How to be Parisian wherever you are von versch. Autoren

Juni 30, 2015


























(Original: "How to be Parisian wherever you are")  Autor/in: Mas, Diwan, de Maigret, Berest , btb [klick] , 272 Seiten,  Hardcover ,  Einzelband ,   ★★★(☆)  3 bis 4 Sterne

Original-Klappentext: "Millionen Frauen überall auf der Welt wollen so sein wie sie: die Pariserin. Denn nur sie schafft es, mit Stil, Charme und beneidenswerter Lässigkeit durchs Leben zu gehen. Sie sieht immer gut aus – obwohl sie sich keine Gedanken darüber macht, was sie morgens aus dem Kleiderschrank zieht. Sie ist eine liebevolle Mutter – und fährt trotzdem auch ohne Anhang an die Côte d‘Azur. Sie stellt toujours strikte Regeln auf – nur um jede einzelne von ihnen mit Genuss zu brechen ...

In How to be Parisian enthüllen vier Pariser Lifestyle-Ikonen mit viel Selbstironie und Witz den Mythos der Pariser Frau: ihre Allüren, ihre Nonchalance, ihren Style, wie sie liebt und wie sie ihre Tage und Nächte verbringt. Ihre wichtigste Lektion: Um eine echte Pariserin zu sein, kommt es nicht auf die Herkunft an – sondern allein auf die Einstellung!"


MEINE MEINUNG | FAZIT

Es wäre falsch zu sagen, dass ich mir von dem Buch mehr erhofft habe, denn ehrlich gesagt bin ich ohne jegliche Ansprüche an das Buch herangegangen. Dennoch haben mir einige Sachen mehr und andere eher weniger gefallen.
Zunächst einmal muss ich wirklich sagen, dass ich die Aufmachung des Buches wirklich sehr passend finde. Es gibt viele schöne Fotos und Abbildungen, die zu den jeweiligen Seiten und dem darin besprochenen passen. Die Atmopshäre die dadurch entsteht trägt aufjedenfall dazu bei, dass man sich etwas in das französische/ pariser Leben hineingezogen fühlt. Gleichzeitig denkt man natürlich auch automatisch an seine eigenen Vorstellungen, die man bisher von den Pariserinnen und ihrem Lebensstil hatte. Aufgeteilt ist das Buch in mehrere Kaptitel und Unterkategorien. Sie sind nicht besonders lang und dadurch ganz praktisch für zwischendurch. Die Texte sind entweder graphisch dargestellt, bestehen aus Rezepten, Adressen oder dem Geschriebenen der Autorinnen, welche sich wie kleine Notizen lesen. Für solch ein "Lifestyle" Buch fand ich diese Form ebenfalls angebracht, da man eigentlich ungern ganze Romane lesen muss, um zu erfahren, wie die Pariserinnen denken.
Was mich allerdings etwas von dem Buch abgebracht hat war, dass oft viele Dinge wiederholt wurden und vieles gar nicht so speziell "französisch" war, wie man es vielleicht denken könnte. Die Autorinnen beschreiben in den Abschnitten einfach viele Situationen und Ansichten, die sie hinsichtlich dieser Dinge haben und versuchen so, dem Leser zu zeigen, was für Pariserinnen wichtig ist, wie sie selbst gerne sein würden und wie sie letztendlich wirklich sind. Nun ist es aber natürlich schwer eine "Pariserin" als solches zu sehen und anzunehmen, dass sie ganz anders ist, als eine Berlinerin oder eine andere Frau einer großen Metropole. Natürlich sind viele Ansichten einfach gleich, weil Frauen nunmal Frauen sind und wohl, egal in welcher Stadt sie leben, ähnliche Ansichten zu verschiedenen Lebenssituationen haben. Dennoch gab es die ein oder anderen Kapitel, in denen man gemerkt hat, dass die Pariserinnen einen etwas anderen Lebensstil haben, als zum Beispiel die deutschen Frauen. Nichtsdestrotrotz fehlte mir doch das gewisse "Spezielle" an dem Buch. Um euch einmal ein Beispiel zu geben: Es wird öfters erwähnt, dass man nie so wirken soll, dass man sich anstrengt etwas zu tun. Mal soll alles leicht und lässig wirken lassen. Aber es wird nicht erklärt, wie die Pariserinnen es schaffen, dies umzusetzen. Ich weiß, es ist schwer, so etwas überhaupt in Worte zu fassen, aber genau das, dachte ich, sollte das Buch ausmachen. Dem "Geheimnis" auf den Grund gehen. Für mich wurde mit dem Buch darum zwar kein "Geheimnis" gelüftet, aber es ist aufjedenfall unterhaltsam und macht auch Spaß es zu lesen. Auch wenn ich manche Ansichten, die dort aufgeführt werden nicht ganz nachvollziehen kann.
Generell war der Schreibstil aber flüssig und amüsant. Alles in allem gefällt mir das Buch und ich würde sagen, man soll das Buch auch nicht alles zu ernst nehmen. Was mir am Ende sehr gefallen hat, waren zudem aber auch die Adressen, die angefügt wurden, für verschiedene Gelegenheiten. So gibt es Tipps für verschiedene Orte, die man besuchen kann, wenn man zum Beispiel shoppen möchte, wo man Picknicken kann, wo es etwas gutes zu essen und zu trinken gibt und und und.
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Unterhaltsames Buch mit einigen stärkeren und einigen schwächeren Seiten. Ist für mich aber definitiv eine gute Geschenkmöglichkeit und lässt einen im Alltag etwas abschalten. Lässt sich schnell und angenehm lesen und hinterlässt doch einen Hauch "pariser Leichtigkeit". Man sollte definitiv den Sinn für einige ironische Stellen in Betracht ziehen.



