Palmherzen von Laura Lee Smith

Januar 27, 2016



























Titel: "Palmherzen" | Original: "Heart of Palm" | Autor/in: Laura Lee Smith | Dumont [klick] | Seitenanzahl: 511 | Hardcover | Einzelband |  ★★★() 3 bis 4 von 5 Sternen


INHALT | DARUM GEHTS

"Utina, Florida: Ihre glanzvollen Zeiten hat die Kleinstadt längst hinter sich, und niemand passt besser in das Bild des Verfalls als die Familie Bravo. Vater Dean hat sich vor Jahren aus dem Staub gemacht, und so ist es an dem pflichtbewussten Sohn Frank, sich um den Rest der Familie zu kümmern. Frank träumt von den Bergen, doch viel weiter als bis zu den Grenzen Utinas hat er es noch nicht geschafft. Wie auch, wenn er ständig zwischen Mutter Arla und Schwester Sofia – beide hochgewachsene Rothaarige, beide ein Ausbund an Sturheit – vermitteln muss. Dass er heimlich in seine Schwägerin Elizabeth verliebt ist, macht die Sache auch nicht besser. Keiner der Bravos ahnt, dass sich ihr Leben bald fundamental ändern wird: Finanzinvestoren haben ein Auge auf ihr Grundstück geworfen. Als ihnen ein unwiderstehliches Angebot gemacht wird, erhitzen sich die Gemüter, und sie müssen sich den Tragödien ihrer Vergangenheit stellen. ".

MEINE MEINUNG | FAZIT

"Ihr Haus war immer kalt, trotz hoher Temperaturen draußen. Drinnen lebten drei Menschen, die nichts, aber auch gar nichts mit einer Familie gemein hatten." S. 16

Wenn ich "Palmherzen" wohl mit einem Wort beschreiben müsste, welches mir als erstes in den Sinn kommt, würde ich wohl den Begriff  "Familienchronik" nehmen. Im Fokus steht nämlich die Familie "Bravo", Wohnsitz in Utina, Florida und einem Haus namens "Aberdeen". Auch der Klappentext lässt schon vermuten, dass sich die Geschichte mit den Windungen der einzelnen Protagonisten handelt, die zu einem gemeinsamen Strang verlaufen sollen, im Sinne eines Stammbaumes.
Die ersten hundert Seiten wirkten für mich ganz vielversprechend. Es gibt ein Erlebnis, welches auf die Jugendzeit von Arla Bravo zurückreicht und welches ausschlaggebend für die Zukunft ist. Ein Schnitt in der Zeit beziehungsweise der Schwenk in die Zukunft, in der dann auch die Kinder von Arla und Dean eine bedeutende Rolle spielen, wird interessant eingeleitet und verleitet tatsächlich zum weiterlesen. Allerdings muss ich leider sagen, dass bei mir ab etwa Seite zweihundert, das Interesse nachgelassen hat. Das kam vor allem durch die vielen Ausschweifungen und die, an manchen Stellen, sehr langwidrigen Flashbacks, wie auch den Gefühlsbeschreibungen. Besonders zu Beginn empfand ich es auch als uninteressant, dass nur auf jede mögliche Beziehungsproblematik, jegliche Affären oder unerwiderte Liebe hingewiesen wurde. Das hat mir den Fokus auf die Geschichte etwas zur sehr ins unnötig dramatische gelenkt. Kleine Passagen habe ich sogar überflogen, weil man wusste was passiert. Sie wurden nur schlichtweg ausgeschmückt. Es hätte sicherlich mehr knappe Sätze geben können, die aber dasselbe ausgedrückt hätten.

"Dieser Satz hatte ihr noch viele, viele Jahre in den Ohren geklungen. War sie das auch? Arla Bolton. Arla Bravo. Eine schöne Plage." S. 303

Die Charaktere an sich sind sehr interessant und durchaus vielseitig, sodass die Geschichte auch gut mit Überraschungen und einigen ungeahnten Wendungen spielt. Es gab viele kleine, eingeschobene Details, die die Geschichte sicherlich an der ein oder anderen Stelle positiv unterstützt haben. Dadurch hatte ich zum Schluss auch das Gefühl, dass man als Leser das Privileg hat, hinter alle Facetten zu blicken und als Einziger die Wahrheit zu kennen. Es gibt auch viele sympathische Stellen, die sogar die eher "unsympathischen" Charaktere einfach nur menschlich darstellen und dadurch gleichzeitig Sympathie entsteht. Nach etwas mehr als der Hälfte des Buches, wird die Geschichte auch noch einmal interessanter. Dazu gehören Verwicklungen in der Immobilienbranche, die man zunächst etwas unterschätzt. Sie sorgen vor allem zum Schluss für zusätzliche sympathische Stellen, die unter den Charakteren der Bravo-Brüder entstehen. Allerdings bleibt auch die zweite Hälfte nicht ganz von negativen Eindrücken meinerseits verschont. Einige Handlungsstränge empfand ich als etwas unglaubwürdig und zu "glatt", wenn auch die Ideen an sich keineswegs ein typisches, normales Leben aufweisen. Aber die Charaktere hatten innerhalb kurzer Zeit eine zu schnelle "Wandlung" durchlebt und wirkten so etwas stereotypisch. Vor allem bei Carson Bravo hat mich dies ein wenig gestört. Dennoch muss ich aber sagen, dass es einige sehr schöne Passagen und auch Gefühlswelten gab. Die Chemie des Buches stimmt also, lediglich die Länge hätte man etwas kürzen können. Dadurch wären die gefühlvollen Stellen vielleicht nicht so untergegangen.

"´Die Palmwedel sind lästig´, hatte der Banker gesagt. ´Werden sie langsam auch´, hatte Frank geantwortet." S. 441

Gefallen hat mir auch die gesamte Lage, sprich der Ort, in dem die Geschichte angesiedelt ist. Dass das Haus selbst einen Namen trägt, machte dies noch zusätzlich interessanter. So hat man das Gefühl, dass selbst das Haus eine eigene Geschichte zu erzählen hat. In Bezug auf die charakterlichen Beziehungen, gefiel mir das Verhältnis zwischen Arla und ihrer Tochter Sofia am besten. Sie war etwas komplizierter und verstrickter, als oberflächlich sichtbar, aber dadurch war sie sehr besonders. Die "Nähe" zu den Protagonisten konnte ich also eher bei diesen beiden Figuren finden, als bei den anderen. Der Schreibstil konnte mich ebenfalls größtenteils, durch schöne Passagen und netten Dialogen, wie auch einigen nachdenklichen Sätzen, überzeugen. Auch hier hat mich nur manchmal die Länge etwas gestört. Dies bezieht sich auf gewisse Flashbacks, wie auch auf manche Dialoge. Dort wird eine Frage gestellt, die von ausschweifenden Gedanken des Protagonisten unterbrochen und erst mehrere Passagen später wieder aufgegriffen und beantwortet wird.

