Herr Katz, Isolde und Ich von Kerstin Wacker (Kindersachbuch)

Juni 03, 2016



(Original: "-"/ 2015) 56 Seiten mit Illustrationen,  gebunden,  Einzelband, Altersempfehlung: 6 bis 12 Jahre  ★★★ 4 Sterne

"Amra ist fast neun Jahre alt. Sie liebt Bücher über alles. Als sie kurz vor dem Einschlafen in ihrem Lieblingsbuch blättert, trifft sie ein Geistesblitz: Sie möchte selber ein Buch machen! Ein richtiges Buch, voll mit ihren eigenen Geschichten, Bildern und Fotos. Doch wie geht das überhaupt? Auf dem Weg zu ihrem ersten Buch stolpert sie über die schwierigsten Fremdwörter und Fachbegriffe. Was, um Himmels willen, sind KV und CMYK und Crowdfunding? Noch gefährlicher scheint jedoch der furchterregende Drucker Herr Katz zu sein. Aber zum Glück hat Amra auch einige hilfsbereite Freunde …"


MEINE MEINUNG | FAZIT

Ein wenig mag es vielleicht schon überraschen, dass ihr nun eine Rezension zu einem Kindersachbuch auf meinem Blog findet. Allerdings ist es bei mir so, dass ich liebevoll gestaltete Bücher immer gerne unterstütze und sie es, meiner Meinung nach, verdient haben, beachtet zu werden, ganz unabhängig davon, welchem Genre sie angehören. Vielleicht findet man ja auch etwas für Bekannte oder Verwandte darunter.
Dieses schöne Kindersachbuch bezieht sich allerdings auch nicht nur auf irgendein beliebiges Thema, nein, es geht um das Thema schlechthin. Nämlich um Bücher und deren Herstellung. Daher trägt das Buch auch den Untertitel "Oder wie macht man eigentlich ein Buch?". Wie kann man Kinder näher an diese Thematik führen und wie könnte man die Liebe zum Lesen in ihnen wecken? Nun, mit diesem Buch könnte es schon einmal einen Schritt voran gehen. Hier wird nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern es wurden zudem auch zwei interaktive Elemente eingebaut (und ein kleines Rezept zum nachkochen!). Zum einen findet man dort eine kleine Anleitung zum basteln eines Lesezeichens (welches man natürlich im Buch selbst findet) und zum Schluss stößt man noch auf eine Anleitung zum Erlernen des Binden eines Buches.
Wie ich finde, ist es wahnsinnig gut durchdacht, denn was wollen Kinder in Büchern vor allem sehen? Klar, ganz viele bunte Bilder und etwas, das sie mit dem Buch selbst "anstellen" können. Beides vereint dieses hübsche Werk. Die eigentliche Geschichte ist zudem süß erzählt, nämlich aus der Sicht eines jungen Mädchens, und bietet zudem gleichzeitig Informationen über die Bücherherstellung und deren damit verbundene Aufgaben, die verschiedene Menschen zu treffen haben.


Ich selbst kann mich noch ganz gut daran erinnern, dass ich in der Grundschule wahnsinnig gerne gelesen habe. Ich denke, wäre ich in dem Alter, das für dieses Buch auch empfohlen wird (6 bis 12 Jahre), dann hätte ich mich über solch ein Buch sehr gefreut. Man sieht an den vielen Illustrationen, dass es sehr liebevoll gestaltet wurde und dass es auch zurecht den "Emy Sachbuchpreis" gewonnen hat. Man geht als (junger) Leser zusammen mit der Erzählerin Amara die Schritte nach und nach ab, die für das Erscheinen eines Buches notwendig sind. Dabei wird natürlich darauf geachtet, dass man keine allzu schweren Begriffe verwendet, aber dennoch Begriffe, die man vielleicht leicht neu erlernen kann. Es fallen zum Beispiel Begriffe, wie "Crowdfunding", die sehr gut erläutert werden und somit auch die heute, sehr oft verwendeten Anglizismen aufgreifen. Mir gefiel vor allem das "quirlige" Erscheinungsbild von Amara.
Es gab einen winzig kleinen Anhaltspunkt, der mich ganz am Ende des Buches etwas schwanken ließ, wie ich die Auslegung der Passage finden sollte. Abgesehen von der Gestaltung, die ich wirklich fabelhaft finde, ging es in einer Passage darum, dass der Onkel Amara bei dem Vorhaben ein Buch selbst herzustellen, zunächst nicht unterstützen wollte. Eigentlich ist das ja kein Verbrechen und sicherlich kommt das vielleicht das ein oder andere Mal vor, auch wenn ich nicht verstehen könnte, dass Verwandte den Kindern etwas abschlagen, aber nun denn. Ich habe mich einfach gefragt, wie ich diese Stelle gefunden hätte, wenn ich ein junger Leser gewesen wäre und hätte die Szene vielleicht etwas anders ausgelegt. Aber das ist einfach eine sehr subjektive Meinung. Man kann an dem grundsätzlichen Konzept und der Darstellung weitestgehend, wirklich nichts kritisieren.


Eine sehr süße, bunte, und wunderbar illustrierte Art und Weise, jungen Lesern die Welt der Bücher und deren Herstellung etwas näher zu erläutern. Ist mit einem angemessenen Schreibstil versehen. Die eigentliche Geschichte ergänzt sich wunderbar mit den Illustrationen und den zwei interaktiven "Spielereien", die man ebenfalls in Angriff nehmen kann. Zeichnet sich sicherlich auch durch seine farbenfrohe Gestaltung aus, die wirklich zum Lesen einlädt.


Vielen lieben Dank an den Wacker und Freunde Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


1 Kommentar:

  1. Ach wie süß, das finde ich wirklich ein cooles Thema für ein Kinderbuch und die Illustrationen sehen auch richtig toll aus.

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