Vielen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Lost For Words von Edward St. Aubyn

Juni 28, 2015


























(dt.: "Der beste Roman des Jahres") ,  FSG Books/ Macmillan [klick] ,  261 Seiten,  Hardcover , Einzelband ,  Englisch  ★★★  3 bis 4 Sterne

Der "Elysian Prize" für Literatur soll vergeben werden und alle Beteiligen, Juroren, wie auch Kandidaten tragen zu einem großen Durcheinander bei. Wer soll gewinnen? Wie soll man so viele Bücher bis zum Endtermin lesen und bewerten? Die Juroren scheinen es nicht allzu ernst zu nehmen. Einige Kandidaten widerum nehmen die Sache vielleicht doch etwas zu ernst.


MEINE MEINUNG | FAZIT

Ich lese gerne Bücher über Bücher und deren Bedeutung, Verwendung oder Unterhaltsamkeit. Gleichzeitig steigen aber auch die Erwartungen an das Buch. Als ich von "Lost for Words" gehört habe, war ich so daran interessiert, dass ich es direkt gekauft habe. Dabei habe noch nichts von "Edward St. Aubyn" gelesen, nicht einmal seine, auf der Rückseite angepriesenen, "Patrick Melrose novels". Aber der Gedanke an einen Roman, der eine Preisverleihung, an den besten, fiktiven Roman beschreibt, hat mich sofort begeistert.

" ´Ah yes,´ said Didier. ´The famous Elysian. In France we have the Concour. It is completely corrupt, and for that reason the rules are absolutely clear.´" S. 34

Grundsätzlich fand ich den Einstieg in das Buch ganz angenehm und auch interessant. Die Protagonisten wurden vorgestellt und auch ihre persönlichen Hintergrundinformationen wurden näher beleuchtet. Dadurch entwickelten sich auch die zunehmenden Verknüpfungen der Privatleben und den Entscheidungen bei der Wahl. Da das Buch relativ kurz ist, bin ich nicht wirklich mit allen Charakteren warm geworden und habe mir ganz zum Schluss doch ein klein wenig mehr erhofft. Es gab zwar viele, schöne und auch interessante, wie auch gut geschriebene Passagen in "Lost for Words", aber an einigen Stellen hätte ich mir mehr Interaktion zur Preisverleihung gewünscht. Es gab nur eine Szene, in der alle Juroren zusammen über die Bücherwahl diskutiert haben, dabei hätte ich es interessanter gefunden, wenn man dies etwas öfter aufgegriffen hätte. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat war, dass das Werk an sich, mit dem Element spielt, dass einige Auszüge, der nominierten Werke, abgedruckt sind. So verknüpfen sich viele unterschiedliche Romane zu einem.

"Marvellous, inspirational stuff, so unlike today´s attention-seeking, get-rich-quick culture, in which people did things they were completely unqualified for just to get their names in the papers." S. 64

An vielen Stellen war das Buch wirklich sehr unterhaltsam, an anderen Stellen widerum eher philosophisch. Die humorvollen und ironischen Stellen kamen am meisten zum Vorschein, wenn das "Cookbook" angesprochen wurde. Wie der Titel schon sagt, fragt man sich, was ein Kochbuch in dem ganzen zu suchen hat. Durch die Erwähnung des Buches, bekommt "Lost for words" aber selbst noch die gewisse Würze und der Leser wird dazu animiert weiterzulesen, um zu erfahren, was denn nun mit dem Kochbuch im weiteren Verlauf geschieht und wie die "Autorin" darauf reagiert, dass ihr Buch vertreten ist.
Während des lesens denkt man auch öfters darüber nach, wie es wäre, wenn solche Verleihungen wirklich so ablaufen würden. Was wäre, wenn die Juroren nach Lust und Laune die Bücher wählen und gar nicht wirklich wissen, was darin niedergeschrieben steht? Genau dies macht den Reiz des Buches aus. Man versucht zu verstehen, warum die Juroren so handeln, wie sie handeln und wie die Autoren der Bücher auf das Weiterkommen beziehungsweise das Ausscheiden reagieren. Für wen verändert sich etwas, wenn so oder so entschieden wird?
Das Buch ist sicherlich etwas komplexer, als andere Bücher und setzt auch voraus, dass der Leser einige Sachen zwischen den Zeilen lesen und interpretieren kann. Nichtsdestotrotz denke ich, dass das Buch sehr gelungen ist, auch wenn ich, wie gesagt gehofft habe, dass die Diskussionen der Juroren untereinander etwas näher beleuchtet werden und ein echter "Streit" entfacht, in dem jeder Juror versucht sein Lieblingsbuch nach vorne zu bringen.

"If an artist is good, nobody else can do what he or she does and therefore all comparisons are incoherent." S. 240
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Spannender Roman über eine Buchauszeichnung, die nicht gerade als die seriöseste bezeichnet werden kann. Ist unterhaltsam, nachdenklich und zeigt mit ironischen Ausdrücken, was in der Gesellschaft schieflaufen kann.





Neuerscheinungen im Juli

Juni 25, 2015

























Der Juli kommt immer näher und somit auch einige, interessante Neuerscheinungen. Ich habe mich diesmal etwas zusammenreißen müssen und versucht nicht zu viele Bücher auf meinen Merkzettel zu setzen, da ich für die Folgemonate im Herbst, gefühlt mein ganzes Notizbuch vollgeschrieben habe.
Nun aber einmal zu den Neuerscheinungen im Juli [Durch anklicken des Titels gelangt ihr zur Verlagswebsite]:

Das Jahr der Wunder von Amy Halvany, Blanvalet, Klappenbroschur, 27.Juli
Dieses Buch klang ganz interessant. Da wahrscheinlich vorallem die Beziehung zwischen Mutter und Tochter im Raum steht und thematisiert wird, denke ich, wird das Buch sehr gefühlvoll sein.

Die Liste der vergessenen Wünsche von Robin Gold, Blanvalet, Taschenbuch, 20.Juli
Das Buch ist bereits erschienen und wird nun aber auch erstmals als Taschenbuch erhältlich sein. Da ich es noch nicht besitze, es aber eigentlich unbedingt lesen wollte, werde ich es mir vielleicht als Taschenbuch holen.

