Lesemonat Februar

Februar 29, 2016


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Mr. Gwyn von Alessandro Baricco

Februar 27, 2016


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Neuerscheinungen März

Februar 25, 2016





Die Kette der spannenden und interessanten Neuerscheinungen reißt zurzeit einfach nicht ab. Auch im März erscheinen wieder Bücher, die man schwer ignorieren kann. Daher stelle ich euch auch diesen Monat gerne meine sechsundzwanzig Werke vor, die mich angesprochen haben. Da es öfters mal passiert, dass das ein oder andere Buch nicht von mir entdeckt wird, bin ich natürlich auch gespannt darauf zu erfahren, welche Bücher euch im März interessieren. Um nähere Informationen der jeweiligen Buchs zu erlangen, klickt einfach auf den Titel, dann gelangt ihr zu der offiziellen Verlagsseite inklusive Buchinfos.

Hotel Honolulu von Paul Theroux, Hoffmann und Campe, gebunden, 10. März
Welches Ambiente bietet mehr Erzählstoff als ein Hotel? Wahrscheinlich nur sehr wenige. Das Buch hat meine Neugier sofort beim ersten Durchblättern der Verlagsvorschauen geweckt. Nicht nur das Retro-wirkende Cover macht Lust auf mehr, sondern auch die Inhaltsangabe. Spezielle Hotelgäste und ein Schriftsteller, der ein Hotel übernimmt, obwohl er keine Ahnung davon hat. Klingt nach einer guten Lektüre!

Das Buch der Snobs von William M. Thackeray, Manesse, gebunden, 08. März
In diesem Buch beschreibt Thackeray alle Arten möglicher Snobs und snobistischen Verhaltens. Ich nehme an, dass das Buch reichlich mit Ironie gefüllt ist, was mich immer anspricht. Allein schon dieser Satz: "Wo die Roben rauschen und wo man elegante Lässigkeit pflegt, da sind sie zu Hause, die Snobs.", hat mich direkt dazu verführt, das Buch auf meinen Merkzettel zu setzen. 

Die Knochenuhren von David Mitchell, Rowohlt, gebunden, 11. März
Von diesem Buch haben einige sicherlich auch schon etwas gehört. Besonders im englischsprachigen Bereich wurde es schon gelobt. Es ist sicherlich nicht eines der leichten Lektüren, hat aber durchaus seinen Reiz. "Kaleidoskopische Romane", so wird das Buch beschrieben, haben ja bekanntlich oftmals einen Tiefgang, der zu einer wunderbaren Geschichte fähig ist. 

Zeitlos schön von Nathalie Herschdorfer, gebunden, 21. März
Mit diesem Buch gehen wieder in eine etwas andere, aber nicht weniger interessante Richtung. "100 Jahre Modefotografie", sollen darin abgebildet sein, was mich als Modeinteressierte Leserin natürlich sofort aufmerksam gemacht hat! Wer sich vorab einen kleinen Einblick erlauben möchte, sollte unbedingt auf der Prestelseite, die Chamce nutzen und sich die Leseprobe ansehen.

Als Hemingway mich liebte von Naomi Wood, Hoffmann und Campe, gebunden, 10. März
Hemingway, wer kennt und liebt ihn und seine Werke nicht? In diesem Buch geht es jedoch um die Frauen, die Hemingway selbst geliebt und zur Ehefrau genommen hat. Insgesamt vier waren es an der Zahl. Jede von ihnen bekommt in dieser Geschichte ein eigenes Sprachrohr. Ich freue mich schon sehr darauf, das Buch bald zu lesen!

Alles ist relativ und Anything goes von John Higgs, Insel / Suhrkamp, gebunden, 28. März
Von diesem Buch habe ich schon ein paar Worte erzählt, nämlich bei einem Neuzugänge Post. Aber auch noch einmal hier, möchte ich darauf aufmerksam machen. Es handelt sich hierbei um »Eine atemberaubende Tour durch das 20. Jahrhundert.« Wie hat sich die Welt verändert und welche Erfindungen schienen vielleicht einmal unmöglich? 

Das dritte Leben von Juan Villoro, Hanser, gebunden, 14. März
Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass ich das Vorschauprogramm des Hanserverlags komplett außer Acht gelassen habe. Dadurch sind,  im Monat Februar, unfassbar interessante Bücher untergegangen. Das kann man nun nicht mehr ändern, allerdings freue ich mich, dass ich doch noch auf dieses Buch gestoßen bin. Für mich hört sich das Buch, nach einer Mischung aus bitterem Ernst und schöner Satire an. Darum landet es auch auf meinem Merkzettel.

