Ein Mord zu Weihnachten von Francis Duncan

Dezember 13, 2017




(Original: "Murder for Christmas"/ 1949) DuMont Verlag: Bibliografie auf der Verlagsseite», Übersetzer/in: Barbara Först (aus dem Englischen), 335 Seiten, gebunden★★★() 4 bis 5 Sterne
"Alljährlich lädt Benedict Grame Familie, Freunde und Bekannte zum großen Weihnachtsessen auf sein kleines britisches Landgut ein. Im Kreise seiner Lieben inszeniert er ein großes Festtagsspektakel. Dieses Jahr steht auch Mordecai Tremaine auf der Gästeliste. Der ehemalige Tabakhändler mit einer Schwäche für Liebesromane hat sich auch als Hobbydetektiv einen Namen gemacht – und ist vom Privatsekretär des Gastgebers beauftragt worden, die Geladenen im Auge zu behalten. Spätestens als um Mitternacht zwischen den Geschenken unter dem Baum eine Leiche liegt, ist ihm klar: Diese Weihnacht wird alles andere als besinnlich. "


MEINE MEINUNG / FAZIT

"Die Landschaft glich einer dreidimensionalen Weihnachtspostkarte. Ein Schlitten, von Rentieren über die Hügelkuppe gezogen, hätte gut ins Bild gepasst. Und es wirkte durchaus nicht merkwürdig, dass man die rot gekleidete Gestalt des Weihnachtsmannes über die Terrasse eilen sah." S.6

Weihnachtliche Lektüren haben es meist an sich, dass mit zunehmender Handlung, die winterliche und weihnachtliche Stimmung etwas verloren gehen kann. Plötzlich steht wieder eine Liebesbeziehung im Vordergrund, sodass man das Gefühl verspürt, dass das Buch auch im Sommer hätte stattfinden können. 
Mit "Ein Mord zu Weihnachten" ist dies allerdings erfreulicher weise anders. 
Ich war auf der Suche nach einem Buch, das einem den perfekten Einstieg bietet, um etwas in Weihnachts- und Winterstimmung zu kommen. Nicht nur hierfür ist das Buch perfekt, denn man kann das Buch auch wunderbar genau an den Weihnachtstagen lesen und wird wunderbar von der Atmosphäre mitgerissen.
Verschneite kleine Straßen, ein gigantischer Weihnachtsbaum gefüllt mit Geschenken und ominöse Gestalten mit roten Umhängen und Zipfelmützen bilden einen wunderbaren Rahmen, um den Leser in eine Geschichte zu verwickeln, die nicht nur spannend ist, sondern bei der man sich wirklich als Teil der Gesellschaft fühlt.
Francis Duncan überzeugt zudem nicht nur durch diese generelle Winterstimmung, sondern durch die Kriminalgeschichte selbst. Als Leser achtet man zunehmend auf jedes kleinste Detail, das aufgedeckt wird. Schritt für Schritt versucht man das Puzzle zusammenzusetzen und dabei bleibt es auch bis zum Schluss ein Geheimnis, was wirklich geschehen ist und wer daran beteiligt war. 
Ich selbst war von dem Ende mehr als positiv überrascht, weil die Weihnachtsmoral zudem noch auf die Probe gestellt wird. Wie besinnlich ist das Weihnachtsfest wirklich und was könnte es erschüttern?

"Der Baum war eine beeindruckende Erscheinung, selbst im Zwielicht. Wenn er erst einmal im elektrischen Licht erstrahlte und die frohe festliche Atmosphäre seinen bald geschenkbeladenen Ästen sprühendes Leben verlieh, würde er märchenhaft, wenn nicht gar magisch wirken.S.106

Der Ermittler Mordecai Tremaine war mir einer der liebsten Figuren in diesem Kriminalroman. Er ist nämlich kein Versuch sich an Sherlock Holmes heranzuwagen und ihn dann schlichtweg durch einige zusätzliche Extravaganzen auszuschmücken.
Er ist relativ normal, ängstigt sich, wenn ihm etwas Unbehagen bereitet, er weiß nicht alles auf Anhieb und vollführt auch keine magischen Kunststücke. Er ist nicht überheblich und räumt sich ab und zu auch die Überlegung ein, wie trügerisch seine Fantasie sein kann, wenn es um Mordfälle und deren Täter geht.
Und dennoch ist er ein so sympathischer Charakter, den man gerne auf der Spurensuche begleitet. 
Die restlichen Figuren, die sich im Haus des Gastgebers versammeln, ergeben ebenfalls ein stimmiges Bild und geben der Geschichte eine relativ interessante Komponente, dadurch, dass sie nie für sich alleine stehen und man herausfinden muss, welche Beziehungen wichtig sind und welche Geheimnisse sich dahinter verbergen können. So entstehen gleichzeitig keine oberflächlichen Nebenhandlungen, die man hätte lieber weglassen sollen.

" 'Sie scheinen ein Talent dafür zu besitzen, die Leute nervös zu machen', sagte er.

       'Nur die Leute, die einen Grund haben, nervös zu sein', erwiderte Mordecai Tremaine."  S.286


Ein gelungener Kriminalroman vor einer winterlichen- / weihnachtlichen Kulisse. Der Ermittler Mordecai Tremaine besticht durch einen gelungenen Beobachtungssinn und unterstützt eine sympathische Handlungsführung. Die besinnliche Atmosphäre des Weihnachtsfests kommt gut zur Geltung, sodass sich das Buch wunderbar für die kälteren Wintertage eignet, wenn nicht sogar noch besser für die Weihnachtstage.
Auch das Gesamtbild der Geschichte ist stimmig und sorgt dafür, dass man sich als Leser gut unterhalten fühlt, man aber gleichzeitig merkt, dass die Botschaft des Romans gar nicht so oberflächlich ist, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. 
























Vielen Dank an den DuMont Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Und schwubbs auf die Wunschliste mit dem Buch (= Krimis liebe ich eh und wenn es dann zu Weihnachten auch weihnachtlich darin ist, genau das Richtige für mich!

    Liebe Grüße & eine gemütliche Adventszeit dir!

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    1. Falls du es nächstes Jahr vielleicht auch schon lesen wirst, bin ich sehr auf deine Meinung gespannt! : )


      Liebe Grüße
      Karin

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    2. Steht auf jeden fall auf meiner Liste an Weihnachtsbüchern fürs nächste Jahr - es klingt einfach zu verlockend! (=

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  2. Das Buch schaut sehr schön aus und so weihnachtlich.

    Neri, Leselaunen
    www.leselaunen.net

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