"´Hier wird sich einiges ändern´, sagte Elizabeth. ´Hat es schon´, meinte Frank [...]" S. 408

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Grundsätzlich stimmige Idee des Buches, wie auch deren Struktur und Protagonistenwahl. Durch viele kleine, zusätzliche Details ist das Buch sehr eigen und erzählt eine sehr spezielle Familiengeschichte. Leider wurde es an einigen Stellen eher uninteressant, durch in die Länge gezogene Passagen. Dennoch sicherlich lesenswert, auch wenn man an manchen Stellen hadert. Nach Beenden des Buches, fehlen einem die Charaktere doch stärker, als man geahnt hätte.






Weiße Buchwoche

Januar 26, 2016
























Eins vorweg: dies soll natürlich keine Werbung für einen bestimmten Buchladen sein, sondern einfach nur ein kleiner Tipp, falls ihr auf der Suche nach vergünstigten Büchern seid. 

Am 28. 01. 16 findet nämlich die nächste "Weiße Buchwoche", genauer gesagt, die insgesamt 30. Weiße Buchwoche, gepaart mit der 6. bunten Buchwoche statt. 
Ihr wisst nicht genau was das ist? Kein Problem, das ist schnell erklärt. Undzwar werden in einem gewissen Zeitraum, Bücher in weißen Kisten in den Filialen ausgestellt. Diese gibt es dann aufgrund von verschiedenen Preisreduzierungsgründen, wie der Name schon sagt, zum reduzierten Preis. Ein kleiner Stempel etc wird also auf den Büchern vorhanden sein, aber das stört die meisten ja nicht wirklich, wenn das Buch dennoch in einem guten Zustand ist. Die bunte Buchwoche bezieht sich demnach nicht auf Bücher, sondern auf jeglichen Krimskrams, der in den Filialen ebenfalls reduziert wird. 
Nun, wie viel Prozente gibt es denn genau? Zu Beginn der Buchwoche wird auf alle Bücher, mit Kultkarte der Filiale 50% Rabatt gewährt, ohne Kultkarte 30%. Nach und nach, wenn sich die Wannen aber lichten und Vieles nicht weggeht, wird, wenn man Glück hat, auch viel für Gruppenrabbatte angeboten, sprich, wenn man drei Bücher mitnimmt, zahlt man nur noch 1, 50 € pro Buch. Das ist aber je nach Filiale und je nach Zeitraum und Angebot unterschiedlich. 
Gut und die wichtigste Frage, wo findet die weiße Buchwoche statt? Die weißen Buchwochen finden in allen Mayersche Filialen statt. Wenn ihr also in der Nähe einer dieser Buchläden seid und direkt zu Beginn zuschlagen wollt, würde ich euch empfehlen, dass ihr ordentlich Zeit und Energie einplant. Denn es kann ein wenig dauern, bis man sich durch alle Wannen durchgeschaut hat.

Falls ihr einen kleinen Eindruck braucht, hier ist der Neuzugängepost, zu den Büchern, die ich mal bei den weißen Buchwochen gekauft habe (bis auf das Peter Pan Buch gehören alle dazu). 

Wer nun also etwas auf den Geschmack gekommen ist, dem wünsche ich natürlich ab Donnerstag ein freudiges Bücherstöbern. Falls ihr an den Buchwochen Interesse habt und auch mit einer Ausbeute zurückkommt, würde mich vorallem interessieren, was ihr so Schönes ergattern konntet. Ich würde mich freuen, wenn ihr es in den Kommentaren dalasst oder falls ihr einen eigenen Beitrag dazu verfasst, mir einen Link hinterlasst. :)




Neuzugänge Januar #1

Januar 24, 2016







Neue Bücher können ja bekanntlich nie verkehrt sein. Daher sind auch in diesem Monat so einige Exemplare bei mir eingezogen. Dabei muss ich sagen, dass der Großteil sicherlich aus Rezensionsexemplaren besteht, die ich aber selbst angefragt habe, da ich sie wirklich unbedingt lesen wollte. Daher kann ich mir auch sicher sein, dass keines der Bücher zu lange ungelesen bei mir herumliegen wird. Spätestens im März, denn da erscheint der Großteil der Bücher, werdet ihr dann alle Rezensionen auch auf dem Blog finden können. Ich bin von den Neuerscheinnungen dieses Jahr wirklich begeistert (zumindest auf den ersten Blick). Es gibt unheimlch viele Bücher, die mich optisch, wie auch laut Inhlatsangabe, ansprechen. Ich hoffe nach Beenden der Bücher werde ich immer noch dasselbe sagen können. Hier aber erst einmal Teil der Neuzugänge (Durch Anklicken des Titels gelangt ihr zur Infoseite des Buches und des jeweiligen Verlags, falls vorhanden):


Anna Karenina von Leo Tolstoy, Penguin Classics, gebunden
Diese wunderschöne Edition habe ich vor einiger Zeit reduziert vorgefunden und musste sie direkt mitnehmen. Was für ein Glück, dass ich das Buch noch nicht besitze, also auch noch nicht gelesen habe. Da fällt der Buchkauf direkt viel harmloser aus. Bei Klassikern neigt man ja gerne dazu, jede mögliche Ausgabe zu kaufen, nur weil sie schön aussieht und am Ende sitzt man da mit drei Ausgaben, des selben Buches.

Dieses Buch ist mir schon seit durchschauen der Vorschauen im Gedächtnis geblieben. Nicht nur, weil der Titel so lang ist, sondern auch weil mich die Geschichte an sich wirklich interessiert. Die hier abgebildete Version ist allerdings nicht die Endfassung, diese wird nämlich in gebundener Form im März erscheinen. 

Mr. Gwyn von Alessandro Baricco, Hoffmann und Campe, gebunden
"Mr. Gwyn" habe ich bereits in meinen aktuellen Neuerscheinnungen für den Monat Februar vorgestellt. Ich kann es kaum erwarten, mit dem Lesen anzufangen. Ich hoffe ich setze meine Erwartungen nicht zu hoch, aber der Klappentext hört sich für mich wirklich sehr vielversprechend an.

