygeschichten, die dieser ähneln, gelesen hat und man daher das ein oder andere erahnen kann. Die verschiedenen Konfrontationen, entstehenden Freundschaften und Interaktionen mit vielen Figuren haben dennoch durchaus eine gute Dynamik. 
 

Violet Sorrengail: unsere Protagonistin

Wenn ich mich mit der Erzählstimme beziehungsweise der Protagonistin nicht "verstehe" ist das für mich nicht direkt ein Ausschlusskriterium, da auch unsympathische Figuren eine gute Geschichte erzählen können.
Aber keine Sorge, bei Violet stimmte die "Chemie" sofort. Ich mochte, dass sie eine Herausforderung erhält und über sich hinauswachsen muss (so tragisch und tödlich das alles auch ausgehen kann), dass sie aber versucht zu wachsen, ohne sich selbst als Person oder ihre Prinzipien zu verraten.
Mit der Zeit lernen wir sie natürlich immer besser kennen, sehen, welche Fähigkeiten sie aus ihrer eigentlichen Liebe, Schriftgelehrte werden zu wollen, in ihrer neuen Umgebung sinnvoll nutzen kann.
Violet ist tapfer, mutig, schlau, aber auch impulsiv und manchmal leichtsinnig. Ihr Status als "Tochter von", in dem Fall der Generalin höchstpersönlich offenbart zudem noch einmal spannende Blickwinkel, die man (wie schon gesagt) vielleicht bereits kennt, die aber wirklich sehr gut zur Figur und ihrer Entwicklung passen.

 

Oh, diese Drachen

Was mich aber immer wieder in den Bann ziehen kann, ist das Auftauchen von Drachen. Und auch in "Fourth Wing" hat es bei mir sofort gefunkt. Ja, Drachen sind auch hier gefährlich und nehmen dem ein oder anderen das Leben. Aber die beschriebene Verbundenheit, die zwischen den Reitern und den Drachen bestehen und die ebenfalls tief und innig sein kann, hat mich irgendwie gepackt. Vor allem, wenn es um Violets Bezug zu Drachen geht (ich sag nur Andarna), wollte ich immer mehr über das Aufeinandertreffen erfahren.
Das ist ein Punkt im Buch gewesen, auf den ich mich auch in der Fortsetzung sehr freue.
 
 
 
„You are not attracted to toxic men, I remind myself, and yet, here I am, getting all attracted.“ 
- S. 109




Too hot to handle? Der Spice in "Fourth Wing"

Wer mich und meinen Lesegeschmack etwas kennt, weiß, dass ich grundsätzlich eher vermeide zu Büchern zu greifen, die mit "spicy" vermarket werden. Als ich gehört habe, dass diese Geschichte auch einen gewissen Anteil daran haben wird, war ich auf das Schlimmste eingestellt.
Überraschenderweise bleibt es zu weiten Teilen (glücklicherweise) eher mild. Erst im letzten Drittel, würde ich sagen, kommen einige Szenen, die expliziter beschrieben werden. Ich kann leider nicht sagen, dass das der Geschichte geholfen hat. Mir schien leider, als hätte diese Stellen jemand ganz anderes geschrieben, nur um eben diesen erotischen Teil im Buch abzudecken. Fand ich persönlich daher schade, aber ich konnte darüber hinwegsehen, weil mich der Rest einfach richtig gut unterhalten hat.



Spannung, Entwicklung & Cliffhanger

Wie bei vielen Buchreihen ist es leider so, dass man in Rezensionen dazu neigen könnte, zu viel preiszugeben und die Leser*innen zu spoilern. Ich tanze daher auch um die richtigen Worte herum, um meinen Spaß am Buch so auszudrücken, dass ich nichts Wichtiges verrate. Wer jedoch vielleicht nicht gut mit Cliffhangern zurechtkommt und direkt das nächste Buch braucht, der sollte ein wenig vorgewarnt werden. Am Ende darf man mit einem dieser guten alten Cliffhanger rechnen.
 


Also ja: Ich warte nun sehnsüchtig auf den zweiten Band und hoffe, dass wir da noch mehr Drachen, mehr Abenteuer, mehr enthüllte Geheimnisse und weniger Spice (sorry!) bekommen!





