Neuzugänge Februar #1

Februar 22, 2016


Auch der Februar geht langsam zu Ende. Und bevor ich euch wieder mit vielen Neuerscheinungen für den März überfluten werde, habe ich gedacht, stelle ich noch kurz drei Bücher vor, die neu bei mir eingezogen sind. 

Zoo Time von Howard Jacobson, Englisch (dt. : "Im Zoo")
Das Buch habe ich, wie manche vielleicht auch schon auf Instagram gesehen haben, während der weißen Buchwochen gekauft. Zusammen mit dem zweiten Neuzugang, habe ich gerade einmal knapp zwei Euro bezahlt. Da konnte ich einfach nicht widerstehen. Und da ich von Howard Jacobson bereits den Roman "J" gelesen habe und doch relativ angetan war, weil es nicht nur von der Schreibweise, sondern auch von der Geschichte an sich, mal etwas Neues war, wollte ich mich an einem anderen Roman des Autors versuchen. Somit begrüße ich nun "Zoo Time" in meinem Bücherregal und hoffe, dass es mir ebenfalls gut gefallen wird. 

Rules of Civility von Amor Towles, Englisch (dt. : "Eine Frage der Höflichkeit")
Hier wären wir schon beim zweiten Buch, welches ich noch ergattern konnte. Gehört habe ich davon ehrlich gesagt noch nichts, habe mich aber spontan dazu entschlossen, es mitzunehmen. Immerhin verspricht der Klappentext eine "Jazzige" New York Atmosphäre in den 30er Jahren. Ist für mich immer wieder ein Magnet. Mal sehen, ob sich die Vorfreude dann auch bestätigt.

I saw a man von Owen Sheers, DVA
Eines der Bücher auf die ich unfassbar gespannt bin. Nach vielen eher "Ruhigen" Romanen freue ich mich auf etwas "Spannendes". Mich hat der kurze Klappentext sehr neugierig gemacht, da es scheint, als wäre das Buch ein wenig psychologisch angehaucht. Die Rezension dazu wird sicherlich nicht allzu lange auf sich warten lassen.





Der Glücksmacher von Thomas Sautner

Februar 15, 2016












(Original: "-" ) von Thomas Sautner,  Aufbau Verlag [klick],  256 Seiten, Hardcover,  Einzelband,   ★★★   4 Sterne

"Die Erfindung des Glücks -
Eigentlich ist Sebastian Dimsch ja Angestellter in einer Versicherung. In Wahrheit aber kümmert er sich nur noch darum, wie das Glück gefunden werden kann. Immer mehr riskiert er damit seinen Job. Zu offensichtlich ist, dass er nichts tut, als Weisheiten von Buddha, Platon, Konfuzius und anderen großen Gelehrten zu sammeln. Da entsteht eines Tages die Idee, ihn eine Glücksversicherung entwerfen zu lassen – eine freilich wahnwitzige und an sich unmögliche Aufgabe. Doch Dimsch verblüfft seine Vorgesetzten. Und sich selbst."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Nicht alle wünschen sich eine neue Wohnung, ein neues Auto, einen neuen Fernseher, aber alle, wirklich alle wünschen sich Glück. Es ist das perfekte Produkt. Wir müssen es produzieren und nett verpacken. Verkaufen wird es sich wie von selbst." S. 180

