Der Buchblog-Award 2017

August 03, 2017






Gestern Nachmittag explodierte meine Twitter-Timeline ganz plötzlich mit Beiträgen zu einem #bubla17. Ganz unerwartet packte mich eine wunderbare Neugier und Aufregung, als ich sah, worum es sich bei diesem Hashtag überhaupt handelt. Denn mit #bubla wird der Buch-Blog-Award abgekürzt, welcher dieses Jahr in die erste Runde gehen wird.

Auf der offiziellen Seite www.buchblog-award.de erfährt man alle wichtigen Informationen zu diesem Award. Zusätzlich kann man sich natürlich auch über Twitter, durch den Hashtag #bubla17 oder auch den offiziellen Account des Buchblog-Award-Teams auf dem Laufenden halten.

Aber was ist der Buchblog-Award nun genau und wer kann wo teilnehmen? Der Buchblog-Award ist eine Auszeichnung, die den beliebtesten Blog beziehungsweise Blog-Account küren möchte. In der ersten Runde ab dem 01. August bis zum 30. August ist dies zunächst für alle interessant, die einen Buchblog führen, der aktuell ist und sich eben größtenteils mit der Literatur beschäftigt. Jedoch sind auch andere "Blog-Arten" herzlich willkommen. So heißt es: "Du bloggst, instagramst, vloggst oder podcastest leidenschaftlich über Bücher? Dann bewirb Dich jetzt für den Buchblog-Award 2017!" In diesem Zeitraum kann man sich selbst auf der offiziellen Seite bewerben und stößt damit auf die Longlist. Ab September wird die Longlist dann quasi in einer zweiten Runde für alle "freigegeben" und es darf abgestimmt werden. Sollte es soweit sein, werde ich euch hier sicherlich noch einmal informieren, wenn diese Phase startet.Wahrscheinlich ist es demnach auch irgendwie überflüssig zu erwähnen, dass ich mich dort bereits angemeldet habe.

Ich persönlich freue mich wahnsinnig darauf, die Longlist durchzustöbern, denn es gibt zwar reichlich Listen, die die meisten Buchblogs aufführen, aber den ein oder anderen Blog wird man dadurch sicherlich neu kennenlernen. Meine einzigen Bedenken finden sich lediglich in der "Sorge", dass das ganze unter den Buchbloggern etwas ausarten wird. Ich weiß, es ist nicht wirklich möglich, aber ich fände es wenigstens vernünftig, wenn es bei der Abstimmung nicht möglich wäre, für seinen eigenen Blog abzustimmen oder das System "auszutricksen".

Wie sieht es mit euch aus? Interessiert euch der Award als Blogger persönlich oder eher weniger? Werdet ihr teilnehmen? Und scheint den Nicht-Bloggern dieser Award überhaupt relevant?

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Oft erblickte Ausgaben

Juli 28, 2017


Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man um eine ganz bestimmte Ausgabe eines Buches herumschleicht und nicht weiß, ob man sie kaufen soll? Das Gefühl, dass man sie eigentlich haben möchte, man ihr aber schon so oft über den Weg gelaufen ist, dass man beinahe denkt, man besitze die Ausgabe schon? Dass man sich vielleicht doch lieber eine "frischere" Ausgabe gönnen würde?

