The ocean at the end of the lane von Neil Gaiman

Januar 13, 2015


(Original: "The ocean at the end of the lane" / dt. Übersetzung: "Der Ozean am Ende der Straße") von Neil Gaiman Verlag: Harper Collins [-klick-], 181 Seiten,  kleinesTaschenbuch, Einzelband,  Englische Ausgabe,  ★★★★★ 5 Sterne
Ein Mann kehrt zu seinem alten Zuhause zurück. An etwas Bestimmtes scheint er sich zu erinnern. Als er sieben Jahre alt war, kannte er ein Mädchen namens Lettie Hempstock. Ebenfalls ihre Mutter und ihre Großmutter gehörten damals zu seinen "Bekannten". Doch was genau ist damals geschehen? Und was hat es mit dem Ozean am ende der Straße auf sich, welcher solch eine große Bedeutung für Lettie hatte?

MEINE MEINUNG | FAZIT

"Growing up I took so many cues from books.[...] They were my teachers and my advisors." S. 77

Ich muss ehrlich sagen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Als ich das Buch begonnen habe zu lesen und auf, sagen wir mal,  Seite vierundzwanzig angekommen bin, habe ich mir gedacht, die Geschichte sei nichts für mich. Es kam mir alles zu konfus, zu unverständlich und zu unspektakulär vor. Ich wusste einfach nicht, worauf der Leser sich nun vorbereiten soll. Doch nach und nach tauchten plötzlich Zitate und Sätze auf, bei denen ich mich sofort "gut aufgehoben" fühlte. Es ist merkwürdig das zu beschreiben, aber man hat das Gefühl, die Sätze würden genau das beschreiben, was man selbst immer dachte und nicht wusste, wie man es formulieren soll. Dabei geht es um die Gedanken und Gefühle, die man in der Kindheit hatte, die das Mysterium des Erwachsenwerdens und der Tapferkeit wiederspiegeln.
Am Ende der Geschichte angekommen, konnte ich gar nicht fassen, wie sehr mich das Buch begeistert hat! Obwohl immer noch unfassbar viele "Rätsel" offen bleiben, scheint einem alles so selbsterklärend und vollkommen ausreichend. Das Ende hatte für mich etwas Magisches. Ich hatte und habe noch das Gefühl, als wäre ich Teil dieser Geschichte gewesen, aber in meiner ganz eigenen Kindheit. Klingt sicherlich komisch, aber ich bin mir sicher, wenn man diese Geschichte gelesen hat, dann wird den einen oder anderen von euch das selbe Gefühl einholen. Es wird öfters das Thema des Vergessens angesprochen und ich denke darin liegt auch das Geheimnis und die Kraft dieser Geschichte. Man versucht sich auszumalen, ob diese Magie in dem Buch nicht die Wirklichkeit ist oder besser ausgedrückt: Man wünscht sich zeitweise, dass solche eine Fantasiewelt wirklich existiert (Ich möchte nicht zuviel vorweg nehmen, daher nehmt es mir bitte nicht übel, wenn einiges keinen Sinn zu ergeben scheint).

"Nobody actually looks like what they really are on the inside. You don´t. I don´t. People are much more complicated than that. It´s true of everybody" S. 112

Ich denke, die Tatsache, dass der Hauptcharakter überhaupt nicht mit Namen genannt wird, ist noch ein Element, was einen dazu verleiten lässt, sich selbst als Hauptcharakter zu sehen. 
Für mich ist das Buch demnach eine Mischung aus Vielerlei, aber vorallem fehlt es ihm nicht an Originalität und Märchenstimmung. Meine Gefühle kann ich nicht allzu gut beschreiben, da ich am Ende des Buches wirklich nicht wusste, ob ich gleich weine oder ob ich das Buch einfach nur gern umarmen und ihm "Danke" sagen würde. Es ist einfach so merkwürdig, wenn man bedenkt, dass auch nach so vielen Büchern, die man bereits gelesen hat, aufeinmal ein so Kleines, Unscheinbares daherkommt und man denkt, man hätte die ganze Zeit auf Dieses eine Buch gewartet! Kann sein, dass es mir einfach nur Jetzt gerade in dem Moment so gefällt, aber ich denke eher, dass es einfach ein gutes Buch ist! [Für mich zumindest!!] Mir persönlich hat an dem Buch die Kürze gefallen. Die Kapitel waren nicht zu lang nicht zu abhackt, es war letztendlich alles da, was ich an einem guten Buch mag. Und daher kann und will ich auch nicht weniger Punkte geben als nötig. Für mich ist das Buch erst einmal meine neue Lieblingslektüre!


Gefühlvoller und Geheimnisvoller (Märchen-) Roman mit tollen Hempstock-Damen und tapferen Helden als Charaktere. Ist skurril, vermittelt aber ein sehr träumerisches Gefühl, das einen durch das ganze Buch hindurch begleitet.



Kommentare:

  1. Das einzig Blöde an so dünnen Büchern: die sind immer so sauteuer (auf deutsch 18€) :D Ich finde du hast deine Rezension toll formuliert, vor allem, da die Gedanken zu diesem Buch anscheinend schwer einzufangen sind! Ich hab dann noch ein bisschen gegooglet und es scheint mehreren zu gehen. Ich schreibe dieses Büchlein jetzt mal auf die Watchlist, das klingt nach etwas Ungewöhnlichem und nach etwas, das mir gefallen könnte :)

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    1. Deshalb hab ich mich für die kleine englische Variante für 6,99 entschieden :D Wenn ich gewusst hätte, wie sehr mir das Buch gefällt, hätte ich aber sicherlich auch die teure Variante genommen. :) Bei der deutschen Ausgabe, weiß ich allerdings wiederum nicht, ob die Übersetzung gut ist :D.

      Liebe Grüße,
      Karin

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