Lesemonat Juli

Juli 31, 2015


Meine gelesenen Bücher im Überblick: Für vorhandene Rezensionen, den Titel anklicken

Stardust von Neil Gaiman | E [nglisch]
The Sign of Four von Arthur Conan Doyle | E
Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern
Coraline von Neil Gaiman | E
Der Rithmatist von Brandon Sanderson
Magonia von Maria Dahvana Headley | E
Vanishing Girls von Lauren Oliver | E

Angefangene Bücher: Canada von Richard Ford

Im Juli habe ich nicht unbedingt sehr viele Bücher gelesen, dafür aber sehr gute. Dies heißt, dass es diesen Monat glücklicherweise wieder keinen Flop gab. Mit den meisten Punkten bewertet habe ich dafür drei Stück. Magonia hätte es auch beinahe geschafft, am Ende jedoch fehlten mir das kleine Fünkchen dazu. Stardust und Coraline von Neil Gaiman konnte ich gar nicht anders, als mit fünf Sternen bewerten. Ich fand einfach beide Geschichten unglaublich inspirierend und gut ausgearbeitet! Der Rithmatist hat mich zudem unwahrscheinlich überrascht, worüber ich mich sehr gefreut habe. Daher kann ich es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen, wenn sie erscheint. The Sign of Four von Arthur Conan Doyle hat bisher noch keine Rezension von mir erhalten, da ich die Sherlock Reihe gerne in eine Rezension verpacken würde. Allerdings habe ich das Buch ebenfalls sehr genossen. Nicht in die direkte Statistik miteinbezogen habe ich die "Classics Unfolded", da diese eigentlich nur aus Bildern bestehen und nur vierzehn Seiten umfassen. Diese fallen aber auch unter meine Favoriten. Wie ihr seht, hat sich mein Lesemonat Juli also vollkommen ausgezahlt.

Wie lief euer Lesemonat und gab es besondere Highlights oder Flops? Hättet ihr ein Buch anders bewertet?

Thementag #25: Schreibkreativität

Juli 29, 2015
























"Das Wichtigste ist, dass man als Erster eine Idee hat und sie mit Leidenschaft umsetzt."    - Luciano Benetton

Eigene Texte schreiben. Charaktere entwickeln, Gefühle transportieren oder einfach nur seine Gedanken festhalten. Als Literaturblogger fällt es mir sehr schwer an dem Thema überhaupt vorbeizukommen. Viele wollen ihre Leidenschaft zu Büchern frei äußern und sind damit auch ganz zufrieden. Ich schließe mich dem natürlich an, dennoch kommt mir ab und zu der Gedanke: "Was wäre, wenn ich mich wirklich einmal darauf konzentrieren würde, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen?". Aber will ich das auch? Es gibt so viele talentiere Menschen, die Geschichten auf ein Blatt Papier zaubern und alle damit begeistern. Sei es ein Roman, ein Thriller oder schlicht und einfach ein "Poetry Slam". Man hat nicht das Gefühl, dass es der Literaturszene noch an weiteren "Nachwuchsschreiblingen" fehlt. Und auch ich muss sagen, ich wüsste zunächst gar nicht wo ich anfangen soll. Was würde ich überhaupt erzählen wollen? Natürlich fällt mir beim lesen der Bücher auf, dass ich mir vorstellen könnte, dass dieser oder jener Charakter ebenso in einem meiner Werke auftauchen könnte, wenn ich ein Buch verfassen würde, aber der Anfang stellt immer die größte Schwierigkeit dar. Dabei möchte ich keinem Schema folgen, keine Maßstäbe einhalten, wie es einem viele "Ratgeber" ans Herz legen. Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass meine Zeit für etwas Eigenes noch nicht gekommen ist, da ich meine Geschichte erst mit meiner wachsenden Erfahrungen finden werde. Zur Zeit habe ich eher das Bedürfnis die wunderbaren Texte der Anderen zu entdecken und mich dadurch eines Tages vielleicht doch zu einem eigenen Werk inspirieren lasse.

Kleine Randnotiz an mich selbst: Falls du etwas veröffentlichen möchtest, sorge dafür, dass du nicht in einem Meer an Selfpublishern untergehst!

Mich würde dennoch sehr interessieren wie ihr zu dem Thema steht. Schreibt ihr eigene Texte? Habt ihr vielleicht schon ein Buch geschrieben? Veröffentlicht ihr diese Texte auch? Wie steht ihr zu der Selfpublisher-Szene? 



Vanishing Girls von Lauren Oliver

Juli 27, 2015



von Lauren Oliver,  Harper [klick], 357 Seiten,  Taschenbuch - International Edition,  Einzelband,  Englisch  ★★★  4 Sterne

Nick [Nicole] und Dara sind zwei Geschwister. Zwei Geschwister, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine eher zurückhaltend und vernünftig, die andere eher extrovertiert und chaotisch. Sie sind dennoch unzertrennlich. Bis ein Ereignis eintritt, welcher alles zu verändern scheint. Dara verhält sich zunehmend geheimnisvoller und Nick möchte dem Ganzen auf den Grund gehen. Gleichzeitig wird seit kurzem ein kleines Mädchen namens Madeline Snow vermisst und die Frage nach einer Verbindung wird zunehmend stärker.


MEINE MEINUNG | FAZIT

"It´s like the accident punched a hole straight through my life. Now there´s only Before and After." S.149

