"The Book That Wouldn´t Burn" (The Library Trilogy #1) von Mark Lawrence

Januar 25, 2024


(Original: "The Book That Wouldn´t Burn"/ 2023), Übersetzer*in: - , , ★★★ 4 Sterne

Eine deutsche Übersetzung ist bisher nicht angekündigt. 

Evar hat sein ganzes Leben gefangen in einer riesigen Bibliothek verbracht. Einer Bibliothek älter als viele Imperien und größer als viele Städte.

Livira hat ihres in einer winzigen Siedlung, draußen im Staub, verbracht. Dort, wo sich niemand hinauswagt und Albträume ihre Unwesen treiben.

Die Welt hat sie beide bisher nicht beachtet. Doch das wird sich ändern...

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There are moments in life when you know with a great and unshakeable certainty that everything will change.“ 
- S.47

 
Fantasy-Trilogien oder ganze Reihen sind manchmal eine schwierige Angelegenheit. Auf der einen Seite liebe ich es, wenn ich eine Geschichte mag und länger darin verweilen kann. Auf der anderen Seite jedoch ist das Risiko da, dass man nicht ganz warm wird, weil vieles erst in den nächsten Büchern aufgebaut wird.
Mit "The Book That Wouldn´t Burn" sind beide Sachen eingetreten. 
 
Die Welt war für mich zunächst eine Mischung aus "Dune" und "Piranesi", was eigentlich sehr für das Buch spricht. Ich mochte die Atmosphäre, das Rätselhafte und den Wechsel zwischen Liviras und Evars Perspektive. Dadurch wissen und kennen wir nicht alles, können aber in beide Welten eintauchen - die Wüstenstadt und die Bibliothek. Nach und nach wird die Verbindung zwischen beiden Figuren erkenntlich gemacht und auch aufgebaut.
Rückblickend war das Tempo in Ordnung. Die Welt ist etwas komplexer, bedarf also hier und da mehr Informationen. Andererseits jedoch hatte ich an einigen Stellen beim Lesen das Gefühl, dass die Geschichte hätte kompakter sein können. Vielleicht nicht in Bezug auf den Informationsfluss, aber eben auf das Gefühl, dass sich manches zieht.



'Nostalgia is a drug, a knife. Against young skin it carries a dull edge, but time will teach you that nostalgia cuts - and that it´s a blade we cannot keep from applying to our own flesh.'“ 
- S.322
 
 
Was wir im ersten Buch erfahren ist geprägt vom System, das in der dortigen Welt herrscht. Wie funktioniert die Gesellschaft, was für Werte sind wichtig und vor allem: Welche Gefahren begleiten die Personen dort tagtäglich?
Obwohl ich den Cliffhanger zum Schluss mochte, muss ich zugeben, dass ich mir bereits beim ersten Teil ein wenig mehr Offenbarungen gewünscht hätte. Es gibt hier und da überraschende Wendungen, aber gewisse Dinge versteht man weiterhin nicht genau. Das ist natürlich den Erfahrungen und (fehlenden) Erinnerungen der Erzählerstimmen geschuldet, jedoch sorgte das bei mir manchmal für ein unbefriedigendes Gefühl. Zumal vieles am Ende sehr chaotisch erzählt wird und einige Bezüge zu Figuren bruchstückhaft scheinen.
 
Die Thematik im Buch wird natürlich durch das Fantasy Genre gestützt, bezieht sich aber auch sehr stark auf unsere Gesellschaft und wie wir miteinander umgehen. Das ist ein Punkt, den ich am Buch durchaus mochte. Neben allen Aspekten, die auf Dinge abzielen, die in unserer Welt nicht möglich sind, findet man in der Geschichte viele wichtige Ansätze, die aufzeigen, wie sich Menschen wahrnehmen ohne sich wirklich zu kennen und wie sich der Blick verändern kann, wenn man sich eben die Möglichkeit gibt einander kennenzulernen - und zwar ohne Vorurteile. 
 
Auch wenn die negative Kritik hier stärker durchscheinen mag, muss ich noch einmal betonen, dass ich mich dennoch auf den zweiten Teil freue und natürlich unbedingt herausfinden möchte, wie es weitergeht. Die Figuren selbst fand ich nämlich durchaus interessant und ich bin auch beiden gerne auf ihrer Reise gefolgt. Beide sind eher ruhiger, wenig dramatisch und lassen die Leser*innen mit genau der richtigen Portion Kühnheit in das Abenteuer reingehen.



Der erste Band der Reihe ist eine etwas komplexere Einführung in die Welt, da uns viele Informationen noch vorenthalten werden und wir den Protagonist*innen teilweise mit Erinnerungslücken folgen.
Es gab Stellen, die hätte ich mir gerne packender und kompakter gewünscht, letztlich jedoch konnte mich der Roman immer wieder soweit zurückholen, dass ich zumindest den zweiten Teil noch unbedingt lesen möchte.

 

 

4 Kommentare:

  1. Hey :)
    Mit dem Buch liebäugele ich auch schon eine Weile und bin auch nach deiner Rezension immernoch nicht abgeneigt :D Ich mochte von Mark Lawrence die Red Sister Reihe sehr, ach was sag ich - ich hab sie geliebt! Schade also, dass der Autor trotzdem irgendwie weiterhin so unter dem deutschen Radar fliegt. Vielleicht sollte ich mir also auch einfach das Original schnappen.

    Liebe Grüße!
    Gabriela

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    1. Hi! Die Red Sister- Reihe kenn ich noch gar nicht. Müsste ich mir vielleicht auch etwas näher ansehen. :D
      Ja, ich hab mich auch etwas gewundert, dass da keine Übersetzung geplant ist. Hab das Gefühl, dass "The Book That..." auf Social Media schon viel Interesse auf sich gezogen hat. Vielleicht kommt das ja noch, das dauert ja meist etwas hier drüben. :)

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  2. Diesen Buchtipp nehme ich mir gerne mit, und bin dank dir vorbereitet, dass der Kopf erstmal ein wenig rauchen wird :-D

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    1. :D Man weiß ja nie, vielleicht war es ja nur bei mir so und dir fällt der Einstieg leichter. Bin gespannt, ob es bei dir einzieht und wie du es dann findest.

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