Schischyphusch (oder der Kellner meiens Onkels) von Wolfgang Borchert, Atlantik, gebunden, 10. März
Obwohl das Buch nur 64 Seiten umfasst, lässt mich die Inhaltsangabe vermuten, dass es ein sehr schönes Büchlein ist. Landete bei mir nach nicht einmal einer Überlegungssekunde auf dem Merkzettel. Mal sehen, ob sich das auch auszahlt.

Shakespeare - wie ich ihn sehe von Bill Bryson, Goldmann, Taschenbuch, 14. März
Wenn mich mein Gedächtnis jetzt nicht vollkommen im Stich gelassen hat, dann gibt es das Buch bereits, aber in einer etwas älteren Version. Nun wird es mit neuem Cover veröffentlicht. Daher sage ich nun nicht mehr so viel dazu. Allerdings denke ich, dass Shakespeare immer ein interessanter Gesprächsstoff sein kann.

Der Fisch, der zu den Sternen schwimmen wollte von Ann Do-Hyun, Insel, gebunden, 07. März
Wie eine Fabel wirkend, hat sich auch dieses kleine Büchlein auf meinen Merkzettel geschlichen. Es ist mit Illustrationen gefüllt und könnte sicherlich eine ganz nette Geschichte enthalten, von den Träumen, die in uns schlummern (und natürlich auch in Fischen).

Sonne, Mond und Sterne von Mario Alberto Zambrano, Luchterhand, gebunden, 21. März
Der Luchterhand Verlag zieht mich immer magisch an. Die Geschichten sind meist sehr "ruhig", sind aber immer schön erzählt, auch wenn sie nicht auf jede Stimmung und jeden Tag passen. Auch diese Geschichte verspricht gut zu sein. Eine Geschichte, erzählt durch ein Kartenspiel. Ich mag Geschichten, die ihre sehr eigenen Wege finden, erzählt zu werden. Diese ist hoffentlich auch eine davon. 

Ein etwas längerer Titel für ein doch recht dünnes Büchlein. Das Buch habe ich bereits gelesen und auch rezensiert. Näheres erfahrt ihr dann am 1. März.

Das letzte Nashorn von Lodewijk van Oord, Knaus, gebunden, 21. März
Tiere und ihre Darstellung und Wichtigkeit in Büchern interessiert mich definitiv. Daher durfte dieses Buch auch nicht auf meinem Merkzettel fehlen. Eine Geschichte rund um einen Zoo, der auf alle vorliegenden Problematiken hinweist, scheint ein großes Potential zu haben!

Blaue Nacht von Simone Buchholz, Suhrkamp, gebunden, 07. März
Hat für mich etwas von einer leichten "Gangstergeschichte". Sicherlich ein Kontrastprogramm zu den bisher genannten Büchern. Da Abweschlungs ja bekanntlich auch mal gut tut, landet das Buch ebenfalls auf meinem Merkzettel.

Andersen von Charles Lewinsky, Nagel & Kimche / Hanser, gebunden, 14. März
Klingt wahnsinnig spannend und weckte sofort mein Interesse! Ein Junge, der mehr zu sein scheint, als alle vermuten? Ein Spiel zwischen Gut und Böse? Ab auf den Merkzettel.

Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna von Andrea Bennett, Goldmann, gebunden, 14. März
Eine Protagonistin, die ihren Hund retten möchte ist mir immer recht sympathisch. Die Geschichte klingt nach einer netten Lektüre für zwischendurch und nach ein paar Gefühlsmomenten.

Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh, Diana, Broschur, 28. März
Eine Liebesgeschichte muss mindestens in die Neuerscheinungen, damit es im Leben nicht allzu ernst und bitter wird. Auch hier denke ich, könnte das Buch für schöne, gefühlvolle Stunden sorgen.

Flugstunden von Matthew Quick, Kindler / Rowohlt, gebunden, 11. März
Nach "Silver Linings" und "Die Sache mit dem Glück" kann ich nur schwer an neuen Matthew Quick Büchern vorbeigehen. Daher auch diese Neuerscheinung in diesem Post. Sicherlich wieder ein schöner Roman über das Leben und seine Hürden. Meine Vorfreude steigt.

