Girl on the Train von Paula Hawkins

Juni 15, 2015




Original: "The Girl on the Train" von  Paula Hawkins,  blanvalet [-klick-] | Leseprobe, 448 Seiten,  Klappenbroschur (Mein Exemplar entspricht nicht der Endfassung) , Einzelband,   ★★★ 3 Sterne

"Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.
Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ..."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Girl on the Train" wird als "Der Nr. 1 Bestseller aus England und den USA" beworben und ist auch schon hier in Deutschland in aller Munde. Viele hatten vorerst das Gefühl, dass das Buch zu stark an "Gone Girl" erinnern könnte oder zumindest in eine ähnliche Richtung verläuft. Da ich allerdings weder "Gone Girl" gelesen habe und den Bestseller-Äußerungen am Anfang doch eher skeptisch gegenüberstehe, wollte ich mir ganz unvoreingenommen ein eigenes Bild der Geschichte machen. Also fing ich einfach an zu lesen und da ich auch oft mit dem Zug unterwegs in die Uni bin, dachte ich, könnte das ganz spannend werden.
Geschildert wird die Geschichte aus drei Perspektiven, jeweils von verschiedenen Frauen, die in die Geschichte involviert sind. Den wohl größten Teil übernimmt aber wohl die Protagonistin "Rachel". Sie ist "Girl on the Train", wenn man so sagen möchte. Sie sitzt Tag für Tag im Zug und schaut aus dem Fenster und beobachtet das Geschehen. Ich persönlich fand die Erzählweise gar nicht mal so schlecht gewählt. Dadurch wurde ein Ereignis aus mehreren Blickwinkeln erzählt und fügte sich wie ein Puzzle zusammen. Allerdings wurde ich wirklich erst sehr spät mit den Charakteren warm. Die Geschichte allerdings hält einen bis zum Schluss relativ gefangen und man möchte weiterlesen, obwohl man vielleicht schon erahnt, was genau passiert ist. Durch die verschiedenen Probleme, die Rachel allerdings mitsichbringt und die der Leser automatisch auch "annehmen" muss, da er ja vorerst nur durch sie das Geschehne erzählt bekommt, entsteht eine gewisse Spannung beim Leser. Man möchte, dass Rachel mehr weiß oder sich zumindest besser daran erinnern kann, aber man ist gezwungen, in ihrem Tempo das "Rätsel" zu lösen.
Nach und nach werden immer mehr Zusammenhänge zwischen den jeweiligen Personen offenbart. Ich habe mir auch am Anfang gedacht, dass Rachel eine völlig Fremde in der ganzen Szenerie ist. Jedoch gibt doch viele Verzweigungen, die letztenendes zu einem Urpsrung zurückführen.
Es tauchen insgesamt zwar recht viele Charaktere auf, aber die Menge ist an sich gut überschaubar. Allerdings wird stark damit gespielt, wer verdächtig sein kann und wer nicht. An einigen Stellen beginnt man zu denken, dass man wüsste, wer zu den schwarzen Schafen gehört und wem man vertrauen sollte. Und im nächsten Abschnitt verfliegt das Gefühl wieder und man stürzt sich auf die nächsten Charaktere. Man hat das Gefühl, man ermittelt selbstständig ein wenig mit. Allerdings wusste ich nicht so recht, wie ich letztenendes zu Rachel stand. Im Rückblick reflektiert, fehlt mir irgendwie mehr der gewisse Charakter und auch die manchmal nervige Art, treibt einen etwas an die Grenzen.
Den Schreibstil fand ich angemessen und auch fließend. Er verdeutlicht sehr gut, die inneren Kämpfe, die die Charaktere mit sich selbst führen und verstärkt gleichzeitig das Gefühl, dass es sehr wichtig ist, eine gute Balance zu finden, zwischen dem was man ständig denkt und was einem auf dem Herzen liegt und was man nach außenhin transportiert, beziehungsweise was man den Mitmenschen davon erzählt. Es geht um die Abgründe des Menschen, die Träume, Sehnsüchte und auch vorallem die Ängste des Menschen. Dadurch gibt es auch einige Passagen, die etwas "schwer" sind. Als Leser wird man mit all diesen Dingen konfroniert und das eben auch aus der Innenperspektive der Charaktere, so dass man sich manchmal fühlt, wie ein Psychologe, der den Frauen zuhört und versucht eine gute Lösung zu finden.

Dramatisch, und aufwühlend, wenn auch manchaml etwas "nervig". Löst nicht nur ein Geheimnis, sondern beschäftigt sich stark mit den Sehnsüchten der Menschen. Sorgt für einige Schock-Momente und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. An der ein oder anderen Stelle empfand ich die Geschichte aber auch als zu gezwungen.


Vielen lieben Dank an den blanvalet Verlag für die Bereitstellung eines Rezenionsexemplars!

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