März: Her mit den Trilogien!

April 02, 2021

Der März stand ganz im Zeichen der Buchreihen. Ich habe es tatsächlich geschafft, drei Trilogien und eine Dulogie zu lesen. Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich bei Buchreihen eher unglaublich lange brauche, um diese wirklich zu beenden. Wenn ich mit nach Band eins einfach zu viel Zeit lasse, verfliegt meist leider die Euphorie. Bei den Reihen diesen Monat ist dies zum Glück nicht geschehen.
Hier also der Überblick über die gelesenen Bücher...

Wie immer gelangt ihr durch Anklicken des Buchtitels, falls vorhanden, auf die jeweilige Rezensionsseite.

  • "Shadow and Bone", "Siege and Storm" & "Ruin and Rising" (Shadow and Bone Trilogy) von Leigh Bardguo: Die erste Trilogie habe ich wirklich geradezu verschlungen. Das lag sicherlich größtenteils daran, dass ich die Bücher lesen wollte, bevor bald die Netflix-Verfilmung erscheint. Dennoch: Ich habe gemerkt, dass mir solche Jugendbuchreihen für Zwischendurch helfen, nicht in eine Leseflaute zu stürzen. Die Shadow and Bone Trilogie war für mich persönlich nicht außerordentlich gut geschrieben, aber sie ist interessant, beinhaltet spannende Ideen und spielt in einer außergewöhnlichen Welt über die ich mehr erfahren wollte. Die Beschreibungen der Eigenschaften der Grisha und auch der Kräfte haben mich ein wenig in den Bann gezogen. Ich mochte einfach die gesamte Idee daran. Mir persönlich hat zudem durchgehend, also in allen drei Teilen, vor allem die Dynamik und Entwicklung zwischen Alina und dem "Darkling" gefallen. Alle weiteren Komponenten waren durchaus gut eingeleitet und gelöst, jedoch fehlte mir im letzten Teil dann doch ein wenig so ein "Boom"- Gefühl. Also etwas, das noch einen besonderen Twist hätte. Allerdings verließ ich die Welt mit einem positiven Gefühl und ich es ist eine Reihe, bei der ich mir durchaus vorstellen könnte, sie noch ein weiteres Mal zu lesen. 
  • "Legendary" (Caraval #2) & "Finale" (Caraval #3) von Stephanie Garber: Die zweite Reihe, die ich beendet habe war die Caraval Trilogie. Den ersten Teil hatte ich bereits einen Monat zuvor in Angriff genommen. Auch hier habe ich mich so gerne in der beschriebenen Welt aufgehalten, dass ich direkt zu den nächsten Bänden greifen wollte. Der zweite Teil hatte für mich eine ähnliche Stärke wie Teil 1. Obwohl sich hier die Perspektiven drehen und wir nun die andere Schwester (Tella) als Protagonistin sehen, gefiel mir diese Umsetzung nach anfänglicher Skepsis ganz gut. Natürlich liegt der Aspekt der Annäherungen der Protagonistin im Vordergrund, sprich auch die mögliche Liebesgeschichte, aber mir gefielen vor allem die Inhalte zu "Caraval" und dem Spiel selbst. Die Geheimnisse, die gelüftet werden, die Vergangenheit, die in die Gegenwart gespült wird, die Intrigen, die gesponnen werden. Alles hat ganz gut zusammengepasst und auch funktioniert. Mir gefiel vor allem, dass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass ich mich gelangweilt habe. Ja, einige Stellen wirken ein wenig schmalzig und an manchen Handlungssträngen hätte man noch etwas feilen können, um die "Logik" zu erhalten, aber im Großen und Ganzen ist es eben eine Reihe, die gut unterhält und bei der man nicht allzu angestrengt mitlesen muss. 
  • "Jugend" (Kopenhagen-Trilogie #2) & "Abhängigkeit" (Kopenhagen-Trilogie #3) von Tove Ditlevsen: Nicht wirklich zu vergleichen mit den beiden anderen Reihen, aber auf eben ganz andere Art und Weise sehr lesenswert! Ditlevsens Erinnerungen und Selbstreflexion lässt die Leser*innen nicht ohne Emotionen zurück. Es ist nicht immer leicht ihren Entscheidungen zu folgen, aber es sind Schilderungen, die so geschickt beschrieben werden, dass man ständig zwischen Unverständnis, Perplexität und einem Fürsorge-Gefühl schwankt. Man kann manchmal nicht nachvollziehen, wieso sie so leichtsinnig und scheinbar unüberlegt handelt und gleichzeitig versteht man ihre Sorge darum, dass sich sonst keine anderen Möglichkeiten mehr für sie ergeben. Die Sprache ist überraschenderweise beinahe simpel gehalten, hat einen leicht kindlichen und auch unnahbaren Ton, beinahe als wolle sie die Leser*innen ständig mit einer gewissen Nüchternheit vor dem wahren "Grauen" ihres Lebens bewahren. Dadurch wirkt die Trilogie zwar an einigen Stellen kühler und anteilnahmsloser als erwartet, aber sie verliert dennoch nicht die Kraft, nach dem Lesen Gefühle und Gedanken loszutreten, die sich in einer Gedankenspirale verlieren. 
