September und Oktober: Doppelt hält besser

November 01, 2019




Die letzten beiden Monate waren lesetechnisch etwas zurückhaltend. Wie schon öfters erwähnt, standen andere Aufgaben im Vordergrund und nachdem ich diese vorerst hinter mir lassen konnte, packte mich zusätzlich der Drang, wieder einmal auszumisten. Jeglichen Ballast und alles, was sich durch beinahe magische Hände unnötigerweise angesammelt hat, loszuwerden (also ganz nachhaltig für den nächsten Flohmarktverkauf bereitzulegen). Manchmal braucht man irgendwie einen "Tapetenwechsel", um frische Energie zu bekommen und sich von Dingen zu lösen, die nicht mehr zu einem passen möchten, weil man sich weiterentwickelt hat.
Ich habe ebenfalls den Versuch gestartet, meine Bücherregale zu entlasten, wobei dies nicht so leicht vonstattengeht, wie bei anderen Gegenständen. Aber ich bin guter Dinge.

Im September und Oktober habe ich demnach glatte zehn Bücher gelesen, die im Großen und Ganzen überzeugen konnten. Näheres nun im Detail:

Wie immer gelangt ihr durch Anklicken des Buchtitels, falls vorhanden, auf die jeweilige Rezensionsseite.

  • "Harry Potter und der Feuerkelch" (Harry Potter #4) von J.K. Rowling, illustriert von Jim Kay: Hooogwarts! Lange hat man auf den vierten Band warten müssen, dafür hat es sich aber durchaus gelohnt. Illustrator Jim Kay hat durch die Gestaltung wahnsinnig schöne Momente beim Lesen geschaffen. Tatsächlich habe ich mich manchmal zwischendurch gefragt, wieso wahnsinnig viele Bilder der Drachen zu sehen waren und so wenige von zum Beispiel dem Weihnachtsball. Ich schätze mal, er wollte den Lesern noch eigene Vorstellungen der Szenen überlassen, was ich im Nachhinein ganz gut fand, aber an den schönen Zeichnungen kann man sich kaum satt sehen.
  • "Der Store" von Rob Hart: Hat mich sehr gut unterhalten und irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, dass da vielleicht noch ein weitere Band folgen wird. Falls nicht, bleibt man aber dafür mit einem Gefühl zurück, das reichliche Theorien aufwerfen lässt. 
  • "Idaho" von Emily Ruskovich war eines meiner absoluten Highlights, weil es den Fokus auf die Psychologie legt und man immer zwischen den Zeilen lesen muss / sollte. Hier gibt es reichlich Platz für Spekulationen und das führt dazu, dass man den Roman sehr intensiv wahrnimmt. Ich liebe es, wenn Autoren / Autorinnen eine Geschichte erschaffen, die einen packt, an einem rüttelt und versucht, die eigene Vorstellungskraft an die Grenzen zu bringen. Ruskovichs nächster Roman wird ganz sicher auch gelesen!
  • Etwas unaufgeregter ging es da mit "Das langweiligste Buch der Welt" zu. Texte, die einen eher an den Rand des Schlafbedürfnisses bringen sollen. Ich persönlich fand das Buch sehr unterhaltsam und werde mir viele Fakten sicherlich mal für Notfälle als "Quiz-Wissen" abspeichern. Wer wirklich Hilfe beim Einschlafen braucht, dem empfehle ich aber definitiv das dazugehörige Hörbuch, eingesprochen von Bjarne Mädel. So schön monoton und gleichgültig, da bleibt kein Auge offen.
  • "A Winter´s Promise" (The Mirror Visitor #1) von Christelle Dabos: Teil eins der Reihe fand ich durchaus ansprechend, wenn auch erst noch etwas zurückhaltend. Das fand ich aber durchaus legitim und gelungen, da man bei einer solchen Reihe erst einmal vernünftig in die Welt eingeführt werden sollte. Daher bin ich mal gespannt, wie es weitergehen wird. Die kalte Welt, die dort beschrieben wird, würde zumindest auch sehr gut in die winterlichen Monate passen.
