Sommerdiebe von Truman Capote

Dezember 23, 2014



(Originaltitel: "Summer crossing") Autor/in: Truman Capote ,Verlag: Kein & Aber [KLICK] | 145 Seiten , Hardcover,  Einzelband  ★★★★☆ 4 von 5 Sterne
Originalklappentext: "Grady hatte noch nie einen Sommer in New York verbracht und dahe noch nie eine solche Nacht erlebt. Hitze öffnet den Schädel einer Großstadt, legt ihr weißes Gehirn bloß und ihr Herz aus Nerven, die prasseln wie die Drähte in einer Glühbirne."

MEINE MEINUNG | FAZIT

Zuerst einmal muss ich damit beginnen, dass ich nach dem Lesen der angefügten editorischen Notiz, verblüfft davon war, dass Capote dieses Werk mit bereits neunzehn Jahren verfasst hat. Es kam mir vom gesamten Stil her, viel "reifer" vor.
Die Handlung an sich ist etwas "gerafft", da man auf 140 Seiten [5 Seiten editorische Notiz], natürlich keinen ausgefeilten Lebenslauf oder einen zu komplexen Handlungsstrang, erschaffen kann. Dennoch war ich von dem Buch sehr angetan. Mir haben die "gerafften" Teile besonders gefallen, da der Leser viele Informationen, von der einen auf die andere Sekunde erfährt, als wäre es eine Kleinigkeit, obwohl es sich um sehr wichtige Sachen im Leben, in diesem Fall speziell, einer Frau handelt. Das führt beim Leser zu einem kurzzeitigen "Schockmoment", was der ganzen Geschichte allerdings eine besondere Note verleiht. Die Protagonistin "Grady", über die man wirklich viel erfährt, auch in Bezug auf ihre Familie, hat in mir kurzzeitig einen "Beschützerinstinkt" geweckt. Sie kam mir manchmal deutlich jünger als 17 vor und man hatte das Gefühl, man würde am liebsten die Mutterrolle für sie übernehmen. Ich fand es erstaunlich, wie gut Capote die Stimmung in Verbindung zum Kontext gebracht hat. Man merkte sofort, dass sich in "Gradys" und auch "Clydes" [ihr Liebhaber] Leben etwas verändert. Gleichzeitig hat sich die komplette Atmosphäre des Buches geändert. Es war also keineswegs langweilig, der Handlung und den Personen zu folgen. Die Beziehngen der Personen, lassen viel Spielraum für eigene ["psychologische"] Analysen. An vielen Stellen, oder beinahe während des gesamten Lesens, kam mir das Geschriebene sehr poetisch vor. Viele Metaphern waren von Capote wirklich geschickt gewählt und spiegelte die Stimmung der Stadt New York sehr gut wieder.


Poetisch angehauchter Roman eines neunzehnjährigen Capote, welcher durch Authenzität überzeugt und den Leser zum Nachdenken anregt. 






















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