  • "The Memory Police" von Yoko Ogawa: Ein sehr eigen(sinnig)es Buch, das mich durchaus in vielerlei Hinsicht beeindruckt und fasziniert hat, welches mich aber auch ein klein wenig unbefriedigt zurückgelassen hat, weil es auf viele Fragen keine Antworten gibt. Ich hatte während des Lesens durchaus das Gefühl, dass es mich von der Atmosphäre an "Das Licht der letzten Tage" von Emily St. John Mandel erinnert hat. Es trägt so eine Endzeitstimmung in sich, so eine Ruhe, aber gleichzeitig so eine "Aufgeschrecktheit", dass sich die Bücher schon geähnelt haben. Darüber hinaus geht dieser Roman aber noch einen Schritt weiter und beschreibt die Angst vor einem totalitären Regime, das die Menschen vollkommen zu vereinnahmen droht.
    Besonders gut und interessant fand ich aber zudem die Thematik rund um das Vergessen! Was bedeutet es zu vergessen? Sind wir nicht mehr wir, wenn wir bestimmte Erinnerungen vergessen? Kann das Vergessen manchmal auch eine Art Befreiung sein? Es sind Fragen, die man sich selbst beginnt zu stellen und darüber nachdenkt, was wäre, wenn einem selbst die Erinnerungen genommen würden. Für mich daher auch ein wahnsinnig gutes Gedankenexperiment!
    Wenn man gerne Bücher liest, die etwas mystisch, dunkler und nicht durchgängig optimistisch sind und die reichlich Raum für Spekulationen lassen, dann würde ich den Roman sofort empfehlen - einfach, weil er so besonders ist und für ein spezielles Leseerlebnis sorgt. 
  • "Eileen" von Ottessa Moshfegh: Bereits im letzten Beitrag besprochen. Daher halte ich es hier etwas kürzer. Lesenswert, aber auch sehr ruhig im Erzähltempo. Wer mit einem wirklich spannenden Thriller rechnet, wird hier eventuell enttäuscht sein. Für mich ein Roman, der ganz clever die psychologischen Machteinflüsse aufzeigt, die verschiedene Menschen auf jemanden haben können, der vielleicht noch unsicher ist oder sich nicht dazugehörig fühlt. Ich habe es zwar letztlich gerne gelesen und fand vieles sehr stark, jedoch weiß ich, dass das ein Buch ist, welches man nicht immer lesen kann. Wenn man ein eine Geschichte mit viel Handlung und Tempo braucht, sollte man damit noch warten. Hier werden nämlich viele Alltagssituationen und Gedanken der Protagonistin beschrieben, welche den Spannungsgrad der Erzählung etwas  herunterfahren.
  • "The Harpy" von Megan Hunter: Ebenfalls im letzten Beitrag rezensiert, daher die Kurzfassung: Lesenswert, aber mit vielleicht auch verschenktem Potential. Die Idee fand ich super, die Verbindungen zur "Harpyie" waren mir (bis auf das Ende) manchmal noch zu schwach. Ich hatte mir da mehr erhofft / erwartet. Wer also durchaus etwas "anderes" lesen möchte, ist hier genau richtig, das Gefühl für die super Begeisterung blieb bei mir aber etwas aus. Wenn ich daran zurückdenke, merke ich aber, dass ich viele Aspekte der Geschichte sehr schätze und vor allem wieder einmal die psychologische Raffinesse gemocht habe. 
  • "Six of Crows" & "Crooked Kingdom" (Six of Crows Duology) von Leigh Bardugo: Natürlich musste (wollte) ich nach der Shadow and Bone Trilogie weiterhin im GrishaVerse verweilen. Auch, weil die Six of Crows Dulogie ebenfalls einen Platz in der Verfilmung einnehmen wird. Leider(!) muss ich sagen, dass ich hier nicht so schnell vorangekommen bin. Bei beiden Teilen fehlt mir ein wenig die Handlungsstärke. Die Charaktere werden eingeführt und beschrieben, deren Verhältnisse werden offenbart und auch eine zu erledigende Aufgabe steht im Raum, aber irgendwie kommt da für mich keine "Action" ins Spiel.
    Derzeit bin ich noch mittendrin im zweiten Teil "Crooked Kingdom" und langsam freunde ich mich etwas mehr mit allem an, daher bleibe ich gespannt, ob mich die Reihe am Ende doch noch etwas mehr überzeugen kann. Was mich glaube ich bisher etwas enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass weniger Anspielungen an "Shadow and Bone" kommen als gedacht und dass die Grishas (vor allem in Band 1) gar nicht so im Fokus stehen. Aber ich bleibe wie gesagt noch bis zur letzten Seite zuversichtlich. Vielleicht werde ich ja noch überrascht und komme am Ende zu einem ganz anderen Schluss...


Habt ihr die Bücher des GrishaVerse so kurz vor dem Start der Verfilmung auch noch gelesen? Hat euch eine Reihe besser gefallen?


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