Und konnten es einfach nicht fassen von Sabine Thomas

August 22, 2015






Titel: "Und konnten es einfach nicht fassen" | Original: - | Autor/in: Sabine Thomas | Ullstein [klick] | Seitenanzahl: 240 | Hardcover | Einzelband | ★★★★☆  3 bis 4 Sterne
"Eine junge Frau wird durch einen tragischen Unfall für immer entstellt, ihr Mann kann sich ein Eheleben mit ihr nicht mehr vorstellen, will sie in dieser Situation aber auch nicht im Stich lassen. Nach der Trennung von seiner alkoholkranken Frau darf ein Vater seine Tochter nicht mehr sehen, doch dem Kind gelingt es schließlich, eine Brücke zu ihm zu schlagen.
Die Geschichten von Sabine Thomas handeln davon, was passiert, wenn sich das Leben von einem Augenblick zum anderen ändert. Eindringlich und mitfühlend erzählt sie von Menschen, die verkraften müssen, dass ihre Träume zerbrochen, ihre Lebensentwürfe gescheitert sind. Die aber auch erfahren, dass ein Ende ein neuer Anfang sein kann und das Schicksal manchmal unerwartete Pointen setzt.
Sabine Thomas schaut als Fachanwältin für Familienrecht ganz genau hin. Ihre Geschichten berühren den Leser zutiefst, weil er sich in ihnen wiedererkennt und weil sie so menschlich sind."
MEINE MEINUNG | FAZIT

Sechszehn Schicksale, erzählt aus einer juristischen Perspektive. Und doch überwiegt das Gefühl, dass es sich um kurze Geschichten handelt, die sehr wenig mit dem typischen Fachjargon einer Rechtsanwältin zu tun haben.
Dieses Buchgibt dem Leser einen kleinen Einblick in die Welt einer Fachanwältin für Familienrecht. Obwohl mir die "Geschichten" an sich gefallen haben, mich gerührt haben und auch unterhaltsam waren, hatte ich ab und an das Gefühl, dass der Erzählstil etwas abgehärtet klang. Dies kann natürlich durch die sehr persönlichen Eindrücke der Fachanwältin entstanden sein oder durch ihre langjährige Erfahrung mit solchen Fällen. Mir allerdings fehlte an der ein oder anderen Stelle noch der "mitfühlende Funken". Nichtsdestrotrotz finde ich das Buch durchaus gelungen. Die Fälle werden nicht unnötig in die Länge gezogen. Es wird ein kurzer Einblick in die Vorgeschichte der Protagonisten gegeben und anschließend wird erklärt, mit welchem Anliegen die Personen zu Sabine Thomas gekommen sind. Es wird nicht viel Bezug auf die fachlichen Ereignisse genommen. Es kommen auch keine Paragraphen oder Ähnliches vor. Sabine Thomas schildert die Geschehnisse in einer sehr klaren aber auch nachdenklichen Form. Es gibt Kapitel die damit enden, dass man sich selbst viele Fragen stellt. Wie würde man selbst mit einem solchen Schicksal umgehen? Zudem entfaltet sich nach einigen Geschichten auch das Gefühl, dass man sich wohl glücklich schätzen kann, bei dem ganzen Chaos, was anderen Leuten widerfährt. 
Einige Geschichten haben mich wirklich sehr berührt und ich habe mir oftmals wirklich ein anderes Ende für die Schicksale gewünscht. Leider wird einem jedes Mal wieder bewusst, dass diese Dinge, den Menschen wirklich passiert sind. Bis auf vielleicht höchstens drei Fälle sind die Geschichten daher eher von ernster Natur; sie unterscheiden sich aber alle voneinander, sodass man eine große Vielfalt erkennen kann, die diesen Beruf ausmacht. Mir ist dadurch zumindest klar geworden, dass dieser Beruf wohl nicht für mich wäre, so gerne ich Menschen auch helfe. Allein die Kraft, die man aufbringen muss, um mit allen Parteien auf vernünftiger Ebene kommunizieren zu können, verlangt wohl starke Nerven. Dennoch, davon zu lesen ist definitv interessant und spannend. Zum Schluss jeder Geschichte habe ich manchmal etwas die Ansicht der Fachanwältin vermisst. Sie schildert die Vorkommnisse wirklich gut und hat auch einen schönen Stil gefunden um die Gefühle der Protagonisten darzulegen [auch wenn man an der ein oder anderen Stelle wohl vermuten kann, dass man nicht genau wissen kann, wie sich die Person gefühlt hat] aber am Ende habe ich erwartet, dass man einen genaueren Einblick bekommt, wie die Fachanwältin die Situation einschätzt.
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Kleine Geschichten, die etwas verdeutlichen, wie die Arbeit einer Fachanwältin aussieht. Überzeugt durch schöne Erzählweise, hätte für meine Verhältnisse aber noch etwas mehr auf die persönlichen Meinungen der Anwältin eingehen können. Die Geschichten berühren und regen zum denken an. 





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