Wie im obigen Zitat angedeutet, ist das Buch in Kapitel aufgebaut, die sich zeittechnisch vor beziehungsweise nach dem Unfall bewegen. Dadurch wirkt das Buch zunächst etwas sprunghaft. Nach einigen Kapiteln findet sich der Leser aber in den Ablauf hinein und man kann sich näher mit dem Inhalt auseinandersetzen.
Es gibt in dem Buch einige Bilder die angefügt werden, die ich zwar nicht störend fand, welche aber meiner Meinung nach auch nicht wirklich notwendig sind. Heißt, sie üben keine wichtigen Auswirkungen auf die Geschichte aus und dienen eher als "Platzhalter".
Inhaltlich fand ich die Geschichte dennoch sehr interessant. Sie setzte sich auf vielen Komponenten zusammen und als Leser versucht man nach jedem Kapitel zu rekonstruieren, in welcher Hinsicht das "Verschwinden" eine Rolle spielen könnte.
Das Ende des Buches habe ich an der ein oder anderen Stelle schon vermutet, wobei man sich als Leser so oft in die Irre geleitet fühlt und seine eigenen Überlegnisse das ein oder andere Mal verwirft und versucht, dem Handlungsstrang zu folgen. Mir hat gefallen, dass ein Vergnügungspark namens "Fanland" eine Rolle spielt, da die Atmosphäre ganz anders war, als bei so vielen Geschichten, die immer das selbe Setting aufweisen. Dennoch haben mir an der ein oder anderen Stelle einige Bezüge gefehlt, so dass ich manchmal das Gefühl der Willkür bezüglich einiger Handlungen oder Charakteren wahrgenommen habe. Die Beziehung und Entwicklung der Geschwister fand ich gut herausgearbeitet. Der Fokus liegt eindeutig auf den beiden, sodass auch die Kapitel jeweils aus Sicht von Nick und Dara dargestellt werden. Es gibt Informationen zu der Familie im Allgemeinen, welche allerdings erst am Ende wirklich beleuchtet wird. Die Geschichte fügt sich wirklich zum Schluss nach und nach zusammen. Ich wusste zunächst auch gar nict in welche Richtung das Buch gehen soll, da auch auf dem Cover unteranderem mit "Read it with all the lights on" geworben wird. Dabei empfand ich es persönlich nicht als gruselig. Ich stimme allerdings zu, dass das Buch eine wichtige Botschaft übermitelt und man näher hinsehen sollte, wenn man das Gefühl hat, dass sich jemand merkwürdig verhält. Das Buch ist definitiv auf eine psychologische art und weise zu sehen oder zu lesen, die verlangt, dass man sich in die Person hineinversetzen kann.

"I remember learning about the mark of Cain [...].How convienient if you could see what was wrong with people right away, if they wore their sickness and crimes on their skin like tattoos." S. 55

Thematisiert wird an erster Stelle die Beziehung zwischen beiden Geschwistern. Allerdings werden auch brisante Themen angesprochen, die durch das verschwinden der neunjährigen Madeline Snow geschildert werden. Meiner Meinung nach hat mir aber eine gewisse Ernsthaftigkeit an dem zweiten Teil der Geschichte gefehlt. Das Buch ist zwar in die Young Adult Abteilung einzureihen, dennoch habe ich mir gedacht, dass es für die Ernsthaftigkeit der Themen an der ein oder anderen Stelle zu "Teenie-mäßig" beschrieben wurde. Durch die Cliffhanger am Ende jedes Kapitels wird man dennoch immer wieder zum weiterlesen animiert.

"I wish that photographs were physical spaces, like tunnels; that you could crawl inside them and go back." S. 238

Es gab auch viele Stellen, die wirklich schön geschrieben sind. Generell fand ich den Schreibstil von Lauren Oliver sehr angenehm. Das Konzept der Geschichte ist auch gut gelungen. Aber am Ende hat mir doch ein gewisses, kleine Fünkchen gefehlt, um die Geschichte "komplett" zu machen. Vielleicht werde ich es in einem halben Jahr noch einmal lesen und es danach noch besser einschätzen können. Denn vorallem am Ende hatte ich noch einige offene Fragen und musste das ein oder andere Mal zurückblättern um die Lücken zu schließen.
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Aufwühlende Geschichte mit viel psychologischem Anteil und einem mysteriösen Verschwinden. Zielt sehr auf das Einfühlungsvermögen ab und überzeugt mit einem interessanten Grundbausatz.  Durch die persönliche Erzählweise der Protagonisten muss der Leser zudem selbst herausfinden, auf welche Informationen man vertrauen kann.



Neuzugänge Juli #2

Juli 26, 2015


Meine zweiten Neuzugänge im Juli bestehen aus zwar nur drei Büchern, aber das hat auch einen bestimmten Grund. Undzwar habe ich anfang des Monats bei einem Gewinnspiel gewonnen, bei dem ich einen Gutschein ergattern konnte. Daher werden sich meine Neuzugänge wohl erst nächsten Monat enorm vergrößern. Bis dahin versuche ich wirklich meinen aktuellen "To be read" Stapel zu verkleinern.

Neu bei mir einziehen durfte zum einen Marisha Pessls "Die amerikanische Nacht" und "Counting by 7s" von Holly Goldberg.
Die amerikanische Nacht wollte ich schon unglaublich lange lesen. Ich bin sehr gespannt, wie das Buch aufgebaut ist, zudem ich raushören konnte, dass das Buch recht interaktiv gestaltet ist. Ich denke ich werde versuchen, es so bald wie möglich zu lesen.
Counting by 7s war wohl der spontanste Kauf, den ich seit langem getätigt habe. Ich habe das Cover gesehen, kurz einen Blick auf die Rückseite geworfen und habe es einfach mitgenommen. Das Zitat auf dem Buchcover spornt mich ebenfalls an, das Buch demnächst zu lesen. Ich weiß also wirklich nichts über das Buch und bin schon gespannt, ob es sich gelohnt hat, es spontan mitzunehmen.

Das dritte Buch war ebenfalls Teil des Gewinnes, welcher mit dem Gutschein einherging. Dabei handelt es sich um "Lonely planets" und ist ein Bildband, welches wirklich wunderschöne Bilder enthält. Es ist kein Text vorhanden, sodass ich euch eine Rezension "erspart" habe, hoffe aber, dass Interessierte, sich das Buch mal näher anschauen. Ich finde wirklich, dass es sich lohnt, wenn man gerne in Fotografien bezaubernder Orte versinkt.

Ansonsten habe ich noch bei einigem Zubehör zugeschlagen. Darunter: ein Notizbuch, welches ich vielleicht für diverse Blogplanungen einsetzen werde, einige Post its, um gewünschte Zitate zu markieren und neue Buntstifte! Meine alten sind zum Teil abhandengekommen, verdreckt oder anderweitig nicht nutzbar. Da meine neuen Buntstfite in einer schicken Verpackung daherkommen, bin ich voller Zuversicht, dass sie mir etwas länger erhalten bleiben.


Buchkauf á la "Don´t judge a book by its blurb" ?