Ehrlich gesagt passiert mir dies öfter, neulich erst mit der Penguin Classics Ausgabe von F. Scott Fitzgeralds "The Great Gatsby". Diese Reihe ist vielen sicherlich schon bekannt, denn sie beinhaltet nicht nur diesen Roman, sondern auch weitere, die aber ebenfalls in dieser wunderschönen Gestaltung erschienen sind. Als ich neulich gezwungenermaßen dazu verpflichtet war, meinen Bücherschrank komplett aus- und wieder einzuräumen (praktischerweise befindet sich mein Fernsehanschluss nämlich genau dahinter), blickte ich also über die "Klassikerabteilung" und war ganz erstaunt, dass sich "Der große Gatsby" nur als Taschenbuchausgabe in meiner Sammlung befindet. Eigentlich keine große Sache, man muss ja nicht alles in tausendfacher Ausführung besitzen, allerdings ist der Roman eines meiner liebsten Bücher. 
Da ich immer gerne etwas langfristig denke und mir schon ausmale, welche Bücher ich irgendwann einmal in meinem perfekten Bücherregal besitzen möchte, wenn ich mal mit achtzig davor sitze, wusste ich, dass ich gerne wenigstens eine schöne Ausgabe des Buches dort vorfinden wollen würde. 
Natürlich wird man mit sehr vielen Buchausgaben überflutet, wenn man nach dem Roman sucht. Dank meiner unendlich langen Merkliste wusste ich aber, dass sich dort "The Great Gatsby" befindet und zwar in genau dieser Ausgabe aus dem Penguin Verlag. Natürlich ist es ein Buchmagnet. Es glitzert schön, spiegelt den Art déco-Stil wunderbar wieder und ist einfach etwas fürs Auge und fürs Herz.

Da sich das Buch aber schon wirklich lange auf meiner Liste befand, war ich mir gar nicht mehr sicher, ob ich es in dieser Ausführung haben möchte. Jeder zweite, so scheint es zumindest manchmal, besitzt es und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass es sich selbst schon in meinem Schrank befindet, weil ich es so oft gesehen habe (vielleicht auch daher die Verwunderung darüber, dass dies nicht der Fall war). Und was soll ich sagen, ich bin mehr als glücklich mit der Entscheidung, doch zu dieser Ausgabe gegriffen zu haben. Wenn das Herz einfach an etwas hängt, dann macht es keinen Sinn nach Alternativen zu suchen, nur weil sie vielleicht eine "Frische" einbringen würden. Und so habe ich nun wirklich eine zauberhafte Ausgabe des Klassikers in meinem Bücherregal, welche ich in den nächsten Tagen noch bestaunen und eventuell auch noch einmal lesen werde. Ganz schönes Extra an dem Buch ist, dass sich am Ende des Schutzumschlags noch ein abnehmbares Lesezeichen, ganz im Stil des gesamten Umschlags, befindet.

Gibt es bei euch Buchausgaben, die ihr schon lange bestaunt, ihr euch aber nicht sicher seid, ob ihr euch sie holen sollte oder lieber ein "neues" Buch?


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Currently reading: Sinclair und Egger

Juli 24, 2017





Es gibt einfach Zeiten, in denen man zu mehreren Lektüren greift. Das kann daran liegen, dass mal wieder viel zu viele Bücher gleichzeitig zu verlockend erscheinen oder aber, die erste begonnene Lektüre kann einen nicht sonderlich fesseln. Bei mir war leider letzteres der aktuelle Grund, wieso ich einen über tausendseitigen Koloss begonnen habe. Somit finden sich gerade zwei Bücher auf meinem Nachttisch wieder, die ich dank bald anstehender Klausur aber auch nur sporadisch lese. 

Zu den Büchern zählen "Val di Non" von Oswald Egger und "Boston" von Upton Sinclair. Val di Non habe ich anfangs mit recht großem Interesse begonnen, da es eine Mischung aus Naturbeobachtung und Gedicht ist, leider ging vorerst ab seite vierzig etwas die Lust daran verloren. Es ist einfach kein Buch, was wirklich Spannung aufbaut, sodass man dringend weiterlesen möchte. Die Zeichnungen sind zwar reichlich vorhanden und ab und an bleibt man daran hängen, aber ich merke, dass das Buch von mir zurzeit einfach nicht genug gewürdigt werden würde. Dennoch werde ich es sicherlich nach Boston noch einmal damit versuchen.
Boston habe ich mir als Ersatzlektüre ausgewählt, weil es sich einfach spannend angehört hat und ein Zusammenschluss von Fakt und Fiktion ist. Die ersten hundert Seiten haben mich direkt angesprochen und ich freu mich jedes Mal darauf, das Buch wieder in die Hände zu nehmen und einige Kapitel zu lesen. 