Als Hemmingway mich liebte von Naomi Wood, Hoffmann und Campe, gebunden
Auch hier erscheint das Buch zwar erst im März, aber das Cover allein ist es schon wert früher gezeigt zu werden. Ihr werdet es demnach auch noch einmal in den Vorschauen für die Neuerscheinungen im März sehen. Das Buch solltet ihr euch aber unbedingt schon einmal vormerken, wenn ihr Interesse an einem Blick hinter die "Kulissen" des großen Schriftstellers Ernest Hemingway und seinen Ehen habt. 

Der Zirkus der Stille von Peter Goldammer, Atlantik Verlag, gebunden
Hach ja, die Buchcover-sucht. Das Buch könnte ich auch stundenlang anschauen und bewundern. Hinter dem schönen Anblick offenbart sich hoffentlich auch eine zauberhafte Geschichte. Wobei ich mir das Gegenteil gar nicht vorstellen könnte.

Alles ist relativ und anyhting goes von John Higgs, Insel Verlag, gebunden
Der Untertitel lautet: "Eine Reise durch das unglaublich seltsame 20. Jahrhundert". Für mich absolut perfekt. Ich bin großer Fan von Büchern und Autoren, die auf ganz eigene Weise Entwicklungen und Theorien der Weltgeschichte beleuchten und sich dazu ihre Gedanken machen. Auch hier kribbelt es mir schon in den Fingern, bis ich das Buch anfangen kann.

Sind bei euch bereits die großen Ladungen an Neuzugängen im neuen Jahr eingetrudelt oder haltet ihr euch noch zurück?





Neuerscheinungen Februar

Januar 22, 2016





Etwas früher als gewöhnlich, möchte ich euch heute die Neuerscheinungen für den Februar zeigen, welche mein Interesse geweckt haben. Da es nach meiner Rechnung etwa achtundzwanzig Bücher sind, habe ich mir gedacht, könnte die zusätzliche Zeit des restlichen Monats ganz gut genutzt werden, um zu schauen, ob einem die Bücher vielleicht auch gefallen würden. Diesen Monat sind ziemlich viele verschiedene Bücher dabei. Da es diesmal aber auch so viele Bücher sind, könnte es mit den Bildern etwas unübsichtlich werden. Daher könnte man sich vielleicht doch eher anhand der Titel die folgen werden, etwas besser orientieren.[Durch das Anlicken des jeweiligen Buchtitels gelangt ihr wie gewohnt zur offiziellen Verlagsseite und bekommt dort mehr Infos zum Buch.]:

Die Fotografin von William Boyd, berlin Verlag, gebunden,  01. Februar
Die Geschichte hört sich für mich fabelhaft nostalgisch an. Inklusive der Liebe zur Fotografie. Das Buch wird sicherlich eines der ersten sein, die bei mir einziehen werden. Ich bin gespannt, wie William Boyd die Gefühle und Eindrücke der Protagonistin darstellt und ob sie authentisch wirken. Das gesamte Konzept, hört sich aber, für mich, schon jetzt überzeugend an.
 
Die Unglückseligen von Thea Dorn, Knaus, gebunden,  29. Februar
Erst bei dem zweiten Blick durch die Vorschauen bin ich neugierig auf das Buch geworden. Das lag wohl zuerst daran, dass mir das Cover am Anfang gar nicht so zugesagt hat. Nach einem Blick auf die Inhaltsangabe bin ich aber auch von dem Buch sehr angetan. Es geht um die ewige Suche nach der Unsterblichkeit. Der Roman ist aber in der heutigen, modernen Zeit angesetzt, was mich persönlich noch zusätzlich anspricht. 

The Sick Bag Song von Nick Cave, Kiepenheuer & Witsch, gebunden, 18. Feburar
Bereits bekannt und erfolgreich als Musiker, bringt Nick Cave nun ein weiteres Buch heraus ("Der Tod des Bunny Munro" ist ebenfalls schon von ihm erschienen und steht auch schon viel zu lange auf meinem Merkzettel). Das Buch wird in zweisprachiger Version erscheinen, was ich ganz gut finde. Zudem ist es meiner Meinung nach immer ganz spannend zu sehen, was Musikern und so kreativen Leuten alles im Kopf rumschwirrt.

Zombie Wars von Aleksandar Hemon, Knaus, gebunden, 29. Februar
Auch hier rückte das Buch erst einmal nicht in dern Vordergrund. Zombies sind eigentlich gar nicht mein Fall und laut Titel bin ich von einer etwas anderen Geschichte ausgegangen. Dann entdeckte ich aber in der Verlagsvorschau ein wirklich interessantes Bild, welches in Zusammenhang zu dem Buch stand. Kaum hatte ich die Inhaltsangabe überflogen, wollte ich das Buch unbedingt lesen! Tja, so schnell kanns gehen. 

Ein langer Samstag von Georg Steiner, Hoffmann und Campe, gebunden, 27. Februar
Anders als beim vorausgegangen Buch, hat mich hier zeurst das Cover angesprochen. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht wirklich viel über Georg Steiner weiß, aber vielleicht wird sich das mit dem Buch ändern. Solche Interview- /Gespräch- Bücher finde ich immer ganz spannend und ganz gut zum "abschalten". Es schadet ja nie, sich mal die Ansichten und die Gedanken anderer Menschen anzuhören.

Das zerstörte Leben des Wes Trench von Tom Cooper, Ullstein, gebunden, 12. Februar
Hier bleibt mir gar nicht viel zu sagen. Die Geschichte hört sich einfach gut an! Nach einem Hurrikan alles zu verlieren und versuchen wieder nach Vorne zu blicken, klingt nach einem "Steh-auf"- Buch. 

Die Überlebensbibliothek von Rainer Moritz, Atlantik Verlag, gebunden, 27. Februar
Auch hier, Bücher über Bücher unterliegen einfach meinem persönlichen, muss ich lesen-Prinzip. Wenn man dann auch noch den ein oder anderen guten Tipp für neue Lektüren bekommt, hat man alles was man braucht.

I saw a man von Owen Sheers, DVA, gebunden, 22. Februar
Wer Spannung und eine etwas düstere Stimmung mag wird vielleicht hier fündig. Die Geschichte hört sich etwas nach Psychospielchen an. Da ich in letzter Zeit eher "schöne" Bücher bevorzugt habe, kann ich es kaum erwarten dieses Buch zu lesen und etwas Abwechslung zu bekommen. Sicherlich mitunter eines meiner heißersehten Neuerscheinungen.

