Gretchen von einzlkind

November 20, 2014




(Original: -) Verlag: Heyne , 239 Seiten,  Taschenbuch ,  Einzelband  ★★★★★5 Sterne 
Gretchen Morgenthau muss, durch unglückliche Umstände, eine Aufgabe bewerkstelligen, auf die sie sehr gut verzichten könnte. Und doch, wird diese Aufgabe eine der wichtigsten in ihrem Leben sein.
Original-Klappentext:"Sie ist eine Legende des Theaters. Zum Unglück ihrer Mitmenschen eine lebende. Die Karriere als Intendantin hat sie beendet, den Gottesstatus aber behalten. Ihr Leben in London könnte kaum großartiger sein. Doch dann geschieht das Undenkbare. Wegen einer Unachtsamkeit wird Gretchen zu vier Wochen auf einer Vulkaninsel bei Island verurteilt. Sie soll mit den Einheimischen ein Theaterstück aufführen. Keine gute Idee...


MEINE MEINUNG | FAZIT

Die Geschichte um Gretchen Morgenthau [und um ihren später angeheuerten Assistenten Kyell] hält viele Überraschungen offen. Zunächst muss ich aber sagen, dass ich die Figur, der Gretchen Morgenthau wirklich sehr gut ausgearbeitet finde! Ich habe sie mir beim lesen richtig gut vorstellen können! Und ich muss sagen, für mich war sie eine Mischung aus Miranda Priestly aus "Der Teufel trägt Prada" und einer Frau, die selbst einfach ihren Platz im Leben sucht. Es ist schwer zu beschreiben, aber wenn man das Buch liest, dann genießt man die ganzen Gespräche, die Wortwitze und die Handlung an sich. Immer wieder musste ich an so vielen Stellen schmunzeln und gleichzeitig über das Gesagte nachdenken.
Zu Beginn hat mir vorallem gefallen, dass sich der Autor, welcher hinter einem Pseudonym auftritt, selbst bewertet hat. Beziehungsweise Gretchen Morgenthau hat dies für ihn übernommen. Denn sie sagt, ich darf zitieren:

"Es gibt nichts Schlimmeres, als Schriftsteller mit Pseudonym. Ich habe zwei kennengelernt. Idioten. Beide!" S. 49f.


Mir gefiel die Anspielung auf die Anonymität des Autors dieses Buches. Wobei ich an sehr vielen Stellen sicher war, dass es eine Autorin sein muss, da so viele Kleidungsstücke mit Markenname, oder Schminktipps genannt wurden. Könnte natürlich auch eine gut recherchierte Maßnahme sein, um den Leser erneut zu verwirren. Ich jedenfalls bin gespannt, ob sich der Autor noch zeigt :). [Kleiner Tipp, auf dem hinteren Klappteil, befindet sich auch ein kleiner Anhang zum Autor, natürlich mit nicht vielsagendem Material; Dennoch sehr unterhaltsam!]
Zurück zur Geschichte und zu Gretchen Morgenthau: Ihre selbst zurechtgelegten Weisheiten fand ich immer wieder aufs Neue so... wahr und witzig, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann, aber hier ein kleines Beispiel:

"Schicksal [...] ist etwas aus der Fabrik. Wenn man es umtauschen möchte, findet man den Kassenbon nicht mehr.[...]" S. 52f.


Ebenso könnte ich große Passagen, wie die Gerichtsverhandlung zitieren, die ich so genial fand, in der Gretchen Morgenthau sich zu verschiedenen Gegenständen äußert.
Nun ja, als Gretchen Morgenthau nun in dem kleinen Dorf ankommt, in dem sie das Stück inszenieren soll, wiederfahren ihr Dinge, von denen sie niemals geträumt hätte. Mit ihrem Assistenten Kyell verbringt sie viel Zeit und dadurch entsteht ein Handlungsstrang, der zwischen den Zeilen, für mich jedenfalls, noch viel mehr ausgesagt hat, als der Text an sich. Vorallem in der Schlussszene.Für Alle, die sich wundern, warum auf dem Bild oben ein Vogel abgebildet ist, Ja, der spielt in der Geschichte auch eine bezaubernde Rolle.
Also mein Tipp: Lest das Buch! Es lohnt sich. Von mir daher 5 von 5 "Punkte" für das zweite Buch des Autors von "Harold".

Somit: " Es war doch immer das gleiche Schema, die ewige stümperhafte Frage, ob Platon oder Aristoteles, Stanislawksi oder Brecht, Bugs oder Bunny." S.157f.


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Wunderbar durchdachte Geschichte mit einer zauberhaften Protagonistin und Textstellen, die man sich am liebsten ausdrucken und irgendwo aufhängen würde.



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