  • Einige Bücher sind für mich immer ein Muss. Dies galt auch für "Things We Say in the Dark" von Kirsty Logan. Die Erzählungen hätten wunderbar zu Halloween gepasst, entfalten sich aber denke ich generell wunderbar während dunklen, leisen und kalten Herbstabenden. Bei der Autorin verschwimmen immer ein wenig die Grenzen zwischen Realität und Fantasie, aber sie haben immer eine ganz spezielle, wenn auch manchmal gruselige Note. Hier geht es hauptsächlich um die Ansichten und Gefühlswelt, insbesondere Ängste der Frau. 
  • Das einzige Buch, das mich etwas enttäuscht hat kam leider (!) von Jojo Moyes mit "Wie ein Leuchten in tiefer Nacht". Viele feiern den Roman aufgrund des Themas und das kann ich durchaus verstehen, weil es den Fokus auf die Wander-Bibliothekarinnen legt und ermutigen soll, aber für mich klang im Buch alles etwas nach Klischees und Stereotypen. Mir fehlte die Originalität, da es sehr nach einem Roman wirkte, der nach einer Art Muster verfasst wurde. Dadurch fehlte es für mich auch an vielen Stellen an Gefühl.
  • "Das Labyrinth des Fauns" von Cornelia Funke und Guillermo del Toro: Glücklicherweise habe ich, bevor ich das Buch begonnen habe, zuerst die Verfilmung gesehen. Das würde ich auch tatsächlich jedem raten, der überlegt, das Buch zu lesen. Obwohl die Geschichte durchaus noch einige Neuheiten bereithält (die ich persönlich sehr gelungen fand), hält sie sich sehr nahe am filmischen Original. Dadurch ist es eher ein netter Zusatz, wenn man ein Fan des Films ist oder einige Stellen noch einmal nachlesen möchte. Ich muss allerdings sagen, dass der Film die tragische und ernste Stimmung noch ein wenig besser transportiert. Das Buch wirkt manchmal eher wie ein Filmscript. Dennoch, wie gesagt, für Fans sicherlich ein schönes Extra.
  • Als nächstes habe ich mich in "Norse Mythology" von Neil Gaiman gestürzt. Die Neuerzählungen der bekanntesten nordischen Götter, Orte und Geschehnisse hat mir ganz gut gefallen, aber mir fehlte ein wenig die persönliche Note des Autors. Als genereller Einstieg in die Thematik gefiel mir die Zusammenstellung aber durchaus.
  • "Petite" von Edward Carey: Zum Schluss gab es dann noch einen regelrechten Buchbrocken. Der Roman von Edward Carey, der den (teilweise fiktiven) Lebensweg der berühmten Madame Tussauds skizziert war ebenfalls ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und das mich an vielen Stellen sehr überzeugen konnte. Lediglich der Mittelteil hat dem Buch etwas das Tempo geraubt. Da die Rezension erst vor einigen Tagen erschienen ist, verweise ich mal ganz elegant darauf und mache an dieser Stelle Schluss.

Was hat euch in den vergangenen Monaten beschäftigt oder in Bewegung gehalten?


Kommentare:

  1. Der Store steht ja auch noch auf meiner Muss-ich-lesen-liste, weil da der Klappentext so toll klingt und aktuell höre ich auch nur positives. Mal schauen, wann das bei mir einzieht. Wird wohl noch etwas dauern. Die Harry Potter Schmuckausgaben finde ich ja immer so schön, aber das ist gerade finanziell bei mir nicht drinnen. Die werde ich mir mal zulegen, wenn ich dann berufstätig bin und mich selbt belohnen möchte. Als Potterhead ja schon ein Muss für das Bücherregal. "Things we say in the Dark" klingt spannend, das muss ich mir mal merken. Dein Lesemonat war übrigens erfolgreicher als meiner, ich habe nur ein Buch gelesen und beendet, dazu dann aber viel Literatur für das Forschungsprojekt an der Uni. Leider werde ich privat jetzt wieder weniger zum lesen kommen.

    Dankeschön für deine liebe Antwort Karin, das freut mich, dass du die erste Staffel dort verfolgen konntest. Die Ausstrahlung war da ja auch echt ein Marathon. Staffel 2 kann man übrigens aktuell bei einem Amazon Channel sehen. Ich finde die kommenden zwei Staffel wie gesagt auch super, weil wir noch etwas mehr in die Welt eintauchen und auch die Figurenzeichnung weiterhin gelingt. Bin da schon gespannt auf dein Fazit.