Über uns der Himmel, unter uns das Meer von Jojo Moyes, rowohlt, Broschur, 26. Februar
Nein, es ist kein wirklich "neues" Buch von Jojo Moyes, denn es ist bereits seit längerem auf englisch erhältlich. Der rowohlt Verlag hat sich aber dazu entschieden, die Geschichte nun auch in der deutschen Version zu veröffentlichen, ganz zu meiner Freude. 

Mr. Gwyn von Alessandro Baricco, Hoffmann und Campe, gebunden, 27. Februar
"Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben." So lautet der erste Satz der Inhaltsangabe. War für mich Grund genug, das Buch haben zu wollen. Ist sicherlich keine langweilige Lektüre!

Black Rabbit Hall von Eve Chase, blanvalet, gebunden, 29. Februar
Ein Haus im Mittelpunkt der Geschichte und ein Titel, den ich immer mit Alice im Wunderland assoziieren werde. Sicherlich ein Buch für gemütliche Abendstunden.

Die Expedition von Bea Uusma, btb, gebunden, 29. Februar
Schon der Bildband "Vom Ende der Ewigkeit" hat mich komplett in den Bann gezogen. Ich finde Bilder und Eindrücke von der Antarktis, vom Nordpol oder Ähnliches, einfach immer beeindruckend. Gepaart mit diesen Bildern ist dieses Buch aber noch einen Schritt weiter gegangen und beschäftigt sich mit einer Expedition, die ein großes Rätsel zurückgelassen hat. Ein definitives Wunschbuch von mir!

Das Leben der Florence Gordon von Brian Morton, Insel, gebunden, 08. Februar
Nach ersten Eindrücken scheint mir das Buch eine ganz nette Geschichte zu sein, die einen Einblick in die Vielseitigkeit des Lebens gewährt. Sicherlich werde ich mir hier mal einen näheren Blick erlauben.

Eine Therapie für Aristoteles von Melanie Summer, Dumont, gebunden, 16. Februar 
"Wie schreibt man einen Roman in 30 Tagen?". Eine Geschichte über eine Protagonistin, die selbst ein Buch schreiben möchte. Definitiv ein Muss für mich! Ich hoffe ja, dass das Buch die Liebe zur Literatur vielleicht noch einmal aus einem neuen Blickwinkel erzählt.

Be a little analog von Julius Hendricks, Thiele Verlag, gebunden, 18. Janurar
Da habe ich wohl etwas geschlafen. Das Buch ist schon bereits im Januar erschienen, ist aber dadurch nicht weniger aktuell. Es geht um die digitale Welt in der wir leben und wie sie uns beeinflusst.

Zuhause bei Audrey
von Luca Dutti, Dumont, gebunden, 16. Februar
Ein Einblick in die persönlichen Erinnerungen des Sohns von Audrey Hepburn. Da ich Audrey Hepburn wirklich toll finde, wanderte das Buch natürlich automatisch auf meinen Merkzettel.

Wer war Alice von T. R. Richmond, Goldmann, Broschur, 29. Februar
Die Inhaltsangabe erinnert mich ein klein wenig an "Die amerikanische Nacht" von Marisha Pessl. Könnte also demnach ganz gut werden.

Shakespeare ohne Worte von Frank Flöthmann, Dumont, 16. Februar
Sicherlich nicht das anspruchvollste Buch, welches sich hier unter den Neuerscheinungen findet, aber bestimmt eines, das einen sehr großen Unterhaltungswert hat. Ich finde solche Spielereien mit der Literatur großartig und bin gespannt, wie es umgesetzt wird.

Tief in den Wald hinein von Robert Williams, berlin verlag, Broschur, 01. Februar
Düstere Stimmung und ein Ereignis, welches wie ein großes Rätsel wirkt. Wieder einmal ein Buch, wenn man vielleicht etwas Spannung braucht. Werde ich sicherlich auch im Auge behalten.

Die Ernte des Bösen
von Robert Galbraith (J.K. Rowling), blanvalet, gebunden, 29. Februar
Cormoran Strike ermittelt wieder. Es ist schon das dritte Buch, welches nun mit dem Ermittler erscheint. Das erste Buch habe ich gelesen und mochte es auch ganz gerne! Das zweite ist leider bisher irgendwie nicht bei mir eingezogen. Jetzt, zum Erscheinen des dritten Bandes habe ich deutlich wieder Lust aufzuholen und die Geschichten weiterzulesen.

Es tut mir etwas weh, aber ich verlinke die restlichen sieben Bücher nun nur noch, damit der Beitrag nicht komplett alle Grenzen bricht. Das heißt aber dadurch nicht, dass ich sie weniger interressant finde!

Gezeiten des Geistes von David Gelernter, Ullstein, gebunden, 26. Februar
An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts von Roland Schimmelpfennig, S.Fischer, gebunden, 25. Februar
Seide von Alessandro Baricco, Hoffmann und Campe, gebunden, 27. Februar
Weine nicht von Lydie Salayre, Blessing, gebunden, 29. Februar
Der Krieg im Garten des Königs der Toten von Sascha Macht, Dumont, gebunden, 16. Februar
Mimikry - Das Spiel des Lesens
, aufbau verlag (Blumenbar), gebunden, 12. Februar
Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung
von Kamel Dacoud, Kiepenheuer und Witsch, gebunden, 18. Februar

Ich hoffe doch sehr, dass ihr noch alle da seid und niemand vor dem Computer eingeschlafen ist! Dies sind jedenfalls alle Bücher, die mich im Februar interessieren und die ich am liebsten auch alle lesen würde (was sicherlich nicht machbar sein wird). Erwartet ihr eines der Bücher auch schon sehnsüchtig?