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"Babel" von Rebecca F. Kuang

April 23, 2023

(Original: "Babel or The Necessity of Violence"/ 2022), Übersetzer*in: - , , ★★★(★)☆ 3,5 Sterne

Die deutsche Übersetzung ist unter dem Titel "Babel" im Eichborn Verlag erschienen (28.04.23). 

Oxford, 1836. Die Stadt der träumenden Türme.
Die Stadt ist das Zentrum alles Wissens und allen Fortschritts in der Welt.

Im Herzen befindet sich Babel,
das prestigeträchtige "Royal Institute of Translation" der Oxford University. Der Turm, von dem die ganze Macht des Empires fließt.

In Canton als Waise geboren und von einem mysteriösen Beschützer nach England gebracht, geht Robin Swift davon aus, dass Babel ein Paradies ist.
Doch dann wird es zum Gefängnis... Aber kann ein Student sich gegen das Empire stellen?
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„A lie was not a lie if it was never uttered; questions that were never asked did not need answers.“ 
- S.30

 
"Babel" war wohl eines der heißersehntesten Neuerscheinungen im letzten Jahr. Ein Dark Academia Roman inklusive Magie und einer rätselhaften Verstrickung? Das hat vor allem die Booktube- und Bookstagram-Welt aufhorchen lassen. Auch ich war sofort interessiert, als das Buch angekündigt wurde.

Nachdem ich das "Babel" beendet hatte, war ich jedoch hin und hergerissen. Daher habe ich einige Tage gebraucht, um die Geschichte noch einmal Revue passieren zu lassen.
Letztlich gab es dann doch einige Aspekte, die dafür ge
sorgt haben, dass ich den Roman nicht so lieben konnte, wie viele andere, obwohl ich ihn durchaus gemocht habe.
Dazu zählt vor allem, dass viele Dinge zwar gut, aber viel zu detailliert erklärt beziehungsweise oft wiederholt werden, als wäre man kein*e aufmerksame*r Leser*in und müsse ständig daran erinnert werden.
Babel als Institution für Übersetzungen benötigt sicherlich hier und da - auch zum Aufbau der Welt - gewisse Erläuterungen. Einige Beschreibungen und Herleitungen der Wörter wirken dabei leider aber besonders zäh, obwohl das Wissen darüber für die Figuren essenziell ist. Eventuell spielt hier aber meine eigene Vorkenntnis durch das Studium eine Rolle, sodass es für Leser*innen, die diese Bezüge noch nicht kennen, etwas spannender ist.
Gleichzeitig schienen für mich auch einige
Fußnoten fast willkürlich gesetzt zu sein. In einer wird dort etwas vermerkt, das an einer anderen Stelle ähnliche im Roman beziehungsweise Haupttext selbst beschrieben/ erwähnt wird. 
 
Das Tempo der Handlung war für mich zu Beginn nicht optimal umgesetzt, da mehrmals "gestoppt" wurde. Heißt, wenn gerade spannend wurde und man das Gefühl hatte, dass es "richtig losgeht", wurde plötzlich wieder ein Gang zurückgesetzt und es folgten gefühlt erneute Einleitungen in die Geschichte. Bei mir entstand dann das Gefühl, dass ich wieder bei null (oder bei zehn Prozent) anfange.



„'You see?' asked Anthony. 'Languages aren´t just made of words. They´re models of looking at the world. They´re keys to civilization. And that´s knowledge worth killing for.'“ 
- S. 164
 
 
Natürlich gab es aber auch Punkte und Inhalte, die ich im Roman sehr geschätzt und gemocht habe. 

Dazu zählen unbedingt die Stimmung und Thematik des Romans. Babel selbst und die Verknüpfung zur Magie, waren für mich essentielle Aspekte, die die Geschichte gut getragen haben. Sobald ich erneut in das Buch eingetaucht bin, habe ich mich in einer ganz bestimmten Stimmung wiedergefunden, die schon beinahe filmintensive Bilder hervorgebracht hat. Ich habe mir die Welt, die Figuren und die Umgebung lebhaft und sehr exakt vorstellen können.