Juli 22, 2015


Die Frage nach dem Kauf eines Buches, ohne das Cover zu beurteilen habe ich bereits in einem vorherigen Post gestellt. Nämlich "Buchkauf á la "Don´t judge a book by its cover", welches ihr hier noch einmal nachlesen könnt.
Nun würde ich die Sichtweise gerne einmal umdrehen. Wie ist es, wenn man beinahe aussschließlich aufgrund des Covers ein Buch kauft?

Des öfteren begegne ich, besonders bei englischen Ausgaben, Büchern, welche auf den ersten Blick keinen Klappentext [engl. "blurb"] aufweisen. Sprich, auf der Rückseite befinden sich zum Beispiel aussschließlich Lobrpreisungen anderer Autoren oder Zeitungen, welche ältere Bücher des Autors loben. Es wird zunächst aber kein Wort über die Geschichte an sich verloren. Erst auf den zweiten Blick, sieht man dann in dem Buch die Inhaltsangabe, die einen dazu schließlich verleitet das Buch zu kaufen oder auch nicht. Natürlich werden in Buchhandlungen immer Exemplare ausgelegt, die bereits geöffnet sind, um sich einen generellen Überblick über das Werk zu verschaffen. Doch was wäre, wenn man diese Möglichkeit nicht hätte und man kaum wüsste, worum es in dem Buch geht? Es wäre natürlich riskant ein Buch mitzunehmen, das einen äußerlich anspricht, jedoch keine Informationen zur Geschichte liefert. Dennoch ist mir vorallem bei mir aufgefallen, dass ich sehr oft dazu neige Bücher zu kaufen, ohne wirklich zu wissen, worum es geht.
Dies geschieht vorallem, wenn ich Bücher aufgrund von guten Bewertungen oder Empfehlungen kaufe. Oft beginne ich das Buch und denke es könnte mir gefallen, obwohl mir schlagartig bewusst wird, dass ich gar nicht den Klappentext gelesen habe und eigentlich nicht weiß worum es geht. Zudem muss ich mir immer öfter eingestehen, dass ich mich gar nicht so auf die Inhaltsangaben fixiere, denn diese waren für mich des öfteren irreführend und haben ab und zu gar nicht zum Inhalt des Buches gepasst. Als wäre das noch nicht genug, habe ich oft das Gefühl Gefahr zu laufen, dass mich die Inhaltsangabe spoilert und mir wichtige Ereignisse vorwegnimmt.
Eigentlich ein Paradoxon, nicht wahr? Das Buch verrät zu viel, sagt aber auch nicht das Richtige über das Buch aus. Eine wahre Zwickmühle. Natürlich bietet der Klappentext eine gute Orientierung und hat eine richtungsweisende Funktion, dennoch stelle ich fest, dass ich, wenn ich keine Inhaltsangaben lese, meist doch zufriedener mit den Büchern bin, als wenn ich sie lese. Denn so habe ich keine vorangegangenen Vorstellungen, wie das Buch zu sein hat. Schon merkwürdig, denn wie soll man ein Buch beschreiben, wenn jemand eine Empfehlung haben möchte, worum es geht? Nun, im Endeffekt glaube ich, geht es in jedem Buch sowieso nie nur um eine Sache, sondern um ein ganzes, kleines [oder auch großes] Sammelsurium und jeder Leser sieht den Inhaltsschwerpunkt wo anders. Aber wie das nunmal ist, kann man wohl nicht immer mit und auch nicht immer ohne Klappentext auskommen...

Lest ihr immer die Klappentexte beziehungsweise Inhaltsangaben bevor ihr ein Buch beginnt? Kann euch ein Buch auch aufgrund des bloßen Titels oder des Covers zum lesen animieren?


Magonia von Maria Dahvana Headley

Juli 20, 2015




("Magonia" / dt. Übersetzung: "Magonia" bei Heyne fliegt) von Maria Dahvana Headley, Harper Collins [klick], 320 Seiten,  gebunden,  Dilogie,  Englisch  ★★★(★)  3 bis  4  Sterne

Aza leidet seit ihrer Geburt an einer mysteriösen Lungenkrankheit, die ihr das Atmen erschwert. Niemand weiß, wie man ihr helfen kann. Eines Tages nimmt sie eine Stimme wahr, die ihren Namen ruft. Kurz darauf taucht sie in eine Welt ein, die es ihr ermöglicht normal zu leben. Sie kann ohne Schwierigkeiten atmen. Magonia - Eine Stadt in den Wolken. Aber wie real ist diese Welt? Und vorallem welche Gefahren birgt sie?


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Plus, a land of magicians would be boring, because the whole point of magic is that not everyone can do it." S. 51

Den Anfang der Rezension zu dieser Geschichte zu machen ist für mich relativ schwierig. Denn obwohl es so scheint, als wäre das Buch ein Einzelband hegt man zunehmend den leisen Verdacht, dass eine Fortsetzung folgen wird, wodurch ich ein wenig in meiner Beurteilung beeinflusst werde, da ich mir erhoffe, dass eine Fortsetzung vielleicht noch etwas ins rollen bringen würde, was mir in der Geschichte bisher gefehlt hat.
Fangen wir aber erst einmal bei den Charakteren an. Die wesentlichen Hauptcharaktere in "Magonia" sind wohl Aza und Jason, denn die Kapitel werden aus Sicht beider Protagonisten geschildert. Durch das einsetzen der "Ich-Perspektive" wird der Leser direkt an die Figuren herangeführt. Es entsteht sofort eine emotionale Bindung, die das Erzählte auch durchaus chaotisch, impulsiv und gefühlvoll werden lässt. So liest sich die Geschichte aus zwei inneren Monologen der Figuren, welche allerdings auch die Fähigkeit haben, eine poetische Erzählweise aufzubringen. Dies wird auch durch die Liebe von Aza zu den Gedichten von dem Autor E. E. Cummings unterstützt. Seine Zitate werden teilweise aufgegriffen und in die Geschichte "mtieingewebt". Es tauchen auch viele andere Chataktere auf, die der Geschichte Schwung verleihen und die den Leser das ein oder andere mal dazu auffordern, sich darüber Gedanken zu machen, welcher Charakter, die Geschichte in wie weit verändern könnte. Dabei sind es nicht unbedingt nur gewöhnliche Menschen, die erscheinen.

