Du bist das Gegenteil von allem von Carmen Rodrigues

April 05, 2015



Original: "34 Pieces of You" von  Carmen Rodrigues ,  cbt Verlag [-klick-] , 384 Seiten,  Hardcover ,  Einzelband , ★★★☆☆  3 von 5 Sterne

"Die 16-jährige Ellie hatte etwas Besonderes an sich. Etwas Dunkles, Charismatisches, Gebrochenes … Jetzt ist sie tot. Gestorben an einer Überdosis Tabletten. Zurück bleiben ihr Bruder Jake, ihre beste Freundin Sarah und deren jüngere Schwester Jess – und vierunddreißig Zettel von Ellie in einem Schuhkarton. Vierunddreißig Hinweise, die Ellie hinterlassen hat. Vierunddreißig Geheimnisse eines viel zu kurzen Lebens voller Schmerz. Auf der Suche nach dem Warum müssen sich Jake, Sarah und Jess nicht nur ihren eigenen Abgründen stellen, sondern auch dem, was Ellie so lange vor ihnen verborgen hat …"


MEINE MEINUNG | FAZIT

Mein aller erster Gedanke zu dem Buch war: "Das hört sich etwas nach Pretty Little Liars" an. Und da ich die Serie sehr mag, war ich sehr gespannt auf das Buch. Aber abgesehen von einigen Eigenschaften an Ellie, ist das Buch ganz und gar nicht wie die Serie. In dem Buch geht es weniger um die Intrigen und besondere Geheimnisse mit der Aufgabe etwas zu lösen, als eher darum, was für Probleme Jugendliche beschäftigen und wie weit Probleme sie treiben können.
Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht der Protagonisten geschrieben, heißt aus der Sicht von Jake, Jessie und Sarah. Es gibt Kapitel, die sich auf das Geschehen vor dem Zwischenfall mit den Tabletten beziehen und einige, die sich auf die Zeit nach dem Vorfall beziehen. Somit sieht der Leser nach und nach welche Zusammenhänge entstehen und wie sich die Gefühlsebene der Protagonisten verändert beziehungsweise was für Gefühle überhaupt vorhanden sind. Es gibt noch einige Einschübe: 34 um genau zu sein. Diese 34 Einschübe sind kleine Kapitel, welche die 34 Zettel aus Ellies Box darstellen. Zuerst ist man noch relativ im Unklaren, was die Zettel zu bedeuten haben und auf wen man sie überhaupt beziehen soll, aber mit der Zeit schließt sich der Kreis der Fragen.
Ich habe mir während des Lesens etwas mehr "Spannung" erhofft. Mir hat an dem Buch etwas gefehlt, denn ich konnte nicht hundertprozentig in die Geschichte eintauchen. [Wobei ich mir auch nicht ganz sicher bin, ob das daran lag, dass ich das Buch unterwegs gelesen habe und nicht Zuhause.] Die Familienkonstellation und auch die Familienatmosphäre empfand ich einerseits als authentisch, andererseits aber auch als etwas "unvollkommen". An manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Informationen gewünscht.
Was mir gut gefallen hat, waren die nach und nach entstandenen Zusammenhänge, die der Leser sich selbst erschließen musste. Obwohl man alles aus der Sicht der nahestehenden Personen von Ellie erfährt, hat man das Gefühl, dass Ellie ebenfalls ein "Sprachorgan" bekommt und den Leser selbst in ihre Welt einführt [Eben auch durch die Zettel-Einschübe].
Der Schreibstil war meiner Meinung nach gut gewählt, da es schließlich ein Jugendbuch ist.
Gefallen hat mir auch das Nachwort der Autorin, in dem sie sich nochmal an die Leser wendet und einen allgemeinen Hilferuf aufwirft, um sich genauer mit dem Thema, welches in dem Buch angesprochen wird, zu beschäftigen.
Grundsätzlich ist das Buch darauf ausgelegt, die Handlung von Ellie auf alle Jugendliche auszulegen und versuchen ihre Sichtweise zu verstehen. Denn, wenn Jugendliche sich in einer für sie ausweglos scheinenden Situation befinden, sollte man genauer hinsehen und hinhören.
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Jugendbuch, welches viel Einfühlunsvermögen benötigt und sich mit den Schwierigkeiten eines Jugendlichen beschäftigt, die unüberbrückbar scheinen. 


1 Kommentar:

  1. Jetzt bin ich endgültig neugierig :) vorher war ich mir erstmal nicht sicher, aber das Thema finde ich eigentlich doch sehr spannend und interessant. Ist bestimmt einen zweiten Blick wert, das werde ich vielleicht bald mal lesen. Danke für die tolle Rezi!

    Liebe Grüße
    Juliana

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