Bewegte bis stürmische See von Sophie Bassignac, Atlantik Verlag, Klappenbroschur, 15.Juli
Diese Lektüre scheint eine ganz nette Geschichte für Zwischendurch zu sein. Klingt unterhaltsam und etwas "skurril".

Der Rithmatist von Brandon Sanderson, Heyne fliegt, Gebunden, 13. Juli
"Der Rithmatist" ist definitiv mein größtes Wunschbuch für den Juli. Ich habe zwar bisher noch nichts von Sanderson gelesen, aber allein der Klappentext zu dem Buch hört sich so spannend an, dass ich es kaum erwarten kann, bis das Buch erscheint. Viele seiner Bücher wurden ja schon hochgepriesen, ich hoffe das Buch wird mich nicht enttäuschen.

Winesburg, Ohio von Sherwood Anderson, btb Verlag, Taschenbuch, 13. Juli
Auch dieses Buch gibt es bereits in der gebundenen Fassung. Jetzt erscheint es im Taschenbuchformat und ich denke, ich werde es mir auch kaufen. Ich schätze das Buch steht schon über ein ganzes Jahr auf meinem Merkzettel. Darauf aufmerksam geworden bin ich durch die Serie "Pretty Little Liars", in der das Buch immer wieder mal gezeigt wird.

Gehe hin, stelle einen Wächter von Harper Lee, DVA Belletristik, Gebunden, 17.Juli
Das Werk soll eine wiedergefundene Fortsetzung des Weltbestsellers "To kill a Mockingbird" zu deutsch "Wer die Nachtigall stört" sein. Ich muss gestehen, dass ich das Buch noch nicht gelesen habe. Da mich aber die Fortsetzung so interessiert, werde ich mir vornehmen, das Buch demnächst zu lesen und dann die Fortsetzung in Angriff zu nehmen.

Schau mir in die Augen, Audrey von Sophie Kinsella, cbj, Klappenbroschur, 20.Juli
Dieses Buch ist denke ich eines, welches ich als "falls ich doch noch etwas unterhaltsames möchte" ansehe. Es steht nicht zwingend ganz oben auf meinem "möchte ich haben"-Stapel, aber es hört sich schon ganz interessannt an. Sophie Kinsella schreibt ohnehin vorwiegend eher leichtere Romane, die man gerne im Sommer liest.


Welche Neuerscheinungen sprechen euch am meisten an? Auf welches Buch freut ihr euch im Juli besonders?





Neuzugänge Juni #2

Juni 24, 2015


Heute haben mich wieder zwei sehr vielversprechende Päckchen erreicht. Darunter befanden sich, wie eigentlich immer, Bücher! Zwei davon habe ich schon vor längerer Zeit bestellt und bin froh, dass wenigstens die beiden es endlich zu mir geschafft haben. Auf einige andere, werde ich wohl wieder bis zum nächsten Monat warten müssen. Das dritte Buch "How to be Parisian" ist ein Rezensionsexemplar.

Da ich nach "The ocean at the end of the lane" und "Niemalsland", den Geschichten von Neil Gaiman vollkommen verfallen bin, habe ich mir auch direkt "Stardust" bestellt. Glücklicherweise lief der Film erst vor kurzem im Fernsehen und ich habe ihn, trotz jeglicher Vorbehalte, dass man die Bücher zuerst lesen sollte, doch angesehen. Und ich war selbst von der Umsetzung einfach nur begeistert! Daher denke ich, wird mich "Stardust" auch als Buch nicht enttäuschen.
"The sign of four" von Arthur Conan Doyle ist die zweite Geschichte, die zu der "Sherlock Holmes" Reihe gehört. Da mich bereits auch hier der erste Teil "A Study in scarlet" überzeugt hat, wollte ich es nicht aufschieben, die Reihe weiterzulesen. Wobei ich noch überlege, ob ich mir weiterhin die Einzelbände kaufe oder zu einem kompletten Band mit allen Erzählungen greifen werde.
"How to be Parisian wherever you are" ist, wie man vielleicht vermuten könnte, Mode und Lifestyle angehaucht. Ich bin schon unheimlich gespannt, wie das Konzept des Buches umgesetzt wurde und ob man wirklich einige Tipps auf sein Leben anwenden kann.

Nun, viel ist es wieder nicht geworden. Aber da der Rest sicherlich erst in ein bis zwei Wochen bei mir erscheinen wird, da die Bücher oftmals nicht direkt auf Lager sind, wollte ich euch wenigstens die bisher angetroffenen Büche zeigen. Ich muss mich nun entscheiden, welches ich zuerst lesen möchte...





Buchkauf á la "Don´t judge a book by its cover" ?