    Ahh Dankeschön für dein liebes Kompliment, freut mich, dass ch dir da Helfe auf dem Laufendem zu bleiben. Jap die werd es dann bei Disney+ geben, braucht man halt wieder ein Abo. Der Dienst geht bei uns nächstes Jahr im Frühjahr für 6,99 monatlich an den Start.

    Genau das gleiche ist bei mir auch der Fall, ich will das schon gar nicht denken :D. Das mit Instagram ist mir auch aufgefallen, da sind meine Like-Werte (nennt man das so), auch stark zurückgegangen, obwohl der Content sich nicht geändert hat. Kommentare sind auf der Plattform ja immer so ne Sache.Ist halt alles so oberflächlich, wie du schon schreibst. Ich hoffe auch, dass Blogs auch ein Comeback erleben, da ist halt eine viel tiefere Diskussion möglich.

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    1. Ja, ich verstehe dich aboslut. Wenn man zwar mal sieht, wie viel Arbeit in den Büchern steckt und wie teuer "normale" Bildbände sind, dann sind die Preise der Bücher meiner Meinung nach vollkommen gerechtfertigt. Aber eben nur dann, wenn man ein gewisses moantliches Einkommen hat. Als Student ist das einfach meist nicht machbar, so geht es mir auch immer. Habe mir das Buch auch nur dank Buchgutscheinen holen können.

      Ich bin ja irgendwie (noch) kein Stream-Mensch. Finde es irgendwie immer gemütlicher, wenn man die Sachen im Free-Tv verfolgen kann. :D Aber falls ich zu neugierig bin, wie es weitergeht, werde ich mir das mal vormerken. Danke!

      Haha. Ja, glaube das kann man ruhig so nennen. :D Dachte vielleicht ist das auch auf die massiven Probleme bei vielen Nutzern zurückzuführen. Bei mir ging paar Wochen gar nichts mehr und habe dann bei vielen gelesen, denen das auch so ging, dass die dann einfach auf Instagram verzichten werden. Glaube auch generell, dass die Reichweite dort heutzutage nur wirklich steigt, wenn du Geld in die Hand nimmst und alles "promotest". Ein Hoch auf die Blogs! :)


      Liebe Grüße
      Karin

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  2. Ahoi Karin,

    das geht mir ähnlich; das Bücherregal zu entlasten, fällt deutlich schwerer, als anderswo auszumisten ^^ Was hat mich im September/Oktober beschäftigt? Studium- & Lebensplanung, weil sich bei mir gerade alles umstrukturiert hat. Morgen beginnt mein Praktikum im Auswärtigen Amt... ich bin gespannt... ansonsten waren die letzten Monate eigentlich recht entspannt und reiselastig :)

    Highlight meines Lesemonats war "Die Tote in der Tränenburg". Ich liebe ja die Hexenherz-Welt und dieser Krimi (sonst gar nicht mein Genre) war sooo spannend & überraschend *-*

    Liebe Grüße und einen wunderbaren November noch
    Ronja von oceanloveR

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    1. Oh, das klingt aber interessant! Ich hoffe doch, dass sich alles zum "Guten" umstrukturiert und wünsche dir viel Spaß und Erfolg im Praktikum! :)

      Davon habe ich tatsächlich noch nie etwas gehört. Muss auch gestehen, dass ich seeehr selten zu Krimis greife, aber ich glaube da schaue ich mal näher in die Buchbeschreibung rein. Hexenherz klingt ja irgendwie auch nach Magie.... :D



      Liebe Grüße
      Karin

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    2. Ahoi Karin,

      ich auch und bin gespannt, was die nächste Zeit so bringen wird ^^
      Hexenherz ist auch eine Fantasyreihe und für den Krimi spielt Magie eine große Rolle. Ich kann es wirklich nur empfehlen. Matriarchat, unkonventionelle Charaktere und viel Denkimpulse ^^

      Liebe Grüße
      Ronja

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