Mai

Juni 01, 2017























Der Sommer steht quasi in den Startlöchern und man verspürt ein deutliches Verlangen, seine Lektüren mit nach Draußen zu nehmen, sich einen angenehmen und sonnigen Platz zu suchen und die Bücher einfach zu genießen. Vor allem die letzten Tage vom Mai haben das Lesen sehr angenehm gemacht, sodass man sich nebenbei noch ein kühles Eis essen konnte. Im Juni steht demnächst zum zweiten Mal die "Litblog Convention" bevor, auf die ich mich schon sehr freue.

Nun aber zu den gelesenen Büchern, die mich im Mai recht gut unterhalten haben. Ganze acht Bücher konnte ich beenden und dabei gab es auch überraschenderweise keinen Flop:

Wie immer gelangt ihr durch Anklicken des Buchtitels, falls vorhanden, auf die jeweilige Rezensionsseite.

„Lolita“ von Vladimir Nabokov Dieser Klassiker war Teil meiner "freiwilligen" Unilektüre. Es wurde nicht vorausgesetzt, dass man das Buch lesen muss, aber mich hat das Buch sowieso schon seit längerer Zeit angesprochen und wenn man schon ein Seminar belegt und über bestimmte Werke spricht, bietet es sich daher umso mehr an, die Bücher auch zu lesen. Ehrlich gesagt bin ich auch ziemlich begeistert von Nabokovs Schreibstil und auch seiner sehr intertextuellen Umsetzung.

“Lily und der Oktopus” von Steven Rowley Rowleys Roman hat mich sicherlich positiv überrascht. Zu Beginn habe ich nicht damit gerechnet, dass das Buch so tiefgehend ist, sondern ich hatte eher angenommen, dass es ein recht oberflächliches "Sommerbuch" sei. Dabei ist es wirklich sehr viel mehr als das. In erster Linie wird es sicherlich Hundebesitzer berühren, da es um eine sehr innige Beziehung zwischen Mensch und Hund geht, aber selbst ich (die sich zwar immer noch einen Hund wünscht, aber bisher keinen hat) konnte besonders am Ende nicht meine Gefühle zurückhalten. Es ist schön geschrieben und zudem wirklich rührend.

“Unvollkommene Verbindlichkeiten” von Lena Andersson Mit Lena Anderssons "Folgeroman" riss die Kette an guten Büchern ebenfalls weiterhin nicht ab. Sehr psychologisch und verzwickt, aber sehr lesenswert! Ein Zirkel, aus dem man beim Lesen selbst kaum heraus kommt. Schafft also somit auch eine perfekte Verbindung zur eigentlichen Erzählung, in der es um eine Liebesbeziehung geht, die sich im Kreis zu drehen scheint.

„Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald Erzählungen kann man wunderbar zwischendurch lesen, sich auch mal Zeit dazwischen lassen und sich einem Roman widmen. Bei den neu entdeckten Erzählugen von F. Scott Fitzgerald allerdings war ich so von den Geschichten fasziniert und angesprochen, dass ich das Buch in einem Zug durchgelesen habe. Hat aufjedenfall etwas von seiner ursprünglich bekannten Art, denn Filmstars, die obere Gesellschaft und auch die Liebe kommen natürlich nicht zu kurz, aber auch neue Züge habe ich entdecken können, die ich bei anderen Erzählungen bisher nicht so stark wahrgenommen habe.

„Der Freund der Toten“ von Jess Kidd Kurios und exotisch, trotz des Handlungsortes Irland, ging es mit Jess Kidds Roman weiter. Obwohl anfangs etwas unschlüsslig, ob mir nicht alles zu überladen wirkte, muss ich nun sagen, dass mich der Roman sicherlich mehr begeistert hat, als im ersten Moment. Die vielen Anspielungen an "Übernatürliches", die rasante Suche nach der Vergangenheit des Protagonisten und damit sich selbst (passend hier der Originaltitel: "Himself") macht das Buch wirklich zu etwas Besonderem. Zudem fand ich es auch an keiner Stelle wirklich langweilig, was immer zugunsten eines Romans ausfällt. Hier und da war mir mal ein Witz zu viel des Guten, aber ich würde das Buch, je nach Einschätzung meines Gegenüber, ob übernatürliche Einflüsse erwünscht sind, sicherlich empfehlen. Ist aufjedenfall mal was Neues.

„Für Bücherfreunde“ von Jean-Jeacques Sempé Illustrationen, die einen bücherbezogenen Kontext haben und zusätzlich mit einem netten witzigen Spruch versehen sind. Wirklich toll gemacht und sicherlich auch als Geschenk ansprechend. Für jegliche Bücherfreunde, wie der Titel quasi schon vorwegnimmt. Hinzu kommt, dass mir die stark ironische Seite sehr gut gefallen hat und der Literaturbetrieb etwas aufs "Korn" genommen wird.