Juni 23, 2015



Ich habe mich bereits schon des öfteren als "Cover-Käuferin" geoutet. Mein inneres Gefühl zieht mich einfach ständig zu schönen Büchern und bisher hat sich das auch nie wirklich gerächt, in Form von wirklich schlechtem Inhalt [Gut, Ausnahmen gibts immer].
Doch erst letztens sind mir in einigen Buchhandlungen wieder einige Bücher aufgefallen, die anders ausgestellt werden, als andere. Undzwar sind dies, bereits verpackte Bücher, nur mit einem kleinen Hinweiszettel, um was für ein Genre es sich handelt und wer dieses Buch empfohlen hat.
Kein Cover. Kein Klappentext. 
Natürlich ist solch ein "Überraschungstüten"-Kauf auch für mich reizvoll, aber gleichzeitig fängt bei mir dann immer die Skepsis an sich auszubreiten. Ich hinterfrage dann immer, ob es sich lohnt, nun ein völlig mir unbekanntes Buch zu kaufen, ohne zu wissen was es ist. Schließlich liegen gefühlt tausend Bücher auf meinem Merkzettel, die ich eher kaufen würde. Es könnte schließlich auch sein, dass man das Buch bereits besitzt oder dass man ein Buch erwischt, dass einem nun gar nicht gefällt. Weder optisch, noch inhaltlich, trotz vorher gewusstem Genre. Es gibt wahrscheinlich so viele gute Bücher, die mir durch die Lappen gehen, ohne dass ich es weiß, einfach aus dem Grund, weil ich das Cover nicht schön fand und es daher weggelegt habe. Erst wenn ich dann über das englische Cover stolpere, fällt mir auf, dass ich das Buch schon einmal gesehen habe, es aber nicht wollte, weil es mich optisch nicht angesprochen hat. Ich würde es gerne ändern, bezweifle aber, dass mein "optisch-schön-ausseh-Trieb" mir das erlaubt. Daher fand ich die Idee mit dem verdeckten Buch ganz interessant. Würde man nicht deutlich vielen Büchern eine Chance geben, wenn sie keinen Umschlag hätten? Würde man das Buch dann vielleicht sogar anders beurteilen? Ich weiß jedenfalls aus meiner eigenen Erfahrung, dass ich zwar nach Covern ausschau halte, die Bücher aber trotzdem unabhängig davon beurteile. Ich freue mich aber umso mehr, wenn der Umschlag schön anzusehen ist.
Dennoch könnte ich mir durchaus vorstellen, mir auch mal ein solches "Überraschungsbuch" zu kaufen. Ich meine, man kann dadurch schließlich einige neue Erfahrungen machen, nicht wahr?
Und vielleicht könnte man sich dadurch auch mal an ein neues Genre wagen, ohne sich stundenlang den Kopf darüber zu zerbrechen, welches Buch dazu das am meisten geeigente wäre.

Habt ihr schon einmal ein solches, verpacktes Buch gekauft? Wart ihr positiv oder negativ überrascht? Oder wäre diese Aktion absolut nichts für euch?
 


The Bookseller von Cynthia Swanson

Juni 21, 2015


























Titel: "The Bookseller" ,  Übersetzung: "Als ich erwachte" ,  Autor/in: Cynthia Swanson,  Harper [-klick-] , 338 Seiten ,  Großes Taschenbuch ,  Einzelband ,  Englisch  ★★★  5 von 5 Sterne

Zwei verschiedene Jahre, zwei verschiedene Leben, aber eine Person. Katharyn ["Kitty"] Miller findet sich einmal im Jahre 1962 und einmal zeitversetzt im Jahr 1963 wieder. 1962 ist Kitty eine alleinlebende Frau, die eine Buchhandlung betreibt. Sie scheint mit ihrem Leben zufrieden zu sein, doch dann beginnen die Träume... 1963 ist Katharyn verheiratet und lebt ein vollkommen anderes Leben. Sie genießt ihre träumerischen Szenen eines anderen Lebens. Doch bald wird es ihr zu real. Kann sie aus diesem Kreis ausbrechen?


MEINE MEINUNG | FAZIT

Und wieder einmal hat ein wunderschönes Buch seinen Platz in meine Hände und in mein Bücherregal gefunden. "The Bookseller" überzeugt vorallem durch viel Gefühl und die Aufforderung an die eigene Vorstellungskraft. Denn man kommt sicherlich nicht drumherum, sich an der ein oder anderen Stelle, die Frage zu stellen, wie man selbst in solch einer Situation handeln und was man fühlen würde.
Der Einstieg in das Buch gelang mir sehr schnell, denn die Autorin kommt direkt zum Punkt. Es gibt direkt das Erwachen in einer anderen Umgebung und die Vorstellung der Person wird auch aufgegriffen. Natürlich bleibt aber das eigentliche Konzept der Träume bis zum Schluss bewahrt, sodass der Leser sich unterdessen ständig fragt, wie die Träume und das Leben der Protagonistin zusammenhängen. Die Protagonistin fand ich persönlich sehr sympathisch, vorallem aber, weil sie nicht perfekt ist. Sie wird als ein Charakter dargestellt, der, wie alle anderen auch, mit Problem zu kämpfen hat und sich sorgen um die Zukunft macht, egal ob im Traum oder nicht. Die Szenerie war authentisch, trotz der ganzen Umstände und Mysterien, die das Buch mitsichbringen. "The Bookseller" ist jedoch keineswegs ein Buch, welches nicht die Realität wiederspiegelt, im Gegenteil. Es befasst sich mit vielen Themen, vorallem im familiären Bereich, die sich die Protagonistin zu Herzen nimmt.

"I was always too aware that no matter who I was playing onstage, underneath the detailed costume and the thick makeup I was still just plain old Kitty." S. 140

Mit gefiel zudem, dass die Geschichte in den fünfzigerjahren spielt. Dadurch hat man zusätzlich einige Hintergrundinformationen erlangen können, die sich auf die damaligen gesellschaftlichen Normalitäten, die Politik und auch schwerpunktmäßig auf die damalige Literatur beziehen. Es gab so viele Werke, die genannt wurden, dass ich mir zeitweise überlegt habe, in naher Zukunft eine Liste anzulegen und diese Werke dann zu lesen [Mal sehen, ob es mir gelingt].
Das Buch gefiel mir zudem auch, durch die detailierten Beschreibungen der Personen und der Umgebung, wobei dies nie zu aufdringlich oder zu überladen wirkte. Es passte einfach in die Stimmung der Geschichte. Das Spiel zwischen den auftretenden Personen in "Kittys" wahrem Leben und ihren Träumen fand ich wirklich großartig. Cythia Swanson spielt damit, wie viel und vorallem, was sich alles verändern kann, wenn man den Dingen, die in unseren Träumen von uns wahr genommen werden, eine gewisse Beachtung schenkt und wir gewillt sind unser eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen [So gut es eben geht, denn nicht alles kann man verändern].