Ziemlich gute Gründe, am leben zu bleiben von Matt Haig, dtv, gebunden, 18. März
Erneut ein etwas ernsteres Buch. Es geht um Depressionen. Um die Depression im Allgemeinen und um die des Autors selbst, von der viele nichts wussten. Ich mag persönliche Bücher, auch wenn sie nicht immer leicht zu verdauen sind. Und das Thema sollte mehr Beachtung geschenkt bekommen.

Erneut verlinkte ich die letzten sieben Bücher nur noch mit dazugehörige Info (damit der Post nicht zu lang wird). Auch hier heißt das nicht, dass mich die Bücher nicht weniger interessieren:

Water von Paolo Bacigalupi, Blessing, gebunden, 21. März
Die Köchin von Bob Dylan von Markus Berges, rowohlt, gebunden, 11. März
Der Mauerläufer von Nell Zink, rowohlt, gebunden, 11. März
Wunde Punkte von Matt Sumell, S. Fischer, gebunden, 22. März
Die Erinnerungen von Joanes Nielsen, btb, gebunden, 08. März
Die tödlichen Talente des Mr. Diehl von Bradford Morrow, Insel / Suhrkamp, Broschur, 07. März
Eine fast perfekte Familie von Meg Mitchell Moore, Bloomsburry Berlin, gebunden, 01. März






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I Saw A Man von Owen Sheers

Februar 24, 2016


(Original: "I Saw a Man" / 2015 DVA,  Übersetzer/ in: Thomas Mohr (aus dem Englischen),   ★★★  3,5 Sterne
"Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Sie alle hatten Schicksalsschläge hinnehmen müssen, und sie alle hatten Angst vor dem eigenen Tod [...]. Aber das merkte man ihnen nicht an, denn dafür waren sie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, ihrem Gerede, ihren Wünschen. Weshalb Michael sich in ihrer Gegenwart doppelt allein fühlte, der einzig Sehende unter lauter quasselnder Blinden."
S. 64

Wieder einmal so ein Buch, welches einen kompletten Zwiespalt in mir ausgelöst hat. Zunächst einmal habe ich mit einer ganz anderen Geschichte, beziehungsweise einer ganz anderen Handlung gerechnet. Soll sich aber nicht negativ auf diese Besprechung auswirken, da man als Leser bekanntlich öfters zu voreiligen Schlüssen aufgrund des Klappentextes neigt. Nach den ersten paar Seiten ist mir, der doch recht "einfache" Schreibstil aufgefallen. Hier steht demnach eher das Geschehen und die Reaktionen der Geschichte im Vordergrund und nicht die außergewöhnliche Schreibweise. Dennoch empfand ich den Anfang als gelungen. Er war spannend und animierte zum weiterlesen. Der eigentliche Moment, der auch in dem Klappentext beschrieben wird, wird aber von Einschüben unterbrochen, die die Charaktere der Geschichte näher beleuchten. Dieser Wechsel hat mir persönlich ganz gut gefallen, da es nicht dem typischen Ablauf entsprach, sprich Charaktervorstellung an anschließend eine einfache Darlegung der Szene. Es gibt in der Geschichte sicherlich einige gut gewählte Verknüpfungen, die sich mit der Zeit herauskristallisieren. Sie sind meiner Meinung nach manchmal sogar etwas zu unterschwellig. Ich denke, man hätte durch die Verbindung der Ereignisse und der vorkommenden Figuren, noch etwas mehr "rausholen" können. Man hat manchmal das Gefühl gehabt, als lese man zwei voneinander getrennte Geschichten, die zwar zusammengefügt werden wollen, aber wo der Bezugspunkt etwas schwächelt, auch hinsichtlich der aufkommenden Gefühle. Der Autor spielt allerdings auch geschickt mit den Schicksalen und lässt aufblicken, dass alles, einem in sich geschlossenen Kreissystem folgt, gedanklich, wie auch auf die Vorkomnisse bezogen.