Currently reading

Januar 18, 2016



"Das Leben ist eine fortwährende Ablenkung, die nicht einmal zur Besinnung darüber kommen läßt, wovon sie ablenkt."   - Frank Kafka

Für manche Sachen ist man einfach nicht gemacht. Bei mir ist es die Fähigkeit aufmerksam Hörbüchern zu folgen. Es ist nun mein zweiter Anlauf, aber es wird einfach nicht besser. Es ist einfach so: ich habe den Text gerne vor mir liegen, sprich, ich lese gerne! Ein Hörbuch nimmt mir den Spaß daran auf absurde Weise weg. Ich fange nach ungefähr fünf Minuten an, die unterschiedlichsten Dinge zu machen und achte dadurch weniger auf den gesprochenen Text und dabei will ich ja eigentlich zuhören, weil mich das Buch interessiert. "Leb wohl, Berlin" hat eine wirklich einzigartige Atmosphäre und ich denke auch, dass ich mir die Geschichte vielleicht noch einmal als Buch holen sollte. Momentan bin ich bei der dritten CD und bin auch ganz angetan von Isherwoods Schreibstil. Allerdings hätte ich das Buch, wie gesagt, lieber selbst gelesen. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wie sich das Buch noch entwickelt und ob ich Hörbücher noch nicht ganz abschreibe. Mit rund 461 Minuten ist es schließlich eine ganz akzeptable Zeit für ein Hörbuch, so hält sich die Konzentration noch einigermaßen aufrecht (mein erstes Hörbuch dauerte ganze vierundzwanzig Stunden!).
Durch das kleine "Tief", brauchte ich nun einfach ein Buch, welches ich doch zwischendruch lesen kann, um das Erlebnis an sich nicht missen zu müssen. Daher wandert nun "Complete Prose of Woody Allen" auf meinen currently reading Stapel. Ich habe bereits reingelesen und bin unfassbar, positiv überrascht! Zu diesem Buch wird es dann sicherlich auch eine Rezension geben. Bei dem Hörbuch bin ich mir noch unsicher, ob eine Rezension folgen wird, da ich mich, glaube ich, zu stark von dem Medium des Hörbuchs beeinflussen lasse.

Habt ihr zurzeit auch mehr als ein Buch auf dem currently reading Stapel? Hört ihr gerne Hörbücher?



Aus Liebe zum Buch von Ann Patchett

Januar 16, 2016



(Original: "The bookstore strikes back"),  Atlantik [klick] , 64 Seiten ,  Hardcover,  Einzelband |  ★★★ 4 Sterne
Original-Klappentext: "Als im März 2011 die letzte unabhängige Buchhandlung in Ann Patchetts Heimatstadt Nashville, Tennessee, schließt, nimmt die US-amerikanische Schriftstellerin das Schicksal der Stadt selbst in die Hand und beschließt, allen Warnungen zum Trotz, selbst eine Buchhandlung zu eröffnen, The Parnassus Bookshop. Ein kluges und wichtiges Plädoyer für den unabhängigen Buchhandel."

MEINE MEINUNG | FAZIT

"Vielleicht haben Sie gehört, dass unabhängige Buchhandlungen dem Untergang geweiht sind, dass Bücher tot sind und auch, dass das Lesen ausstirbt. Dazu kann ich nur sagen, schnappen Sie sich einen Stuhl, mein Freund. Ich muss Ihnen eine Geschichte erzählen." S. 8

Den nächsten Satz sage ich bekanntlich immer, wenn es um solche Lektüren geht. Bücher über Bücher kann man immer lesen! Und weil das so ist, habe ich mich schon sehr auf dieses kleine Büchlein gefreut. Ann Patchett beschreibt ganz kurz und knapp auf überschaubaren vierundsechzig Seiten, wie eine relativ spontane Idee, ihr Leben verändert hat. Natürlich hätte das Buch für mich gerne noch ein wenig länger sein können, jedoch wird auch vermerkt, dass der Text vorerst nur in einer Zeitung und nachher in einem Essayband abgedruckt wurde. Daher ist die Länge durchaus nachvollziehbar. Da es sich um persönliche Erfahrungen handelt, wird alles aus der Ich-Perspektive erzählt. Das sorgt dafür, dass man die Autorin, allein schon durch die gemeinsame Liebe zu den Büchern,  sympathisch und auch humorvoll findet. Das ein oder andere Mal muss man wirklich lächeln, da sie viele Situationen beschreibt, die man als bibliophiler Mensch wohl genauso gut kennt.
Mir gefiel ihre knappe aber ausdrucksstarke Botschaft sehr. Denn es geht darum, dass man den Buchhandel in jeglicher Form unterstützen kann. Sei es durch den Kauf von Büchern in einer ortsansässigen Buchhandlung oder durch die Eröffnung einer eigenen Buchhandlung (natürlich sollte hier das nötige Kleingeld vorhanden sein, das man benötigt).

"Irgendjemand schlug sogar vor, einen kleinen Buchladen in der Bibliothek zu eröffnen, allerdings erschien mir der Plan, Bücher in den Räumen verkaufen zu wollen, in denen man sie umsonst bekommt, nicht besonders logisch." S. 15

Sicherlich ist das Buch eine Hommage an die Bücher und die Buchhandlungen. Es beschäftigt sich aber eben auch mit den Kritiken, die vorhanden sind, wenn es darum geht, warum Buchhandlungen es zu schwer haben und warum die Menschen selbst dafür sorgen, dass es so ist. Denn liest man das Buch, dann erkennt man wohl durchaus, dass Leute immer noch großes Interesse an der Literatur und an den kleinen Buchhandlungen aufzeigen, leider aber erst dann, wenn es zu spät ist. Gleichzeitig wird auch etwas auf die Konkurrenz eingegangen, sprich die großen Online Konzerne, die die kleinen Buchhandlungen in den Schatten stellen. Mir gefiel, dass man deutlich spürt, dass der Autorin viel daran liegt, die Buchhandlungen zu unterstützen und sie es nicht anderen überlässt, sondern sich schließlich dazu entschließt eine Buchhandlung zu eröffnen. Leider muss ich aber auch sagen, dass man wohl ein noch größeres Potenzial aus dem Buch machen könnte, wenn man noch die Erlebnisse der Geschäftspartnerin aufgezeigt hätte, da auch von Ann Patchett selbst erwähnt wird, dass sie kaum den größten aktiven Teil übernommen hat, um den Ball ins Rollen zu bringen. Dennoch glaube ich,  ist das Buch ein wunderbares Plädoyer auf den Erhalt der lokalen Buchläden und ein schöner Text, den man lesen sollte, wenn man vielleicht selbst merkt, dass man nicht möchte, dass die großen Online Anbieter der einzige Ort sein werden, um Literatur erwerben zu können. (Den englischen Titel des Textes finde ich übrigens wirklich sehr passend!)

"Jetzt, da wir jederzeit jedes Buch bestellen können, ohne uns vom Bildschirm wegzubewegen, merken wir, was wir verloren haben: eine Begegnungsstätte, zwischenmenschlichen Kontakt, die Empfehlung eines klugen Lesers im Gegensatz zu einem Computeralgorithmus, der uns sagt, was andere Kunden gekauft haben." S. 39


Tolles, kleines, knappes, aber ausdrucksstarkes Büchlein, welches eine Hommage an die Buchhandlungen ist. Sehr persönliche Eindrücke der Autorin in Bezug auf die Liebe zu den Büchern und eine nette Lektüre um sich daran zu erinnern, wo es am meisten Spaß macht Bücher zu kaufen.