"I think suddenly about what it means to grow old. It means that all those that you loved as a youth become nothing but photographs on a wall, words in a story, memories in a heart." S. 43

Die Wortwahl und der Lesefluss sind beide sehr angenehm und helfen einem dabei, sich an beide Welten, in denen sich Kitty aufhält, anzupassen. Das Englisch ist in diesem Fall, finde ich persönlich, auch für Leser geeignet, die sich an das englische herantasten möchten.
Die Geschichte an sich fand ich "erfrischend", obwohl Themen angesprochen werden, die einen zum nachdenken anregen und auf eine ernstere Betrachtung abzielen. Dennoch gab es auch viele Stellen, die einen zum schmunzeln brachten. Ich mochte vorallem die Szenen, in denen Kitty 1963 ein Leben mit Kindern führt und diese "kindestypische" Dinge veranstalten. Auch die Geschichte, wie sie ihren Ehemann getroffen hat fand ich sehr sympathisch und "originell". Für mich ist es rumdum ein gelungenes Buch, welches so viele verschiedene Facetten beinhaltet, dass eigentlich für jeden was dabei ist, wenn man auf gefühlvolle Geschichten zurückgreifen möchte. Und natürlich wird man dazu animiert, die ganze Zeit weiterzulesen, weil man wissen möchte, was es mit den Träumen nun auf sicht hat.
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Interessante Geschichte, mit für mich neuen Denkanstößen. Süß, nachdenklich, gefühlvoll und hat einen ganz besonderen Charme. Thematisiert stark, die von Menschen gefürchteten Verlustängste und den Gedanken, wie es wäre, wenn man gewisse Dinge anders gemacht hätte.




Die Vergänglichkeit in und von Büchern

Juni 19, 2015


























Mein heutiger Post wurde von meiner aktuellen Lektüre inspiriert. In "The Bookseller" gab es ein Zitat, welches ich mir undbedingt anmerken musste und welches mich dann zum weiteren Nachdenken angeregt hat. Um welches Zitat es überhaupt geht?

"I think suddenly about what it means to grow old. It means that all those that you loved as a youth become nothing but photographs on a wall, words in a story, memories in a heart." S.43

Bereits in der Schule wurde man mit dem Thema "Vergänglichkeit" in der Literatur konfroniert. Denn schon in der Epoche des Barock war diese Thematik ein Leitmotiv der Literatur. Bekannt ist das Leitmotiv als "Vanitas", aus dem lateinischen für "Eitelkeit, Nichtigkeit, Misserfolg oder eben auch Vergänglichkeit der Welt". [Und unfassbar aber wahr, ich habe alle meine Deutsch-Unterlagen aus der Schulzeit behalten. Ihr seid also noch nicht vergänglich meine Lieben Blätter]
Auch in den vergangenen Semestern an meiner Uni ist das Thema häufiger in verschiedenen Sitzungen aufgekommen. Ich persönlich finde, dass die Gedanken und Erzählungen von Jorge Louis Borges, welche sich mit dem Motiv der Wiederkehr und einer "Lehre von den Zyklen" beschäftigen, sehr gut als Ergänzung beziehungsweise Gegensatz hinzugezogen werden können. Denn, wenn der Mensch an die Vergänglichkeit denkt, denkt er automatisch daran, was aus einem wird. Und einer der wohl beruhigendsten Gedanken daran ist wohl der Gedanke an eine "Wiederkehr" oder ein trotzdem "Vorhandensein" irgendwo da draußen. Von mir also ein Lesetipp für alle, die sich für solche Themen interessieren. Besonders die Erzählung: "Die Bibliothek von Babel" [Interessant finde ich auch dieses [klick] Buch.]

Es gibt wohl kaum Werke, in denen es nicht unterschwellig der Fall ist, dass das Thema "Vergänglichkeit" aufgefriffen wird. Sei es in Form von vergänglicher Schönheit oder einem vergänglichen Leben oder Ereignis. Fällt es uns einfach leichter die Vergänglichkeit zu "akzeptieren", wenn wir über sie schreiben? Wollen Schriftseller durch das Niederschreiben vielleicht sogar selbst der Vergänglichkeit ausweichen und etwas wertvolles zurücklassen, woran man sich nacher erinnern kann? Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass ich noch während der Schulzeit überlegt habe, was ich einmal werden möchte. Mir war eigentlich klar, dass ich gerne etwas erreichen würde, das für die Ewigkeit bleibt. Etwas wertvolles erschaffen oder unternehmen, das in Erinnerung bleibt. Ich war auch eigentlich ziemlich lange der Meinung, das wär ein schönes Ziel. Bis ich dann "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gelesen habe und ins Schwanken kam. Dort wird genau dieses Thema aufgegriffen. Dass Menschen immer etwas für die Ewigkeit und die Nachwelt erschaffen wollen. Sie wollen sich selbst wichtig fühlen und das Gefühl haben, dass sie nicht vergänglich sind. Dabei wurde mir bewusst, dass der Protagonist eigentlich recht hat. Wieso reicht es denn nicht aus für sich selbst etwas zu erschaffen, dass man nicht vergisst? Warum strebt man danach "unvergesslich"  zu bleiben? Nun, ich denke es wird ein Mysterium bleiben, das sich nie wirklch auflösen wird. Die Menschen wissen einfach zu gut, dass ihr Leben und ihre Taten nun einmal irgendwann zu einem Ende kommen werden. Aber ich denke, es ist auch einfach schön, sich selbst Erinnerungen zu schaffen und sie sich im späteren Alter vor Augen zuhalten. Man kann die Vergänglichkeit schließlich auch in positiver Erinnerung behalten und dankbar dafür sein, dass man überhaupt die Möglichkeit dazu hatte, ein wundervolles Leben zu führen. Ich für meinen Teil werde wohl auch immer daran denken und davon lesen, dass Vergänglichkeit schlechte, aber auch gute Seiten in sich trägt. Und wenn man es genau betrachtet, schaffe ich mit diesem Blog auch einen kleinen "Vergänglichkeitsschutz", denn für mich ist die Liebe zur Literatur nicht vergänglich und wie sagt man so schön: "Was einmal im Internet war, bleibt auch im Internet."