Die Figuren und auch die Gruppenkonstellation- sowie Dynamik waren es auch, die mich weiterhin animiert haben, weiterzulesen. Ich mochte die Mystik, welche anscheinend alle Beteiligten umgibt. Wem kann man trauen und wem nicht?

Die Kritik an gesellschaftlichen Themen wie der "modernen Sklaverei", dem Machtmissbrauch von Ländern und Gruppen und auch Einrichtungen hat dazu beigetragen, dass der Roman eine zusätzlich ernste Komponente erhält, die wichtige Themen anspricht und sich damit auseinandersetzt. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber auch das Ende war für mich, unabhängig von der Tempo-Kritik, gut umgesetzt und hat den roten Faden der Geschichte aufrechterhalten.
Diese ernsten Themen und die vielen Überlegungen dazu fand ich wirklich interessant und gut integriert. Der Protagonist Robin Swift hat beide Seiten, das Academia-mäßige/ Magie-spaßige und die Ernsthaftigkeit der Geschäftswelt sowie Politik sehr gut vereint.

Der Schluss hält für mich persönlich sogar Spekulationen für eine Fortsetzung beziehungsweise ein Spin-Off bereit, worüber ich tatsächlich nicht ganz abgeneigt wäre.



Ein durchaus gelungener Dark-Academia-Roman, der nicht nur die schöne und beeindruckende Magiewelt aufgreift, sondern sich mit ernsten Themen und politischen Streitigkeiten auseinandersetzt.
Obwohl ich viele Aspekte und umgesetzten Ideen der Geschichte wirklich mochte, konnte ich mich nicht ganz mit dem wechselhaften Tempo und den doch vielen Erklärungen anfreunden. Diese kamen manchmal so oft und ausufernd vor, dass den Leser*innen viel an Eigeninterpretation abgenommen wurde. Dadurch entstand zudem oft das Gefühl von repetitiven Stellen.
 

 

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"A Deadly Education" (The Scholomance #1) von Naomi Novik

Dezember 13, 2020

(Original: "A Deadly Eduaction"/ 2020) Bloomsbury Publishing, Übersetzer/in: -, ★★★(☆)☆ 3,5 Sterne
Lektion Nummer 1 an dieser Schule: Lernen war noch nie so tödlich.
"A Deadly Education" spielt an einer ganz besonderen Schule. Einer Schule für magisch Begabte, an der jedoch das Versagen, tödlich enden kann - und zwar so richtig. Doch ein Mädchen, El, beginnt die Geheimnisse des Ortes zu entschlüsseln...

Es gibt keine Lehrer, keine Ferien, keine Freundschaften, bis auf die, die strategisch geschlossen werden. Zu überleben ist wichtiger, als eine schriftliche Note, denn die Schule lässt die Schüler*innen nicht gehen, bevor sie ihren Abschluss erlangen... oder sterben. Die Regeln sind einfach: Wandere die Flure nicht alleine entlang. Und nimm dich in Acht vor den Monstern, die überall lauern.

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"We all have to gamble with our lives in here, we don´t get a choice about that; the trick is figurig out when it´s worth taking a bet."  S. 266

Kennt ihr das, wenn ihr die Eindrücke eines Buches zusammenfassen möchtet, das ihr wirklich lieben wolltet, es aber irgendwie nicht geklappt hat und dann nur so etwas wie "gnaaah" in eurem Kopf herumschwirrt?
Das Problem habe ich gerade auch mit "A Deadly Education". Am Anfang war ich richtig aufgeregt, als ich das Buch begonnen habe. Es gab so viele überzeugte Stimmen dazu und wahnsinnig positive Beschreibungen zu der Protagonistin und zur Grundidee der Geschichte. Doch Seite für Seite wurde meine vorgespeicherte Begeisterung immer kleiner. 