Vielen lieben Dank an den Atlantik Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Trigger Warning von Neil Gaiman

Januar 14, 2016





(Original: "Trigger Warning - Stort Fictions and Disturbances" / 2008- 2015 , da einzeln veröffentlichte Geschichten) von  Neil Gaiman, William Morrow / Harper: Bibliographie auf der Verlagsseite >> [klick], 310 Seiten, Hardcover, Englische Ausgabe,  ★★★ 4 Sterne

"Trigger Warning" versammelt verschiedene Kurzgeschichten des Autors Neil Gaiman (Stardust, Sandman) in einem Band.

MEINE MEINUNG | FAZIT

"We build the stories in our heads. We take words, and give them power, and we look out through other eyes, and we see, and experience, what others see." - Vorwort

Neil Gaiman ist einer meiner liebsten Schriftsteller. Nicht zuletzt, weil er durch seine einzigartigen und einfallsreichen Geschichten aus der Masse heraussticht. Da ist es auch kaum verwunderlich, dass nun auch "Trigger Warning" von mir gelesen werden musste. anders als seine bisherigen Bücher, die ich von ihm gelesen habe, besteht "Trigger Warning" aus mehreren Kurzgeschichten, vierundzwanzig um genau zu sein. Doch bevor man zu den Geschichten des Buches gelangt, trifft man auf das sehr gelungene Vorwort des Autors. Schon als ich die erste Seite gelesen habe, fühlte ich mich komischerweise ein Stück weit zu Hause. Denn immer, wenn ich seine Geschichten oder auch seine Ansichten zur Literatur lese, fühle ich mich selbst sofort verstanden. Daher hing ich schon am Vorwort gebannt an den Sätzen. Was ganz interessant ist, das Vorwort besteht nicht nur aus einer "Warnung", sondern auch aus einer Übersicht, die alle Titel des Buches aufzeigt und zu denen Neil Gaiman einige Worte sagt. Ich persönlich habe mich dazu entschieden, die jeweiligen Abschnitte zu den Geschichten, immer erst nach der beendeten Geschichte selbst, zu lesen. Dadurch hat man die Zusatzinfos besser einordnen können.

"We are all wearing masks. That is what makes us interesting. These are stories about those masks, and the people we are underneath them." - Vorwort

Die Geschichten selbst sind sehr unterschiedlich. Und wie das bei so einer Kurzgeschichtensammlung ist, haben mir einige sehr gut gefallen, andere etwas weniger. Keiner der Geschichten war aber schlecht, sie haben nur nicht meinen Geschmack getroffen oder ich hatte das Gefühl, dass diese bestimmte "Neil Gaiman Art" nicht da war. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr genossen. Wie üblich sind Gaimans Geschichten alles andere als "normal". Sie beschäftigen sich sehr mit den Ängsten der Menschen und mit den Geheimnissen, die hinter den Menschen stecken. Wer sich gerne an Geschichten wagt, die manchmal skurril werden und nicht immer der Norm folgen, denen werden Neil Gaimans Geschichten sicherlich gefallen. Ich muss zugeben, ich war sehr überrascht, als ich das Inhaltsverzeichnis durchgesehen habe und wirklich viele bekannte Geschichten entdeckt,  aber glücklicherweise noch nicht gelesen habe. Unteranderem findet man in diesem Band "The Sleeper and the Spindle", ein Werk, welches es auch in einer wunderschönen illustrierten Ausgabe gibt. Es gibt aber auch, meiner Meinung nach ganz untypische Werke, wie zum Beispiel "The Case of Death and Honey" und "Nothing O´Clock". Ersteres ist eine "neue Version", die an Sherlock Holmes erinnert und auch anknüpft, Letzteres eine Geschichte, die eine Episode aus "Doctor Who" aufzeigt. Es gibt also auch von Neil Gaiman persönlich einiges an Fan-Fiction Werken zu entdecken. Mir hat die "Doctor Who Episode" deutlich besser gefallen, als die von Sherlock Holmes, was aber natürlich wieder nur eine subjektive Meinung ist.

"´So what do these Click-Clacks look like?´ Even as I asked him, I wished I could take the question back, and leave it unasked. [...] ´They look like what you aren´t expecting. What you aren´t paying attention to.´" S. 153

Viele Geschichten haben mich vom Anfang bis zum Ende in ihren Bann gezogen. Daher hier eine kleine Auflistung, die meiner Meinung nach unbedingt lesenswert sind: "A Lunar Labyrinth", "The Thing About Cassandra", "Orange" (unfassbar unterhaltsam), "A Calendar of Tales", "The Man Who Forgot Ray Bradbury", "Click-Clack the Rattlebag" und eigentlich noch einmal genauso viele weitere. Vor allem "A Calendar of Tales" ist noch ganz interessant, da es, wie der Name schon andeutet, wie ein Kalender aufgebaut ist. Quasi eine Kurzgeschichtensammlung in einer Kurzgeschichtensammlung. Jeder Monat trägt eine Geschichte. Darunter finden sich wirklich viele schöne Anekdoten an das Leben und ihre Kuriositäten. Generell ist "Trigger Warning" sehr abwechslungsreich. Für den Fall, dass man als Leser nicht so schnell die Lesestimmung ändern kann oder will, empfehle ich, die Geschichten mit einigen Pausen dazwischen zu lesen.


Sehr unterhaltsame und abwechslungsreiche Sammlung von vierundzwanzig Geschichten, die einen zum Lachen bringen, einen vielleicht etwas ängstigen und einen einfach nur gut unterhalten. Manche Geschichten stechen mehr heraus, als andere, aber im Großen und Ganzen ist jeder Text eine eigene, kleine Welt. Vorallem das Vorwort sticht auch durch tolle Passagen heraus. Mir gefiel auch, dass der Autor zu jedem Text eine Anmerkung dalässt, in Bezug der Entstehung und des Anlasses für den Text und die Idee dahinter. Definitiv zu empfehlen, wenn man schon Werke von Neil Gaiman gelesen hat und sich seiner manchmal skurrilen Welt anschließen möchte. Eine kleine Hommage an die Vielseitigkeit der Literatur!