Die beiden Bücher werden mich sicherlich einige Zeit beschäftigen, nichtsdestotrotz wird es ja aber gerade sowieso wieder eher etwas herbstlicher, sodass man die Zeit gut mit Lesen verbringen kann.



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Neuerscheinungen August

Juli 20, 2017







Es naht mal wieder mein Geburtstagmonat und gleichzeitig steigt auch wieder die Fülle an interessanten Neuerscheinungen. Anfänglich landeten zwar nur einige Bücher auf meinem Merkzettel, nun sehe ich aber wieder ganze  zwanzig Neuerscheinungen, die sich wirklich vielversprechend anhören. Was mich vor allem sehr interessiert sind die drei Bücher des neuen Verlagimprints "Wunderraum" aus dem Randomhouse Verlag. Zwar gab es hier einige negative Schlagzeilen, da das Marketing wohl bei einigen Formulierungen daneben gegriffen hat, welche weibliche Leserinnnen "locken" sollten, dennoch finde ich die Bücher an sich ganz spannend, daher behalte ich sie mal im Auge. Nun kommen wir aber mal zum gesamten Überblick:

Wie immer gelangt ihr durch einen Klick auf den Titel, auf die jeweilige Verlagsseite und zu den dazugehörigen Informationen zum Buch

"Tipps für die Wildnis - Short Storys" von Margaret Atwood, Piper, Taschenbuch, 01. August
Margaret Atwood Neuerscheinungen landen immer automatisch auf meinem Merkzettel. Bei Short Stories (ich werde nicht warm damit, dass es auf Deutsch immer "Short Stor(y)s" und nicht "Stor(ie)s heißt) sage ich ebenfalls ungerne nein. Der Piper verlag veröffentlicht zudem auch noch eine andere Taschenbuchausgabe namens "Der Salzgarten" von Atwood, ebenfalls mit Kurzgeschichten. In diesem hier geht es allerdings in ganzen zehn Erzählungen, um Frauen und deren Wendepunkt im Leben. Da Margaret Atwood solche Situationen immer fabelhaft in Worte fassen kann, steht das Buch vorerst ganz oben auf dem Merkzettel.

"Die goldene Stadt" von Sabrina Janesch, Rowohlt Berlin, gebunden, 18. August
Nicht nur das Cover macht Lust auf mehr, auch die Geschichte scheint einiges zu bieten zu haben. Es geht um die Entdeckung der verlorenen Stadt der Inkas durch Augusto Berns und die verschiedenen Lebenswege, die er bestritten hat. Solche Bücher kann man eigentlich immer mal Zwischendurch lesen, um sich neues Wissen anzueignen. Bleibt also vorgemerkt.

"Heimkehren" von Yaa Gyasi, DuMont, gebunden, 22. August
Der Roman hat schon im englischsprachigen Raum einige Kreise gezogen und hat mich so schon etwas an sich gebunden. Seit dem sehe ich es fast überall und meine Neugier macht sich breit. Die ersten Sätze der Inhalsangabe: "Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft." lassen ebenfalls vermuten, dass das Buch recht "provokant" sein könnte und uns einige Verhaltensweisen vor Augen führt, die es zu ändern gilt. Bleibt ebenfalls ganz weit vorne vermerkt.

"New York - Der Fashion- und Lifesytle-Guide" von Megan Hess, Prestel, gebunden, 28. August
Von Megan Hess kennen einige vielleicht schon ihr illustriertes Buch über "Coco Chanel", nun folgt auch etwas dergleichen mit "New York". Obwohl die Bilder natürlich alle etwas nach "Schickimicki" schreien, finde ich sie dennoch ansprechend und mag die verspielt, schnörkelige Art, mit welcher sie auf den Seiten präsentiert werden. Daher bleibt auch dieses Buch auf meinem Merkzettel.