"We want to die spectacularly, not just ´perish´". S. 80

Grundsätzlich fand ich beide Hauptcharaktere sympatisch. Wobei mir Aza´s Charakter zu Beginn des Buches deutlich mehr zugesagt hat, als in den mittleren Passagen. Jason hingegen fand ich während der gesamten Geschichte unglaublich sympatisch und habe ihn als wichigen Teil der Geschichte angesehen. Wie in der Inhaltsangabe schon angegebn wird, handelt es sich in der "anderen" Welt, in die Aza eintaucht um eine Welt in den Wolken. Dort tauchen auch die verschiedensten Arten von Vögeln auf. Es war erstaunlich zu merken, wie sich während des lesens die eigene Wahrnehmung und Vorstellungskraft bezüglich gewöhnliche Vögel gewandelt hat. Ich habe mir jedes Mal darüber nachgedacht, ob wohl die Vögel, die uns tagtäglich begegnen, nicht auch etwas geheimnisvolles an sich haben, was wir uns nicht einmal ansatzweise vorstellen können. Die Geschichte lädt wirklich zum träumen und zum wünschen ein. Wünschen in dem Sinne, dass man hofft, dass das was wir bisher kennen, vielleicht nicht "Alles" ist. Angespornt wird man dadurch nicht allein durch die Geschichte an sich, sondern auch durch das Nachwort der Autorin. Dort beschreibt sie, welche Fakten, die in dem Buch erwähnt werden auch der Wahrheit entsprechen. Solche Zusätze finde ich persönlich immer ganz spannend.

"That´s what always sucks about balloons. In your hand they´re big but once you let them loose, they´re instantly tiny." S. 91f.

"Magonia" ist sicherlich keine gewöhnliche Geschichte. Man muss sich viel vorstellen können und sich auch auf den gesamten Ablauf einlassen. Wenn man dies aber kann, dann erwartet einen eine unglaublich schöne Reise durch eine wunderbare Landschaft und eine Welt, die mich persönlich beeindruckt hat. Mein einziger bisheriger Kritikpunkt ist, dass ich die Geschichte an einigen Stellen nicht ganz passend beziehungsweise aufregend fand, obwohl es eine außergewöhnliche Welt ist und beinahe jedes Kapitel mit einem wirklichen Cliffhanger endet. Dennoch fehlte mir ein kleines Fünkchen, dass dazu beigetragen hätte, dass die "Mission", die sich um Aza dreht den gewünschten Effekt erzielt. Grundsätzlich thematisiert die Geschichte nicht nur eine fantastische Abennteuerreise, sondern auch die Gedanken um den Tod, die Zugehörigkeit der Menschen, den Verlust und die Frage nach dem, was einen Menschen ausmacht.

Eine magische Geschichte hoch über den Wolken, mit fantasievollen und auch liebevollen Charakteren, einigen Bösewichten und einer Aufgabe, die Aza zu bewältigen hat. Ist spannend, hat für mich aber an wenigen Stellen nicht ganz überzeugt. Dennoch gibt es Charaktere, die ich nicht missen möchte und welche die Geschichte zu etwas Besonderem machen. Besonders Jasons Kapitel waren sehr gefühlvoll.






Erweitere deinen Horizont

Juli 18, 2015

Ich weiß, ich weiß! Man soll nicht jedem Trend hinterherlaufen. Ich habe auch sehr lange mit mir gehadert, ob ich den Schritt gehen soll, auch wenn er nicht so groß ist. Aber da mich des öftern Leute nach einem zusätzlichen Instagram Account gefragt haben, habe ich mich dazu hinreißen lassen, diesen zu eröffnen. Vorerst habe ich vor, dort wirklich nur Fotos zu posten, die etwas mit meinem Buchblog gemeinsam haben. Sprich, dort gibt es kleine Schnappschüsse, die ich zwischen verschiedenen Posts dalassen werde, falls ich gerade nicht genug Zeit habe, um einen längeren Beitrag online zu stellen. Mal sehen, wie es sich weiterentwickeln wird. Nun aber zu den wichtigen Informationen.

Finden könnt ihr mich unter dem Namen @karinlipski
Der selbstständige Name little words, war wie bereits anzunehmen, auch schon vergeben. Da ich keine Lust hatte, irgendwelche komischen Zusatzszeichen zu verwenden habe ich mich nun für diesen Namen entschieden..

Ich hoffe der ein oder andere hat Lust mal vorbeizuschauen! Lasst mir doch auch gerne eure Account in den Kommentaren!


Der Rithmatist von Brandon Sanderson

Juli 15, 2015




(Original: "The Rithmatist") von Brandon Sanderson | Heyne fliegt [klick] | Leseprobe | Seitenanzahl: 432 | Hardcover | Bisher Dilogie | ★★★★★  5  Sterne

1. Der Rithmatist | 2. The Aztlanian [Englischer Titel; Erscheinungstermin 2017]

"Abenteuer, Magie und unheimliche Kreidemonster. Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht …"