"Die Piloten der Zukunft wurden in den Wohn- und Kinderzimmern Amerikas herangezüchtet, unter den Augen ihrer nichts ahnenden Eltern und Geschwister. Sie würden kämpfen, als sei die ganze Welt eine uneingeschränkte Feuerzone, begleitet vom besänftigenden Summen der Server und Computern [...]." S. 122

Thematisiert werden vor allem gewisse Auswirkungen auf ein einschneidendes Erlebnis des Protagonisten Michaels. Diese werden mit der Problematik der Kriegsberichterstattung und der Kriegsausführung in einen gewissen Einklang gebracht. Welche Auswirkungen können bestimmte Aufträge der Armee auf alle beteiligten Personen haben? Wie weit reichen Schuldeingeständnis und das Verlangen diese Schuld begleichen zu können? Es wird schon deutlich, dass das Buch ernste Themen anspricht, die man auch hätte in einem endlos langen Gespräch führen und besprechen können. Daher denke ich, ist es auch nicht ausgeschlossen, dass manchen, wie zum Beispiel mir, der gewisse "Tiefgang" fehlt. Mit dem Hauptcharakter wurde ich oftmals gar nicht richtig warm. Michael war mir stets eine Distanz, so wie er sich auch selbst gerne aus seinen erwähnten Werken "herausschreibt", habe ich ihn als eher "unpersönlichen" Charakter wahrgenommen. Überraschenderweise fand ich den Handlungsstrang rund um den Charakter "Daniel" berührender. Auch wenn mich der komplette Schreibstil nicht komplett überzeugen konnte, sind mir einige Stellen in Erinnerung geblieben, die ich sehr lesenswert fand. An diesen Stellen, hatte ich auch das Gefühl, dass der Autor dem Leser etwas tatsächlich etwas auf den Weg mitgeben möchte. In der Handlung an sich, kommen definitiv überraschende und spannende Passagen vor, die den Leser packen. Man verspürt also kein Gefühl von Langeweile. Aber wie gesagt, mir persönlich hat manchmal der Schreibstil und die Umsetzung der Verknüpfungen und der Gefühle nicht ganz zugesagt. Was man von dem Buch allerdings erwarten kann ist, dass man dazu aufgefordert wird, sich zu überlegen, wie man selbst in den Situationen reagieren würde, die die Protagonisten bewältigen müssen. Der Schluss war für mich auf jeden Fall noch einmal eine Verbesserung zum Mittelteil. Die letzten Passagen sind noch einmal etwas nachdenklicher und gefühlvoller und lassen manche Stellen nicht ganz ohne Bezug dastehen. Auch der im letzten Teil aufgegriffene Bezug zu der Tätigkeit von Michael und seiner persönlichen Lage gefiel mir gut. Durch das Zusammenlaufen der Geschehnisse und der Deutlichkeit der Aspekte von Einsamkeit, Trauer und dessen Überwindung wurde das Buch für mich etwas stimmiger.

"[D]ie verschwiegene Wahrheit war wie ein riesiger, zugeschütteter Müllberg, unsichtbar und doch da, der langsam den Erdboden vergiftete." S. 295


Spannend und mit ernstem Hintergrund. Für mich wurde die Idee, an einigen Stellen, nicht perfekt umgesetzt, das lag aber auch an meinem subjektiven Empfinden, was die Gefühlswelt anbelangt. Den Schreibstil mochte ich an einigen Stellen deutlich stärker, als an anderen.  Die Verknüpfung zwischen den Folgen von Kriegsführungen und den privaten Schicksalen der Betroffenen wurde gut aufgegriffen und ist auch lesenswert, aber auch hier hat mir an der Umsetzung etwas gefehlt. Die auftauchenden Fragen an den Leser bezüglich des Schuldbewusstseins und des Schuldeingeständnisses fand ich hingegen gelungen.



Vielen lieben Dank an den DVA Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Neuzugänge Februar #1

Februar 22, 2016


Auch der Februar geht langsam zu Ende. Und bevor ich euch wieder mit vielen Neuerscheinungen für den März überfluten werde, habe ich gedacht, stelle ich noch kurz drei Bücher vor, die neu bei mir eingezogen sind. 

Zoo Time von Howard Jacobson, Englisch (dt. : "Im Zoo")
Das Buch habe ich, wie manche vielleicht auch schon auf Instagram gesehen haben, während der weißen Buchwochen gekauft. Zusammen mit dem zweiten Neuzugang, habe ich gerade einmal knapp zwei Euro bezahlt. Da konnte ich einfach nicht widerstehen. Und da ich von Howard Jacobson bereits den Roman "J" gelesen habe und doch relativ angetan war, weil es nicht nur von der Schreibweise, sondern auch von der Geschichte an sich, mal etwas Neues war, wollte ich mich an einem anderen Roman des Autors versuchen. Somit begrüße ich nun "Zoo Time" in meinem Bücherregal und hoffe, dass es mir ebenfalls gut gefallen wird. 