Die Sache mit dem Glück ist bekanntlich nicht so eine einfache Sache. Auch der Protagonist von "Der Glücksmacher", Sebastian Dimsch begibt sich auf Spurensuche. Die Geschichte, rund um eine Versicherungsfirma, in der sehr eigene Charaktere untergebracht sind, ist in insgesamt zwei große Teile eingegrenzt. Sie stellen grob gesagt den Zeitraum vor der Erfindung der "Glücksversicherung" dar und den Zeitraum nach der Erfindung. Ich empfand den ersten Teil, als nette Einleitung und gute Steigerung bezüglich der Entwicklung der Charaktere, wie auch der gesamten Frage, in wieweit Glück als Verkaufsprodukt realisierbar ist und was es für Menschen überhaupt bedeutet. Sebastian Dimsch gefiel mir zudem als Hauptcharakter, mit jedem Kapitel deutlich stärker. Dabei ist er nicht einmal am stärksten präsent, sondern wird beinahe von den anderen Charakteren geführt. Sie bilden sozusagen den Teil, der verschiedene Ereignisse in Gang setzt. Dimsch dient beinahe als Beobachter, welcher das Geschehen analysiert und seine philosophischen Überlegungen daraus entnimmt. Dies fand ich zudem ganz stimmig, zu seinem eigentlichen Berufsstand, nämlich des Umfragegestalters und Analytikers. Ergänzt wird diese Seite immer stärker durch seinen scheinbar wechselnden Charakter, der sich zu philosophischen Sprüchen hingezogen fühlt und sich selbst erhofft, dadurch glücklicher zu werden. Ich denke, das Buch zeigt mit einer sehr schönen Ironie und unterschwelligen Selbstreflexion auf, dass die Menschen sich selbst zu oft im Weg stehen, um glücklich zu sein.

"Büßte das Glück mit der Zeit womöglich an Kraft ein, mutierte zu... wertlosem Glück? Das hieße - Dimsch streckte sich inmitten der Schnipsel der Länge nach aus und vollführte eigentümlich anmutende Schwimmbewegungen -, das hieße doch, dass der Mensch verdammt war, früher oder später unglücklich zu sein!" S. 15

Ich habe etwas gebraucht, um mit dem ganzen Umfeld und den Charakteren warm zu werden. Zum Schluss hat mich das Buch aber dennoch überzeugt und auch gut unterhalten. Es ist sicherlich nicht immer ernst zu nehmen, vor allem, wenn das Buch die vielen Sprüche und Ratgeber von Buddha, Plato und weiteren Philosophen etwas provokant nach vorne setzt und man sich denkt: "Mit Sprüchen wird es auch nicht einfacher, das Glück zu finden". Dennoch merkt man auch, an welchen Stellen es sich lohnt zwischen den Zeilen zu lesen und sich so, vielleicht selbst, einige entspannte Minuten zu genehmigen. Die Geschichte ist definitiv unterhaltsam und spielt geschickt mit der Konstellation der Charaktere, wie auch deren persönlichen Glückssymbolen (darunter auch zum Beispiel ein Rabe). Der Schreibstil hat mir durchaus gefallen, so dass ich das Buch auch nicht unterbrechen wollte oder das Gefühl hatte, es wäre langweilig. Von der eigentlichen Idee des Protagonisten, sein Glück selbst zu finden, bis hin zu der Idee eine Glücksversicherung anzubieten, gibt es zudem viele unterhaltsame Gespräche, welche die Versicherungsfirma bereichern. Mir haben vor allem die beiden Mitarbeiter, die ihre Arbeitszimmer neben Sebastian Dimsch haben, sehr gefallen, da sie aufzeigen, dass Menschen recht bescheidenen Träumereien nachgehen und damit auch glücklich sein können. Da die Geschichte recht speziell ist und sich eben auf den humoristischen Umgang mit der Glücksfindung, zum Beispiel durch genannte, selbsterfundene "Glücksversicherung" bezieht, kann man keine unfassbar gefühlvollen Passagen erwarten, ebenso wie zu hoffen, dass man danach das Glück selbst findet. Aber ich bin mir sicher, dass die Geschichte dem ein oder anderen eine neue Sicht auf die Freuden im Leben geben kann und man sich danach denkt, dass das Leben durchaus schön sein kann, auch wenn man Unsinn im Kopf hat.

"So herzstechend schön ist das Glück erst, dachte Dimsch, wenn man sich dessen Abwesenheit vorstellt." S. 187



Sorgt sicherlich für den einen oder anderen Glücksmoment. Ist unterhaltsam und thematisiert eines der Dinge, die Menschen am meisten suchen, das Glück. Es gibt viele spannende Charaktere und einfallsreiche Handlungsstränge. Sehr Ironie-lastig, aber sicherlich nicht zu überzogen. Eine nette Lektüre für zwischendurch.