"Swing Time" von Zadie Smith, Kiepenheuer & Witsch, gebunden, 17. August
Ein weiteres Buch über welches einem schon im Englischen über den Weg gelaufen sein könnte ist dieses. Zadie Smith ist keine unbekannte Autorin und feierte bereits einige Erfolge. Hier skizziert sie das Leben zweier Mädchen, die sich kennenlernen und unzertrennlich scheinen. Ihre beruflichen Aussichten jedoch sind verschieden und sorgen dafür, dass beide trotz ähnlicher Interessen, andere Lebensweisen führen. Scheinbar auch hier ein Thema: die Thematik rund um Zugehörigkeit und die "Rolle der Hautfarbe". 

"Der Sympathisant" von Viet Thanh Nguyen, Blessing, gebunden, 14. August
Wenn T.C. Boyle über dieses Buch sagt: »Meisterhaft. DER SYMPATHISANT ist zum Klassiker bestimmt.« , dann schaue ich gerne noch einmal genauer hin. In dieser Geschichte geht es um Spionage und politische Verstrickungen. Könnte also ganz spannend und fesselnd werden. Zudem spricht mich auch das angeführte Zitat: "Ich bin ein Spion, ein Schläfer, ein Maulwurf, ein Mann mit zwei Gesichtern. Da ist es vielleicht kein Wunder, dass ich auch ein Mann mit zwei Seelen bin.“ sehr an. 

"Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown" von Anne Helene Bubenzer, Sanssouci, gebunden, 16. August
In eine ganz andere Richtung geht dieses Buch. Es erzählt die Geschichte eines Teddybären. Klingt auf den ersten Blick etwas kindlich, aber ich finde hinter solchen Büchern stecken meist wundervolle Botschaften. "Henry N. Brown wird am 16. Juli 1921 als Teddybär geboren. Er erblickt das Licht der Welt, als ihm das zweite Auge angenäht wird. So beginnt ein Leben, wie es turbulenter nicht sein kann. Eine Odyssee durch Europa, durch das zwanzigste Jahrhundert, durch Krieg und Frieden, Höhen und Tiefen – gesehen durch die Augen und erlebt mit dem Herzen eines Teddybären." Klingt nicht nur süß, sondern auch spannend. 

"Sturm und Stille" von Jochen Missfeldt, Rowohlt, gebunden, 18. August
Als ich die Beschreibung zu diesem Roman gelesen habe, war ich sofort gefangen. Es geht um die Liebesgeschichte zwischen Theodor Storm und Doris Jensen. Wohlgemerkt war Storm allerdings schon verheiratet. Da sich der bekannte Storm-Biograph Missfeldt dieser Geschichte annimmt, bin ich eigentlich auch davon überzeugt, dass es recht ordentlich sein könnte und es keine unnötig inszenierten Eskapaden geben wird, die das ganze "unseriös" machen. Da es auch nur knapp zweihundertdreißig Seiten umfasst (was mich etwas überrascht hat), werde ich es sicherlich mal im Auge behalten.

"Das verborgene Leben des Waldes" von David G. Haskell, Goldmann, gebunden, 21. August
"Die Welt in einer Nussschale: Über ein Jahr hat der Biologe David Haskell einen Quadratmeter altgewachsenen Wald bis ins Detail studiert. Ausgerüstet mit Objektiv, Lupe und Notizbuch, Zeit und Geduld, richtet er seinen Blick auf das Allerkleinste". Auf den ersten Blick hatte ich damit gerechnet, dass das Buch in etwas so wäre wie "Das geheime Leben der Bäume" von Peter Wohlleben, allerdings ist dieses Buch noch etwas spezieller. Haskell beschäftigt sich wie schon angedeutet nur auf einen bestimmten Platz des Waldes und beschreibt alles, was er dort feststellen kann, sei es der bestehende Zustand oder der sich entwickelte. Mich reizen solche Bücher immer sehr, weil man sich meist gar nicht vorstellen kann, was alles auf so einem kleinen Fleckchen passiert, was man vielleicht mit den eigenen Augen gar nicht fassen kann.