Wir lernen zunächst die Erzählerin El (Galadriel) kennen, die uns die Umstände der Schule und der Schüler*innen erklärt. Natürlich, bei einem ersten Teil muss man die Leser*innen erst einmal mit Informationen füttern. Aber mir schien es nach und nach, dass es nur Informationen über irgendwas oder etwas gab. Für mich blieb die Handlung unfassbar auf der Strecke. Der Höhepunkt der Geschichte wird mit einer Szene angedeutet, die quasi bereits das ganze Buch über besteht. Es fehlt in dem Fortkommen der Protagonist*innen einfach der Fortschritt selbst. Dass die Autorin dann versucht, mit dem letzten Satz die Spannung aufrechtzuerhalten oder zurückzuholen, fand ich etwas lahm - wie sagt man so schön: Es war wie ein billiger Trick. Klar, geschafft hat sie es trotzdem, dass mein Interesse nun für den zweiten Teil geweckt wurde, aber wenn ich mir vorstelle, ich muss mich im nächsten Band wieder durch 200 Seiten schlängeln, bis es ein wenig interessant wird, dann weiß ich nicht, ob ich das wirklich möchte.

"And if you read too many spells without learning them well enough to cast them, you´ll start mixing them up in your head, and then you´re sure to blast yourself to bits."  S. 46

Die Idee der Schule und des Konzepts fand ich durchaus gelungen. Es ist tatsächlich etwas Neues. Keine Lehrer, keine Unterstützung, aber dennoch knallharte Magier-Konkurrenz. Und dann noch die Schule selbst: Ein Ort der Gefahr und des (möglichen) Todes. Wir wissen zudem auch noch nicht, wem wir wirklich (ver)trauen können. Das ist durchaus ein Aspekt, der mich das Buch hat weiterlesen lassen wollen.
Jedoch auch hier: Die Charaktere und auch die Informationen zu ihnen wurden manchmal so merkwürdig eingestreut, dass die spannenden Stellen wieder durchbrochen wurden. 
Grundsätzlich ist die Freund-/Verbündeten-Schiene jedoch gut aufgebaut und man merkt, dass die Stellung jedes Einzelnen (auch durch den Erfolg der Familien) durchaus wichtiger zu sein scheint, als der Charakter an sich. Dadurch entstehen zusätzlich Gedankenspiele, bei denen man sich fragt, was eventuell noch über die Familien offenbart werden könnte.

Der Start der Reihe hat mich leider nicht ganz überzeugen können. Für mich fehlte es an vielen Stellen einfach an Handlung und auch wenn das Ende für den zweiten Teil mehr Spannung zu versprechen scheint, war der Auftakt doch etwas holprig. Vieles schien sich zu wiederholen, heißt, wir werden ständig mit den gleichen Informationen versorgt, statt, dass wir wirklich Neues erfahren, sodass die Spannung darunter leidet. Alles in allem eine Geschichte mit viel Potential, die hier leider nicht ausgeschöpft wurde. Vielleicht ja aber im zweiten Teil...

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The Missing of Clairdelune (The Mirror Visitor #2) von Christelle Dabos

Juni 23, 2020

(Original: "La Passe-Miroir. Livre 2. Les Disparus du Clairdelune"/ 2015) Europa Editions (2019), dt. Ausgabe "Die Verschwundenen des Mondpalasts", Übersetzer/in: Hildegard Searle (aus dem Französischen), ★★★★☆ 4 Sterne
Dies ist der zweite Teil einer Reihe  // Rezension zu Teil eins "A Winter´s Promise" 
Als Ophelia dazu aufgefordert wird, für Farouk, den Geist der Vorfahren des Pols, als Geschichtenerzählerin zu dienen, findet sie sich selbst in einer Situation wieder, in welcher sie im Rampenlicht steht. Ihre Gabe - eine Fähigkeit, die Geschichte von Gegenständen lesen zu können, ist nun ebenfalls allen bekannt. Doch dies führt dazu, dass auch mögliche Feinde auf sie aufmerksam werden.
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"Cunegond winked at her, briefly revealing the tattoo on her eyelid. 'Objects hold no secrets for you. In other words, you´re likely to reveal all the court´s secrets, and believe me,' she whispered very quietly, 'they are innumerable'."  S.43

Teil zwei der "The Mirror Visitor"-Reihe war anders, als ich es mir anfangs vorgestellt hatte. Einige Sachen wurden sehr lange zurückgestellt, von denen ich erwartet hatte, dass sie ein prägendes Element der Geschichte bleiben. Andere Dinge hingegen wurden so geschickt eingebaut, dass ich positiv überrascht war. 