Peter and Alice von John Logan

Februar 03, 2016




(Original: "Peter And Alice"/ Theaterstück) von  John Logan,  Oberon Books>> ,  70 Seiten,  Taschenbuch,  Einzelband,  Englische Ausgabe,   ★★★★  5 Sterne

Ein Theaterstück, welches eine, von John Logan selbsterdachte Konversation, zwischen der Inspiration von Alice im Wunderland (Alice Liddell Hargreaves) und Peter Pan (Peter Davies) darstellt.


MEINE MEINUNG | FAZIT 

"And then they remember. What growing up really is: when they learned that boys can´t fly and mermaids don´t exist and White Rabbits don´t talk and all boys grow old, even Peter Pan, as you´ve grown old.” (Peter Davies) S. 15

Zu allererst muss ich sagen, dass ich allein schon das Konzept und die Idee des Stücks wahnsinnig gut finde. Angelehnt ist diese Konversation an ein tatsächliches Aufeinandertreffen der beiden realen Personen. Laut Anmerkung haben sie sich bei einer Ausstellung getroffen. Was dort genau gesagt wurde, weiß man nicht. Aber John Logans Imagination lässt an vielen Stellen hoffen, dass es sich vielleicht ähnlich zugetragen haben könnte. Denn das Stück an sich ist trotz Dialogform spannend. Es treten nicht nur Alice Liddell und Peter Davies auf, sondern auch ihre literarischen Figuren Alice im Wunderland und Peter Pan. Sie verkörpern ihre Kindheit und vielleicht auch ihre Naivität. Es kommt zu inneren Konflikten aller Beteiligten, was sicherlich oftmals zum Nachdenken anregt. Mir gefiel zudem, dass John Logan die Figuren oftmals in Zitaten sprechen lässt, natürlich aber auf die Situation abgestimmt. So hat man das Gefühl, dass die realen Charaktere wieder in ihre literarische Fantasiewelt hineingezogen werden und dadurch ein ganz neues Werk entsteht, welches ebenso magisch ist. Es geht um das älter werden, um Rückblicke auf die Vergangenheit, die Fehler die man vielleicht gemacht hat und die Dinge, die man damals noch nicht ganz verstehen konnte. Dadurch ist das Stück keineswegs eine reine, unterhaltsame Gesprächsabfolge, die zu Tagträumen einlädt. Darüber hinaus fragt man sich als Leser, wie weitreichend die Folgen für die Personen waren, die ihr Leben lang mit den Figuren konfrontiert und auch gleichgesetzt wurden.

"Alice in Wonderland: Stop arguing, it´s too boring! Peter Pan: Or start fighting at least! Who has a sword?“ S. 38

Nicht nur das Innenleben der Vorbilder für die literarischen Figuren lernt man näher kennen, sondern auch die Schriftsteller, nämlich James Barrie und Lewis Carroll. Es wird oft auf deren Lebensgeschichte eingegangen und wie sie sich in Verbindung zur Entstehung derer Wunschgeschichten verhält. Man hat stets das Gefühl, dass alle vorkommenden Personen mit Lastern zu kämpfen haben, die sie nie wirklich abschütteln können. Nichtsdestotrotz flammt immer wieder das Gefühl der Hoffnung auf, nach denen alle streben, um das Leben lebenswert zu machen. Besonders zum Schluss entstand aber auch ein nachdenkliches Gefühl, wenn einem bewusst wird, dass man tatsächlich nicht den Namen der Peron parat hat, die die Figur inspiriert hat, sondern eben nur Alice oder Peter, als literarische Figur selbst. Ich mochte an dem Buch grundsätzlich alles. Mich hat die Idee mitgerissen, die Kreativität, die in dem Stück selbst vorhanden ist, das bezieht sich auch auf die Gestaltung des Szenenwechsels und Ähnlichem. Mir gefiel, die Gegensätzlichkeit, die aufkommt, wenn Alice und Peter in beiden „Welten“ andere Meinungen vertreten. Auch trotz der geringen Seitenanzahl, bekommt man viel Inhalt und vor allem viele Botschaften vermittelt. Einige sind direkte Aussagen, andere sind verborgen, so wie die Wahrheit, die hinter den Geschichten von Alice im Wunderland und Peter Pan liegt.