Wenn die Wale an Land gehen von Kathrin Aehnlich

Januar 13, 2016












( Original: - ) von Kathrin Aehnlich,  Kunstmann [klick] , 253 Seiten,  Hardcover,  Einzelband,   ★★★ 4 Sterne

Original-Klappentext: "Roswitha Sonntag reist nach New York. Sie ist gerade geschieden worden, und es war die Frage ihres Mannes, die den Ausschlag für die Reise gegeben hat: »Warum hast du eigentlich Mick nie besucht?« Mick war im Studium ihr bester Freund und der Mittelpunkt ihrer Clique, die damals in den 80er-Jahren in Leipzig unzertrennlich war und unbesiegbar. Gemeinsam nutzten sie die kulturellen Freiräume, die sich in einem Land öffneten, das langsam in Agonie versank. Sie fotografierten, drehten Filme mit einer russischen Super-8-Kamera, führten eine Rock-Oper auf, und die Musik aus dem Feindesland Amerika lieferte den Soundtrack dazu. Als sie am Ende des Studiums in einen Alltag zurückgeworfen werden, den sie so nie leben wollten, tauchen merkwürdige Leute bei ihnen auf. Zuerst lachen sie darüber und geben den Genossen den Namen »Die Handwerker«. Aber die Handwerker verstehen ihr Handwerk, und nicht jeder kann ihnen standhalten."

MEINE MEINUNG | FAZIT

"Sie sah durch die Gitterstäbe auf schmutzige Gehwegplatten und dachte, so viel Symbolik für ihre Unfähigkeit wäre nun auch nicht nötig gewesen." S. 26

Dieses Buch ist mir vor etwa einem Jahr in die Hände gefallen, als ich es als Mängelexemplar entdeckt habe. Viel habe ich mir von dem Buch daher vorerst nicht erhofft, es war schließlich nur dazu da, um vielleicht mal einen Engpass zu überbrücken. Aber ich muss sagen, dass ich das Buch wirklich gerne gelesen habe, auch wenn es mich nicht komplett begeistert hat. Es ist eine Mischung aus: man liest es gerne weiter, um zu erfahren, was noch kommt und aufgrund des netten Schreibstils, inklusive einiger rührender Stellen und: irgendwie fehlt mir etwas mehr Spannung. Also für mich ist es noch etwas schwer, das Buch genau einordnen zu können.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei verschiedenen Zeitabschnitten. Zum einen finden wir die Protagonistin Roswitha (Rose, wie sie von Mick genannt wird) in der Gegenwart vor, sie ist fünfzig und schlägt sich auf eigene Faust durch, in einem fremden Land, nämlich Amerika. Dort sucht sie Mick, ihrem alten Freund. Zum anderen gibt es Rückblicke auf die Jugend Roswithas. Diese Rückblicke nehmen im Vergleich mehr Text ein, als die Gegenwartsszenen. Grundsätzlich fand ich beide Zeiten gut erzählt, wobei man deutlich spürt, dass die Autorin viel Wert auf die "Reise" legt, die der Leser zurücklegt, in dem die Vergangenheit näher beleuchtet wird. So ist dieser Teil auch deutlich gefühlvoller und was die Geschehnisse angeht etwas interessanter. Denn ihre Vergangenheit bezieht sich auf das Leben in der DDR. Natürlich wird dadurch ein ständiger Vergleich zwischen Deutschland und den USA aufgezeigt.

"Warum hingen in den meisten Hotelzimmern Bilder von Städten, in denen man sich gerade nicht befand? War es eine Methode, zum Reisen zu animieren? Oder sollte es einem das Gefühl geben, nirgendwo zu Hause zu sein?" S. 25

Was mir deutlich positiv aufgefallen und auch im Gedächtnis geblieben ist, ist die Schilderung der Gefühlswelt der Protagonistin. Man spürt vorallem dieses ungleiche Verhältnis, zwischen der "alten" Roswitha, die in Deutschland erwachsen geworden ist und der Roswitha, die nun in Amerika auf ganz neues Terrain trifft und beinahe wie ein naives, junges Mädchen wirkt, die noch nicht wirklich weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Mir gefiel zudem auch sehr der Aufbau, der beschrieb, wie Roswitha und Mick ihre Freundschaft aufgebaut haben und was sie alles durchgestanden haben. Untestützt wird diese Reise immer wieder durch die verschiedenen Leidenschaften der beiden. In Roswithas Fall ist das die Fotografie, in Micks Fall die Musik. Es gibt sehr viele Bezüge zu bekannten Songs, die deren Zeit geprägt haben, welche wirklich gut eingebunden wurden. Zudem fand ich es schön, die Eindrücke der damaligen Zeit beinahe durch Roswithas Fotokamera beschrieben zu bekommen. So wurde die Geschichte für mich auch vorallem zum Ende hin sehr gefühlvoll, da dort viele Fragen, die man sich angefangen hat zu stellen, beantwortet werden. Dazu gehört zum Beispiel auch die Frage, warum Roswitha überhaupt geschieden ist.
Was einen natürlich auch beschäftigt ist der Titel des Buches. Ich konnte mir zunächst keinen wirklichen Reim darauf machen. Es gibt aber zwei sehr schöne Passagen in diesem Buch, die den Titel erläutern, wenn auch etwas metaphorisch. Die Erläuterung wird beinahe zum Schluss wirklich offensichtlich, nimmt aber gleichzeitig Bezug auf die ersten paar Seiten. So verbindet die Autorin ganz geschickt die Eindrücke aus der DDR mit den Eindrücken, die die Protagonistin in Amerika sammelt.

"Alte Hippies hat es in Micks Vorstellungen nicht gegeben. Leider wurde niemand verschont, auch Hippies bekamen Krankheiten, brauchten Brillen, Gebisse und künstliche Hüftgelenke. Nur die Idee war unsterblich." S. 136