Rules of Civility von Amor Towles, Englisch (dt. : "Eine Frage der Höflichkeit")
Hier wären wir schon beim zweiten Buch, welches ich noch ergattern konnte. Gehört habe ich davon ehrlich gesagt noch nichts, habe mich aber spontan dazu entschlossen, es mitzunehmen. Immerhin verspricht der Klappentext eine "Jazzige" New York Atmosphäre in den 30er Jahren. Ist für mich immer wieder ein Magnet. Mal sehen, ob sich die Vorfreude dann auch bestätigt.

I saw a man von Owen Sheers, DVA
Eines der Bücher auf die ich unfassbar gespannt bin. Nach vielen eher "Ruhigen" Romanen freue ich mich auf etwas "Spannendes". Mich hat der kurze Klappentext sehr neugierig gemacht, da es scheint, als wäre das Buch ein wenig psychologisch angehaucht. Die Rezension dazu wird sicherlich nicht allzu lange auf sich warten lassen.





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Thementag #36: Wenn der Leser zum Sammler wird

Februar 21, 2016


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Sirius von Jonathan Crown

Februar 18, 2016

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Musikalische Inspirationen

Februar 17, 2016


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Der Glücksmacher von Thomas Sautner

Februar 15, 2016












(Original: "-" ) von Thomas Sautner,  Aufbau Verlag [klick],  256 Seiten, Hardcover,  Einzelband,   ★★★   4 Sterne

"Die Erfindung des Glücks -
Eigentlich ist Sebastian Dimsch ja Angestellter in einer Versicherung. In Wahrheit aber kümmert er sich nur noch darum, wie das Glück gefunden werden kann. Immer mehr riskiert er damit seinen Job. Zu offensichtlich ist, dass er nichts tut, als Weisheiten von Buddha, Platon, Konfuzius und anderen großen Gelehrten zu sammeln. Da entsteht eines Tages die Idee, ihn eine Glücksversicherung entwerfen zu lassen – eine freilich wahnwitzige und an sich unmögliche Aufgabe. Doch Dimsch verblüfft seine Vorgesetzten. Und sich selbst."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Nicht alle wünschen sich eine neue Wohnung, ein neues Auto, einen neuen Fernseher, aber alle, wirklich alle wünschen sich Glück. Es ist das perfekte Produkt. Wir müssen es produzieren und nett verpacken. Verkaufen wird es sich wie von selbst." S. 180

Die Sache mit dem Glück ist bekanntlich nicht so eine einfache Sache. Auch der Protagonist von "Der Glücksmacher", Sebastian Dimsch begibt sich auf Spurensuche. Die Geschichte, rund um eine Versicherungsfirma, in der sehr eigene Charaktere untergebracht sind, ist in insgesamt zwei große Teile eingegrenzt. Sie stellen grob gesagt den Zeitraum vor der Erfindung der "Glücksversicherung" dar und den Zeitraum nach der Erfindung. Ich empfand den ersten Teil, als nette Einleitung und gute Steigerung bezüglich der Entwicklung der Charaktere, wie auch der gesamten Frage, in wieweit Glück als Verkaufsprodukt realisierbar ist und was es für Menschen überhaupt bedeutet. Sebastian Dimsch gefiel mir zudem als Hauptcharakter, mit jedem Kapitel deutlich stärker. Dabei ist er nicht einmal am stärksten präsent, sondern wird beinahe von den anderen Charakteren geführt. Sie bilden sozusagen den Teil, der verschiedene Ereignisse in Gang setzt. Dimsch dient beinahe als Beobachter, welcher das Geschehen analysiert und seine philosophischen Überlegungen daraus entnimmt. Dies fand ich zudem ganz stimmig, zu seinem eigentlichen Berufsstand, nämlich des Umfragegestalters und Analytikers. Ergänzt wird diese Seite immer stärker durch seinen scheinbar wechselnden Charakter, der sich zu philosophischen Sprüchen hingezogen fühlt und sich selbst erhofft, dadurch glücklicher zu werden. Ich denke, das Buch zeigt mit einer sehr schönen Ironie und unterschwelligen Selbstreflexion auf, dass die Menschen sich selbst zu oft im Weg stehen, um glücklich zu sein.