Zu guter letzt würde ich noch gerne kurz auf die Vergänglichkeit von Büchern zu sprechen kommen. Das wurde genau genommen auch schon oben angesprochen, aber mich würde interessieren, wie ihr mit dem Inhalt von Büchern umgeht. Habt ihr das Gefühl, dass euch alle Geschichten, die ihr jemals gelsen habt noch in Erinnerung geblieben sind? Oder gibt es tatsächlich auch Werke, die vergänglich wurden und in Vergessenheit geraten sind? Wäre es für euch sogar vorstellbar, dass Bücher irgendwann einmal nicht mehr präsent sein werden und ganz von der Technologie ersetzt werden? [Weit vorrausschauend gedacht in etwa tausend Jahren?]



Die Dinge beim Namen nennen #2

Juni 17, 2015



Wie schon in einem vorherigen Post angekündigt, wollte ich einige Veränderungen an meinem Blog vornehmen. Hier [Die Dinge beim Namen nennen] könnt ihr noch einmal nachlesen, worum es genau gehen sollte.

Jedenfalls habe ich nun den ersten Schritt getan und meinen Blog zumindest auf dem Blogbanner und oben an der Seitenleiste geändert. Nun heißt mein Blog "little words". Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich immer noch nicht weiß, ob ich nun für immer bei dem Namen bleiben werde und wie sich das Design entwickeln wird, aber ich fühle mich damit erst einmal sehr wohl. Die Adresse "book-up-your-life.blogspot.de" bleibt leider erst einmal bestehen, da ich noch versuche herauszufinden, ob sich alles mit "importiert", wenn ich die Seite umbenne. Falls jemand damit Erfahrung hat, wäre ich sehr dankbar für einige Tipps. :)
Das heißt also eigentlich, dass sich für euch ersteinmal nichts ändert. Wundert euch aber eben nicht, dass der Blog nun einen neuen Namen hat. :)

Ich hoffe ihr verzeiht mir meine Sprunghaftigkeit bezüglich des Blognamens, aber ich möchte wirklich Spaß an meinem Blog haben und dazu gehört auch, dass ich mich mit dem Namen wohlwühle, sodass ich mich da ein wenig ausprobiere.

Girl on the Train von Paula Hawkins

Juni 15, 2015




Original: "The Girl on the Train" von  Paula Hawkins,  blanvalet [-klick-] | Leseprobe, 448 Seiten,  Klappenbroschur (Mein Exemplar entspricht nicht der Endfassung) , Einzelband,   ★★★ 3 Sterne

"Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.
Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ..."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Girl on the Train" wird als "Der Nr. 1 Bestseller aus England und den USA" beworben und ist auch schon hier in Deutschland in aller Munde. Viele hatten vorerst das Gefühl, dass das Buch zu stark an "Gone Girl" erinnern könnte oder zumindest in eine ähnliche Richtung verläuft. Da ich allerdings weder "Gone Girl" gelesen habe und den Bestseller-Äußerungen am Anfang doch eher skeptisch gegenüberstehe, wollte ich mir ganz unvoreingenommen ein eigenes Bild der Geschichte machen. Also fing ich einfach an zu lesen und da ich auch oft mit dem Zug unterwegs in die Uni bin, dachte ich, könnte das ganz spannend werden.
Geschildert wird die Geschichte aus drei Perspektiven, jeweils von verschiedenen Frauen, die in die Geschichte involviert sind. Den wohl größten Teil übernimmt aber wohl die Protagonistin "Rachel". Sie ist "Girl on the Train", wenn man so sagen möchte. Sie sitzt Tag für Tag im Zug und schaut aus dem Fenster und beobachtet das Geschehen. Ich persönlich fand die Erzählweise gar nicht mal so schlecht gewählt. Dadurch wurde ein Ereignis aus mehreren Blickwinkeln erzählt und fügte sich wie ein Puzzle zusammen. Allerdings wurde ich wirklich erst sehr spät mit den Charakteren warm. Die Geschichte allerdings hält einen bis zum Schluss relativ gefangen und man möchte weiterlesen, obwohl man vielleicht schon erahnt, was genau passiert ist. Durch die verschiedenen Probleme, die Rachel allerdings mitsichbringt und die der Leser automatisch auch "annehmen" muss, da er ja vorerst nur durch sie das Geschehne erzählt bekommt, entsteht eine gewisse Spannung beim Leser. Man möchte, dass Rachel mehr weiß oder sich zumindest besser daran erinnern kann, aber man ist gezwungen, in ihrem Tempo das "Rätsel" zu lösen.
Nach und nach werden immer mehr Zusammenhänge zwischen den jeweiligen Personen offenbart. Ich habe mir auch am Anfang gedacht, dass Rachel eine völlig Fremde in der ganzen Szenerie ist. Jedoch gibt doch viele Verzweigungen, die letztenendes zu einem Urpsrung zurückführen.
Es tauchen insgesamt zwar recht viele Charaktere auf, aber die Menge ist an sich gut überschaubar. Allerdings wird stark damit gespielt, wer verdächtig sein kann und wer nicht. An einigen Stellen beginnt man zu denken, dass man wüsste, wer zu den schwarzen Schafen gehört und wem man vertrauen sollte. Und im nächsten Abschnitt verfliegt das Gefühl wieder und man stürzt sich auf die nächsten Charaktere. Man hat das Gefühl, man ermittelt selbstständig ein wenig mit. Allerdings wusste ich nicht so recht, wie ich letztenendes zu Rachel stand. Im Rückblick reflektiert, fehlt mir irgendwie mehr der gewisse Charakter und auch die manchmal nervige Art, treibt einen etwas an die Grenzen.
Den Schreibstil fand ich angemessen und auch fließend. Er verdeutlicht sehr gut, die inneren Kämpfe, die die Charaktere mit sich selbst führen und verstärkt gleichzeitig das Gefühl, dass es sehr wichtig ist, eine gute Balance zu finden, zwischen dem was man ständig denkt und was einem auf dem Herzen liegt und was man nach außenhin transportiert, beziehungsweise was man den Mitmenschen davon erzählt. Es geht um die Abgründe des Menschen, die Träume, Sehnsüchte und auch vorallem die Ängste des Menschen. Dadurch gibt es auch einige Passagen, die etwas "schwer" sind. Als Leser wird man mit all diesen Dingen konfroniert und das eben auch aus der Innenperspektive der Charaktere, so dass man sich manchmal fühlt, wie ein Psychologe, der den Frauen zuhört und versucht eine gute Lösung zu finden.