Mick ist in diesem Buch definitv auch ein Hauptcharakter. Jedoch ein Hauptcharakter, der vorerst nur in der Vergangenheit auftritt. Die Suche nach Mick gestaltet sich nämlich schwieriger als gedacht. Dadurch werden in der Gegenwart, in Amerika, viele Protagonisten eingeführt, die zu skurillen und lustigen Situationen beitragen, nicht zuletzt von dem ersten Menschen, den Roswitha dort kenenlernt, dem "Cowboy". Auch wenn einige Dinge etwas zu optimistisch wirken, ist die Zusammenführung der Ereignisse wirklich unterhaltsam. Micks Charakter hat mir zudem in den Rückblenden aber sehr gut gefallen. Er verkörpert die Sehnsucht nach dem "amerikanischen Traum". Er zitiert und schwärmt ständig von großen Künstlern, wie Janis Joplin. Dadurch entsteht eine sehr eigene Atmosphäre. Grundsätzlich habe ich zunächst, beim lesen gedacht, dass ich lieber etwas mehr über Roswithas aktuelle Situation lesen würde. Mit der Zeit aber, fängt man an so viele schöne (aber auch gefühlvolle) Dinge aus der Vergangenheit zu erfahren, dass ich am Ende traurig war, dass keine Rückblenden mehr kamen.
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Schöne Geschichte, die zwei Zweiten und zwei Länder miteinander verbindet. Deutschland zu zeiten der DDR und Amerika in der Gegenwart. Das Schicksal der Protagonistin wird zunehmend gefühlvoller, wird aber immer mal wieder durch auflockernde Passagen der Gegenwart durchbrochen. Schöne Hommage an die Fotografie und die Musik. Gleichzeitig hat mir an der ein oder anderen Stelle etwas gefehlt, von dem ich aber nicht genau sagen kann, was es war.





Der Hut des Präsidenten von Antoine Laurain

Januar 12, 2016










(Original: "Le chapeau de Mitterand") von  Antoine Laurain,  Atlantik [klick],  240 Seiten, Hardcover,  Einzelband, ★★★ 5 Sterne
"Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? Als der Präsident seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf - und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, um seine ganz besondere Wirkung zu entfalten. Ein Roman voller Charme und Überraschungen, über große Ziele und glückliche Wendungen - und was man dafür drauf haben muss."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Die wichtigen Ereignisse unseres Lebens sind immer die Folge einer Verkettung winziger Details."
S. 28

Antoine Laurains neuer Roman vereint wieder einmal eine wunderschöne, unterhaltsame Geschichte mit dem charakteristischen und angenehmen Flair Frankreichs. Dies geschieht natürlich zusätzlich durch Personen, die das Land geprägt und die tatsächlich gelebt haben, wie eben auch der Präsident Francoise Mitterand. Zudem erschafft der Autor erneut Charakter und Protagonisten, die den Leser interessieren und mit denen man sich gerne auf die Reise begibt. Alle Personen sind sehr eigen, vereinen aber den Grundsatz nach der Sehnsucht einer gewissen Sache oder nach einer Veränderung. Dadurch kommen verschiedene, wie auch in sich verschachtelte Geschichten zum Vorschein, die zum Ende hin eine wunderbare Verknüpfung herstellen; Offenbarungen, mit denen man vielleicht nicht von Anfang an gerechnet hätte, inklusive. Mich hat die Geschichte eben vor allem durch die Tatsache angesprochen, dass Antoine Laurain zwar von verschiedenen Leben erzählt, sie aber alle nie wirklich verloren gehen. Alle Charaktere werden sozusagen in dem Hut vereint und werden nicht vergessen. Sie prägen quasi die Erlebnisse des nächsten Hutbesitzers. Genau das kam auch bei mir, als Leser, sehr gut rüber. Ich könnte wahrscheinlich gar nicht sagen, welcher Charakter mir am besten gefallen hat, wobei ich Daniels Begeisterung und Aufopferung für den Hut wirklich sehr unterhaltsam fand. Genauso hat mir auch die eigentliche Umsetzung des Hutes als Symbol gefallen. Er stellt das Verlangen und die Veränderungen dar, ist aber, auf Grund der Tatsache, dass er ein Hut ist, nicht aufdringlich und gleichzeitig nicht zu hintergründig. Er wird Teil der Geschichte und wird auch ein Stück weit selbst zum Hauptcharakter, da er eine Eigendynamik entwickelt.

"Manchmal führt uns das Leben auf neue Wege, man hat eine Abzweigung genommen, ohne es zu merken, der große Navigator des Schicksals ist nicht der vorgesehenen Route gefolgt, und kein Schild hat uns gewarnt, an dem es kein Zurück mehr gibt." S. 182

Der gewählte Schreibstil ist nicht kitschig oder "flach", sondern literarisch, romantisch und grundsätzlich sehr gut gewählt, um die alltäglichen Schicksale der Menschen zu erzählen, wenn auch mit Vorkommnissen, die uns manchmal vielleicht zu "suspekt" erscheinen. An dieser Stelle würde ich gerne noch auf die Live-Schaltung zurückgreifen, die uns während des #HutUps zum Autor möglich war. Denn dort hat man erfahren, dass recht viele Dinge, die Laurain in diesem Buch beschreibt, tatsächlichen Geschehnissen nachempfunden beziehungsweise an diese angelehnt sind. Ich persönlich konnte gar nicht glauben, wie viel Wahrheit in der Geschichte liegt, trotz ihrer Außergewöhnlichkeit. Es ist schon eine Kunst, diese Idee, die im Buch vermittelt wird, zu entwickeln, es ist aber noch eine viel größere, sie so niederzuschreiben, wie Antoine Laurain dies getan hat. Ohne viel Schnickschnack, aber mit viel Gefühl und einer guten Portion Humor. Man kann mich sicherlich für schuldig befinden, wenn meine Sympathie für den Autor ein wenig zu der Bewertung des Buches beigesteuert hat, aber es ist nun einmal so, dass Laurain seine ganz eigene, charakteristische Art auf seine Werke überträgt und sie mich einfach begeistern. Er hat eine etwas andere Sichtweise auf die Dinge und deren Besonderheit. Und genau das macht auch "Der Hut des Präsidenten" umso interessanter. Man kann kaum noch etwas sagen, um das Buch zu beschreiben, man wird die Besonderheit der Geschichte, als Leser merken, wenn man anfängt, die ersten Seiten zu lesen. Und zum Schluss fragt man sich vielleicht: "Was wäre wenn ich diesen Hut gefunden hätte...?"

"Während er den Louvre lebhaften Schrittes verließ, spürte er, wie sich in ihm eine tiefgehende Veränderung vollzog. Mehr als eine Veränderung, eine Metamorphose." S. 183


Unterhaltsame und sehr schöne Geschichte, die symbolisch aufzeigt, dass den Menschen ein kleiner Hut (oder Glaube) fehlt, um gewisse Dinge in ihrem Leben umzusetzen. Tolle Charaktere und einfallsreiche Verknüpfungen machen das Buch einzigartig. Sicherlich mit reichlich französischen Charme, gepaart mit lustigen und nachdenklichen Passagen. Perfekt für ein gemütliches Lesewochenende, wenn man eine aufbauende Geschichte braucht.



Vielen lieben Dank an den Atlantik Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars und des tollen #HutUp Events!