„Lady Orakel“ von Margaret Atwood Margaret Atwood kann derzeit bei mir keine Minuspunkte bekommen. Ich mochte bisher alle ihre Romane und auch dieses hier zählt zu meinen Lieblingen. Sie weiß einfach, wie man gute Charaktere erschafft und sie auch in eine spannende Handlung einbaut. Auch hier fand ich viele Dinge sehr psychologisch, auch wenn es meist in einem eher makaberen und witzigen Ton rübergebracht wird.

„Jack Engles Leben und Abenteuer“ von Walt Whitman Mein letztes Highlightwar dieses kurze Büchlein. Der Roman wurde 2016 ebenfalls, wie die Erzählungen von F. Scott Fitzgerald wiederentdeckt und darf nun von begeisterten Lesern genossen werden. Mir hat der "alte" Schreibstil und die Atmosphäre des frühen New Yorks sehr gut gefallen und auch Whitmans Impulse hinsichtlich einer abenteuerlichen Unternehmung fand ich gut gelungen! Sicherlich werde ich mir nun einige andere bekannte Werke von ihm vornehmen. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja in der Zukunft noch so eine tolle Erzählung von ihm.






Kommentare:

  1. Toller Lesemonat & vor allem: Wunderschöne Bilder!
    Ich kenne bisher leider noch keines der Bücher, werde mir ein paar davon aber mal näher ansehen!


    Herzallerliebst,
    sarah <3



    www.sarah-liest.blogspot.de

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    1. Vielen lieben Dank! :)


      Liebe Grüße
      Karin

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  2. Lolita von Nabokov, ist eins meiner Lieblingswerke von ihm.
    Der Text erfordert volle Konzentration, jedes Wort hat Gewicht, jedes Bild ein Schatten.
    Schön dass es dir auch gefallen hat.

    Liebe Grüße

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    1. Da hast du recht! Es ist wirklich sehr intensiv und beinhaltet unfassbar viele Anspielungen auf andere Texte oder generell andere Kenntnisse. Man muss sich davor wohl mehr Zeit nehmen, um alles zu verstehen, aber es ist wirklich ein guter Klassiker.


      Liebe Grüße
      Karin

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  3. Da kann ich nur zustimmen! Wunderschöne Bilder und die Bücher sprechen mich total an.

    Lolita hab ich ebenfalls freiwilig für ein Seminar gelesen und fand es sehr spannend, aber zugleich auch sehr schockierend (wie das ganze Seminar überhaupt)

    Ich muss nochmal sagen, wie unglaublich schön deine Bilder sind!

    Ganz liebe Grüße,

    Elena


    www.inprogressx.blogspot.de

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    1. Vielen, vielen Dank! :)

      Was genau war denn das "Thema" deines Seminars? :) Meins bezieht sich auf die "Femme Enfant" und ich muss tatsächlich auch sagen, dass mich vieles sehr aufwühlt, auch wenn das Thema recht interessante Diskussionsmöglichkeiten bietet.


      Liebe Grüße
      Karin

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    2. Meins auch! Studierst du zufällig in Bonn bei Herrn Wetzel?
      Das wäre echt ein witziger Zufall, wenn wir im gleichen Kurs wären! :D
      Ich finde das Thema ebenfalls sehr, sehr interessant, aber auch, wie gesagt, sehr schockierend und aufwühlend.
      Ich wollte auch gern meine Hausarbeit in diesem Seminar schreiben, auch wenn ich noch nicht genau weiß worüber.

      Liebe Grüße,

      Elena

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    3. Ja das ist tatsächlich auch mein Seminar! Wie witzig! :D Hatten ja jetzt eine ziemlich lange Pause, aber dann sehen wir uns ja bald vielleicht mal. :)

      Meine Hausarbeit wollte ich auch bei ihm schreiben, weiß aber ebenfalls noch nicht genau über was konkret ich schreiben möchte. Das Themengebiet ist ja schon recht groß und auch die Literatur bietet da viele Ansatzpunkte...


      Liebe Grüße
      Karin

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  4. Liebe Karin,
    wieder ein schöner Rückblick, aus dem wieder einiges auf meine Wunschliste wandert.
    Margaret Atwood habe ich mittlerweile schon gekauft und ich bin sehr gespannt, wie es mir gefallen wird. „Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald und auch “Lily und der Oktopus” von Steven Rowley möchte ich unbedingt lesen.

    Ich wünsche dir noch ein schönes Pfingstwochenende.
    Liebe Grüße, Alexandra

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    1. Vielen Dank! Ich freu mich, dass dich die Margaret Atwood Bücher neugierig gemacht haben und ich hoffe so sehr, dass sie dir auch gefallen werden! :)


      Liebe Grüße
      Karin

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