Dramatisch, und aufwühlend, wenn auch manchaml etwas "nervig". Löst nicht nur ein Geheimnis, sondern beschäftigt sich stark mit den Sehnsüchten der Menschen. Sorgt für einige Schock-Momente und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. An der ein oder anderen Stelle empfand ich die Geschichte aber auch als zu gezwungen.


Vielen lieben Dank an den blanvalet Verlag für die Bereitstellung eines Rezenionsexemplars!

Niemalsland von Neil Gaiman

Juni 11, 2015


























Titel: "Niemalsland" | Original: "Neverwhere" | Autor/in: Neil Gaiman | Heyne [-klick-] | Leseprobe | Seitenanzahl: 368 | Taschenbuch | Einzelband |  ★★★  5 von 5 Sterne


INHALT | DARUM GEHTS

Original-Klappentext: "Eine Welt jenseits der Welt. Der gutmütige Richard kommt einem Mädchen zu Hilfe und verliert dadurch seine Identität - niemand kennt ihn mehr. Als naiver Held wider Willen steigt er hinab nach Unter-London, eine Parallelwelt in U-Bahnhöfen und Kellern, und muss dort die haarsträubendsten Abenteuer bestehen."

MEINE MEINUNG | FAZIT

Die einfachste rundum Beschreibung für dieses Buch, wäre wohl allgemein zusagen, dass ich es liebe! Ja, das tue ich. Es ist einfach "typisch Neil Gaiman". Es gibt eine verrückte Parallelwelt, die unteschiedlichsten und völlig einzigartigen Charaktere, es gibt mysteriöse Aufgaben und Orte und alles, was man sich sonst noch vorstellen und auch nicht vorstellen kann! Natürlich ist das Buch auch sehr fantasy-lastig. Denn Gaiman spielt hier mit Dingen, die außer der "Realität" sind. Wobei, wenn man dem Buch glauben schenken kann, dann wird man sich wohl immer nach der Frage der Realität richten und nie erfahren, wo die Wirklichkeit ist. Er setzt jedenfalls viele Regeln außer Kraft, die normalerweise ermöglichen von einem zum anderen Ort zu gelangen. Manchmal steht man vor einer Situation im Buch und es wird eine Fortbewegung beschrieben, von der man sich denkt: "Na das geht doch eigentlich gar nicht." Allein aus dem Grund, weil man das Gefühl hat, alles was in dem Buch steht, muss wahr sein, aber die Methoden die angewendet werden, kommen einem suspekt vor. Kurz darauf kommt aber der Punkt, der magische Punkt, an dem man einsieht, dass "Ja, natürlich kann das sein. Wenn Gaiman es sich so gedacht hat, dann wird es schon stimmen.". Ich habe das Buch aus diesem und auch aus unzähligen anderen Gründen wirklich genossen. Es vereint Humor, Tiefgang, Mysterium und auch zwei Gestalten, die einen kleinen "Horroreinfluss" ausüben.

"Richard hatte festgestellt, daß Ereignisse Feiglinge waren: Sie traten nicht einzeln auf, sondern in Rudeln, und stürzten alle auf einmal über ihn herein." S.19

 Wie auch schon in "The ocean at the end of the lane" fand ich auch hier die Charaktere wunderbar verschieden und einzigartig. Man fängt irgendwie an alle zu mögen, auch wenn einige gar nicht gemocht werden sollten. "Door" scheint zunächst eine der Hauptcharaktere zu sein. Sie hat auch eine wichtige Funktion, aber gleichzeitig wird die ganze Truppe um sie herum, zu einemk Verbündnis, welches wunderbar miteinander agiert und die Geschichte lebendig werden lässt. Auch kleinere Auftritte von zum Beispiel "Anaesthesia" emfpand ich als Schlüsselszenen, die einen gar nicht mehr loslassen wollten. Zudem kommt, dass man sich wirklich bei jedem abschließenden Kapitel gefragt hat, was als nächstes kommt. Das Buch animiert wirklich pausenlos zum weiterlesen an. Was mir daher auch gut gefallen hat, war die Tatsache, dass das Buch nicht zuviel verrät. Sprich, während man durch die Kapitel geführt wird, hat man nicht das Gefühl, dass einem schon alles gesagt wurde und keine überraschenden Momente mehr kommen oder man schon weiß, worum es in dieser Geschichte geht. Im Gegenteil; Es gibt einige Twists in der Geschichte, die das gesamte Konzept spannend halten.