MEINE MEINUNG | FAZIT

Nach besagten vierhundertzweiunddreißig Seiten, von denen keine auch nur ansatzweise überflüssig ist, war mein einziger Gedanke: "Nein, das kann nicht das Ende gewesen sein!". Man ist so von der Geschichte gefesselt, dass man schlicht und einfach bis an sein Lebensende weiterlesen könnte. Glücklicherweise gibt es tatsächlich eine geplante Fortsetzung. Allerdings scheint diese erst für frühestens 2017 geplant zu sein. Die Geschichte rund um Joel, Melody und seine Lehrkräfte liest sich wie eine fantastische, wie auch magische Detektivgeschichte, die den Leser aber gleichzeitig als Gelehrten ansieht. Denn es befinden sich vor jedem Kapitel detaillierte Zeichnungen mit Erläuterungen zur Rithmatik und deren Gesetzen. Ich als Leser habe mich dadurch selbst als Schüler der Rithmatik gesehen und war, so wie Joel, nach und nach immer mehr davon fasziniert, in was für eine Welt man eintaucht. Sanderson versteht es wirklich neue Umgebungen und Ideen zu kreieren.
Doch nicht nur das gesamte Konzept der Rithmatik überzeugt, sondern auch seine sympathischen Charaktere erlangen einen Favoritenstatus. Joel und Melody harmonisieren wunderbar als Team und nehmen den Leser mit auf eine geheimnisvolle Reise, bei der man gerne selbst tätig werden würde. Für mich ist Melody zurzeit der Lieblingscharakter des Buches. Sie ist vielleicht nicht immer die einfachste Person, versprüht aber solch einen Charme, der die Geschichte bereichert. Joel ist für meinen Geschmack der perfekte Charakter, um als Protagonist zu dienen. Er selbst , wie auch seine Vergangenheit, sind so mysteriös, dass sie gut zu dem Geheimnis um die Rithmatischen Neuerscheinungen passen. Der auftauchende Lehrer Nalizar kam mir zu Beginn wie eine Mischung aus Snape und Gilderoy Lockhart vor. Das Bild konnte ich auch nicht mehr aus meinem Kopf bekommen, obwohl sein Charakter nicht ganz dazu passt. 
"Der Rithmatist" ist aber keineswegs nur ein Jugendbuch, welches sich mit einer eigens von Sanderson ausgedachten magischen Welt auseinandersetzt. Gleichzeitig geht das Buch auch auf politische Themen ein und erwähnt auch Bereiche wie den Gerechtigkeitssinn in der Welt, die Unterschiede der Wohlstände und deren Folgen, oder auch religiöse Glaubensfragen. Zudem werden auch durch Joel und Melody die Fragen nach der eigenen Bestimmung oder Berufung aufgegriffen. Zusammen verschmilzt das Buch zu einem unfassbar vielschichtigen Buch, welches einfach nur begeistert und welches ich persönlich sofort von neuem lesen wollen würde [oder die Fortsetzung!].
Das Buch ist wirklich seit langem eines, welche eine Geschichte erzählt, die ich mir sofort nach den ersten paar Seiten, als längere Reihe gewünscht habe. Ich mag es, wenn Autoren dem Leser das Gefühl vermitteln, als seien sie Teil der Geschichte und als würden sie in etwas ganz Neues eintauchen. Genau das war bei mir hier der Fall. Die Zeichnungen, die Sanderson in das Buch aufgenommen hat, tragen zudem dazu bei, dass man sich wirklich in die Thematik reindenken kann.
Obwohl es ein als Jugendbuch gedacht ist, bin ich mir sicher, dass auch viele andere Leser außerhalb der Zielgruppe große Freude an dem Buch haben werden. Da mir das Buch so gut gefällt empfehle ich zumindest allen einmal in die Leseprobe reinzuschnuppern!

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Kreative, geheimnisvolle, spannende, in den Bann ziehende Geschichte um zwei Charaktere, die heldenhaft versuchen ihren Platz im Leben zu finden. Überzeugt nicht nur durch eine bloße Idee, sondern auch durch die fabelhafte Umsetzung. Die Illustationen unterstützen das "Lebendige" der Geschichte. 




Coraline von Neil Gaiman

Juli 13, 2015




















(Übersetzung: "Coraline") ,  Harper Perennial [klick] ,  162 Seiten ,  Taschenbuch , Einzelband , Englisch , ★★★★★  5 Sterne

Coraline und ihre Eltern ziehen in ein neues Haus. Ein Haus voller Geheimnisse und Mysterien. Dort befindet sich eine verschlossene Tür. Eine Tür die nirgendwohin führt, denn wenn man sie öffnet, befindet sich dor nur eine hochgezogene Steinwand. Doch Coraline findet einen geheimen Durchgang, der sie in eine Parallelwohnung führt, die ihrer sehr ähnlich ist. Das Abenteuer beginnt...


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Coraline" war für mich wieder einmal ein Erlebnis für sich. Wie es bei allen Neil Gaiman Geschichten ist. Der Hauptcharakter wächst einem automatisch ans Herz. Coraline ist eine Heldin, die man selbst gerne wäre. Als ich das Buch gelesen habe, kam bei mir sofort der Gedanke auf, dass das Buch eine Mischung aus vielen verschiedenen Stilen ist. Aber dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass es mich aufgrund des Hineinfallens in eine "andere Welt" sehr an "Alice im Wunderland" erinnert hat. Die Geschichte spielt deutlich mit den Ängsten der Kinder [in diesem Fall Coraline], wenn es darum geht, die eigenen Eltern nicht wiederzufinden. Dadurch entwickelte sich aber eine solch wunderschöne Heldengeschichte über ein Mädchen, das sich ihren eigenen Ängsten stellt und darüber hinaus, so viele neue Erfahrungen sammelt, dass man sich wünschte, das Buch würde aus mehr als nur hundertzweiundsechzig Seiten bestehen. In der Ausgabe, die ich vorliegen habe, findet sich allerdings zudem auch ein kleiner Zusatz, in dem Neil Gaiman kurz beschreibt, wie es zu der Entstehung der Geschichte gekommen ist. Ich persönlich mag solche Zusätze, in denen man mehr über die Intention erfährt.

"´No´, said the cat. ´Now you people have names. That´s because you don´t know who you are. We know who we are, so we don´t need names´." S. 37

Es gibt zu jedem Kapitel eine passende Illustration, welche meiner Meinung nach zur Stimmung beitragen und bei denen mal gerne auch länger verweilt.
Die Sprache, die Gaiman in dieser Geschichte wählt, ist wirklich sehr "einfach". Man kann allem gut folgen, sodass sich das Buch auch gut für Einsteiger empfiehlt, die die englische Literatur erkunden möchten.
An der ein oder anderen Stelle muss ich wirklich sagen, dass ich wohl als Kind etwas Angst vor der Geschichte gehabt hätte. Denn einige vorkommende Charaktere sind doch etwas "unheimlich". In meinem jetzigen Alter aber, habe ich mich eher mit der Einstellung der Charaktere, als deren Erscheinungsbild befasst. Und je mehr man über die Charaktere gelesen hat, desto mehr schoss mir das Bild in den Kopf, dass man auch aus der verfilmten Geschichte "The Glass House" kennt. Das Thema bezieht sich auf die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern, allerdings auf eine fast selbstzerstörerische Weise, denn die Mutter will sich um ihre Kinder kümmern, sorgt aber gleichzeitig selbst dafür, dass sie krank werden, nur um sie anschließend pflegen zu können. Natürlich steht dieser Aspekt nicht im Vordergrund von Gaimans Geschichte, aber jeder Leser hat so seine Assoziationen.
Coraline ist für mich dennoch einer der schönsten Charaktere, die es in Geschichten gibt! Doch nicht nur sie nimmt eine zentrale Rolle ein. "Coraline" setzt sich wirklich durch alle mtiwirkenden Charaktere zu einem zusammen. Und wohl oder übel schließt man auch die musizierenden Ratten des Herrn Bobo in sein Herz!