"Januar" und "Februar" von Liane Dirks, Sanssouci, gebunden, 16. August
Genauer lauten die Titel immer: "Mein Buch vom..." und sind eine ganzjährige Reihe. Die zweite Hälfte ist bereits erschienen, nun folgen die ersten sechs Monate. Ich habe mir den Januar und Februar mal als Beispielbücher vorgemerkt. Die Bücher tragen jeweils schöne Gedichte oder Geschichten passend zum Monat bei und sind so sicherlich auch ein perfektes Geschenk, das man gerne weiterreicht.

"Tee" von Louise Cheadle und Nick Kilby, Prestel, gebunden, 28. August
Viel muss man hierzu glaube ich nicht mehr verraten. Es geht um Tee, ganz offensichtlich. Man darf sich also auf ein reichliches Wissen rund um dieses Thema freuen. Aufegrfrisch soll das ganze noch durch zahlreiche Abbildungen werden.

"Die kuriosen Symptome der Liebe" von Colleen Oakley, Wunderraum, gebunden, 28. August
Die am Anfang angesprochenen Bücher des "Wunderraum" Imprints starten im August mit drei Büchern. Eines davon ist dieses hier. Klingt natürlich etwas typisch nach Frauenroman, aber vielleicht steckt ja auch noch mehr dahinter. Ich lass mich jedenfalls gerne mal überraschen, daher bleibt das Buch mal auf der Liste (auch wenn mich die anderen drei Bücher, die später erscheinen werden etwas mehr ansprechen, mit dabei sind nämlich auch Jeanette Winterson und Emma Donogue). Der Beginn der Inhaltsangabe: "Jubilee Jenkins hat das Haus seit neun Jahren nicht mehr verlassen. Sie leidet an einer sehr seltenen Krankheit – einer Allergie gegen Menschen. Nach einem beinahe tödlichen Kuss hat sie sich mit ihren zahllosen Büchern zurückgezogen. Als ihre Mutter jedoch überraschend stirbt, muss Jubilee sich wohl oder übel der Außenwelt stellen." klingt ganz in Ordnung.

"Poesias" von Angelika Overath, btb, Taschenbuch aus Leinen, 14. August
Mich hat natürlich vor allem das Cover neugierig gemacht. Gedichte lese ich aber auch ganz gerne immer in einigen Abständen. Das Buch bleibt mal so im Mittelfeld vorgemerkt. Was ich aber wirklich spannende finde, ist die Bezugnahme zu verschiedenen Sprachen und die Entstehung der Wörter.

"Einige Dinge, die ich über meine Frau weiß" von Wladimir Kaminer, Wunderraum, gebunden, 28. August
"Diese charmanten Geschichten zeigen, dass man Frauen gar nicht verstehen muss. Es reicht völlig, sie zu lieben." Hach ja, das reicht ja eigentlich schon als Ansporn, diese Geschichte zu lesen. Klingt nach einer lustigen, unterhaltsamen und auch ironischen Erzählung. Eigentlich schön für einen leichten, sommerlichen Augustabend oder Ähnliches. Bleibt also auch auf dem Merkzettel.

"Exist West" von mohsin hamid, DuMont, gebunden, 22. August
Ebenfalls sicherlich schon aus dem englischsprachigen Raum bekannt ist dieses Buch. Hier stehen religiöse Ansichten und eine ganz besondere Liebe im Vordergrund. Wirklich viel weiß ich über das Buch aber ansonsten nicht, denn sollte ich es lesen, möchte ich gerne so unvoreingenommen heran gehen, wie nur möglich.

"Zartbitter ist das Glück" von Anne Østby, Wunderraum, gebunden, 28. August
Der letzte Titel des neuen Wunderraum-Programms kommt von Anne Østby und beschreibt einen Neustart einer Protagonistin, die sich auf den Fidschiinseln, nach einem harten Schicksalsschlag, niederlässt und ihre Freundinnen einlädt ihr gesellschaft zu leisten. Kann ebenfalls ganz schön werden und für neue Motivationsschübe sorgen. Bleibt also auch vorgemerkt.