"Büßte das Glück mit der Zeit womöglich an Kraft ein, mutierte zu... wertlosem Glück? Das hieße - Dimsch streckte sich inmitten der Schnipsel der Länge nach aus und vollführte eigentümlich anmutende Schwimmbewegungen -, das hieße doch, dass der Mensch verdammt war, früher oder später unglücklich zu sein!" S. 15

Ich habe etwas gebraucht, um mit dem ganzen Umfeld und den Charakteren warm zu werden. Zum Schluss hat mich das Buch aber dennoch überzeugt und auch gut unterhalten. Es ist sicherlich nicht immer ernst zu nehmen, vor allem, wenn das Buch die vielen Sprüche und Ratgeber von Buddha, Plato und weiteren Philosophen etwas provokant nach vorne setzt und man sich denkt: "Mit Sprüchen wird es auch nicht einfacher, das Glück zu finden". Dennoch merkt man auch, an welchen Stellen es sich lohnt zwischen den Zeilen zu lesen und sich so, vielleicht selbst, einige entspannte Minuten zu genehmigen. Die Geschichte ist definitiv unterhaltsam und spielt geschickt mit der Konstellation der Charaktere, wie auch deren persönlichen Glückssymbolen (darunter auch zum Beispiel ein Rabe). Der Schreibstil hat mir durchaus gefallen, so dass ich das Buch auch nicht unterbrechen wollte oder das Gefühl hatte, es wäre langweilig. Von der eigentlichen Idee des Protagonisten, sein Glück selbst zu finden, bis hin zu der Idee eine Glücksversicherung anzubieten, gibt es zudem viele unterhaltsame Gespräche, welche die Versicherungsfirma bereichern. Mir haben vor allem die beiden Mitarbeiter, die ihre Arbeitszimmer neben Sebastian Dimsch haben, sehr gefallen, da sie aufzeigen, dass Menschen recht bescheidenen Träumereien nachgehen und damit auch glücklich sein können. Da die Geschichte recht speziell ist und sich eben auf den humoristischen Umgang mit der Glücksfindung, zum Beispiel durch genannte, selbsterfundene "Glücksversicherung" bezieht, kann man keine unfassbar gefühlvollen Passagen erwarten, ebenso wie zu hoffen, dass man danach das Glück selbst findet. Aber ich bin mir sicher, dass die Geschichte dem ein oder anderen eine neue Sicht auf die Freuden im Leben geben kann und man sich danach denkt, dass das Leben durchaus schön sein kann, auch wenn man Unsinn im Kopf hat.

"So herzstechend schön ist das Glück erst, dachte Dimsch, wenn man sich dessen Abwesenheit vorstellt." S. 187



Sorgt sicherlich für den einen oder anderen Glücksmoment. Ist unterhaltsam und thematisiert eines der Dinge, die Menschen am meisten suchen, das Glück. Es gibt viele spannende Charaktere und einfallsreiche Handlungsstränge. Sehr Ironie-lastig, aber sicherlich nicht zu überzogen. Eine nette Lektüre für zwischendurch.

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Die Fotografin von William Boyd

Februar 12, 2016


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Focus on ... #1: Swanson, Bloom, Capus

Februar 10, 2016


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Gedankenschnappschuss #9

Februar 07, 2016


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Winter Journal von Paul Auster

Februar 04, 2016







(Original: "Winter Journal") von Paul Auster, Emblem Publishing, Englische Ausgabe,  ★★★★☆ 4 von 5 Sternen
Dreißig Jahre nach seinem ersten autobiographischen Buch folgt nun ein zweites unkonventionelles Memoir, in welchem er über das Leben und den Tod seiner Mutter schreibt. In "Winter Journal" blickt Auster auf sein 63jähriges Ich und philosophiert über die Zeit, den Körper und die Erinnerungen, die uns bleiben.
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"In the next morning´s edition of the Daily News, there was a photograph of you being dragged off the paddy wagon. The caption read Stubborn Boy, and no doubt that was exactly what you were at that moment of your life: a stubborn, uncooperative boy.” S. 65f.