"Alice: In a hundred years no one will ever remember Alice Liddell. And no one will ever forget Alice in Wonderland…Now you tell me who´s more real.” S. 66



Tolle Umsetzung einer interessanten Idee. Ich hätte mir das Stück gerne sofort auf der Bühne angesehen. (Übrigens unteranderem in der Besetzung: Ben Wishaw und Dame Judi Dench!) Viele interessante Szenenwechsel, die metaphorisch gesehen werden können und Einbindungen alle beteiligten Menschen an den Geschichten, wie zum Beispiel auch James Barrie und Lewis Carroll. Geht nicht nur auf die literarischen Werke an sich ein, sondern auch auf die privaten Details, die man vielleicht gar nicht kannte. Obwohl es kein typisches „Buch“ ist, gehört es schon jetzt zu meinen Lieblingen.




Lesemonat Januar

Februar 01, 2016

Den Lesemonat Januar kann ich aus unerklärlichen Gründen gar nicht so richtig einschätzen. Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass ich die Bücher relativ schnell gelesen habe und war am Ende überrsacht, als es gar nicht so viele geworden sind, da einige auch ziemlich dünn waren. Dennoch muss ich sagen, dass viele gute Bücher dabei waren, die mich gut unterhalten haben. Aber zunächst einmal die monatliche Statistik: Insgesamt habe ich zehn Bücher geschafft, davon vier englische und fünf deutsche. Gehört habe ich tatsächlich auch etwas, oder zumindest den Anfang davon. Leider bin ich bisher nämlich noch nicht wirklich dazu "bereit" mich auf Hörbücher einzulassen.
Für vorhandene Rezensionen, den Titel anklicken...


"Der Hut des Präsidenten" von Antoine Laurain Eines meiner Highlights im Januar. Laurain weiß einfach, wie man ein Buch rund um einen Gegenstand schreibt und alles genau richtig in Szene setzt. Immer etwas verträumt, aber immer unfassbar charmant.

"Zwischen zwei Fenstern" von Dianne Touchell
 
"Wenn die Wale an Land gehen" von Kathrin Aehnlich
 
"Aus Liebe zum Buch" von Ann Patchett Klein und fein war dieses Büchlein. Ein kurzer Anstoß der Autorin, um ihre Liebe zur Literatur zu verbreiten. Ich fands süß und auch ganz schön, vor allem wird einem dadurch noch einmal bewusst, wie man selbst zu Buchläden und Ähnlichem steht.

"Trigger Warning" von Neil Gaiman (Englisch) Was soll ich dazu sagen... Mit Neil Gaiman kann man meiner Meinung nach nie etwas falsch machen. Auch hier haben mich die Erzählungen wunderbar verzaubert und unterhalten. Manchmal etwas gruseliger, aber immer spannend und interessant.


"Complete prose of Woody Allen" von Woody Allen (Englisch) Ich habe mein Interesse für Woody Allen vergleichsweise irgendwie recht spät entdeckt, dafür kann ich zur Zeit nicht aufhören, mich für seine Erzählungen zu interessieren. Dieses Buch, welches sämtliche Prosawerke von ihm vereint hat mich daher wunderbar unterhalten und zeigt sehr stark auf, wie talentiert Woody Allen hinsichtlich kreativer Ideen und Gedankengänge ist. Einfach nur eine tolle Unterhaltung! 

Leb wohl, Berlin von Christopher Isherwood (Hörbuch)
Palmherzen von Laura Lee Smith
Winter Journal von Paul Auster (Englisch)
Peter and Alice von John Logan  (Englisch)     

Wie verlief euer Lesemonat? Gab es Bücher, die ihr direkt wieder lesen wollt?