"Flora" , Bildband, DVA, gebunden, 28. August
Ich liebe Blumen, jeglicher Art und Form und Farbe. Daher ist mir dieses Buch direkt ins Auge gestochen. Blättert man durch die Leseprobe, macht es wirklich sofort Lust, mehr über die Blumen zu erfahren. Schöner Nebeneffekt, man sieht sich tolle Abbildungen an und fühlt sich neu inspiriert. 

"Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmah" von Walter Moers, Knaus, gebunden, 28. August
Und noch ein Buch, welches irgendwie komplett aus dem Rahmen der Bücher fällt, die ich in letzter Zeit sonst so lese. Aber als meine neue Leseleidenschaft vor einigen Jahren entfacht ist, griff ich unter anderem zu Walter Moers Büchern rund um die Buchlinge und Mythennetz. Daher bin ich immer noch etwas nostalgisch unterwegs und halte nach dem dritten Teil der Trilogie ausschau. Diese wird es wohl erst in einigen Jahren geben, allerdings legt Moers im August einen anderen Roman aus der Zamonien-Welt vor. Und obwohl es nicht dieselbe Geschichte ist, hört sich auch dieses Buch wirklich interessant an. Bleibt also natürlich auf dem Merkzettel.

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im August am meisten?



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Das Fünfzig-Jahr-Schwert von Mark Z. Danielewski

Juli 18, 2017






(Original: "The Fifty Year Sword"/ 2012) btb Verlag, Übersetzer/in: Christa Schuenke (aus dem Englischen) , 288 Seiten, Taschenbuch★★ 4 Sterne 
"Eine Halloween-Party in Texas. Hier trifft die Näherin Chintana, verlassen und voller Groll, auf ihre niederträchtige Rivalin Belinda. Hier purzeln fünf Waisenkinder durcheinander, während ihre Sozialbetreuerin sich im Sessel lümmelt. Und hier beginnt der Geschichtenerzähler, ganz in Schwarz, mit einer unheimlichen Kiste zu seinen Füßen: »Ich bin ein böser Mann, mit einem finsteren Herzen …«"


MEINE MEINUNG | FAZIT

" " 'Was ist denn eigentlich die Überraschung dieses Jahr?
         
              "Und achselzuckend die Sozialarbeiterin,
      schon im Begriff, hinter den Waisen herzustapfen-

   " 'Einfach bloß ein 

                       " 'Geschichten-
                                 
                                         " 'erZähler.' “  S.50

"Das Fünfzig-Jahr-Schwert" war zunächst nicht als Buchprojekt geplant. Laut einigen Onlinequellen war dies zunächst eine, für Halloween angedachte 'Schatten-Show', die sich erst nach und nach als Buchprojekt fortgesetzt hat. Natürlich scheint die, etwas gruselig anmutende Thematik hier durch, allerdings habe ich zum Schluss tatsächlich das Gefühl gehabt, dass es in schriftlicher Form etwas seine Wirkung verliert, wenn man bedenkt, wieviel so eine inszenierte Idee ausmacht. Zugute halten muss man den drei kreativen Köpfen des 'Atelier Z', welche die im Buch sehr häufig auftretenden Näharbeiten beziehungsweise Nähabbildungen beisteuerten, dass sie gute Arbeit geleistet haben, um dem Text dennoch eine ganz besondere Atmosphäre zu verleihen und den Aspekt einer Gruselgeschichte hervorzuheben.
Wie man vielleicht bereits an den ausgewählten Zitaten erkennen kann, ist das Buch keineswegs 'normal', es spielt mit der Sprache, den Wörtern und ihrer Bedeutung an sich und folgt keinem strikten Weg. Viele Begriffe fallen, die scheinbar falsch geschrieben sind, die man aber im Kontext ganz gut ersetzen kann und die so eine beinahe zweite Erzählebene eröffnen. Wobei man durch das schon recht wirre Konzept bereits unfassbar viele Erzählstimmen vor sich hat. Ganz zu Beginn findet der Leser, vielleicht um sich etwas besser orientieren zu können, auch eine kurze "Einleitung" für das folgende Leseverfahren. Die Geschichte setzt sich aus, wie erwähnt wird, fünf Erzählern zusammen, die durch unterschiedlich markierte Farb-Anführungszeichen von einander separiert werden. Man wird hier tatsächlich mit einer ganz eigensinnigen Art und Weise der Darstellung einer Geschichte konfrontiert. 
Ich selbst habe mich oftmals dabei ertappt, wie ich versucht habe, in den ganzen ineinander übergreifenden Zitaten eine versteckte Botschaft oder vielleicht sogar eine etwas sinnvollere Aussage zu entdecken, denn tatsächlich bleibt der Leser das ein oder andere Mal etwas verblüfft zurück.