"Der Marquis hatte bereits mit ungeduldigen Schritten dem gesamten Raum durchmessen. >Ganz beachtlich. Ein assoziatives Haus, dessen Räume sich alle an unterschiedlichen Räumen befinden. Wie einfallsreich. Ihr Großvater war ein Visionär, Door <." S. 85

Auch den oben, im Zitat genannten, "Marquis de Carabas" und alles was um seine Person mitdazugehört hat, fand ich so unglaublich einfallsreich und interessant, dass ich mich immer wieder gewundert habe, die Gaiman auf solche Ideen kommt. Aber ich mag es! Zwischendurch habe ich allerdings auch das Bedürfniss verspürt das Buch auf Englisch zu lesen. Ich habe mir einfach gedacht, dass es auf englisch vielleicht noch besser gewesen wäre, einfach weil man im Englischen vieles anders ausdrückt. Besonders bewusst ist es mir bei dem Titel geworden. Ich habe das vage gefühöt gehabt, dass im Original mit dem Titel "Neverwhere" auch im Roman gespielt wird. Im deutschen ist dies irgendwie abhanden gekommen oder ich habs überlesen. Aber vielleicht werde ich das dann noch nachholen.
Ich werde mich jetzt jedenfalls noch an eine Liste setzen und mir überlegen, welches der Werke von Neil Gaiman als nächstes bei mir einziehen wird.

" > Und wie geht´s dem Schrecken vom Amazonas? < > Jessica kommt aus Ilford, Garry. Und sie ist immer noch das Licht und die Liebe meines Lebens, danke der Nachfrage.< ". S. 24
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Für alle, die auf spezielle und ausgefallene fantasy angehauchte Geschichten stehen und die sich darauf einlassen etwas Neues und Ungewöhnliches zu erleben. Enthält alles, was ich mir von einem guten Buch wünsche.






P.S. I still love you von Jenny Han

Juni 09, 2015









("P.S. I still love you") von Jenny Han,  Simon & Schuster Verlag: Bibliografie auf der Verlagsseite >> ,  337 Seiten,  gebunden,  Trilogie,  Englische Ausgabe,  ★★★  5 Sterne

Trilogie: 1. To all the boys I´ve loved before -   2. P.S. I still love you -   3. Folgt

Achtung! Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil einer Trilogie.
Lara Jean Song Covey und Peter Kavinsky. Und John? Lara Jean und Peter einigen sich auf eine neue Abmachung, darunter zum Beispiel auch das Versprechen, dass sie nicht das Herz des anderen brechen werden. Doch es kommen ihnen einige Dinge dazwischen, die sie so nicht geplant hatten, wie zum Beispiel das Auftauchen von John, einem Jungen, der ebenfalls einen der fünf Liebesbriefe bekommen hat. Wie wird sich die Beziehung zwischen Lara Jean und Peter entwickeln? Inwieweit spielt John dabei eine Rolle?

MEINE MEINUNG | FAZIT

Zuallererst muss ich wohl gestehen, dass ich dieses Buch wohl so oder so gemocht hätte. Einfach weil mein inneres Bücherherz sich ganz einfach dagegen gesträubt hätte, das Buch nicht zu mögen. Zu Beginn empfand ich das Buch noch als etwas schwächer als den ersten Teil. Es kam mir ganz süß vor, aber konnte mich noch nicht zu hundertprozent überzeugen. Vielleicht lag das aber auch an meinen hohen Erwartungen. Wie dem auch sei, habe ich mich zu diesem Zeitpunkt gefragt, ob das Buch nicht einfach auf eine Geschichte über Beziehungsprobleme ausgelegt ist. Aber nach und nach kommen immer mehr Faktoren hinzu, die dem entgegensetzen. So steht für mich vorallem der Aspekt des Erwachsenwerdens im Vordergrund. Da die Geschichte aus der Sicht eines sechszehnjährigen Mädchens geschrieben ist, welches gerade dabei ist sich zu verlieben, kann man natürlich auch abschätzen, dass es eher ein Buch für Mädchen ist oder eben für "Totalromantiker" :).
Beim lesen verfiel ich, genau wie beim ersten Teil, in eine super süße Mädchenwelt. Denn man begleitet Lara Jean bei allem was typisch für jugendliche Mädchen ist. Es dreht sich viel um Make-Up und Haare, kleine Geschwister, um das Backen und natürlich um Jungs. Aber manchmal braucht man einfach diese zuckersüßen Geschichten, um "abschalten" zu können. Dabei finde ich aber auch, dass die Gefühle nicht zu kurz kommen! An manchen Stellen entweicht einem ein "Awweee" oder "Hmmm", weil man einfach ein wenig mitfiebert. 

"Like snow globes, you shake them up, and for a moment everything is upside down and glitter everywhere and it´s just like magic - but then it all settles and goes back to where it´s supposed to be." S. 12

Die Protagonisten kennt man ja bis auf John eigentlich schon alle. Und die behalten auch ihre gewohnten Charakterzüge bei, was ich gemocht habe, da man nicht das Gefühl hatte, als handele es sich um eine ganz neue Geschichte. Man fühlte sich in der Umgebung vertraut. Besonders gemocht habe ich, die kleine Schwester von Lara Jean, nämlich Kitty. An so vielen Stellen habe ich gedacht, man müsste sie einfach mal ganz fest drücken. Ich fand sie wirklich bezaubernd, auch wenn sie natürlich, wie wohl alle kleinen Schwestern, manchmal etwas "frech" scheint.
Lara Jean und Peter waren für mich ebenfalls die perfekten Protagonisten für diese Geschichte. Beide haben ihre Dinge woran sie festhalten und die sie mit in die Beziehung bringen. Dabei wird aber mit der Zeit auch deutich, dass der Austausch von Gedanken und Gefühlen nötig ist, um Hindernisse zu überwinden. Auch Lara Jeans Vater war eine nette Nebenfigur, die zu der Gesamtgeschichte gepasst hat.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er war nicht unnatürlich hochgestellt, heißt er war für das jugendliche Publikum meiner Meinung nach angemessen und erzeugte einen guten Lesefluss. Die rosarote Welt voller Mädchenkram muss man aber schon mögen, um das Buch genießen zu können.


Süße Geschichte um eine jugendliche Liebe, die vor einigen Hindernissen steht. Es geht versteckt aber auch um einige andere Dinge im Leben. Besonders geeignet für Mädchen in dem Alter der Protagonistin, aber auch für Frauen und Mädchen (oder auch Jungs natürlich!), die ungemein auf Romantik und "kitschige" Geschichten stehen.