"´Because´ she said, ´when you´re scared but you still do it anyway, that´s brave.´". S. 59
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Erneut eine Meisterleitung von Neil Gaiman. Er setzt seine Charaktere so in Position, dass die Geschichte selbst lebendig zu sein scheint. Coraline als Heldin setzt neue Maßstäbe. Ist spannend, liebevoll, spielt mit den Ängsten und schenkt einem neuen Mut.




Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern

Juli 12, 2015




Titel: "Der Nachtzirkus" | Original: "The Night Circus" | Autor/in: Erin Morgenstern | Ullstein [klick] | Seitenanzahl: 460 | Hardcover | Einzelband | ★★★  4  von 5 Sternen

Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Es dauert eine Weile, bis deine Augen sich eingewöhnen, und dann erscheinen winzige Lichtpunkte wie Sterne und säumen die dunklen Wände vor dir." S. 58

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt. Einige führen den Leser, wie einen gerade erlebter Moment durch den Zirkus. Andere wiederum erzählen die Geschichte aus den Perspektiven der in dem Zirkus vorkommenden Personen. Dennoch ist das Lesen der Geschichte grundsätzlich, wie es sich mit dem beschriebenen Zirkus verhält. Das Lesen der Kapitel ist nämlich, wie das eintauchen in die verschiedenen Zelte des Zirkus. Es gibt Kapitel, die den Leser unwahrscheinlich einnehmen und andere, die man nur flüchtig besucht und sich zum nächsten Zelt beziehungsweise Kapitel vorarbeitet. Sozusagen eine Zwischenstation, um zu dem Zelt zu gelangen, auf das man sehnlichst wartet. Demnach empfand ich auch einige Kapitel als stärker und interessanter und einige als eher nebensächlich und nur zusätzlich zur allgemeinen Stimmung beitragend. An der ein oder anderen Stelle war es mir sogar etwas zu viel mit den Beschreibungen, obwohl man eigentlich gerne wissen möchte, wie der Zirkus genau konzipiert ist. Allerdings reicht die Vorstellungskraft des Lesers ab einem bestimmten Punkt vollkommen aus und die andauernde Beschreibung wird an manchen Stellen überflüssig. Der Schreibstil an sich ist aber angenehm und verführt zum weiterlesen. Es ist, als würde der Zirkus selbst wollen, dass man mehr über ihn erfährt.
Das Auftereten der Magier fand ich spannend und doch etwas unbefriedigend zugleich. Man findet viele Metaphern, welche man deuten kann und die der Geschichte durchaus auch eine bleibende Aussage geben. Allerdings gab es einige Stellen an denen es etwas konfus wurde und man den roten Faden etwas verloren hat. Das grundsätzliche Konzept jedoch fand ich wirklich sehr gut. Es gibt Verstrickungen, die nach und nach gelöst werden und es gibt Geheimnisse, die noch verborgen bleiben. Besonders der Gegensatz zwischen dem komplett "schwarz-weißen - Image" des Zirkus und dem inhaltlichen [geschichtlich, wie auch das Innenleben des Zirkus], bunten Durcheinander fand ich gut herausgearbeitet. Ich mochte vorallem die "rêveurs", die mit ihren roten Akzenten ihre Liebe zum Zirkus zum Ausdruck bringen. Und auch das Auftreten des Frederick Thiessen verlieh der Geschichte eine Authentizität, welche die Geschichte positiv bereichert hat. Aber meine wohl liebste Charaktere der Geschichte waren nicht, wie vielleicht angenommen die Magier, sondern Bailey und Poppet. Zwei Kinder die einen Charme hinsichtlich ihres Charakters versprühen, der mich wirklich angesteckt hat.
Die Geschichte um Marco und Celia fand ich zwar schön, aber an der ein oder anderen Stelle war mir vieles zu vorhersehbar. Daher habe ich mich lieber stärker auf andere Charaktere konzentriert.
Rundum aber ein wirklich gelungenes Buch, welches nur so vor Magie Funken sprüht.

"Bevor du gehst, erinnert dich die Wahrsagerin daran, dass die Zukunft nie in Stein gemeißelt ist." S. 442

Spannende Handlung, wunderbare Charaktere und eine wahnsinnig schöne Kulisse. Ist durch die abwechselnden Erzählweisen nicht langweilig und lässt die Vorstellungskraft des Lesers entfachen. Man möchte am Ende auch ein "rêveur" sein, wenn man es nicht schon längst geworden ist. Für alle, die magische Aktivitäten in Büchern mögen!




Neuzugänge Juli #1

Juli 11, 2015



"Eine neue Richtung einschlagen". Das war wohl das Motto für meine neuen Neuzugänge. Zugegeben, zumindest ein wenig.

Denn "Coraline" ist von Neil Gaiman und war somit ein "Must have". Da ich derzeit unglaublich versessen darauf bin, alle Werke von Gaiman nach und nach zu lesen, musste auch dieses Mal ein Buch von ihm mit. Wie immer freue ich mich schon auf die Lektüre!

"Magonia" stand schon seit der Erscheinung des Buches auf meinem Merkzettel. Allein nach Angaben des Klappentextes denke ich, dass mir das Buch gut gefallen könnte. Auch hier hoffe ich, dass mich meine Vorfreude nicht später enttäuschen wird. Aber die Geschichte scheint auch ein wenig "melancholisch, magisch" angehaucht zu sein. Und genau das, mag ich zur Zeit ganz besonders.

Auch "Der Rithmatist" von Brandson Sanderson ist ein absolutes "Vorfreude-Buch". Viele haben es sicherlich schon auf englisch gelesen. Man hört bisher eigentlich nur Gutes darüber. Und wenn es um Magier geht, dann muss man automatisch an Harry Potter denken. Und das kann schließlich nie etwas Schlechtes bedeuten. Es wird mein erstes Buch von Sanderson sein. Die schon weltbekannte Trilogie habe ich von ihm noch nicht an mich herangelassen. Ich weiß auch ehrlich gesagt noch nicht, ob ich das machen werde. Aber erst einmal bin ich wahnsinnig gespannt auf den Rithmatisten.