Was mich anfangs verwundert hat, war, dass Ophelias Möglichkeit, durch Spiegel zu reisen, kaum genutzt oder erwähnt wurde, dabei heißt die Reihe ja "Die Spiegelreisende". Das war ein Punkt, den ich tatsächlich etwas schade fand. Zwar nimmt es nach und nach wieder Fahrt auf, aber ich hätte mir da doch eine stärkere Ausarbeitung gewünscht. Mir erschien auch leider generell die erste Hälfte relativ zäh und zu ausgedehnt. In der zweiten Hälfte kriegt man alles um die Ohren geworfen, sodass man einfach das Gefühl hat, dass das Verhältnis zwischen Spannung und Auflösung nicht ganz ausgeglichen ist. Dennoch konnten die guten Entwicklungen zum Schluss mein Interesse auf den nächsten Teil definitiv erneut entfachen!

"Ophelia felt as if she was in posession of nearly all the pieces of the jigsaw puzzle. If onnly her head could have stopped spinning for one moment, she might have been able to fit them together..."  S. 400

Die Beschreibungen der Welt(en) wird weiterhin fortgeführt, wie wir es aus Band eins eigentlich kennen, jedoch wird hier auch erneut und ausführlicher auf die Machtstrukturen, die Vergangenheit und die nun noch näher bekannten Familienkonstellationen verwiesen.
Mir gefiel, dass die Leser*innen deutlich stärker gefragt sind, was das Aufspüren von Hinweisen betrifft. Zudem kommt man auch endlich dem Geheimnis dieser Gedankenschnipsel zwischen den Kapiteln deutlich näher. Daher würde ich wohl sagen, dass ich trotz einiger Abzüge, den zweiten Teil stärker einschätze, als den ersten. Vielleicht nicht zwingend verwunderlich, da es keiner kompletten Einführung mehr bedarf und man den Handlungsstrang fokussierter ansetzen kann.

Zu den angesprochenen Gedankenschnipseln: Ich denke, diese haben das Buch weitestgehend getragen. Zusammen mit dem Ende des zweiten Teils ergibt es einfach eine wahnsinnig spannende Geschichte, die zwar erneut sehr viele Fragen aufwirft, die aber dafür sorgt, dass man ein tieferes Verständnis für die "Ur-Geister" der Arks bekommt. Soviel sei verraten, es geht insgesamt auch in die mythologische Richtung, was ich persönlich immer besonders liebe. Für alle, die also ebenfalls daran Interesse haben und mit sich hadern, ob sie die Reihe fortsetzen sollen: ich würde den zweiten Teil sicherlich noch empfehlen.

Die Figuren selbst und deren Entwicklung sehe ich etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite, habe ich schon erwähnt, bekommt man natürlich mehr Informationen zu ihnen und versteht immer besser, wie sie denken und warum sie so handeln, wie sie eben handeln. Auf der anderen Seite, hatte ich manchmal das Gefühl, dass bei all den Beschreibungen immer noch vieles auf der Strecke bleibt. Das kann natürlich noch daran liegen, dass zwei weitere Bände vorliegen und man noch eine Steigerung erwartet (erwarten soll), aber an der einen oder anderen Stelle hatte ich gehofft, endlich viel mehr Interaktion und deutlich aufschlussreichere Gespräche zwischen Ophelia und Thorn präsentiert zu bekommen. Da ich aber nun sicherlich noch zu dem nächsten Teil greifen werde, lege ich das vorerst nicht als gänzlich negative Kritik aus, da man schon spürt, dass Thorn sozusagen ein Ass im Ärmel haben könnte.


Gelungener zweiter Teil der Reihe, auch wenn mich die zweite Hälfte deutlich stärker packen konnte, als die erste. Anfangs wirkt alles noch recht lose und sehr ausufernd, zum Ende hin wird es spannend und das betrifft die Handlung selbst, wie auch die Gedanken, die sich um die Welt, die Geister und die 'Arks' drehen. Einige Aspekte sind mir vielleicht zu kurz gekommen zum Beispiel das Reisen zwischen den Spiegeln, aufschlussreiche Gespräche zwischen den Verlobten oder die Interaktion beider Familien, aber mich hat das Interesse am dritten Teil definitiv gepackt!

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