The Princess and the Goblin von George MacDonald

März 26, 2020

(Original: "The Princess and the Goblin"/ 1872) The Folio Society, mit einem Vorwort von Maria Tartar und Illustrationen von Madalina Andronic, Übersetzer/in: -, ★★★★☆ 4 Sterne
Die achtjährige Prinzessin Irene lebt ein eher abgeschiedenes Leben in ihrem großen Anwesen. Ihr Vater, der König, ist dauernd unterwegs, ihre Mutter bereits verstorben. Durch Zufall entdeckt sie oben in ihrem Schloss, entlang einer Treppe, ein verborgenes Geheimnis und gerät plötzlich, mit einem jungen, der als Minenarbeiter tätig ist, in ein Abenteuer. Jeder von ihnen stößt zunächst auf eigene Entdeckungen, nach und nach können sie aber nur gemeinsam zu einer Lösung kommen, denn sie müssen sich vor den "Goblins" in den benachbarten Unterbauten schützen...
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"'People must believe what they can, and those who belive more must not be hard upon those who believe less. I doubt if you would have believed it all yourself if you hadn´t seen some of it.'"  S.120

Der Klassiker von MacDonald, der nach seinen eigenen Aussagen keineswegs nur für Kinder gedacht ist, scheint irgendwie ziemlich in Vergessenheit geraten zu sein (es gibt wohl nämlich auch eine kurze Fortsetzung namens "The Princess and Curdie"). Dabei wurden davon auch bekannte Autoren wie J.R.R Tolkien oder C.S. Lewis inspiriert.
Man muss schon sagen, wenn man die Geschichte liest, fühlt man sich zurück katapultiert in die alten Märchen und Sagen, in die Erzählungen, die einem Mut machen und die einen träumen lassen.
Es gibt eine Prinzessin, die ängstlich und doch tapfer ist, die sich gar nicht schämt, wenn sie öfters mal weinen muss, denn ihr geht es danach einfach besser und die nicht versteht, wieso ein Junge (Minenarbeiter), der ihr eine große Hilfe gewesen ist, scheinbar dennoch nicht gleichgestellt sein sollte. Es ist wieder mal ein Aufeinandertreffen der Kindersicht (durch Irene) und der Erwachsenensicht (durch Lootie, ihr Kindermädchen) auf Dinge und die eventuelle Überbrückung gewisser Vorurteile. Und wieso fehlt einem zunehmend die Gabe einfach an Dinge zu glauben, wenn man sie zunächst nicht sehen kann?

"'It is so silly of people [...] to fancy that old age means crookedness and witheredness and feebleness and sticks and spectacles and rheumatism and forgetfulness! It is so silly! Old age has nothing whatever to do with all that. The right old age means strength and beauty and mirth and courage and clear eyes and strong painless limbs.” S. 84

Es gibt aber nicht nur diese schöne Auslegung der Engstirnigkeit, sondern auch der Betrachtung des Lebens selbst. Was heißt es schon, alt zu werden? Geht uns wirklich so viel verloren oder gewinnen wir eher was hinzu? Was bedeutet Freundschaft? Und für mich ganz wichtig, die Tatsache, dass klargestellt wird, dass ein durch Erbe angetretener Adelstitel nichts über eine "königliche" Verhaltensweise aussagt.

Zusätzlich zu den Dingen, die vor allem Irene beschäftigen und sich auf ihre Situation beziehen, wird noch die Rivalität der Menschen und den Goblins ins Spiel gebracht. Bei ihnen ist es interessant, dass sie den Menschen gar nicht so (auch äußerlich) unähnlich sind und manchmal auch das gleiche Ziel verfolgen. Daher wirkte es für mich eher, als stünden sie für die "schlechte" Seite der Menschen, die durch die Freude und Gesänge des jungen Curdie versucht wird, zunächst auf spielerische Weise, in die Flucht zu schlagen.

"[The Princess] treated the plants on which they grew like bird´s nests; every fresh flower was like a new little bird to her. She would pay visits  to all the flowernests she knew, remembering each by itself. She would go down on her hands and knees beside one and say, 'Good morning!' Are you all smelling very sweet this morning? Good-bye!" S.88


Eine sich zart und dennoch ernst anfühlende Kindergeschichte, die mit vielen Weisheiten für alle Lebensjahre brilliert. Auch wenn ich die Stränge insgesamt sehr gemocht habe, gefiel mir vor allem das Aufeinandertreffen der Prinzessin Irene und der alten Frau im Turm. Dies eröffnete stets eine sehr träumerische und beruhigende wie auch wohlige Perspektive. Alles andere sorgt für das Tempo und die Abenteuerlust, aus der eine sehr schöne Freundschaft entsteht.

Kommentare:

  1. Die Ausgabe ist echt schön! Ist schon eher ein kurzer Roman und nicht nur ein Märchen (von der Länge her) oder? Der Titel klingt so sehr danach. Hat Neil Gaiman das eigentlich mal irgendwo erwähnt? Mir kommt das irgendwie so bekannt vor, aber ich weiß nicht mehr, woher.

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    1. Hmm, also es gibt halt noch die Seiten mit den Illustrationen und viel weißen Platz, wenn ein Kapitle zu Ende ist. Irgendwas zwischen längere Erzählung und kurzer Roman wird schon passend sein. :D

      Ich musste gerade kurz überlegen. Bin mir nicht ganz sicher, aber hat Neil Gaiman nicht über "The Princess Bride" von William Goulding geschrieben?

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