Zu guter letzt habe ich mir noch zwei Comics mitgenommen. Und genau hier fängt dann auch das "Einschlagen in eine neue Richtung an". Seit Anfang des Jahres bin ich ständig auf der Suche nach dem passenden Comic, für den Einstieg in diese Schiene der "Literatur". Darum habe ich mir zuerst einmal "Avengers - Age of Ultron: Die offizielle Vorgeschichte zum Film" mitgenommen. Da ich beide Filme unglaublich mochte, habe ich es auch nicht bereut, mir den Comic zu holen. Er ist bereits gelesne und als ganz passend befunden. Ist nun mal recht kurz, aber ganz schön als Zusatz zu den Filmen.
Außerdem durfte auch noch "Moon Knight 02: Blackout" mit. Leider habe ich erst zu spät gemerkt, dass es der zweite Teil ist. Jedoch habe ich mich etwas schlau gemacht und erfahren, dass der erste Teil zwar schon im Januar erschienen ist, aber Mitte August noch einmal erscheinen wird. Der dritte Teil wird dann im November dieses Jahres erscheinen. Ich finde, damit kann man ganz gut leben. Da der erste Teil allerdings auch eine eigene und vollständig geschlossene Geschichte beinhaltet, werde ich vielleicht mit dem zweiten Teil beginnen und schauen, ob ich das Comic überhaupt fortsetzen möchte. Ansonsten mache ich mich auf die Suche nach neuen Comics!

Kennt ihr einige der Neuzugänge bereits? Haben sie euch gefallen / missfallen? Könnt ihr mir vielleicht gute Comic / Graphic Novel Reihen empfehlen?



Gedankenschnappschuss #3

Juli 08, 2015





Alice: "How long is forever?"
White Rabbit: "Sometimes just one second."

Einfach zeitlos - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn zurzeit fühle ich mich so, als wäre meine Zeit verloren. Sie entweicht und ich weiß nicht wohin. Alles gleichzeitig machen und dabei nicht das Gefühl zu empfinden, dass man die Zeit besser nutzen könnte, wäre tatsächlich so etwas wie eine Befreiung. Ich will Musik hören, den ganzen Tag. Bücher lesen oder wenigstens schon mit ihnen "arbeiten" können, den ganzen Tag. Meinen Blog am laufen halten, den ganzen Tag. Oder aber den gesamten Tag, bei schönem Wetter draußen verbringen. Höre ich aber nur Musik und sehe mein Buch auf dem Nachttisch liegen, möchte ich es lesen. Kurz darauf würde ich lieber gerne schreiben - Irgendetwas schreiben. 
Kaum auf die Uhr geschaut, stelle ich fest, dass ich mehr Zeit damit verschwendet habe, mir zu überlegen was ich machen soll und zwischen den Dingen hin und herzuschwenken, als die Zeit wirklich genossen zu haben. Und der nächste Tag ist nur noch wenige Stunden entfernt. Ja, Zeit ist wohl schon eine sehr merkwürdige Sache. Und auch schon der Hase in "Alice im Wunderland" hat dies wohl sehr schnell verstanden...

"oh my furry whiskers  I'm late I'm late I'm late" (Zitate aus: "Alice´s adventures in Wonderland and other classical works)



Stardust von Neil Gaiman

Juli 05, 2015




(Original: "Stardust" /dt. Übersetzung: "Der Sternwanderer") von Neil Gaiman,  William Morrow, Harper [klick],  288 Seiten,  Hardcover,  Einzelband,  Englisch Ausgabe,  ★★★★★  5 Sterne
Tristran Thorn liebt Victoria Forester. Für sie würde er alles tun. Für sie, möchte er den gefallenen Stern finden, um das zu erlangen, was er begehrt: Die Heirat mit Victoria. Doch während seiner Reise wird Tristran erwachsener und lernt jemand ganz besonderen kennen. Jemanden, der von da an heller scheint, als alle anderen. Findet er den gefallenen Stern und gewinnt Victorias Herz?


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Stardust" ist wohl eines der bekanntesten Werke von Neil Gaiman. Mitunter auch deshalb, da es sehr erfolgreich verfilmt wurde. Ich muss zugeben, dass ich dieses Mal, zuerst den Film gesehen habe und anschließend das Buch in die Hände nahm. Wie immer gibt es einige Unterschiede, die nicht in dem Film vorkommen, oder auch andersherum. Ich persönlich fand an manchen Stellen sogar die Filmversion ein wenig besser, was allerdings dem Buch an sich keinen Abbruch getan hat. Denn auch ohne den Film zu kennen, ,muss man einfach gestehen, dass das Buch voller Magie steckt und einen verzaubert. Allein schon der Wunsch von Gaiman, dass man Märchen. auch als Erwachsener lesen sollte und sie zu schätzen wissen sollte, verstärkt beim Leser das Gefühl, dass man in eine ganz andere Welt eintaucht. Und genau das ist es auch, was das Buch zu etwas Besonderem macht. Neil Gaiman erschafft eine so faszinierend schöne, eigene, neue Welt, dass man gar nicht mehr aus ihr heraustreten möchte. Die Charaktere sind vielseitig, originell und auch ein wenig verrückt. Aber dadurch lebt die Geschichte und man liest sie mit großer Freude.

"Few of us now have seen the stars as folk saw them then- our cities and towns cast too much light into the night- but, from the village of Wall, the stars were laid out like worlds or like ideas, uncountable as the trees in a forest or the leaves on a tree." S. 45

Für mich sind Gaimans Geschichten in Englisch besonders schön. Es kann sein, dass ich mir das nur selbst einbilde, aber mir gefällt die Sprache in Kombination mit dem Geschriebenen deutlich mehr, als in der deutschen Fassung. In Englisch kommt mir die Geschichte viel poetischer vor und zudem unterstreicht es aus irgendeinem Grund das "Magische".
Was mir als ganz kleines Manko in dem Buch aufgefallen ist, ist das ich mir die Beziehung zwischen Tristran und Yvaine etwas intensiver vorgestellt habe. Ich dachte es gäbe ein klein wenig mehr Interaktion zwischen den beiden Figuren. Dennoch mochte ich beide Charaktere unheimlich gerne! Auch in deren alleinstehenden Passagen. Besonders Tristran ist ein sympathischer Charakter, dem man zur Seite stehen will und hofft, dass er sein Ziel erreicht.