" "er hatte
beide sie mit hineingezogen, mehr noch,
nun hatte er
                          "sie
                                 "-
                                        "verantwortlich gemacht. “  S.86

Diese Verblüffung entsteht vorwiegend dann, wenn man das Gefühl bekommt, dass man nun die folgenden Handlungen, die Erzählungen versteht. Man nähert sich einem finalen Showdown und dann, auf einmal zerfällt alles wieder in sich zusammen und man steht vor einem merkwürdig konstruierten Gebilde von Sätzen und Wörtern und weiß gar nicht genau, ob man nun etwas überlesen hat, ob man den 'Sinn des Autors' nicht ganz versteht, oder ob der Text so experimentell ist, dass es keine wirkliche Lösung für dieses Gefühl gibt.
Es gibt durchaus viele Aussagen, welche ich sehr stimmig und auch wahr fand, soweit das möglich ist. Auch wenn alles irgendwie abstrakt erscheint, und alles eine Symbolik beinhaltet, gibt es Passagen, die einen tatsächlich tiefer in den Text und in das Geheimnis des Erzählers ziehen. Ich habe auch hier gemerkt, dass ich unbedingt wissen wollte, was es nun mit den Schwertern, dem Koffer und den Waisenkindern auf sich hat. Ebenso verführen natürlich auch die zusammenhängenden Nähereien dazu, weiterzublättern. Ich kann aber auch nicht leugnen, dass mich ganz zum Schluss eine Art Ratlosigkeit ergriffen hat. Das Ende war für mich so abrupt und konfus, dass ich schlichtweg sagen muss, dass man sich als Leser auf diese 'Verrücktheit' des Textes einlassen muss, ansonsten wird man wenig Freude daran finden. Vielleicht liegt der Erfolg des Verständnisses des Textes einfach darin, dass man sich als Leser selbst jegliche Interpretation frei wählt und alle möglichen Andeutungen so dreht und wendet, wie sie für einen Sinn ergeben.
Zudem hat mich diese sehr freie Art und Weise des Romans zum Schluss auch sehr an Shane Jones´ "Thaddeus und der Februar" (engl. "Light Boxes") erinnert, was dazu geführt hat, dass ich es letztlich noch ein wenig mehr mochte. Es entzieht sich jeglicher Vorstellung eines Romans und verlangt dem Leser sehr viel Offenheit ab.

" " 'Viel schlimmer noch als die
                                                     " ' versteinerten
Schatten und Fallenden
                                            " 'Töne war die
Verfielfachung und
                                       " 'Abverfielfachung
meiner eigenen Einsamkeit,
                                                 " ' die mich rasch
an den Rand der Verzweiflung trieb; dort
erst, und das
                            " 'ist echt ganz passend, fand
ich endlich Den
                              " ' Mann Mit
                                                       " 'Keinen
                                                                             " 'Armen.   " S.146



Wer sich ungern auf so ein experimentelles Leseerlebnis einlässt und sich eine 'normale gruselige' Geschichte zu Halloween erhofft, der sollte nicht zwingend zu dem Buch greifen. Möchte man aber ein Buch entdecken, was voller Geheimnisse steckt und so in sich verwoben ist, dass man sich ein wenig darin verliert und welches ein wenig, den Anschein von 'Unsinnigkeit' macht, der wird hier einige Gedanken- und Lesegänge durchleben, die das Buch gleichzeitig zu etwas Besonderem machen und das man vielleicht gerade aufgrund der Verwirrungen lieben wird.




























Vielen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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