Es gibt viele Biographien verschiedener bekannter Leute, die aus dritter Hand stammen und weites gehend nicht der Wahrheit entsprechen. Es gibt aber auch Biographien, die von der Person autobiographisch erscheinen, die allerdings schön geredet werden. „Winter Journal“ fällt in keines der beiden Kategorien. Das „Tagebuch“ ist schonungslos und nimmt wirklich alle Gefühle des Autors Paul Auster mit ein. Dazu gehören nicht nur die glücklichen Momente, wie er beschreibt, die er mit seiner Familie erlebt und die er sehr schätzt, sondern auch die Erlebnisse, die sich wirklich wie ein tragischer Roman lesen. Es gibt definitiv Stellen, die man kaum erwartet, da der Autor diese mit einem humorvollen Satz einleitet. Es gibt einen Sprung und man sitzt mit weitgeöffneten Augen vor dem Buch und denkt sich, dass so etwas und vor allem so viel, nicht einem einzigen Menschen geschehen konnte. Ich muss dazu sagen, dass ich Paul Austers Romane bisher gar nicht in einer großen Vielzahl gelesen habe. Dennoch hatte ich sofort, als ich den Klappentext gelesen habe, das Bedürfnis, diese inneren Berichte von ihm zu lesen. Und dies hat sich auch ausgezahlt. So eine ehrlich und offene Schreibweise findet man sicherlich in der ein oder anderen Ecke, aber die Worte von Paul Auster haben mich wirklich sehr oft so berührt, dass man manchmal stocken musste, um weiterzulesen. Besonders angesprochen hat mich die Schreibweise des Autors. Er spricht nicht von sich in der ersten Person und seinen Erlebnissen. Sondern stellt den Leser quasi in seine Situation, in dem er immer sagt, dass „du“ in diesem Moment kein anderer warst, als ein sturer, unkooperativer Junge. Es hatte eine gewisse Wirkung, da sich zum einen der Autor selbst, in seinen niedergeschriebenen Worten, reflektiert, und zum anderen der Leser sich mit dem Autor ergänzen muss.

"[…] but nothing is more disconcerting to you than the ride in the plane itself. The strange sense of being nowhere […] ,the unreality of being propelled through space at five hundred miles an hour, so far off the ground that you begin to lose a sense of your own reality […] S. 115

Das Buch ist aber keineswegs eine Leier über das, ach so schwere Leben eines Autors. Nein, es ist ein Buch, welches ihm am Herzen liegt, um den Menschen aufzuzeigen, wofür es sich lohnt, im Leben durchzuhalten. Er schafft es auch an vielen Stellen, den Leser zum Lachen zu bringen und ihn nur mit wenigen Worten, wieder an die Magie der Literatur zu binden. Er benutzt zu dem verschiedene Stile, das Erlebte niederzuschreiben. Seine ersten Jahre bindet er zum Beispiel in die vielen Umzüge mit ein, die ihn an seine verschiedenen Lebensabschnitte erinnern. Man kann es ehrlich gesagt nur sehr schwer beschreiben. Aber man spürt einfach die Erfahrung, die Weisheit und auch die Hingabe, die der Autor mit den Jahren für sich entwickelt hat. Sicherlich gab es auch kleine Passagen, an denen mir der Autor nicht am sympathischsten vorkam, aber es gibt nun mal keine „perfekten“ Menschen, und das zeigt das Buch auch auf. Menschen machen Fehler, entweder sie lernen daraus, oder eben nicht. Und genau diese Tatsache, dass Paul Auster zu schätzen weiß, dass einem nicht unendlich viele Chancen im Leben gegeben werde, um gewisse Dinge wieder gutzumachen, machen ihn letztendlich doch sympathisch. Ich werde mich sicherlich noch an weitere Werke von ihm wagen. Zudem, wer sich vielleicht auch für den Autor und seine Geschichte interessiert, es gibt auch ein weiteres „Journal“, welches sich im deutschen „Bericht aus dem Inneren“ nennt. 

"[…] since who you are is a mystery and you have no hope that it will ever be solved.” S. 117



Sehr gefühlvolle und ehrliche Darstellung seines Lebens und seiner Empfindungen. Nicht durchgehend „Happy End“ mäßig, was das Buch dadurch sehr emotional und auch „echt“ wirken lässt. Man fühlt sich nicht gelangweilt und ist erstaunt über das chaotische und sehr weitgreifende Leben des Autors. Von meiner Seite aus eine wirkliche Leseempfehlung, auch wenn es an manchen Stellen, thematisch nicht ganz mein Fall war. 




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