"He stared up at the stars: and it seemed to him then that they were dancers almost infinite in its complexity." S. 78

Ich könnte eigentlich stundenlang nur erzählen, wie schön ich die Geschichte finde und wie gerne ich sie allen ans Herz legen würde. Denn, es ist schwer, das Buch zu beschreiben, ohne automatisch viel zu viel vom Inhalt erzählen zu wollen. Von daher sage ich gerne allen: Lest das Buch, wenn ihr gerne in andere Welten eintaucht!

Wunderschöne Geschichte mit tollen Charakteren und einer spannenden Handlung, die nicht nur schön zu lesen ist, sondern auch an die märchenhafte Seite in uns appelliert und die einen dazu ermutigt, in der Zukunft, etwas öfter über die Sterne nachzudenken.




Thementag #23: Wenn Bücher uns die Augen öffnen

Juli 03, 2015



"So ging der Kaiser unter dem prächtigen Thronhimmel und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen: ´Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich! Welche Schleppe er am Kleider hat! Wie schön sie sitzt!´ Keiner wollte es sich anmerken lassen, dass er nichts sah; denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen." Zitat aus: "Des Kaisers neue Kleider", S.123, Hans Christian Andersen; Seine schönsten Märchen, garant Verlag

Jedes Buch besitzt die Fähigkeit eine Botschaft zu vermitteln. Dies gelingt dem einen Buch deutlich besser, als dem anderen. Als ich kurz nach Beginn meines Studiums wieder den Weg zur Literatur gefunden habe, fiel mir ein Buch in die Hände, welches meine Mutter mir zum Geburtstag gekauft hat. Dieses Buch eröffnete mit der Geschichte von Hans Christian Andersen, nämlich "Des Kaisers neue Kleider". Nun der erste Gedanke der mir in den Sinn kam, als ich die Geschichte gelesen habe war: "Warum hast du es so lange aufgeschoben, dir die Geschichte mal durchzulesen?". Der zweite war anschließend: "Das wird definitiv eine meiner Lieblingsgeschichten bleiben - für immer!".
Aber warum faszinieren solche Geschichten einen Leser so stark? Ich jedenfalls war damals einfach nur verblüfft von dieser schonungslosen Wahrheit und dem Vorhalten eines Spiegels der Gesellschaft gegenüber. Diese Geschichten sorgen dafür, dass man sich darüber im Klaren wird, dass man seine Zeit nicht damit verschwenden sollte, jemand anderem hinterherzuplappern, nur um nicht als "dumm" dazustehen. Diese Geschichten sind unterhaltsam und zugleich vermitteln sie einem das Gefühl, dass man sich nicht selbst verleugnen sollte. Schließlich wird man durch solch ein Verhalten, wie das der Bürger, selbst zu einem Betrüger, wie die, die vorgeben, die Kleider zu weben. Es macht keinen Sinn, sich hinter den Meinungen und anderer zu verstecken und sich mitreißen zu lassen, wenn man gar nicht so empfindet. Genau darum ist und bleibt "Des Kaisers neue Kleider" für mich, einer der Favoriten unter den Geschichten. Man liest die Geschichte und bleibt am Ende mit einem Schmunzeln zurück.

Ein weiteres Paradebeispiel für Bücher und Geschichten, die einem "die Augen öffnen", sind die altbekannten Fabelgeschichten [zum Beispiel die berühmten Fabeln von Aesop]. Allerdings fällt auf, dass sie im Gegensatz zu Andersens Geschichte deutlich "brutaler" sind. Die Tiere, die einen etwas lehren sollen, sind meist skrupellos und scheuen auch nicht davor zurück, deren Gegenüber Leid zuzufügen. Hier wird vorallem auf die enthaltene Moral hingewiesen, die dem Leser eine Hilfestellung im Leben sein soll. Auch die Fabeln erfüllen ihren Zweck und lassen den Leser über die Eigenschaften und die Verhaltensweisen der Menschen nachdenken. Allerdings habe ich persönlich das Gefühl, dass ich Andersens Geschichte deutlich stärker in Erinnerung behalten habe, als die vielen Fabeln. Doch dies ist das schöne daran. Jedes Buch hat einen anderen Effekt auf den Leser und so entscheidet auch jeder subjektiv, welches Buch ihn berührt und was er aus dem Gelesenen, als wichtig empfindet.

Da dieses Theme für mich auch eine perfekte Vorlage dafür ist, wie subjektiv auch die Rezensionen verschiedener Leser ausfallen können, möchte ich dazu noch einige Worte sagen. Man stellt sich öfters die Frage: "Wie genau entstand jetzt der Hype um dieses oder jenes Buch?", "Warum gibt es überhaupt diese Hypes?", "Und wieso finden es alle so gut, ich aber nicht?".  Eigentlich reicht es auch hier, nur einen Blick auf Andersens Geschichte zu wagen. Denn Bücherhypes entstehen erstens wohl aus dem einfachen Grund, dass das Buch wahnsinnig gut ist und es weiterempfohlen wird und es gibt die Hypes, die verursacht werden, weil das Buch überall "promotet" wird. Ich habe schon so viele Bücher gelesen, die ich für mich persönlich schön fand, mit denen andere nichts anfangen konnten. Und das ist auch gut so! Nicht jeder muss schließlich dem anderen nachplappern und sagen, das Buch verdient es, von allen gekauft und gelesen zu werden. Andersherum mochte auch ich viele Bücher nicht, die auf den Bestsellerlisten dauernd auf den oberen Rängen platziert waren. Ich denke allerdings, solange man sich und seinem Geschmack treu bleibt und ein Buch nicht nur deshalb gut bewertet, weil man Angst hat, von anderen in Frage gestellt zu werden, weil man den Erfolg des Buches nicht unterstützt, dann kann man nicht Gefahr laufen, so wie die Bürger in Andersens Geschichte, sich selbst zu täuschen. Literatur soll unterhalten, Spaß machen und im besten Fall auch etwas übermitteln. Daher bleibt mir zu sagen: "Habt keine Angst und sagt dem Kaiser, dass er nackt ist!".

Welche Bücher haben euch die "Augen geöffnet"? Gibt es Bücher und Geschichten, die ihr im Gedächtnis behalten habt, weil sie euch schonungslos "wahr" erscheinen?